Das krebserregende 
Virus identifizieren

Catherine Behrens ist Gynäkologin und hat schon immer davon geträumt, Frauen direkt helfen zu können. Sie kam zu Roche, um an der Entwicklung eines Screening-Instruments für Gebärmutterhalskrebs mitzuarbeiten. Werden die ersten Anzeichen rechtzeitig entdeckt, besteht eine viel grössere Chance, diesen Krebs wirksam zu behandeln oder seinen Ausbruch sogar zu verhindern.

Ich promovierte an der University of California, San Francisco, USA, in molekularer Endokrinologie und liess mich danach in Stanford, USA, in Geburtshilfe und Gynäkologie ausbilden. Anschliessend engagierte ich mich für die Versorgung der Patientinnen, sodass ich zunächst nicht in die Forschung zurückging. Aber manchmal dachte ich darüber nach, was ich für die 15 oder 20 Frauen, die mich täglich konsultierten, zu tun vermochte, und wie viel mehr ich in der Forschung bewegen könnte.

Besonders beschäftigte mich die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Hier wird standardmässig ein zytologischer Test eingesetzt, der sogenannte Pap-Test, um Vorstufen zu erkennen. Damit konnte die Anzahl solcher Krebserkrankungen um eindrucksvolle 75% verringert werden. Allerdings werden zur Auswertung Gewebeproben unter dem Mikroskop betrachtet, was menschliche Fehler ermöglicht. Hinzu kamen viele unklare Testergebnisse, die den Ärzten bei der Entscheidungsfindung nicht wirklich halfen. Wir kamen zu dem Schluss, dass das humane Papillomavirus (HPV), der Hauptverursacher von Gebärmutterhalskrebs, für ein Screening möglicherweise besser geeignet wäre.

Es gibt mehr als 100 verschiedene HPV-Typen, und von mindestens 14 weiss man inzwischen, dass sie Gebärmutterhalskrebs auslösen. Dabei stellen die Hochrisiko-Typen 16 und 18 die grösste Gefahr für das Entstehen bösartiger Tumoren dar und sind weltweit für etwa 70% aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich.

Weil wir die Krankheitsmechanismen inzwischen besser verstehen, konnten moderne molekulardiagnostische Lösungen wie der HPV Test sowie Methoden für den Nachweis jener Biomarker entwickelt werden, die mit dem Ausbruch von Gebärmutterhalskrebs in Verbindung gebracht werden.

270,000

Jährlich sterben 270,000 Frauen an Gebäradmutterhalskrebs

2009 arbeitete ich zum ersten Mal mit Roche zusammen, als Beraterin für eine klinische Studie mit einem neuen, DNA-basierten HPV-Test. Sechs Monate später wurde mir eine Stelle als Clinical Leader dieser Studie angeboten. Für mich war als Gynäkologin war das eine grosse Chance, Frauen helfen zu können.

Wir wussten, dass zytologische und molekulare Testmethoden beim Screening auf Gebärmutterhalskrebs einander gut ergänzen. Im Rahmen des primären Screenings wirft der cobas HPV Test mit seiner höheren Empfindlichkeit ein weites Netz aus, um das Virus nachzuweisen. Frauen, bei denen die HPV-Hochrisikotypen 16 und 18 entdeckt werden, sind am stärksten gefährdet und sollten eine weitere Untersuchung auf präkanzeröse Zellen vornehmen lassen. Im Falle einer Infektion mit einem der 12 anderen Risikogenotypen sollte der spezifischere Pap-Test durchgeführt werden, um abzuklären, ob weitere Massnahmen erforderlich sind.

Der breite Einsatz dieser modernen diagnostischen Instrumente in Screening-Programmen verringert die Gefahr, dass Gebärmutterhalskrebs oder präkanzeröse Läsionen unerkannt bleiben. Mich erfüllen die grossen Fortschritte bei der Gebärmutterhalskrebsvorsorge mit grosser Genugtuung. Für mich war es immer ein Traum, Frauen direkt helfen zu können.

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Tags: Oncology, Diagnostics, Women's Health, Innovation