Ein kühler Kopf dank Sonnenenergie

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Photovoltaik bei Roche in Kaiseraugst: Ein glänzendes Beispiel für Nachhaltigkeit.

Trockenheit im Dezember, viele Regentage im Mai und Juni – dass sich das Klima verändert, spürt man auch in der Region Basel. Die Belastung der Umwelt möglichst gering zu halten, nachhaltig zu leben und zu wirtschaften ist heute unerlässlich. 

Roche hat deshalb 2010 konzerweite Energieziele für das Jahr 2020 formuliert: Ziel an allen Standorten weltweit ist es, den Anteil nachhaltiger Energiequellen um 20 Prozent zu steigern sowie den Energieverbrauch und die Umweltbelastung pro Mitarbeitenden zu senken. Seither sind fünf Jahre vergangen, Halbzeit also. Wie es um die Umsetzung der Ziele am Konzernhauptsitz Basel/Kaiseraugst steht, weiss Udo Bäckert, Leiter Technik: „Die Zwischenziele 2015 zum Energiesparen und Ersatz von Kältemitteln, die die Ozonschicht schädigen können, haben wir erreicht – für die zweite Etappe bis 2020 sind bereits alle Vorkehrungen getroffen.“ In Kaiseraugst wurde die Verwendung von Kältemittel konkret von 5‘600 auf 60 Kilogramm reduziert. Weitere rund 30 Kilo fallen bis Ende 2017 weg.

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Kühlmittel wurden auf 60kg reduziert.

Globale Ausweitung zur lokalen Unterstützung

Die Fortschritte am Standort werden nicht nur intern überprüft, sie sind auch für die internationalen Roche-Standorte von grosser Bedeutung, betont Bäckert: „Der Konzernhauptsitz ist gross und mit allen ansässigen Funktionen wie der Forschung, Entwicklung, Produktion und Administration komplex. Es ist unsere Aufgabe als Vorbild zu agieren, technisch innovative, effiziente und dabei kostengünstige Lösungen zu realisieren und diese den Standorten aufzuzeigen."

Dazu nutzt man in Basel und Kaiseraugst die lokalen Gegebenheiten: „In Basel heizen wir zum Beispiel mithilfe von Abwärme der Produktion. Im Sommer hilft das Grundwasser beim Kühlen. In Kaiseraugst produzieren wir durch Photovoltaik Strom, da wir dort über grössere Dachflächen verfügen und es weniger schattig ist als in Basel“, so Bäckert. Speziell am  Konzernhaupsitz ist, dass er aus zwei Arealen besteht, die eng zusammenarbeiten. In Basel ist Roche seit der Firmengründung 1896 ansässig, in den 1970er Jahren siedelte man erste Abteilungen im nahen Kaiseraugst im Kanton Aargau an, rund 20 Autominuten von Basel entfernt. Während in Basel Verwaltung und Forschung beheimatet sind, kümmert man sich in Kaiseraugst um Produktion, Verpackung und Versand der Roche-Medikamente. Aus dem Kühllager in Kaiseraugst werden über 130 Länder beliefert.

Nachhaltiger Strom aus Eigenproduktion

Fährt man nach Kaiseraugst, glänzen sie einem schon von weitem entgegen: die Fassadenelemente der Photovoltaik-Anlage am neuen Parkhaus. Mit der Fläche eines halben Fussballfelds könnte sie im Jahr Strom für rund 100 Einfamilienhäuser produzieren. Die Anlage ist aber kein Unikat auf dem Areal. Es existieren bereits drei weitere, welche aktuell für rund 70 Schweizer Haushalte Energie produzieren würden. Zusätzliche zehn Anlagen könnten in den kommenden Jahren rund 350 weitere Haushalte mit Energie versorgen. Gemeinsam liefern sie alle Strom für das Areal.

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Die Photovoltaik-Anlage am Parkhaus Kaiseraugst

„Für die Kühlung der Produktionsbetriebe, des Kühllagers und der neuen Bürobauten brauchen wir im Sommer mehr Strom als im Winter – diesen liefert uns die Sonnenenergie“, erläutert Daniel Freuler, Leiter der Energiebetriebe und Werkstätten in Kaiseraugst. Gemeinsam mit den Kollegen vom Site Engineering hat sein Team den Einsatz von Solarenergie vorangetrieben.

„Die Solarfassade am Parkhaus produziert nicht nur Strom, sondern dient auch als Akkustik- und Blendschutz hin zur Autobahn“, macht Freuler deutlich. Ein innovativer Ansatz und wichtiger Schritt hin zur vollständigen Umsetzung der Energieziele in Kaiseraugst. Und ebenso ein Effort zum nachhaltigen Wirtschaften. Dies unterstreicht auch Bäckert: 

Gemäss einem neuen Schweizer Gesetz müssen Unternehmen in Zukunft eine gewisse Menge Strom nachhaltig und eigenständig produzieren. Dank dem Einsatz der Photovoltaik erfüllen wir diese Anforderung in Kaiseraugst bereits heute.

Tags: Nachhaltigkeit, Innovation