roche, careers, germany, meet, people

Treffen Sie: Daniela Maisel

Daniela Maisel studierte Bioinformatik, promovierte anschließend in dem Bereich Molekulare Biomedizin und stieg vor 10 Jahren als Bioinformatics Scientist bei der Roche Diagnostics GmbH am Standort in Penzberg ein. Heute ist sie Head of RICM Site Operations sowie Site Head des Roche Innovation Center Munich. 

Warum haben Sie sich für Roche als Arbeitgeber entschieden und wie war Ihr Einstieg bei Roche?

Als Bioinformatikerin musste man sich damals schon frühzeitig entscheiden, wohin man nach dem Studium möchte. Für mich war schon immer klar, dass ich in der Industrie arbeiten möchte. Ich stamme aus Süddeutschland und dort war Roche sehr bekannt. Ich bewarb mich nach meiner Promotion auf eine ausgeschriebene Stelle als Bioinformatikerin in der Forschung und wurde eingestellt. 

Was hat Sie dazu bewegt, sich von der Bioinformatik in Richtung Leadership zu entwickeln?

Das besondere an meiner damaligen Stelle war, dass ich die erste ausgebildete Bioinformatikerin in der pharmazeutischen Forschung am Standort in Penzberg war. Darauf bin ich heute noch sehr stolz. Ich habe die Abteilung mit meinem damaligen Chef zusammen nach und nach aufgebaut und bekannt gemacht. Mir hat das wissenschaftliche Arbeiten immer sehr viel Spaß gemacht, doch ich habe recht schnell festgestellt, dass mir die Arbeit mit Menschen ebenso viel Freude bereitet. Und so war mein Weiterentwicklungswunsch geboren. Diesen habe ich dann mit meinem Chef besprochen und nach einer Umstrukturierung unserer Abteilung sowie meiner Elternzeit bat mir mein Chef eine Stelle als Operations Managerin im Site Management an. Diese Chance kam genau zum richtigen Zeitpunkt und eine gewisse Zeit später trat ich sogar noch eine zusätzliche Stelle als Site Head des Roche Innovation Center Munich an. Doppelbelastung? Im Gegenteil: der Zeitpunkt für diese Herausforderung war für mich genau richtig!

Was ist für Ihren Beruf unverzichtbar und was macht Ihnen besonders Spaß?

Das Arbeiten mit Menschen und stetige Herausforderungen sind für mich unglaublich wichtig. Langeweile darf bei mir nicht aufkommen. Unverzichtbar für mich ist vor allem das gemeinsame Brennen als Team für ein Projekt und die Zufriedenheit, wenn man die gesetzten Ziele erreicht hat. Aus diesem Grund bezeichne ich mich auch gern mal als Change-Champion. In meiner Rolle als Site Head muss ich meine Mitarbeitenden und Kollegen für die verschiedenen Projekte und Innovationen begeistern können. Das Bewusstsein darüber, dass wir mit unseren globalen Projekten etwas bewirken und verändern können, bereitet mir viel Freude.

roche, careers, germany, meet, people

Wie bringen Sie Beruf und Familie auf einen Nenner?

Diese Frage kann ich mit drei Worten beantworten: Orga – Orga – Orga! Eine gute Organisation ist für mich das A und O. Ich plane gerne 3 bis 4 Monate im Voraus. In meine Pläne involviert sind dabei die Kita-Zeiten für meine Kinder, meine Privat- und Freizeitaktivitäten sowie meine beruflichen Projekte. Man muss aber auch mal den Beruf, Beruf sein lassen. Das ist nicht immer leicht, meiner Meinung nach jedoch unverzichtbar. Die Arbeit ist für mich sehr wichtig, ich würde auch nicht ohne können, aber ohne Familie geht es für mich auch nicht. Das bedeutet für mich konkret, wenn ich einen Nachmittag mit meinen Kindern verbringen möchte, dass ich dann am nächsten Tag eben einmal früher zur Arbeit gehe oder später nach Hause komme. Natürlich spielt hierbei der Partner auch eine wesentliche Rolle. Ohne diesen ist ein solches Gesamtkonstrukt nicht möglich. 

Sie haben zusätzlich noch das Fußballtraining Ihrer Kinder übernommen – woher nehmen Sie die Energie?

An Energie hat es mir noch nie gemangelt. Für mich sind solche Aktivitäten eine Bereicherung in meinem Alltag. Selbstverständlich muss ich mir hierfür bewusst die Zeit nehmen und einplanen. Das gute an meinem Job ist, dass ich mir meinen Arbeitstag überwiegend selbst einteilen kann. Ich spreche hiermit das Thema Mobile Working an. Ob ich mittags Zeit mit meinen Kindern verbringe und meine Präsentation abends erstelle, wenn die Kinder im Bett sind, bleibt mir überlassen. Bei uns gilt das Motto: Wir arbeiten nicht auf Zeit – wir arbeiten auf Outcome.

Gibt es Ihrer Meinung nach noch Verbesserungsbedarf bei der Unterstützung von Frauen in Führungspositionen? Wie sieht die Unterstützung durch Roche aus?

Ich persönlich hatte mit meinen bisherigen Chefs immer sehr viel Glück, wenn es um das Thema Weiterentwicklung ging. Selbst meine Schwangerschaft hatte meine angehende Position als Gruppenleiterin nicht in Gefahr gebracht. Auch für diese Situation wurde eine gemeinsame Lösung gefunden beispielsweise, dass ich etwas später die Stelle angetreten bin. Eine Absage stand niemals im Raum. Durch meinen Bekanntenkreis weiß ich jedoch, dass dies leider noch nicht überall selbstverständlich ist – dies sollte es aber sein. Ich denke, dass der Kulturwandel in dieser Richtung noch nicht erfolgreich vollzogen ist und ich sehe aus diesem Grund noch deutlichen Verbesserungsbedarf.  

Welche 3 Tipps würden Sie Frauen geben, die eine Führungsposition anstreben?

An erster Stelle steht für mich natürlich eine gute Organisation, gefolgt von der Umsetzung seiner Ziele und dem Mut dazu. Ich rate einer Frau ihren Weiterentwicklungswunsch wirklich zu leben und für ihre Rechte einzustehen. Das Bewusstsein über die eigenen Stärken und Fähigkeiten, diese auch aufzuzeigen und zu verkörpern, ist unglaublich wichtig. Frauen sollten sich nicht herabsetzen und die teilweise leider immer noch bestehenden Vorurteile gegenüber Frauen in Führungspositionen einfach ausblenden. Frauen können ebenso viel bewirken wie Männer – ihnen fehlt manchmal einfach nur der Mut dafür. Aus diesem Grund sehe ich eine Frauenquote in Unternehmen auch nicht als optimale Lösung an. Es sollte die Person den Job bekommen, die am besten für die Stelle geeignet ist.  

Tags: Career Blog, Deutschland