Sichere Bluttransfusionen

Als führendes Diagnostikunternehmen engagieren wir uns stark dafür, Testmethoden für die weltweit wichtigsten Gesundheitsbedrohungen bereitzustellen.

Durch die von ihm ausgehende globale Bedrohung steht das Zika-Virus im Fokus der Aufmerksamkeit von Gesundheitsexperten. Hinsichtlich der Übertragung dieses Krankheitserregers ist jedoch noch vieles unklar. Experten haben bestätigt, dass dieser Erreger primär übertragen wird, wenn eine infizierte Mücke (Moskito) einen Menschen sticht und dessen Blut saugt.1 Die Übertragung von Person zu Person kann über Körperflüssigkeiten und Blutspenden erfolgen.2 Eine Vermeidung von Kontaminationen durch Bluttransfusionen hat daher in den betroffenen Regionen hohe Priorität.

Um eine solche Kontamination mit dem Zika-Virus zu vermeiden hat die amerikanische Gesundheitsbehörde (FDA) Richtlinien erstellt, die Blutspenden von Personen mit Symptomen einer Zika-Infektion betreffen, die von Personen stammen die Gebiete mit Vorkommen von Zika-Viren bereist haben oder die Sexualkontakte mit Personen dieser Kategorien hatten.3

Screening von Blutspenden

Die FDA hat im Rahmen eines Studienprotokolls (Investigational New Drug (IND) application protocol) die Zulassung für einen Roche-Test zum Virusnachweis in Blutproben erteilt und wir konnten damit einen wichtigen Beitag für sichere Bluttransfusionen leisten.

Der Test wird zunächst bei der Untersuchung von Blutproben aus Puerto Rico zum Einsatz kommen, anschliessend wird er in Blutzentren verwendet, die den südlichen Teil der Vereinigten Staaten beliefern. Damit soll sichergestellt werden, dass Blutprodukte frei von diesem Erreger sind.

Als führendes Diagnostikunternehmen engagieren wir uns stark dafür, Testmethoden für die weltweit wichtigsten Gesundheitsbedrohungen bereitzustellen. Erfahren Sie von Marintha Heil mehr darüber, wie Roche die Bereitstellung sicherer Blutprodukte unterstützt.  Sie ist Direktorin der Forschungsgruppe für Infektionskrankheiten bei Roche Molecular Diagnostics.

Interview mit Marintha Heil, der Forscherin, die den Roche-Test zum Nachweis von Zika-Viren mitentwickelt hat. Dieser Test hat die FDA-Zulassung zur Verwendung in einer Studie.

Warum stellt das Zika-Virus eine so grosse Gesundheitsgefährdung dar?

Marintha Heil, Direktorin der Forschungsgruppe für Infektionskrankheiten bei Roche Molecular Diagnostics.

Für viele Personen ist eine Infektion mit dem Zika-Virus harmlos, die meisten entwickeln keine Symptome. Sofern Beschwerden festgestellt werden sind diese überwiegend mild: Hautrötungen, Kopf-, Knochen- und Gelenkschmerzen sowie Fieber.4

Im Laufe des vergangenen Jahres haben Vertreter der Gesundheitsbehörden zunehmend Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen einer Infektion mit dem Zika-Virus und Geburtsfehlern bei Neugeborenen (Mikroenzephalie) sowie neurologischen Problemen bei Erwachsenen erhalten. Derzeit stehen nur wenige epidemiologische Daten zur Verfügung und sofern ein Zusammenhang zwischen Geburtsfehlern und neurologischen Problemen bestehen sollte ist das Risiko für Schwangere unklar.5

Die Gesundheitsorganisationen sind sehr besorgt da es derzeit keine effektiven Methoden zur Kontrolle von Moskitos gibt, diese werden als die primäre Infektionsquelle angesehen.

Am 1. Februar 2016 rief die Weltgesundheitsorganisation den globalen Gesundheitsnotstand aus. Dies folgte auf die Feststellung des Expertengremiums „International Health Regulation Emergency Committee“, dass infolge des in Lateinamerika zeitlich und räumlich korrelierten Auftretens von Mikroenzephalie und neurologischen Problemen ein kausaler Zusammenhang dieser Krankheitsfälle und der Virusinfektion anzunehmen sei.

Warum ist die Sicherheit bei Blutbanken besonders wichtig?

Seit dem 1. Februar 2016 konnte kein Fall einer Übertragung durch eine Bluttransfusion in den Vereinigten Staaten nachgewiesen werden, zwei mögliche Fälle einer solchen Übertragung gab es in Lateinamerika. Da mit dem Zika-Virus infizierte Personen oft keine Symptone zeigen könnten sie Blut spenden ohne von ihrer Infektion, die bis zu 14 Tage andauern kann, zu wissen.

Die FDA hat das Risiko einer Übertragung des Zika-Virus durch Bluttransfusionen analysiert und hält dies für möglich. Sie hat daher Empfehlungen für das Spenderscreening, die Freigabe und die Handhabung von Blutprodukten herausgegeben, um das Risiko einer Übertragung durch Bluttransfusionen zu reduzieren.3

Wie reagiert Roche auf diese Herausforderung?

Wir haben sehr schnell gehandelt und Anfang dieses Jahres hat ein Team von Forschern bei Roche Molecular Diagnostics mit der Entwicklung eines Screening-Tests begonnen. Verschiedene Nachweis- und Kontrollmethoden wurden entwickelt und geprüft, ein Prototyp-Test sowie eine alternative Variante wurden identifiziert. Die Entwicklung und die Produktion des Tests wurden ebenfalls sehr schnell vorangetrieben. Die FDA erteilte die IND-Zulassung am 30. März und ermöglichte somit den Beginn einer klinischen Studie am 1. April 2016. Wir arbeiten an weiteren Tests zum Nachweis des Zika-Virus.

Wie wird der Forschungstest derzeit verwendet?

Dieser Forschungstest wird momentan in verschiedenen Blutzentren im Süden der Vereinigten Staaten im Rahmen einer IND-Zulassung geprüft.

Wird dieser Test in anderen betroffenen Regionen verfügbar sein?

Der Test wird dort verfügbar sein wo die nationalen Zulassungsbehörden erlauben, ihn im Rahmen einer IND oder von Notfallmassnahmen zu verwenden. Wir arbeiten weltweit eng mit Zulassungsbehörden zusammen, um die weiteren Schritte hinsichtlich der Verwendung unseres Zika-Tests für den Bereich Blutscreening festzulegen.

References

1. Centers for Disease Control and Prevention (CDC), Zika Virus, Transmission & Risks. Last accessed April 2016 atwww.cdc.gov/zika/transmission/
2. Ibid
3. US Food and Drug Administration, FDA issues recommendations to reduce the risk for Zika virus blood transmission in the United States. February 16, 2016. Last accessed April 2016 atwww.fda.gov/NewsEvents/Newsroom/PressAnnouncements/ucm486359.htm
4. CDC, Zika Virus, Symptoms, Diagnosis, & Treatment. Last accessed April 2016 at www.cdc.gov/zika/symptoms/
5. WHO, Statement on the first meeting of the International Health Regulations Emergency Committee on Zika virus and observed increase in neurological disorders and neonatal malformations, 1 February 2016. Last accessed April 2016 atwww.who.int/mediacentre/news/statements/2016/1st-emergency-committee-zika/en/

Tags: Diagnostics, Wissenschaft