Wettlauf gegen die Uhr

Die erste Aufgabe von EunOck Kim als Projektmanagerin war eine grosse Herausforderung: Die Installation des modernsten Diagnosesystems von Roche für das grösste kommerzielle Labor Südkoreas, und zwar in Rekordzeit.

Ich erwarb meinen Mastertitel in Bio-Engineering an der Kyung-Hee-Universität, Seoul, Korea, danach trat ich 2010 bei Roche Diagnostics Korea in den Aussendienst ein. Zwei Jahre später wurde ich in das Workflow & IT-Team aufgenommen und zur Verantwortlichen für ein Projekt unseres wichtigsten Kunden, EONE, ernannt:

EONE, ist das grösste kommerzielle Labor Südkoreas. Monatlich werden dort 300 000 Blut-Screenings sowie 2,5 Millionen andere diagnostische Tests durchgeführt. EONE liefert Ärzten und Patienten zuverlässig und rasch Ergebnisse.

Die Zunahme der Nachfrage nach Tests um 10% jährlich brachte die Diagnoseplattformen von EONE an ihre Kapazitätsgrenzen. Im Sommer 2012 kam man deshalb wegen des Baus eines riesigen neuen Labors in Incheon, etwa eine Stunde von Seoul entfernt, auf uns zu.

EONE benötigte unter anderem Diagnoseplattformen, die Proben automatisch in geschlossenen Röhrchen von der Präanalytik direkt zu den Analysesystemen transportieren, wodurch sich der Screening-Prozess beschleunigt und das Risiko menschlicher Fehler sinkt.

Zu diesem Zeitpunkt hatte noch niemand bei Roche Diagnostics Korea Diagnoseplattformen in einer solchen Grössenordnung installiert. Hinzu kam, dass EONE das Labor bis zum Ende des chinesischen Neujahrsfestes am 12. Februar 2013 fertiggestellt haben wollte. Uns blieben somit nur acht Monate für die Erfüllung eines Auftrags, der normalerweise ein bis zwei Jahre in Anspruch nimmt.

8Monate

Projekt in 8 Monaten abgeschlossen. Üblich sind 12–24 Monate

Zu meinen Aufgaben gehörte es, alle unmittelbar beteiligten Teams – Installation, Workflow & IT, Customer Service –  zusammenzuführen und dafür zu sorgen, dass alles exakt den Bedürfnissen von EONE entsprach. Auch von Service, Finanzen, Logistik, Vertrieb, Kommunikation und den anderen Bereichen von Roche Diagnostics Korea erhielten wir wertvolle Unterstützung.

Bei der Mobilisierung der Kollegen zur Einhaltung der engen Termine konnte ich meine Erfahrungen im Umgang mit Menschen aus meiner Zeit im Aussendienst einsetzen. Mit Hilfe von Checklisten und Projektmanagementsoftware behielt ich tausende Einzelheiten, die Fortschritte und das kontinuierliche Engagement aller im Blick.

In Deutschland standen die Produktionsteams von Roche Diagnostics unter Druck, die Hochtechnologie-Ausrüstung in Rekordzeit zu liefern. Unser COO, Roland Diggelmann, sicherte dem Projekt höchste Priorität zu. Bis Dezember 2012 war die gesamte Ausrüstung eingetroffen, sodass wir die neuen Systeme installieren und testen konnten.

Das war die intensivste Phase, weil uns für den Abschluss dieses riesigen Projekts nur etwas mehr als zwei Monate blieben. Viele von uns mussten Tag und Nacht vor Ort sein. Kompliziert wurde es, als der Kunde plötzlich zusätzliche Merkmale wie die separate Erfassung der Ergebnisse für immunologische beziehungsweise klinisch-chemische Screening-Tests verlangte. Unser IT-Team arbeitete mit Höchstgeschwindigkeit.

Ich war bei Incheon vor Ort, um die Arbeiten zu koordinieren. Da die biologischen Proben für das Testen der Diagnosesysteme um 22 Uhr, um Mitternacht und um 2 Uhr früh eintrafen, hielten wir uns mit grossen Mengen von Energiedrinks und Kaffee wach. Wir alle waren angetrieben von der Leidenschaft, erfolgreich zu sein.

Das Engagement und die Unterstützung aller Bereiche bei Roche Diagnostics Korea halfen uns, diese fast unmögliche Aufgabe zu meistern.
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Routinebetrieb nach nur zwei Wochen: Der Kunde war mit der gesteigerten Testkapazität, der höheren Durchsatzgeschwindigkeit sowie dem sehr schnell etablierten regulären Betrieb des neuen Labors sehr zufrieden.

Wir haben das Projekt zum vereinbarten Termin abgeschlossen. Nach Aufnahme des Regelbetriebs benötigten wir nur zwei Wochen, um das System zu stabilisieren und letzte Fehler zu beseitigen – beim alten System hatte die Stabilisierung sechs Monate gedauert.

EONE war mit dem Ergebnis überaus zufrieden. «Jetzt wissen wir, warum Roche auf diesem Gebiet führend ist», sagte man uns. Mit dem neuen Labor hat sich vieles geändert: Die Testkapazität stieg um 19%; die Durchsatzgeschwindigkeit um mehr als 11%.

19%

Steigerung der Testkapazität

Schnell sprach sich herum, dass EONE über ein neues Labor verfügt. Experten zahlreicher anderer Labors wollten es in Aktion sehen und ich empfing Vertreter ägyptischer, australischer, chinesischer, indischer, polnischer und portugiesischer Unternehmen. Ich bin sehr stolz, dass dieses Projekt von Roche Diagnostics Korea anderen Ländern als Referenz dienen kann.

Unsere Arbeit hier geht weiter. Ein anderes führendes Labor, Seoul Clinical Laboratories, möchte mit Roche als Partner ein neues Diagnosezentrum errichten. Der Vertrag wurde im August 2014 unterzeichnet; das Labor soll bis zum Ende des chinesischen Neujahrsfestes im Februar 2015 betriebsbereit sein.

Das EONE-Labor war das grösste von Roche Diagnostics Korea jemals realisierte Projekt.

Auch für dieses Vorhaben bin ich verantwortlich. Wieder werden wir eine grosse Anzahl komplexer Aufgaben in sehr kurzer Zeit bewältigen müssen. Dabei werden uns die Erfahrungen aus dem EONE-Projekt sehr nützlich sein.

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Tags: Diagnostics, Südkorea