Mit dem Shuttle Bus in Shanghai zu Roche…

…das ist nur eine von vielen Arbeitgeberleistungen von Roche, die von den Mitarbeitenden in China besonders geschätzt wird. Woher ich das weiß? Und wer ich bin?

Keine Lust mehr auf Fernbeziehung

Als Teil des HR Recruiting & Marketing Teams der Roche Pharma AG in Grenzach bin ich, Ulrike von Faber, (verheiratet, eine Tochter) meinem Mann zum 01.11.2014 nach Shanghai, China gefolgt.

Mein Gatte ist bereits seit einem Jahr hier. Nachdem sein Assignment nun nochmal sieben Monate verlängert wurde, hatten wir keine Lust mehr auf die Fernbeziehung und Familienleben via Facetime und E-Mail.

Und so sind wir nun alle wieder vereint und sehr froh darüber :-). Unsere Tochter Rebecca besucht die Deutsche Schule und ich bin nun bis zu unserer Rückkehr von der Arbeit freigestellt, halte aber den Kontakt zu den Kollegen um auf dem Laufenden zu bleiben. Und die eine oder andere Aufgabe übernehme ich auch gerne von hier aus.

Workshop in Shanghai – ich bin dabei

Und als ich dann erfahren habe, dass ein Kollege aus der globalen HR Organisation nach Shanghai kommt um sich gemeinsam mit dortigen Unternehmensvertretern aus HR, Communications und den Fachbereichen über chinaspezifische Arbeitgeberstärken auszutauschen, habe ich mich einfach mit eingeladen – und ich wurde herzlich willkommen geheißen. Hintergrund ist die Implementierung unseres neuen HR Employer Brandings, und da das in allen 150 Ländern der Welt, in denen Roche aktiv ist ansteht, wollte ich mir die Pilotveranstaltung auf keinen Fall entgehen lassen.  Außerdem für mich eine tolle Chance mehr über die (Arbeits-)Kultur in China zu erfahren.

In China zählt das Geld und der Titel

Und dann war es Ende Januar soweit. Rund zwanzig Teilnehmer tauschten sich auf Basis von externen Studien und eigenen Erfahrungen zu den Arbeitgebermerkmalen aus, welche in China von den Beschäftigten besonders geschätzt werden. Und auch was die Gründe sind, warum Mitarbeiter das Unternehmen verlassen.  Wow – das ist dort aber ganz anders als im old Germany… Eine starke Motivation sich einen neuen Job zu suchen, ist zum ersten das Gehalt (immerhin werden bis zu 30% mehr Vergütung angeboten), zum zweiten ein ansprechender Titel auf der Visitenkarte – und Geschwindigkeit in der Karriere spielt hier eine grosse Rolle. Auf meine Frage „Wie lang ist denn die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit in einem Unternehmen“?, erhielt ich die Antwort: „zwei bis drei Jahre“ – in Deutschland sind es über elf Jahre. Und da sich das Jobhopping in ganz Shanghai  abspielt, lebt der Markt vom stetigen Wechsel und Veränderungen. Merkmale wie „nette Kollegen“ und „Identifikation mit dem Unternehmensauftrag“ spielen weniger eine Rolle – klar, das lohnt sich ja für die kurze Zeit auch nicht so wirklich ;-).

Spannend ist nun, wie Unternehmen – und insbesondere natürlich Roche – mit diesem Umstand umgehen. Es wird viel Energie und viele Mittel in Themen wie Führung und Karriereentwicklung gesteckt um die Identifikation mit dem Unternehmen zu stärken. Gehaltlich liegt die Pharmabranche vorne im Vergleich zu anderen Industrien. Aber es gibt natürlich auch noch einige andere Pharmafirmen, die in Shanghai vertreten sind….was macht Roche hier besser? Die Reputation von Roche ist sehr gut. Erfolgreich ist Roche auch sehr. Und darüber hinaus? Eine heiße Diskussion entbrannte.

Attraktivität rund um den Arbeitsplatz wird groß geschrieben

Neben den bereits erwähnten Themenfeldern werden einige Leistungen genannt, die in China nicht ganz so selbstverständlich sind. Da  müssen z.B. die Shuttlebusse erwähnt werden, die an vielen Punkten der 23-Millionen-Stadt die Rocheianer einsammeln und zur Arbeit bringen – und ab 17.00 Uhr auch wieder zurück. Ja, die Mitarbeiter machen pünktlich Feierabend, weil sonst der Bus weg ist…

Außerdem gibt es jetzt einen Fitnessraum, einen Mummy-Care-Room, eine „Spielhölle“ für die Pausen oder um sich eine Auszeit zu gönnen. Und auch die Kantine – insbesondere der am Mittwoch stattfinden „Noodle-day“ mit hausgemachter Pasta in chinesischer Suppe erfreut sich großer Beliebtheit.

Ein erster Schritt ist getan

Dies alles zusammen zu tragen war ein erster Schritt, denn nun gilt es diese Merkmale stärker in den Vordergrund zu stellen und gemeinsam mit den Mitarbeitern Maßnahmen abzuleiten, die mittel- bis langfristig eine stärkere Unternehmensidentifikation mit sich bringen. Sehr spannend! Und meine chinesischen Kollegen möchten sich wieder mit mir zum „best practice sharing“ treffen. Na klar doch!

Und privat?

Privat ist diese „Auszeit“ eine echte Bereicherung für mich. Ich bin froh, dass uns Roche das  so ermöglicht hat. Shanghai ist eine ganz erstaunliche Stadt – mal abgesehen von mehr als gelegentlicher air pollution. Ich treibe viel Sport, erkunde immer wieder neue Ecken von Shanghai, liebe die Küche – von Hühnerfüßen, Fröschen und eingelegten Eiern mal abgesehen – und lerne eifrig Chinesisch, ein ziemlich aussichtsloses Unterfangen in der kurzen Zeit.

Außerdem nutzen wir die Zeit natürlich um in Asien zu reisen. Nach Thailand, steht im Februar zum „Chinese New Year“ Vietnam auf dem Programm. Und dann ist bis zum Sommer noch Singapur und Hongkong oder Bali geplant. Und natürlich Peking. Die chinesische Mauer wollen wir uns nicht entgehen lassen. Drückt mir die Daumen, dass wir sie auch sehen – bei dem smog…

05.02.2015

Tags: Career Blog, Germany