Fachhochschulreife - Der zweite Abschluss nebenbei

Drei Auszubildende berichten

Ihr wollt zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen? Das wollten wir – Matthias E., Florian H. und Lukas J. – auch und schildern euch heute unseren ganz persönlichen Eindruck!

Seit einem Jahr steht uns - den Auszubildenden zum Elektroniker für Automatisierungstechnik von Roche Diagnostics in Mannheim - ein verlockendes Angebot zur Verfügung! Gemeint ist der Erwerb der Fachhochschulreife (FHR), die parallel zur normalen Berufsausbildung erlangt werden kann.

Voraussetzungen

Natürlich bekommt man diese zusätzliche Qualifikation nicht einfach so geschenkt! Voraussetzungen sind ein Abschluss der mittleren Reife und eine Ausbildungslaufzeit von mindestens 3 Jahren. Darüber hinaus müssen die Kandidaten auch einen Mindestnotenschnitt von 3,5 vorweisen und die halbjährige Probezeit bestehen, um am FHR-Programm teilnehmen zu können.

Inhalte und Ablauf

Die Fachhochschulreife beinhaltet zusätzlichen Unterrichtsstoff in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch. Im ersten Jahr findet der Unterricht jeden zweiten Dienstag nach der Arbeit und samstags statt. Jeden dritten Freitag wird man vom Betrieb für den zusätzlichen Unterricht freigestellt. Im darauffolgenden Jahr findet der Dienstagsunterricht dann wöchentlich statt und am Ende des zweiten Jahres absolviert man die Englisch- und Deutschprüfung. Im dritten Jahr bleibt nur noch der Matheunterricht, der sechsstündig alle drei Wochen freitags stattfindet und mit der Matheprüfung endet.

Prinzipiell besteht natürlich Anwesenheitspflicht. Fehlzeiten werden nur durch ein ärztliches Attest oder die Absprache mit dem Klassenlehrer toleriert.

Vor- und Nachteile

Viele Neubewerber stehen nun vor der Frage, ob sie dieses Angebot annehmen sollen oder nicht – es ist keine leichte Entscheidung!

Man muss sich im Klaren darüber sein, dass der begleitende Unterricht eine zusätzliche Belastung darstellt. Wer nach der Arbeit oder am Wochenende noch Unterricht hat oder im Feierabend lernen muss, hat definitiv weniger Freizeit. Zeitweise verschieben sich die Prioritäten und mitunter schraubt man Freizeitaktivitäten etwas zurück.

Nun hat diese Entscheidung aber auch durchaus positive Seiten. Mit einer begleitenden Fachhochschulreife legt man definitiv wichtige Grundlagen für die Zukunft! Denn wer das FHR-Programm erfolgreich abschließt, bekommt die Berechtigung an allen Hochschulen in ganz Deutschland zu studieren – und das sogar in jedem Fach. Berufsbegleitend die Fachhochschulreife zu erwerben ist eine große Chance für alle, die sich alle Türen für ihre Karriere offen halten möchten.

Natürlich gibt es die Möglichkeit, die Fachhochschulreife nach seiner Fachausbildung in Vollzeit nachzuholen. Doch warum nach der Ausbildung noch einmal ein Jahr Schule anhängen, wenn man diese Zeit noch effektiver nutzen kann? Man spart letztendlich fast eineinhalb Jahre, was in der heutigen Zeit Gold wert ist.

Fazit

Ja! Es ist teilweise stressig, zusätzlich in die Schule zu gehen. ABER der Nutzen, den man aus einem solchen Aufwand ziehen kann, ist um ein Vielfaches größer: Man hat die Möglichkeit, anschließend zu studieren, und bessere Chancen auf eine Karriere.

Letzten Endes muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er die FHR berufsbegleitend erwerben möchte. Wir drei Azubis  können euch allerdings nur empfehlen, ein solches Angebot, wenn möglich, wahrzunehmen. Die Freude und das Ergebnis nach den drei Jahren sind umso größer, wenn man weiß, dass man die erste Hürde seiner Berufslaufbahn erfolgreich absolviert hat. Denn wir sind uns sicher: Wenn man in diesem Alter schon so etwas meistert, schafft man in der Zukunft noch vieles mehr!

Tags: Career Blog, Deutschland