Dr. Yin Cai ist 32 Jahre alt, verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Nach Ihrem Studium in der Molekularbiologie und die darauffolgende Promotion in Biophysik/Bioinformatik, hat sie 2016 bei Roche Diagnostics Automation Solutions GmbH in Kornwestheim begonnen und leitet seit dem das 10-köpfige Team Sample ID & Quality Check.

Welche Aufgabe hat Ihr Team?

„Wir entwickeln Bildverarbeitungs- und Messmodule, die in unsere Medizingeräte eingebaut werden. Die Module überprüfen die Patientenproben jeden Tag auf ihre Identität, Quantität und Qualität. So tragen wir einen großen Teil zu der rechtzeitigen und genauen Diagnose unserer Patienten bei.“

Warum denken Sie, hat sich Roche direkt nach Ihrer Promotion für Sie als Führungskraft entschieden?

„Tatsächlich habe ich mir darüber bisher keine tiefgründigen Gedanken gemacht. Aber wenn ich mich recht erinnere, war mein Auftreten vielleicht der Grund, dass sich Roche für mich entschieden hat.“

Ihr Auftreten?

„Ich war sehr gut vorbereitet und habe mich von Anfang an mit dem Portfolio und mit meiner potenziellen Rolle bei Roche identifizieren können. Damit war eine Basis gelegt, denn wenn du deiner Leidenschaft folgst, merken das auch die Gesprächsteilnehmer. Im Gespräch habe ich dann gezeigt, wie ich mein bereits erlerntes Know-how über verschiedene Technologien direkt in die Laborautomatisierung einbringen kann. Erste Ideen sind entstanden.

Da habe ich vermutlich einen bleibenden Eindruck hinterlassen – offensichtlich einen positiven.“

„Work-life balance“ ist in aller Munde – wie halten Sie ihre Balance zwischen Karriere und Familie?

„Um wirklich eine Balance zu halten, ist Disziplin das A und O. Man muss sich sehr gut organisieren und klare Regeln setzen. Für mich bedeutet das, dass ich vier Tage pro Woche ab 16 Uhr keine Termine mehr annehme, dass Urlaub auch wirklich Urlaub ist und dass dieses Vorgehen auch von meinem Arbeitgeber und meinen Kollegen unterstützt und respektiert wird. Unterstützend kommt hinzu, dass man bei Roche nicht den Wert der Stunde, sondern den Wert der geleisteten Arbeit sieht. Diese Kombination ist der Schlüssel zu einer guten Vereinbarkeit zwischen Karriere und Familie.“

Was bedeutet für Sie „gutes“ Performance Management?

„Ich finde es besonders wichtig, dass sich meine Mitarbeitenden mit ihren Zielen identifizieren können. Sobald man sich identifizieren kann, kommt die Motivation und die Power von ganz alleine. D.h. für mich, wir erarbeiten gemeinsam die Zielsetzungen für die nächsten Quartale. Hinzukommt, dass die Ziele stets lebendig gestaltet sein müssen und dass man sie jederzeit auf bestimmte Situationen anpassen kann. Gegebenheiten ändern sich und dementsprechend, müssen es die Ziele auch können.“

Wie gehen Sie als Führungskraft mit Motivationslöchern um?

„Bei akuten „Motivationslöchern“ gehe ich direkt auf meine Mitarbeitenden zu und suche das Gespräch unabhängig von unseren Regelterminen. Wichtig: In diesen Terminen darf und soll man seinen Ballast abwerfen - das ist wichtig für die Motivation. Danach gehen wir direkt in den Lösungsmodus über und ich helfe meinen Mitarbeitern dabei, ihre Gedanken zu sortieren. Meistens finden sie selbst im Gespräch das Licht hinter dem Tunnel. Im nächsten Schritt erarbeiten wir gemeinsam, bei welchen Themen ich oder unser Netzwerk unterstützen können. Man muss akzeptieren, dass es auch mal schlechte Tage gibt – aber es liegt an mir, dass es davon so wenige wie möglich gibt und man gemeinsam Lösungswege findet.

Mein Tipp: Folge deiner Leidenschaft, denn sie ist die Quelle deiner Motivation!

Was wissen Sie an Ihren Mitarbeitern am meisten zu schätzen?

„Ihre Kreativität! Ich bin jedes Mal begeistert welche neuen und kreativen Lösungsansätze sie präsentieren und mit welchem Elan sie sich in ihre Arbeit knien. Ich bin wirklich mehr als stolz ein Teil dieses Teams zu sein!“

Abschließend: Was macht einen erfolgreichen Arbeitstag für Sie aus?

„Ein erfolgreicher Arbeitstag? Meistens verknüpft man immer herausragende Arbeitsergebnisse mit „Erfolg“. Aber das steht für mich nicht mehr im Vordergrund. Wenn ich sehe, dass sich einer meiner Mitarbeiter entwickelt hat und über sich hinausgewachsen ist, dann ist dieser Tag mindestens genauso erfolgreich, wie wenn wir ein neues Feature für unsere Produkte entwickelt haben.

Am Ende des Tages musst du den Wert in dir selbst sehen und das ist das was zählt – also kann jeder Arbeitstag ein erfolgreicher Arbeitstag werden.“

03.05.2019 / © Roche with e-fellows.net

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