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Mein erstes Mal Mobiles Arbeiten

Noch nie mobil gearbeitet? Wir haben mit Bektas Ünal aus dem Produktionsbereich bei Roche in Mannheim über seine erste Erfahrung mit Mobile Working gesprochen

Schon 30 Jahre im Unternehmen und seit 10 Jahren in einer Führungsposition: Und jetzt die erstmalige Erfahrung von Zuhause zu arbeiten. Wie war’s?

Im Nachhinein zusammengefasst: Super! Erst war es sehr ungewohnt, an den Tagen zuvor die Aufgaben zusammenzustellen mit dem Wissen, dass man an dem bestimmten Tag nicht ins Büro kommt. Aber im Nachhinein bin ich positiv überrascht und freue mich schon jetzt auf meinen nächsten Tag im Homeoffice.

Was hat Ihnen besonders gefallen oder war der größte Unterschied zur Arbeit im Büro?

Ich war unglaublich produktiv. Bei meiner Arbeit im Büro kommen häufiger Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit einem Anliegen zu mir. Zuhause konnte ich mehrere Stunden am Stück ungestört arbeiten. Ich habe Aufgaben erledigt, für die ich gefühlte drei bis vier Tage brauche! Das war sehr zufriedenstellend. Außerdem ist natürlich auch die Zeitersparnis des Arbeitsweges ein toller Pluspunkt.

Gab es denn auch etwas, das nicht optimal funktioniert hat?

Eigentlich spricht es nur dafür, wie produktiv und konzentriert ich war, aber ich habe beinahe vergessen Pausen zu machen! Ich war sehr überrascht, wie schnell der Tag vorbeiging. Darauf sollte ich besser achten. Und obwohl ich so viel erledigen konnte, waren am Ende des Tages noch Aufgaben übrig. Ich war wohl etwas euphorisch und konnte noch nicht genau abschätzen, wie viel ich realistisch an einem solchen Tag erledigen kann.

Abgesehen davon hatte ich manchmal Bedenken, dass andere hinterfragen könnten, ob ich wirklich arbeite. Ich habe mich dabei erwischt, wie ich in gewissen Zeitabständen E-Mails verschickt habe – sozusagen auch meine Erreichbarkeit dadurch signalisiert habe (schmunzelt). Zwar bin ich per Telefon, Mail oder Hangout jederzeit erreichbar, aber man ist eben physisch nicht anwesend.

Wie – denken Sie – können diese Bedenken in der Zukunft beseitigt werden?

Das wird die Zeit mit sich bringen. Nach so langer Zeit im Betrieb ist man die Kontrolle durch Anwesenheit gewohnt. Ein neues Konzept wirft immer erst einmal Fragen auf. Abgesehen davon hat niemand tatsächlich meine Arbeit hinterfragt oder mir negative Rückmeldung gegeben, also waren meine Bedenken unbegründet. Genauso wenig habe ich mir je Gedanken über die Produktivität meiner Kollegen gemacht, wenn diese im Homeoffice gearbeitet haben.

Hilfreich ist sicherlich auch, dass wir im Vorhinein dafür gesorgt haben, den reibungslosen Arbeitsablauf zu garantieren. Die Tage, an denen mobil gearbeitet wird, haben wir unter den Kollegen aufgeteilt, sodass immer jemand vor Ort ist. Hier haben wir natürlich berücksichtigt, dass zu wichtigen Terminen – wie zum Beispiel der Leitungsrunde – immer alle anwesend sind.

Für’s nächste Mal: Was nehmen Sie aus dieser erstmaligen Erfahrung mit?

Ganz klar: Priorisieren. Ich werde mir meine Aufgaben wie letztes Mal zusammenstellen, dieses Mal jedoch strukturierter vorgehen, damit ich die wichtigsten Dinge zuerst erledige und somit nicht unter Zeitdruck gerate. Wenn dann noch etwas übrig bleibt gegen Ende des Tages, entsteht kein Druck. Und auf meine Pausen werde ich besser achten!

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