Crashkurs Lebenslauf - Auf was achten Recruiter?

Du bist auf der Suche nach einem neuen Job und hast bereits eine Stellenanzeige entdeckt, die Dir zusagt und welche sich als dein Traumjob entpuppen könnte? Dann geht es jetzt an die Zusammenstellung Deiner Bewerbungsunterlagen. Sie sind der erste Eindruck, den ein Unternehmen von Dir bekommt. Der Lebenslauf ist dabei besonders wichtig. Wie Du ihn gestaltest, ist Dir selbst überlassen und genau das ist für viele zunächst eine Herausforderung. Wir haben mit Selina Ballhaus, Talent Acquisition Expert bei Roche in Mannheim, gesprochen - worauf sie achtet? 

Lebenslauf klassisch oder modern?

Selina rät: “Mein Tipp: mache das Design des Lebenslaufs von der Stelle und dem Unternehmen abhängig.” Du bewirbst Dich im Marketing? Dann sei gerne kreativ. Mit einem klassischen Layout machst Du jedoch nichts verkehrt. Achte auch auf die Länge. Ein Lebenslauf sollte aussagekräftig und maximal zwei Seiten lang sein. Fasse Dich kurz! “Dass du die Grundschule besucht hast, wissen wir. Streiche das aus dem Lebenslauf und spare Platz”, fügt Selina hinzu. Außerdem ist es wichtig, dem Lebenslauf eine gute Struktur zu geben. Gliedere ihn in Schwerpunkte. Warum bist Du der perfekte Kandidat für die offene Stelle? Das muss nicht nur aus dem Anschreiben, sondern auch aus Deinem Lebenslauf hervorgehen. Versuche Dich direkt für die Stelle zu “verkaufen”.

Die Lücke

Gerade bei der Angabe der Zeiträume im Lebenslauf fallen Lücken auf. Aber ist die Lücke im Lebenslauf wirklich so schlimm, wie immer behauptet wird? Selina meint: “Lücken werden gesehen. Mach Dich auf jeden Fall darauf gefasst, dass nachgefragt wird. Versuche die Lücke positiv zu verpacken und halte Dir gute Argumente parat. Authentizität ist hier ein guter Weg.” Nebenjobs sollten auf jeden Fall angegeben werden, um Lücken zu vermeiden und zu erklären. 

Die persönliche Note

“Der Lebenslauf sollte vollständig und gut strukturiert sein. Gestalte den Lebenslauf achronologisch - ich möchte mit dem ersten Blick nachvollziehen können, wie Deine derzeitige berufliche Situation aussieht”, erklärt Selina. Pluspunkte sammelst Du bei ihr, wenn Du eine persönliche Note in den Lebenslauf bringst: Was sind Deine Interessen? Was machst Du in Deiner Freizeit? 

“Ein Foto im Lebenslauf ist kein Muss, ich persönlich bevorzuge es”, fügt Selina hinzu. Grundsätzlich solltest Du auf ein professionelles Foto setzen. Mit Selfies mit dem Hund kannst Du vielleicht Deine Follower auf Instagram überzeugen, aber keinen Rekruiter. Natürlich ist ein Foto absolut freiwillig und schon lange kein Muss mehr. 

Vollständigkeit und Seriosität

Zu guter letzt ist es wichtig, das Datum und die Unterschrift auf dem Lebenslauf nicht zu vergessen. Achte bei Deinen Kontaktdaten darauf eine seriöse E-Mail Adresse und eine Rufnummer, unter der Du definitiv erreichbar bist, anzugeben. Mausi90@web.de kommt beim Rekruiter nicht gut an. Ebenfalls wichtig: achte auf einheitliche Zeitangaben.

Der Lebenslauf ist dazu da, dem Unternehmen zu zeigen, warum Du der perfekte Kandidat für die Stelle bist. Verkaufe Dich gut und bleibe gleichzeitig authentisch. Gerne erfahre ich als Recruiterin etwas über Dich als Person, denn es geht auch darum, dass Du ins Team passt.

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