Entwicklungsländer

Die weltweit am wenigsten entwickelten Länder werden am stärksten von Krankheiten heimgesucht, während gerade dort die Gesundheitssysteme am schwächsten sind. Dabei mangelt es nicht nur an Zugang zu Medikamenten und diagnostischen Tests, sondern schon an der grundlegenden Infrastruktur für die Gesundheitsversorgung. Viele dieser Länder sehen sich zudem mit einem akuten Mangel an medizinischem Personal, Krankenhäusern und Labors sowie einem geringen Wissen über Ursachen, Prävention und Behandlung von Krankheiten konfrontiert.
In partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit staatlichen, multilateralen und nichtstaatlichen Organisationen sowie mit anderen privaten Unternehmen helfen wir mit, die Infrastruktur zu stärken und den Zugang zur Gesundheitsversorgung zu verbessern.
Wir setzen unsere Kernkompetenzen und unser unternehmerisches Know-how dafür ein, um Programme zu entwickeln, die unsere lokalen Partner nicht mit Spenden, sondern durch den Austausch von Wissen und Fertigkeiten in ihrer Eigenständigkeit unterstützen. Wir glauben, dass Initiativen zum Ausbau der Kapazitäten die nachhaltigsten Massnahmen sind, um die medizinischen Bedürfnisse in diesen Ländern abzudecken und einen dauerhaften und anhaltenden Nutzen zu bringen.
Unser Ansatz basiert auf den folgenden vier Punkten:
- Nachhaltige Patent- und Preispolitik
- Forschung und Entwicklung für Krankheiten mit dringendem medizinischem Bedarf
- Aus- und Weiterbildung, Wissenstransfer und Ausbau der Kapazitäten
- Partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Regierungen, NGOs und weiteren Akteuren
Nachhaltige Patent- und Preispolitik
Wir haben eine Patent- und Preispolitik ausgearbeitet, die den Zugang zu allen unseren Produkten, insbesondere unseren HIV-Medikamenten, in den ärmeren Ländern deutlich verbessert hat. In diesen Ländern leben rund 87% aller von HIV und Aids betroffenen Menschen.
In den gemäss UNO-Definition am wenigsten entwickelten Ländern (LDCs) sowie in den Ländern, die von der Weltbank als Länder mit geringem Einkommen eingestuft wurden (LICs), verzichten wir darauf, Patente für neue Produkte anzumelden oder bestehende Patentrechte durchzusetzen – dies gilt für alle Krankheitsbereiche. Darüber hinaus verzichten wir in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara (SSA) darauf, Patente auf unsere antiretroviralen HIV-Medikamente anzumelden oder bestehende Patentrechte durchzusetzen.
Bei der Preisgestaltung streben wir eine Balance zwischen geschäftlicher Notwendigkeit und unserem Engagement für einen verbesserten Zugang zu unseren Medikamenten und Diagnostika an.
Unsere Proteasehemmer Invirase (Saquinavir) und Viracept (Nelfinavir) werden in den am wenigsten entwickelten Ländern und in afrikanischen Staaten südlich der Sahara zu Preisen ohne Gewinn angeboten, und die Medikamente Valcyte und Tamiflu sind zu reduzierten Preisen erhältlich. Im Rahmen unseres AmpliCare-Programms bieten wir unsere HIV- und MTB-Tests zu deutlich reduzierten Preisen an. Dies verbessert den Zugang zu diesen diagnostischen Instrumenten und trägt zu einem effizienteren Einsatz der Ressourcen bei.
In Ländern mit geringem und niedrigem mittleren Einkommen prüfen wir für Krankheiten, die als prioritär eingestuft werden, wir abgestufte Preismodelle.
Medikamentenspenden stehen nicht im Mittelpunkt unserer Aktivitäten, ausser in akuten Notsituationen, denn sie tragen unserer Ansicht nach nicht dazu bei, die Gesundheitsprobleme in Ländern mit knappen Ressourcen nachhaltig zu lösen.
Forschung und Entwicklung für Krankheiten mit dringendem medizinischem Bedarf
Unser wichtigster Beitrag zur globalen Gesundheit besteht darin, dass wir medizinisch differenzierte Medikamente erforschen, entwickeln und vertreiben. Diese Medikamente helfen, schwere und lebensbedrohliche Krankheiten zu behandeln, wo immer ein dringender medizinischer Bedarf besteht und wir über die entsprechenden Kompetenzen und Erfahrung verfügen. Unsere F&E konzentriert sich auf fünf Krankheitsbereiche – Onkologie, Virologie, Entzündungskrankheiten, Stoffwechselstörungen und Erkrankungen des Zentralnervensystems – alle von weltweit epidemischem Ausmass. Wenn wir im Rahmen unserer Forschungsarbeiten Entdeckungen machen, die für Anwendungsbereiche in Frage kommen, in denen wir nicht tätig sind, stellen wir diese einer gemeinnützigen Organisation zum Wohle der Gesellschaft zur Verfügung. In gleicher Weiser setzen wir unsere aktuellen Projekte – wo immer möglich – dazu ein, das Engagement anderer Organisationen zu unterstützen, um potenzielle Lösungen für vernachlässigte Krankheiten zu erforschen.
Wir haben uns seit jeher dafür eingesetzt, in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern Medikamente für stark vernachlässigte Krankheiten hervorzubringen und Darreichungsformen für Kinder sowie diagnostische Lösungen zu entwickeln. 20 von Roche entwickelte Arzneimittel werden von der WHO als „unentbehrliche Medikamente“ eingestuft.
Aus- und Weiterbildung, Wissenstransfer und Ausbau der Kapazitäten
Eine innovative Preisgestaltung allein reicht nicht aus, um Probleme wie die HIV/Aids-Pandemie zu lösen. Viele andere Hürden müssen überwunden werden, um den Zugang zu Medikamenten in ärmeren Ländern zu verbessern, z.B. das Fehlen eines funktionierenden Gesundheitssystems und der Mangel an qualifizierten medizinischen Fachkräften.
Roche hat eine Reihe verschiedener Programme ausgearbeitet, die auf die Errichtung einer Grundinfrastruktur sowie die Förderung von Bildung und medizinischer Schulung abzielen, um so Barrieren abzubauen und den Zugang zur Gesundheitsversorgung zu verbessern. Wir setzen unsere Stärken und unser unternehmerisches Know-how häufig dafür ein, um Programme zu entwickeln, die unsere lokalen Partner nicht mit Spenden, sondern durch den Austausch von Wissen und Fertigkeiten in ihrer Eigenständigkeit unterstützen. Wir glauben, dass Initiativen zum Ausbau der Kapazitäten die nachhaltigsten Massnahmen sind, um die medizinischen Bedürfnisse in den ärmsten Ländern dieser Welt abzudecken.
Partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Regierungen, NGOs und weiteren Akteuren
Wir sind überzeugt, dass wir nur in Zusammenarbeit mit anderen Partnern eine echte, langfristige Wirkung erzielen können. Deshalb sind wir mit zahlreichen Organisationen – zum Beispiel mit der WHO, CHAI, UNITAIDS und UNICEF – sowie mit Regierungen, NGOs, akademischen Institutionen und öffentlichen Unternehmen privat-öffentliche Partnerschaften eingegangen, um nachhaltige Lösungen zu entwickeln, die in diesen Ländern die Infrastruktur für die Gesundheitsversorgung in lokalen Gemeinden verbessern.
Uns geht es dabei in erster Linie um Programme, die eine höhere Sensibilisierung bewirken, zur Schulung von Leistungserbringern im Gesundheitswesen beitragen und die Infrastruktur verbessern. Durch diesen Ansatz werden die Gesundheitssysteme leistungsfähiger, sodass sie beginnen können, dringende medizinische Bedürfnisse von Patienten nachhaltig zu befriedigen. Auf diese Weise erlangen mehr Menschen Zugang zur Gesundheitsversorgung, und es entstehen langfristig neue Märkte für unsere Produkte und Dienstleistungen.
Zudem sind wir dank der kombinierten Erfahrung in den Bereichen Diagnostik und Therapie in der Lage, armen Ländern zu helfen, das Beste aus ihren beschränkten Ressourcen zu machen.
Roche verfügt über eine Reihe von Kooperationsprogrammen zur Beseitigung von Hürden und zur Verbesserung des Zugangs zu medizinischer Versorgung:
- Mit AmpliCare hilft Roche Gesundheitsfachleuten in den ärmsten Ländern der Welt, Patienten mit HIV/Aids und Tuberkulose zu testen und zu überwachen, und unterstützt sie mit Schulungsprogrammen
- Changing Diabetes in Children, ein partnerschaftliches Projekt mit Novo Nordisk, entwickelt langfristige Lösungen für das nachhaltige Diabetesmanagement, darunter eine erhöhte Sensibilisierung, Zugang zu Therapien und Blutzuckertests sowie die Weiterbildung von Mitarbeitenden des Gesundheitswesens, Patienten und deren Angehörigen
- Das EDUCARE-Programm,, das in Zusammenarbeit mit der IAEA durchgeführt wird, hat zum Ziel, eine Online-Universitäteinzurichten, die Ärzten in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara eine umfassende Aus- und Weiterbildung in der Krebsversorgung anbietet, um dem signifikanten Mangel an Gesundheitsfachleuten in der Onkologie zu begegnen
- Dem Institute for OneWorld Health (iOWH) wird im Rahmen unserer Partnerschaft Zugang zu unserer Substanzbibliothek für die Suche nach Substanzen für neue Medikamente bei akuter Diarrhö gewährt
- In Zusammenarbeit mit der WHO haben wir einen Vorrat an unserem Grippemedikament Tamiflu für den Pandemiefall aufgebaut, zusammen mit einem Pandemievorsorgeplan und Preisreduktionen für am wenigsten entwickelte Länder
- Unsere Technologie-Transfer-Initiative liefert lokalen Unternehmen Know-how und praktische Hilfestellungen zur Produktion von Generika von HIV/AIDS-Medikamenten
- Der Transnet-Phelophepa-Gesundheitszug bringt die dringend benötigte medizinische Grundversorgung in entlegene Gebiete Südafrikas und informiert über Gesundheitsthemen
Related Links
- Länderklassifizierung der UNO
- Länderklassifizierung der Weltbank
- WHO Essential Medicines List
- Gemeinnützige und humanitäre Programme
- Medizinischer Nutzen & Preise
- Forschung und Entwicklung
- Nachhaltige Patent- und Preispolitik
- Preise und Direktverkäufe von HIV Medikamenten
- AmpliCare programme
- CARE Programme
- EDUCARE programme
- Tamiflu and pandemic preparedness
- Technology Transfer Initiative
- Transnet-Phelophepa Healthcare Train
Downloads
- Broschüre über den Zugang zu Diagnostika (2.4 MB)
- Access to Medicines and Diagnostics (3.5 MB)
- R&D for Neglected Tropical Disease
- Clinical trials in Developing Countries
- Drug Donations Policy
- Roche products on WHO Essential Medicines list
- Roche’s contribution to the UN’s Millennium Development Goals
- Changing Diabetes in Children programme
- Phelophepa Brochure (3.1 MB)