Fierce Women in Biopharma 2016: Frauen, die den Ton angeben

Wir freuen uns, dass zwei unserer weiblichen Führungskräfte von der Online-Publikation FiercePharma als tonangebend in der Biopharmaindustrie 2016 ausgezeichnet worden sind: Carole Nuechterlein, Head of Roche Venture Fund, and Nancy Valente, Head of Global Haematology Development. Lesen Sie hier ihre Geschichte und wie man als Frau an die Spitze gelangt.

Einer neuen Analyse der World Intellectual Property Organization zufolge holen Frauen in Forschung und Entwicklung rasant auf: Sie sind an 29 Prozent der 2015 eingereichten internationalen Patentanmeldungen beteiligt, ein Zuwachs von mehr als 12 Prozent gegenüber 1995. Bei Roche zeichneten für die zwischen 2011 und 2015 eingereichten Patente über 1000 Erfinderinnen verantwortlich. Damit belegt Roche den fünften Platz insgesamt und den zweiten Platz unter Pharmaunternehmen, was Patente mit weiblicher Beteiligung betrifft. 

„Weibliche CEOs in Biotech leisten Aussergewöhnliches“

The picture shows Carole Nuechterlein, Head of Roche Venture Fund
Carole Nuechterlein, Head of Roche Venture Fund

Und doch sind Frauen in Führungspositionen in der Biotech- und Pharmabranche noch keine Selbstverständlichkeit. Carole Nuechterlein bringt das auf den Punkt: „Es gibt wenige weibliche CEOs in Biotech und diese CEOs leisten Aussergewöhnliches, da Frauen besser sein müssen als Männer, um sich den selben Respekt zu verschaffen.“

Eine jüngere Studie zeigt, dass nur 7 Prozent der Venture Partner in den Top 100 Venture Capital-Unternehmen Frauen sind. Carole Nuechterlein leitet nicht nur seit 2002 den Roche Risikokapitalfonds (RVF), sondern auch ein Team mit drei Frauen, was in der Venture Capital-Industrie aussergewöhnlich ist. RVF investiert in Startups im Bereich seltener Krankheiten und Immuntherapien oder in Diagnostik- und Genomsequenzier-Unternehmen. Nuechterlein ist beeindruckt von den riesigen Fortschritten, die in der Gentherapie und Genomsequenzierung in den letzten Jahren erzielt wurden: „Beides wird die Zukunft medizinischer Behandlungen und unser Verständnis prägen, wie Menschen auf Medikamente reagieren“, sagte sie Fierce Pharma.

Fragt man Nuechterlein, wie man als Frau Karriere in der Pharmabranche oder einer anderen Industrie macht, so lautet ihre Antwort sinngemäss: „Get your lunch schedule right“. Fierce Pharma sagte Nuechterlein: „Als ich bei Roche anfing, wurde ich zu vielen Kennenlern-Treffen eingeladen. Es waren immer Männer – mein Rat an Frauen ist, stärker auf Menschen zuzugehen“. „Heute machen das viel mehr Frauen als in der Vergangenheit“, freut sie sich. 

Weibliche Vorbilder sind entscheidend

Auch Nancy Valente, Leiterin der Hämatologie bei Genentech, empfiehlt Frauen das Netzwerken. Für Valente bedeutet das, mit unterschiedlichen Menschen zu teilen, wer man ist, was einen motiviert und was man erreicht hat. Es gehe darum, „Menschen zu finden, die Deine Superfans werden“, verriet sie Fierce Pharma.

Eine zentrale Rolle auf ihrem Weg an die Spitze spielten weibliche Vorbilder: „Wir hatten und haben so viele grossartige weibliche Führungskräfte hier bei Genentech”, sagte Valente Fierce Pharma. Eine wichtige Figur zu Beginn ihrer Karriere war Susan Desmond-Hellman, die einst die Produktentwicklung bei Genentech leitete und heute als CEO in der Bill & Melinda Gates Foundation arbeitet. Ihre Begeisterung und ihr Wille, das Leben von Patienten zu verbessern, prägten Valente. Sandra Horning, Chefklinikerin von Roche, schliesslich habe ihr gezeigt, dass „man mit der Kombination aus scharfem Verstand, der Konzentration auf die Wissenschaft und einem inspirierenden Führungsstil eine ganze Organisation positiv beeinflussen kann – eine einzige Person kann das tun“, erklärte sie im Interview mit Fierce Pharma. 

Pionierin in der Hämatologie

The picture shows Nancy Valente, Head of Haematology Development at Roche
Nancy Valente, Head of Hematology at Roche

Als eine der führenden Hämatologinnen inspiriert Valente heute selbst Mitarbeitende und entwickelt Medikamente, die Menschenleben retten. Den besten Tag bei Genentech erlebte sie, als ihr vor einigen Jahren bei einem Treffen der Gesellschaft für Lymphom-Forschung ein Preis überreicht wurde. Nach der Verleihung kam ein Patient auf sie zu und dankte ihr für Roches Blutkrebs-Medikament, das sein Leben gerettet hatte.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit – gerade in der Hämatologie. Das Feld sei „sehr komplex“, so Valente, und bestehe aus vielen sehr einzigartigen Krankheiten. „Man muss intensiv zusammenarbeiten und sich auf die Forschung konzentrieren, um erfolgreich zu sein.“

Einsatz für benachteiligte junge Frauen

Wenn Valente nicht gerade forscht, widmet sie sich einem weiteren Herzensprojekt: Der „Women’s Audio Mission“, dem ersten, von Frauen gegründeten und betriebenen nichtkommerziellen Tonstudio. Ziel ist es, sozial benachteiligten jungen Frauen beizubringen, wie man Musik vor und hinter dem Mikrofon produziert und ihnen Zutrauen und Spass an der Technik zu vermitteln – Eigenschaften, die auch für eine Karriere in der Forschung entscheidend sind. Und so bleibt zu hoffen, dass in einigen Jahren noch viel mehr Nuechterleins und Valentes den Ton in der Biopharmaindustrie angeben.

Tags: Menschen, Wissenschaft