Beeindruckendes soziales Engagement und hervorragende akademischen Leistungen – eine Deutschlandstipendiatin im Interview

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Roche fördert seit einigen Jahren Studierende ausgewählter Universitäten und Hochschulen im Rahmen des Deutschlandstipendiums. Die Auswahl der Stipendiaten erfolgt seitens der Universitäten und orientiert sich an der akademischen Leistung und an dem sozialen Engagement der Bewerber.

Wir haben uns dieses Jahr sehr gefreut, dass die LMU in München Katherina Gantenbein für ein Deutschlandstipendium ausgewählt hat.

Im Interview  berichtet sie uns von ihrem vielseitigen Engagement als Studierende der Medizin.

Was steckt denn hinter dem schönen Begriff "Teddybär-Krankenhaus"?

Das Teddybär-Krankenhaus ist ein Projekt, das in Schweden begann und heutzutage auch in vielen deutschen Städten stattfindet. Zweck dieses Projektes ist es, den Kindern die Angst vor dem Arzt zu nehmen. Das Projekt findet ein Mal pro Jahr in München statt und wird von der Ludwig-Maximilian-Universität München und der Technischen Universität München organisiert. Patienten in diesem Krankenhaus sind Kuscheltiere, die mit ihren „Eltern“, den vier- bis sechsjährigen Kindern, kommen und von Medizinstudenten aufgenommen und betreut werden. Die Medizinstudenten untersuchen zusammen mit den Kindern die Kuscheltiere, operieren sie und gehen mit ihnen zum Zahnarzt und zur Apotheke. So realisieren die Kinder, dass man nur das Notwendige bei ihren geliebten Kuscheltieren durchführt und ihnen dabei keine Schmerzen zugefügt werden und gewinnen damit Vertrauen zu ihren Ärzten.

Welche Ziele verfolgen Sie als Mitglied der Organisation „Universities Allied for Essential Medicines“ (UAEM)?

Universities Allied for Essential Medicines (UAEM) ist eine Organisation von Studenten, deren Ziel es ist, den weltweiten Zugang zu Medikamenten, unabhängig von Ort oder Erkrankungen, zu gewährleisten. Die Organisation ist in verschieden Ländern der Welt und Städten in Deutschland tätig.  Die Mitglieder treffen sich jährlich auf Kongressen und diskutieren zusammen über verschiedenen Themen.

Heutzutage sterben ca. 10 Millionen Menschen jährlich aufgrund des mangelnden Zugangs zu essentiellen Medikamenten. Da 41% der medizinischen Forschung und Entwicklung weltweit aus öffentlichen Geldern finanziert werden, glauben wir, dass die Universitäten eine sehr große Rolle zur Erreichung unserer Ziele spielen. Deshalb fordern wir gerechtere Lizenzierungsmodelle an unserer Universität. Ein weiterer Fokus der Organisation ist die Forschung an vernachlässigten Krankheiten. Um Aufmerksamkeit auf die Problematik zu ziehen, informieren wir Leute über diese Themen durch verschiedene Veranstaltungen, wie zum Beispiel Filmabende und Vorträge.

Ihre kurzfristigen Pläne beinhalten auch eine Station in Ghana? Was konkret möchten Sie in Ghana machen?

Im klinischen Teil des Medizinstudiums müssen die Studenten vier Famulaturen absolvieren. Famulatur ist ein Praktikum in einer ärztlichen Einrichtung, in der  die Studenten Patientenkontakt haben und die Krankenversorgung kennenlernen. Jede Famulatur dauert einen Monat. Einen von diesen vier Monaten plane ich in Ghana zu absolvieren. Da meine späteren Pläne auch die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ beinhalten, denke ich, dass diese Famulatur eine Chance für mich sein wird, einen Blick in das Gesundheitssystem in Drittweltländern zu werfen. Ich möchte dort in einem Krankenhaus mithelfen und gleichzeitig die ghanaische Kultur und den Lebensstil kennen lernen. Die Idee, Leuten in so einem Land zu helfen und dabei auf die persönliche Sicherheit zu verzichten, fasziniert mich und stellt eine bedeutsame Herausforderung dar. Es wird eine unvergessliche Erfahrung sein, die mein Weltbild sicher verändern wird.

Außerdem sind Sie als Buddy aktiv. Wie gestaltet sich dieses Engagement für Sie?

Study-Buddy ist ein Programm in dem Austauschstudenten, die über das Erasmus- oder das LMU-Exchange-Programm an der LMU studieren, einem Studenten der LMU zugeteilt werden. Die Studenten der LMU sind Ansprechpartner und helfen den Austauschstudenten bei Fragen rund um das Studium an der LMU beispielsweise mit Tipps für die Prüfungen oder Bücher für jedes Fach. Außerhalb der Universität zeigt man dem Austauschstudenten das Leben in München. Mit dem Buddy kann man außerdem Ausflüge organisieren, um ihm das Land zu zeigen. Dieses Semester haben wir Wanderausflüge organisiert und viele Kochabende, um die verschiedenen Kulturen besser kennen zu lernen.

Zusammenfassend würde ich sagen, dass eines der wichtigsten Ziele in meinem Leben, Menschen zu helfen ist. Vielleicht hört es sich zu unrealistisch an, aber meiner Ansicht nach, bringt mir die Verwirklichung dieses Zieles eine unbeschreibliche Freude. Als Medizinstudentin und später auch als Ärztin hoffe ich, dass ich die Chance habe, diesen Traum zu erfüllen.

Herzlichen Dank für das Interview!

Ebenso wie unsere Stipendiaten engagiert sich Roche in vielfältiger Weise für  Nachhaltigkeit. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Es ist für uns sehr schön zu sehen, dass sich Studierende und Stipendiaten ebenso in dieser Weise engagieren!

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