«Energiesparen ist meine Leidenschaft»

Ein Tag im Leben von Rubén H., Abteilungsleiter Infrastruktur bei Roche Operations in Puerto Rico.

«Schon als Kind wollte ich Ingenieur werden» Rubén H. über seine frühes Interesse an Technik: «Ich erinnere mich, dass ich mir als Kind immer überlegt habe, wie etwas funktioniert, warum sich Sterne und Planeten bewegen, wie ein Auto fährt, warum ein Flugzeug fliegen kann. Alle diese Dinge haben mich extrem interessiert. Ich beschloss deshalb, Ingenieur zu werden, und fand bald heraus, dass dabei immer Phantasie im Spiel ist. Man muss sich stets vorstellen, wie das System funktioniert, eine Hypothese aufstellen, seine Vermutung testen und eine Lösung für die Praxis finden. Genau das ist es, was mich heute noch auch bei meiner Arbeit fasziniert.»

Von Peter Brügger

Es ist Freitag, halb sechs Uhr morgens. Wenn Rubén H. in aller Früh aufsteht, liegt seine Heimatstadt Gurabo noch im Dunkeln. Um den dichten Verkehr morgens um acht zu vermeiden, fährt er bereits um Viertel vor sieben los. Seine Reise führt ihn vom Norden in den Süden der Insel durch eine schöne hügelige Gegend. «Ich nutze die lange, entspannte Fahrt, um meinen Tag bereits im Kopf zu planen», erklärt Ruben H., Diplomingenieur und verantwortlich für das Energiemanagement und die Infrastruktur am Roche-Produktionsstandort in Puerto Rico. Er überwacht die Anlagen, in denen Teststreifen und Ampullen für verschiedene Accu-Chek Blutzuckermessgeräte hergestellt werden.

Eineinhalb Stunden und 98 Kilometer später erreicht er den Roche-Betrieb in Ponce. Inzwischen ist es 8:15 Uhr. Die Roche-Gesellschaft von Puerto Rico beschäftigt rund 300 Mitarbeitende und hat eine Fläche von 11’800 Quadratmetern. Ruben H. arbeitet seit sechs Jahren bei Roche. Zuvor war er bei Baxter tätigt, wo er während 19 Jahren das Energiemanagement betreute.

Intelligentes System verhindert Fehlalarm

Wenn Rubén H. an seinem Schreibtisch Platz nimmt, prüft er als Erstes kurz seine Agenda, in der alle Meetings und Konferenzgespräche für den Tag aufgeführt sind, und erledigt ein paar Anrufe und E-Mails. Dann, es ist jetzt 8.30 Uhr, beginnt er seine morgendliche Tour durch den Betrieb, um von den Produktionsmitarbeitenden aus erster Hand zu erfahren, ob es irgendwelche Probleme gibt, um die er sich kümmern muss.

An diesem Freitag zum Beispiel bemerkt er beim Rundgang durch die Ammoniak-Kühlanlage eine Fehlermeldung am lokalen Ammoniak-Analysator. Rubén H. erhielt in der vergangenen Nacht jedoch keinen Alarm auf seinen Blackberry. Er diskutiert dies mit seinen Ingenieuren und sie kommen zum Schluss, dass an einer Probenentnahmestelle der Filter verstopft ist, was zu einem lokalen Fehlersignal führte. Weil der Fühler, der alle Gasproben empfängt, aber einwandfrei funktioniert, löste dies – zu Recht – keinen Alarm aus.

Nach seinem Rundgang durch die Anlagen und den Produktionsbereich kehrt Rubén H. um halb zehn in sein Büro zurück. Hier hält er mit seinen fünf Mitarbeitenden, die ihm direkt unterstellt sind, ein Meeting ab, um sich kurzzuschliessen. In 15 bis 30 Minuten besprechen sie Themen, die während der Besichtigung aufgefallen sind und bearbeitet werden müssen.

Kommunikation und Koordination sind wichtig

Um zehn Uhr findet unter der Leitung von Rubén H. eine grössere Sitzung statt: das zweistündige Treffen des Abteilungsrates, das sehr breit gefasst ist. Da der Freitag Site-Services-Tag ist und Ruben H. die Abteilung Site Services leitet, führt er heute die Sitzung und ist gleichzeitig Moderator. Jeder Tag ist einer anderen Abteilung gewidmet. Bei Roche Operations in Ponce gibt es insgesamt deren zehn, deshalb trifft sich der Abteilungsrat täglich während zweier aufeinanderfolgender Wochen.

Ruben H.: «Ziel der Meetings ist es, die anderen Abteilungen über Aktivitäten und Projekte zu informieren, die in naher Zukunft anstehen und allenfalls auch andere Bereiche betreffen.» Er findet diese regelmässigen Treffen sehr wichtig und nennt den Hauptgrund dafür: «In der Produktionswelt sind viele verschiedene Abteilungen und Leute beschäftigt, die alle in ihrer Weise zum Endprodukt beitragen. Was auch immer die individuelle Aufgabe ist, sie wird wahrscheinlich einen Einfluss haben. Die Umsetzung von derart komplexen Produktionsprojekten bedeutet, dass leicht etwas schiefgehen kann. Regelmässige und rechtzeitige Kommunikation und Koordination ist deshalb von zentraler Bedeutung.»

Kurze Pause bei PITO’s – und zurück an die Arbeit!

Nach dem Meeting kehrt H. in sein Büro zurück und beantwortet ein paar Anrufe und Mails. Um halb eins ist es Zeit fürs Mittagessen. Meistens geht Rubén H. mit einigen seiner Mitarbeitenden oder einem anderen Abteilungsleiter in ein nahes Restaurant. Rubén H.: «Das PITO’s ist mein Lieblingsrestaurant. Es liegt direkt am Meer und bietet eine fantastische Aussicht.»

Als er um halb zwei ins Büro kommt, stehen Diskussionen um Energiesparmassnahmen auf dem Programm. Rubén H.: «Energiesparen ist meine Leidenschaft. Ich setze mich oft mit Héctor Ruiz und José Peterson, unsere Leiter Versorgung und Instandhaltung, zusammen. Wir führen jeweils lange Gespräche darüber, wie wir den Energieverbrauch hier bei Roche weiter optimieren können. Das ist etwas, das uns dreien wirklich Spass macht.»

Der Beweis dafür, dass Rubén H. auch gerne umsetzt, was er mit seinen Abteilungsspezialisten bespricht, ist die beeindruckende Erfolgsbilanz, die er und sein Team im Bereich Energieeffizienz vorweisen können: Während im Jahr 2007 nur 2,6 Ampullen pro Kilowattstunde Strom produziert wurden, sind es heute 5,6 Ampullen pro kWh.

Um 15.30 Uhr beginnt die letzte Sitzung von Rubén H. an diesem Freitag. Die gemeinsam mit Magda Céspedes, Leiterin der Qualitätsabteilung, durchgeführte Sitzung ist dem Thema schlanke Produktion (Lean Manufacturing) gewidmet, die ihm sehr am Herzen liegt. Sie dauert bis ungefähr 17 Uhr. Anschliessend harren In seinem Büro noch einige administrative Aufgaben der Erledigung.

Um sieben Uhr abends schliesslich geht Rubén H. nach einem intensiven zehnstündigen Arbeitstag nachhause. «Normalerweise bin ich so um zehn nach acht zuhause. Um 20.45 Uhr gehe ich noch eine Runde joggen oder ins Fitnesscenter gleich um die Ecke. Das mache ich dreimal wöchentlich, und am Wochenende spiele ich Tennis. In meiner Freizeit surfe ich gerne im Internet und lese wissenschaftliche Beiträge, insbesondere über Astronomie, eines meiner Hobbys. An den Weekends gehe ich auch gerne mit meiner Frau Nancy in ein nettes Restaurant oder auf einen Spaziergang in die Altstadt von San Juan.»  

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