Den ökologischen Fusssabdruck verringern

Katie Excoffier wechselte den Beruf und wurde Sustainability Manager bei Genentech. Ihre Begeisterung und ihre Fähigkeit, Menschen zu motivieren, haben die Teams inspiriert und den ökologischen Fussabdruck des Unternehmens reduziert.

Nach 20 Jahren in der Forschung und Entwicklung sowie im Management eines führenden Laborausrüsters in Kalifornien beschloss ich 2005, eine Auszeit zu nehmen. In dieser Phase sah ich einen fesselnden Dokumentarfilm über den Klimawandel, der mich veranlasste, darüber nachzudenken, wie mein Beitrag zu einer positiven Entwicklung aussehen könnte.

Ich entschied mich, den Master of Business Administration in Sustainable Management zu erwerben, und so kam ich 2007 als Praktikantin für Nachhaltigkeit zu Genentech. Ich kannte den guten Ruf des Unternehmens und freute mich sehr, als ich 2009 dort eine Vollzeitstelle als Sustainability Manager antreten konnte.

33%

Senkung des Energie- und Wasserverbrauchs

Nachhaltigkeit ist ein bereichsübergreifendes Thema, das oft die Expertise und die Mitwirkung vieler Fachleute erfordert. Ein wichtiger Teil meiner Arbeit besteht darin, die richtigen Spezialisten und Ressourcen von Genentech zusammenzubringen, um Aktivitäten in Gang zu setzen. Ich habe ein Nachhaltigkeitsteam gegründet, um unsere Strategie zu entwickeln und die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu fördern. Darüber hinaus nehme ich Kontakt zu anderen Unternehmen auf, um uns mit ihnen auszutauschen und gemeinsam zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen.

Meine Aufgabe ist es, die richtigen Leute und Ressourcen zusammenzubringen, um Aktivitäten in Gang zu setzen.

Als ich meine Stelle antrat, gab es bereits ein erfolgreiches Programm zu Fragen der Umweltverträglichkeit, Green Genes genannt. Zu meinen Aufgaben gehörte es, weitere Möglichkeiten für die Belegschaft zu schaffen, damit sie ihr Engagement für Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz einbringen konnte. Viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leben privat sehr umweltbewusst; sie waren jedoch unsicher, wie sie dies am Arbeitsplatz umsetzen sollten. Indem wir Beschäftigte als Nachhaltigkeitsbotschafter registrierten und Schulungen durchführten, ist es uns gelungen, diese Herausforderung zu bewältigen.

47%

Verringerung des Abfallaufkommens

Die Anzahl der an Green Genes Teilnehmenden ist auf 2 800 von insgesamt 12 000 Genentech-Angestellten gestiegen. Damit sind wir in Bezug auf das Engagement im Bereich Nachhaltigkeit führend. Es gibt bei uns jetzt auch rund 300 Green Guides mit einer umfassenden Umweltschutzausbildung. Einige von ihnen leiten Teams zu Energie- oder Wasserverbrauch, zu Recycling, Transport, Wohlbefinden oder Green BioPharma. Ich arbeite mit allen Teams zusammen, um Aktionen wie den Monat des Recyclings, Reinigungseinsätze am Strand oder Lunch-and-Learn-Veranstaltungen vorzubereiten.

Neben anderen führenden Unternehmen beteiligten wir uns im Jahr 2012 am Beste-Gebäude-Wettbewerb des US Green Building Council und verpflichteten uns zur Reduzierung des Energie- und Wasserverbrauchs sowie der Abfallmenge um 20% in nur zwei Jahren. Unser Ziel war es, diese Verringerungen pro Mitarbeitendem in fünf unserer stark genutzten Gebäude zu erreichen, darunter Laborgebäude mit hohem Energie- und Wasserverbrauch.

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Green Genes - Engagement für Nachhaltigkeit ist in hohem Masse vorhanden; Anregungen zur Umsetzung am Arbeitsplatz werden sehr positiv aufgenommen.

Zunächst mussten wir feststellen, dass wir nicht über ausreichend konkrete Daten verfügten. Wir installierten neue Wasserzähler, moderne Beleuchtungssensoren und  WLAN-gesteuerte Energieverbrauchsanzeigen in den Büros. Anhand der präziseren Informationen konnten wir unsere Anstrengungen koordinieren und über die Fortschritte informieren.

Die im Juni 2014  vorliegenden Ergebnisse übertrafen unsere Erwartungen: der Energie- und der Wasserverbrauch wurden um 33% und die Abfallmenge um 47% pro Mitarbeitendem gesenkt. Der finanzielle Ertrag unserer Investitionen zeigt, dass Nachhaltigkeit auch unternehmerisch sinnvoll ist.

Innerhalb von zwei Jahren haben wir über 47 Millionen LiterWasser eingespart, inmitten einer Dürreperiode in Kalifornien

Die Einsparungen beim Wasserverbrauch waren für unsere Nachbarschaft besonders wichtig, denn wir erleben in Kalifornien derzeit eine der schlimmsten Dürreperioden. In einigen Gegenden haben die Farmer Probleme, ihre Felder zu bewässern, und Trinkwasserbrunnen trocknen aus. Durch die Optimierung unserer Klimasysteme, den Austausch bewässerungsintensiver Rasenflächen gegen trocken-resistente Pflanzen im Aussenbereich und weitere Massnahmen ist es uns gelungen, innerhalb von zwei Jahren 47 312 000 Liter Wasser einzusparen. Auf diese Weise helfen wir auch mit, behördliche Beschränkungen der Wasserent nahme zu vermeiden, die unsere Produktion lebensrettender Medikamente gefährden könnten.

Ein neues, energetisch optimiertes Gebäude wird über seinen reduzierten Energie- und Wasserbedarf für Heizung und Kühlung signifikant zu diesen Einsparungen beitragen. Bei der Planung wurde es mit der innovativen FLEXLAB-Technology in Bezug auf den Energieverbrauch hin optimiert.

In Partnerschaft mit der US Building Health Initiative arbeiten wir gemeinsam mit anderen Unternehmen daran, Gebäude für die Nutzer so gesund wie möglich zu gestalten. Als ersten wichtigen Schritt fordern wir von den Lieferanten mehr Transparenz hinsichtlich der Zusammensetzung der Baustoffe und der Büromöbel, damit wir bessere Kaufentscheidungen treffen können.

Ich sehe, dass immer mehr Mitarbeitende etwas für die Umwelt tun wollen. Wenn wir daran anknüpfen und alle mobilisieren, können wir – davon bin ich überzeugt – unseren ökologischen Fussabdruck merklich verringern.

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Tags: South San Francisco, Gesellschaft, Environment, Nachhaltigkeit