Tag des Ehrenamtes – „es geht um mehr als nur um den Job“

Viele Mitarbeitende engagieren sich neben ihrem Beruf in einem Ehrenamt, zum Beispiel als Ausbildungsbeauftragte oder bei der Werkfeuerwehr. Aus aktuellem Anlass – heute am 5. Dezember ist der Internationale Tag des Ehrenamtes - berichten Michael Schneidereit und Peter Maier von ihren Aufgaben in der Schwerbehindertenvertretung für die Standorte Mannheim und Penzberg.

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„Vieles ist sehr berührend – meist geht um mehr als nur den Job“

Spricht man mit Peter Maier und Michael Schneidereit über ihre Aufgabe als Schwerbehinderten-Vertrauenspersonen, dann fallen für den Laien erstmal Fremdwörter. „§-74-Beratung“, „§90-Beratung“, „Betriebliches-Eingliederungs-Management“, „VdK“, „IG BCE“ – die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Klar ist: Die beiden sind in ihren Ämtern mit ganz schön trockener Materie beschäftigt und müssen viel wissen. Sozialgesetzgebung, Rente, Arbeitsschutz etc. Doch vor allem hat ihre Tätigkeit eine sehr menschliche Dimension.

Denn wenn Kolleginnen und Kollegen erkranken beziehungsweise wegen einer Behinderung nicht oder nur eingeschränkt arbeiten können, dann geht es um mehr als nur den Job. Dann wirkt das ins ganze Leben eines Menschen hinein. Und Maier und Schneidereit helfen, dass es möglichst gut weitergeht. Peter Maier ist in Penzberg für circa 170 Mitarbeitende mit Handicap zuständig, Michael Schneidereit in Mannheim für rund 400. Für die beiden 58-Jährigen ist das Amt inzwischen zum Hauptamt geworden – sie sind Fulltime damit beschäftigt, unterstützt von Nebenamtlichen. Maier ist eigentlich Biotechniker und sagt: „Dass meine Kolleginnen und Kollegen in der Abteilung mein Engagement seit Jahren mittragen, dafür bin ich sehr dankbar.“ Schneidereit ist Betriebsrat in Mannheim. Beide sind als Vertrauenspersonen von den schwerbehinderten Beschäftigten gewählt.

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Anträge ausfüllen und Mut machen

Psychische Erkrankungen, orthopädische Probleme, Krebs, chronische Krankheiten, Hör-, Seh- und Mobilitätsbehinderungen, Sucht – die Themen, mit denen Betroffene zu Maier und Schneidereit kommen, sind vielfältig. Die Unterstützung ist es auch: Die beiden Männer helfen praktisch – etwa beim Ausfüllen von Anträgen oder indem sie sich um Arbeitsplatzanpassungen kümmern, Türschwellen verschwinden lassen, Hilfsgeräte organisieren. Und: Sie hören zu und machen Mut. „Wir sind für die Sorgen und Nöte der Betroffenen da“, sagen sie. Kein Job, den man an der Pforte abgibt. „Aber das ist ja auch das Besondere. Vieles, was einem in dem Amt widerfährt, ist sehr berührend.“ Sensibilität ist also gefragt. Aber genauso Durchsetzungskraft und Verhandlungsgeschick.

Denn die Aufgabe hat auch eine politische, strategische Dimension, das betont Schneidereit. „Netzwerken im Unternehmen und in der Gesellschaft, in Gremien und Institutionen dafür sorgen, dass die Interessen behinderter Menschen wahrgenommen werden, das ist mein Ziel.“

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