Im Weiterbildungs-Paradies

Deutschland

Corina U. kommt nach Hause. Ein anstrengender Arbeitstag liegt hinter ihr und die Versuchung ist groß, den Abend vor dem Fernseher ausklingen zu lassen.
Doch Corinna U., die bei Roche in der Hauptabteilung Produktionstechnik arbeitet, hat ein Ziel. Sie will sich nebenberuflich zur Elektrotechnikerin weiterbilden lassen.

Also macht sich die 25-Jährige an drei Abenden in der Woche sowie jeden zweiten Samstag in die Technikerschule auf, um Mathematik und Englisch, aber auch Antriebs- oder Mikrocomputer-Technik zu pauken. Die Kosten für die Weiterbildung übernimmt Roche. „Bis zu 80 Prozent unserer Automatisierer nutzen diese Chance“, freut sich Tim N., Leiter Automation Diagnostics. Eine Quote, die von der auf gut qualifizierte Techniker und Ingenieure angewiesenen Einheit ausdrücklich gewünscht ist. „Es wird immer schwerer, geeignete Mitarbeiter am Arbeitsmarkt zu rekrutieren“, weiß der Abteilungsleiter. Nur folgerichtig, dass man Mitarbeitenden, die die Technikerschule sehr gut absolviert haben, auch ein weiterführendes Studium finanziert. Grundlage der Zuschüsse sind die großzügigen Regeln für nebenberufliche Weiterbildung bei Roche. „Wir übernehmen 100 Prozent der Prüfungsgebühren und stellen Mitarbeitende an zwei Dritteln der anfallenden Prüfungstage frei – bei voller Bezahlung“, betont Ulrich B., Personalentwickler. Zudem können Mitarbeitende bei ihrem Vorgesetzten finanzielle Unterstützung für die Kursgebühren beantragen. In seinem Ermessen liegt es dann, welchen Anteil der Kosten das Unternehmen übernimmt.

Um Nachwuchskräfte zu binden, bietet die Produktionstechnik in Mannheim zudem studienbegleitende Praktika an, um die Nachwuchskräfte langsam an den Ingenieursberuf heranzuführen. Diese Möglichkeit steht in erster Linie sehr guten Roche-Auszubildenden offen, die studieren. Aber auch gute Studierende ohne Roche-Hintergrund werden gerne unterstützt. Selbstverständlich, so Herr N., könnten die Nachwuchskräfte auch für Projekte oder Studienarbeiten bei Roche anklopfen. „Das ist etwas flexibler als das studienbegleitende Praktikum.“ Corinna U. ist noch nicht sicher, ob sie dem Abschluss als Technikerin noch ein Studium folgen lässt. Die Weiterbildung hat sie inzwischen erfolgreich absolviert. Doch einmal wieder einen Abend vor dem Fernseher zu verbringen, hat eben auch einen gewissen Reiz.

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