Ausbau des Talentepools für Schwellenländer

Mit wachsendem Wohlstand steigt auch die Nachfrage nach hochwertiger Gesundheitsversorgung in den Schwellenländern. Deshalb fördern wir Talente,  die Erfahrung sowohl in Schwellenländern als auch in entwickelten Märkten haben.

Um den Pool qualifizierter Kandidatinnen und Kandidaten zu erweitern, haben wir das «Emerging Markets Leadership Acceleration Programme» (EM LAP) entwickelt. Das EM LAP ist ein Rotationsprogramm, das den Austausch zwischen Mitarbeitenden in sich entwickelnden und etablierten Märkten fördert: Talente aus Schwellenmärkten arbeiten eine Zeit lang in etablierten Märkten und umgekehrt. Dazu sagt Jörg-Michael Rupp, Leiter der Region Lateinamerika bei Roche Pharma: «Die Arbeit in Schwellenmärkten bietet viele Chancen, man kann innovativ sein und sich besondere Fähigkeiten aneignen, die in einem instabilen Umfeld gefragt sind. Auf der anderen Seite eröffnet die Erfahrung in entwickelten Märkten den Zugang zu besten Praktiken und Expertise in langfristiger Planung.“

Hier erzählen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus aller Welt, die in Schwellenmärkte gewechselt sind oder aus solchen stammen, über die damit verbundenen Herausforderungen und ihre Erfahrungen.

Eine lohnenswerte Erfahrung

Tanya Monga, Business Unit Head Oncology, Kolumbien

Das Bild zeigt Tanya und ihren Mann. Ursprünglich stammen beide aus Kanada und zogen im November 2015 von Basel nach Bogotá, wo Tanya als Business Unit Head Oncology arbeitet.
Tanya zog mit ihrem Mann von Basel nach Bogotá.

«Ich stamme aus Kanada. Zu Roche kam ich 2009 als Business Development Manager bei Professional Diagnostics in Rotkreuz. Ab 2011 habe ich in Basel im Büro des CEO Diagnostics strategische Projekte geleitet. Ein Jahr später habe ich für drei Jahre bei Pharma die Position als Leiterin des Pharma Program Office/CEO Office übernommen.

Im November 2015 bin ich zusammen mit meinem Mann nach Bogotá umgezogen. Bei dieser Entscheidung war er mit ausschlaggebend. Glücklicherweise sind wir beide sehr abenteuerlustig. Wir hatten erst Bedenken, weil er in Kolumbien noch keinen Job in Aussicht hatte. Doch der Neuanfang war ein grossartiges Erlebnis. Vor kurzem haben wir uns sogar einen Welpen zugelegt!

Man sollte offen sein und sich auf die neue Umgebung einlassen. Es ist toll, neue Menschen, eine neue Küche, die Geschichte, die Politik und natürlich andere Gesundheitssysteme kennenzulernen. Es zahlt sich aus, vorab die fremde Sprache zu erlernen. Herausforderungen gibt es immer. Wichtig ist es, bescheiden und aufgeschlossen zu sein, Chancen zu ergreifen und als Mensch und Führungskraft zu wachsen.»

E. J. Jiang, Clinical Specialist (Aussendienst), USA

Das Bild zeigt EJ Jiang mit seiner Frau und ihrem vierjährigen Sohn. Die Familie zog von Shanghai nach San Francisco, wo El Jiang eine Position bei Genentech annahm, und von dort weiter nach Little Rock, Arkansas.
Von Shanghai nach San Francisco und Little Rock: EJ Jiang mit seiner Familie.

«Ich bin 2013 zu Roche in Schanghai gekommen. 2015 hatte ich Gelegenheit, am EM LAP teilzunehmen und bin zu Genentech gewechselt. Zunächst war ich im Marketing in San Francisco tätig. Mein zweiter Einsatz hat mich zur jetzigen Stelle in Little Rock, Arkansas, geführt. Das Programm bietet die einmalige Chance, mehr über beste Praktiken in reifen Märkten zu lernen und die Erfahrungen ins Heimatland mitzunehmen. Genentech hat Fachabteilungen aufgebaut, um Kunden zu unterstützen. Davon gibt es in Schwellenländern wie China nicht viele. Meine Frau und mein vierjähriger Sohn sind bei mir. Ihre Unterstützung ist mir wichtig, da es sich nicht nur um eine berufliche, sondern auch eine persönliche Veränderung handelt. Meine Frau hatte auch das letzte Wort!»

Ana Mladenović, Market Access Project Manager, Frankreich

Das Bild zeigt Ana Mladenovic, die momentan als Market Access Project Manager in Frankreich arbeitet, mit zwei Freundinnen.
Ana lebt seit 2015 in Frankreich.

«Ich komme aus Serbien und arbeite zurzeit in Frankreich. 2006 habe ich meine Laufbahn bei Roche in Serbien begonnen. Ich war zunächst sechs Jahre als Product Manager und als Franchise Manager in verschiedenen Therapiebereichen tätig. Danach habe ich als Medical Manager in der Rheumatologie gearbeitet. 2014 bin ich im Rahmen eines kurzfristigen Einsatzes als Project Manager für ein regionales EEMEA-Projekt (Region Eastern Europe, Middle East, Africa) nach Basel gekommen. Das war meine erste internationale Erfahrung. Während dieser Zeit wurde ich ins EM-LAP-Programm aufgenommen. In Frankreich bin ich seit April 2015. Ich habe bei diesen zwei Einsätzen viel gelernt. Das EM-LAP-Programm ist eine Chance, schneller zu lernen und sich Kompetenzen anzueignen, die es braucht, um die Herausforderungen in Schwellenländern und reifen Märkten zu verstehen bzw. zu bestehen.»

Sannah Nyamathe, Regional Credit Manager für die Region EEMEA, Schweiz

Das Bild zeigt Sannah Nyamathe mit ihrer 15-jährigen Tochter. Beide zogen 2015 von Südafrika nach Basel, wo Sannah als  Regional Credit Manager arbeitet.
Sannah zog 2015 mit ihrer Tochter von Südafrika nach Basel.

«Von zu Hause fortzugehen, war aufregend und beängstigend zugleich. Alles war dabei – Einsamkeit, kulturelle Unterschiede, die Sprache lernen und neue Wege kennenlernen. Ich habe zwei Kinder: einen Sohn (21) und eine Tochter (15). Mein Sohn studiert, so konnte nur meine Tochter mitkommen. Ihretwegen hatte ich schon gewisse Bedenken, wie sie sich zurechtfindet ohne ihren Bruder, ihre Freunde und die engste Familie. Aber das klappt gut. Ich bin seit 2012 für Roche tätig und war für die Debitorenbuchhaltung im südafrikanischen Geschäft zuständig, darunter auch direkte Exporte in die Subregion Namibia. 2015 ging ich nach Basel. Meine Motivation für diesen Einsatz war, mehr über Kreditmanagement und Direktgeschäfte zu lernen. Die Arbeit am Hauptsitz ist eine einzigartige und wertvolle Erfahrung. Man sollte sich möglichst schnell mit den Leuten und ihrer Arbeit vertraut machen, am besten zuerst mit den direkten Kollegen und den wichtigsten Geschäftspartnern. Und vor allem: Nach Hilfe fragen ist kein Zeichen von Schwäche.»

Iqbal Mufti, Business Unit Director – Specialty Care, Ägypten

Das Bild zeigt Iqbal Mufti, der mit seiner Frau und drei Kindern in Kairo lebt und dort als Business Unit Director — Specialty Care, arbeitet.
Nach einem Jahrzehnt in den USA zogen Iqbal und seine Familie nach Kairo

«Ursprünglich komme ich aus Kaschmir, bin aber in London aufgewachsen und war über zehn Jahre in den USA, bevor ich die jetzige Position übernommen habe. Meine Tätigkeit bei Roche begann ich in den USA, wo ich verschiedene Funktionen im Marketing und im Markenmanagement innehatte. Danach war ich sechs Jahre lang bei Roche Partnering tätig. Zurzeit bin ich für den Verkauf und das Marketing nicht-onkologischer Produkte in Ägypten zuständig. Ich wollte wieder näher am Geschäft und mit den Kunden arbeiten und in die Verkaufsorganisation zurückkehren. Schwellenmärkte sind dynamisch und komplex. Man muss seine Ziele mit beschränkten Ressourcen, häufig limitierten Informationen und in einem unsicheren Umfeld erreichen. Wir haben drei Kinder und ‹die Welt ist ihr Spielplatz›, wie meine Frau sagt. Bei jedem Umzug kommen einem auch Zweifel, insbesondere, weil es für die Familie eine grosse Veränderung ist. Da spielt dann auch die Angst vor dem Ungewissen mit. Gegenseitig können wir uns aber unterstützen.»

Alessandro Oliveira, International Product Manager, Schweiz

Das Bild zeigt Alessandro Oliveira mit seiner Frau Adriana und ihrem 10-Monate alten Baby Pietra. Sie zogen 2013 von Brasilien nach Basel, wo Alessandro als International Product Manager im Bereich Global Product Strategy arbeitet.
Von Brasilien nach Basel: Alessandro, Adriana und Pietra

«Bei meinen Entscheidungen steht meine Familie im Vordergrund. Meine älteste Tochter Marina war 18, als wir 2013 umzogen. Für sie war es eine ausgezeichnete Gelegenheit, eine andere Sprache und Kultur kennenzulernen. Ein Jahr später habe ich meine Frau Adriana geheiratet, unsere Tochter Pietra ist inzwischen zehn Monate alt. Vor 16 Jahren habe ich bei Roche in Brasilien als Aussendienstmitarbeiter angefangen und war dort 13 Jahre in unterschiedlichen Positionen tätig – als Sales, Access und Product Manager für verschiedene Therapiebereiche. Während meiner Zeit hier lernte ich unterschiedliche Eigenschaften der Leute kennen, das hat mich positiv beeinflusst. Ich habe gelernt, wie man mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen kommuniziert. Eigentlich sollte jeder einen internationalen Einsatz machen. Die Familie muss miteinbezogen werden, und der Zeitpunkt ist wichtig. Denken Sie immer einen Schritt voraus.»

Gabriele Filkauskas, International Health Policy Leader, Schweiz

Das Bild zeigt Gabriele Filkauskas mit ihrem Freund. Sie zog 2015 nach Basel, wo sie als International Health Policy Leader im Bereich Global Product Strategy arbeitet. Dort lernte sie auch ihren Freund kennen.
Gabriele traf ihren Freund nach ihrem Umzug nach Basel.

«Bequeme Gewohnheiten gibt man nicht gern auf. Doch im Gegenzug kann man auf persönlicher und beruflicher Ebene enorm viel gewinnen. Es ist eine Herausforderung, weit weg von seinen Lieben zu sein. Seit Beginn meines Auslandeinsatzes war ich nur einmal in Brasilien. Doch meine Eltern, meine Geschwister und einige Freunde haben mich besucht. Ich habe in Basel tolle Freunde gefunden und mit sehr interessanten Leuten zusammengearbeitet. Ich hoffe, dass auch andere Kolleginnen und Kollegen diese Weiter-

entwicklungschancen nutzen. Ich bin seit Oktober 2010 bei Roche Brasilien und habe mit unterschiedlichen Stakeholdern in den Bereichen Competitive Intelligence, Biologika-Strategie und Patientenorganisationen zusammengearbeitet. Im Mai 2015 bin ich dem EM-LAP-Programm beigetreten. Bei einem kurzfristigen Projekt 2013 mit dem Team Global Pricing and Market Access war ich auch bereits schon einmal in Basel. Ich bin zunächst allein nach Basel gezogen, habe aber hier meinen Freund kennengelernt. Er arbeitet derzeit in Brüssel.»

Don Niles, Business Unit Director, Oncology, Vietnam

Das Bild zeigt Don Niles mit seiner Frau, ihrem Sohn und ihrer Tochter. Sie zogen von Basel nach Ho Chi Minh Stadt, Vietnam, wo Don Niles momentan als Business Unit Director im Bereich Onkologie arbeitet.
Don Niles lebt mit seiner Frau und zwei seiner Kinder in Ho Chi Minh Stadt.

«Ich kann einen solchen Schritt allen empfehlen, die sich weiterentwickeln wollen und sehen möchten, was die eigenen Entscheide und Bemühungen bewirken. Nichts kann eine solche Erfahrung ersetzen.

Ich arbeite seit 2009 bei Roche. Nach Tätigkeiten in den USA und in Basel kam ich für einen kurzfristigen Einsatz nach Ho-Chi-Minh-Stadt. Schnell sind mir Land und Leute ans Herz gewachsen. Die beruflichen Herausforderungen in einem Schwellenland gefielen mir. So übernahm ich einen längeren Einsatz als Director von Analytics and Commercial Effectiveness. Nach zwei Jahren wurde mir meine aktuelle Position angeboten, die näher am Business ist. Meine Frau und zwei meiner Kinder sind mit nach Vietnam gekommen, beide haben hier ihren High-School-Abschluss gemacht. Meine ältere Tochter hat die Schule in Basel abgeschlossen.

Es erfordert Zugeständnisse, doch die positiven Erfahrungen überwiegen.

Wir haben sehr viel über unsere Kinder gelernt und wie sie mit Veränderungen umgehen. Dies hat uns als Familie zusammengeschweisst.»

  

Als diese Artikel verfasst wurden, waren einige dieser Mitarbeitenden dabei, neue Aufgaben zu übernehmen.

Tags: Menschen, Gesellschaft