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Arzt-Vertretung im Nebenberuf: Tür in die Praxis

Bei Roche kann ich meinen Vielseitigkeitsanspruch leben
Klaus Finzler, Medical Therapeutic Area Lead Roche Pharma AG in Grenzach

Du hast mit 28 Jahren vergleichsweise spät angefangen Medizin zu studieren, warst zuvor in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt. Wie kam es zum Umdenken?

Ich hatte mir damals überlegt, was ich die nächsten 30 Jahre machen möchte. Ich habe nach etwas gesucht, das sinnvoll ist. Mein damaliger Job gefiel mir auch, aber ich wollte etwas Nachhaltiges bewirken. Das ist erfüllt, wenn ich Menschen mit meinem Wissen in Situationen helfe, in denen sie sich nicht selbst helfen können. Das machen z.B. Juristen, aber eben auch Ärzte: Als Arzt habe ich die Möglichkeit den Menschen von einer inneren Bedrohung zu befreien, als Jurist von einer äußeren. Ich habe mich dann für Medizin entschieden.

Kannst Du das erläutern?

Ein Mensch, der z.B. an einer bösartigen Erkrankung leidet, kann sich häufig nur begrenzt selbst helfen. Er benötigt jemanden, der ihm hilft, seine Erkrankung und die dadurch bedingten medizinischen Sachverhalte und Prozeduren zu verstehen, Entscheidungen zu treffen und jemanden, der diese Entscheidungen dann auch umsetzt. Diese Aufgabe fand ich spannend.

Später hast Du als Facharzt und ärztlicher Geschäftsführer eines Comprehensive Cancer Centers an einer onkologischen Klinik gearbeitet. Heute bist Du medizinischer Leiter im Hämatologie-Franchise bei Roche. Ist das genauso sinnvoll?

Ja, absolut. Heute helfe ich mehr Menschen als je zuvor. Im Medical Affairs-Bereich kann ich viel mehr bewegen als am Patientenbett, weil ich durch meine Arbeit deutlich mehr Patienten erreiche. Und deshalb begann ich schließlich überhaupt, Medizin zu studieren.

Aber ganz wolltest Du dich vom Patientenbett doch nicht verabschieden…

Deswegen habe ich vergangenen Sommer eine Woche lang als Hausarztvertretung gearbeitet. Ich hatte einfach das Bedürfnis, mal wieder im direkten Kontakt mit Patienten zu stehen.

Warum?

Bei der Patientenbehandlung erhalte ich unmittelbares Feedback auf das, was ich tue. Dafür müsste der Patient nicht einmal sprechen. Ich mag meinen Beruf als medizinischer Leiter sehr, aber dass ich beobachte wie meine Arbeit am Ende dem Patienten zugutekommt, kann ich in meinem Alltag nicht immer so direkt erleben.

Wie ist die Vertretung abgelaufen?

Ich bin in der Vertreterbörse der kassenärztlichen Vereinigung eingetragen. Von dort kommen saisonweise Anfragen für Praxis- oder Urlaubsvertretungen. Ich habe mich einfach gemeldet und habe dann täglich ein paar Stunden in der Praxis gearbeitet. So musste ich mir z.B. auch keine ganzen Tage frei nehmen.

Warst Du im Vorfeld nervös, dass Du etwas verlernt haben könntest?

Die Befürchtung hatte ich, aber sie hat sich als völlig haltlos entpuppt. Direkt am ersten Tag war wieder alles da. Gerade in schwierigen Fällen greifen die für besonders kritische Fälle trainierten Automatismen sofort. Schnell die richtigen Schritte einzuleiten verlernt man nicht.

Was für ein Fazit ziehst Du nach dieser Erfahrung?

Ich würde das jederzeit wieder machen.

Warum bleibst Du trotzdem lieber medizinischer Leiter?

Solange ich die Möglichkeit habe, Beides zu machen, möchte ich gerne Beides machen. Das ist mein Vielseitigkeitsanspruch und den kann ich bei Roche zum Glück leben. Die strategischen Aspekte meines Berufs möchte ich nicht missen.
Vor Roche war ich ärztlicher Geschäftsführer eines onkologischen Zentrums und hatte die Aufgabe, aus den abgegrenzten Einheiten des Krankenhauses ein interagierendes System aufzubauen und funktional zu machen. Als es schließlich soweit war, war kein „Architekt“ mehr nötig, sondern nur ein Betreiber und das war mir entwicklungsperspektivisch zu wenig. Bei Roche eröffneten sich neue und dazu zahlreichere Perspektiven und so entschied ich mich für den Wechsel.

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