Media Release
Basel, den 15. April 2008
Roche
übernimmt das Biotechnologie-Unternehmen Piramed
- Roche erhält Zugang zu wichtigem
onkologischem Angriffspunkt mit Potenzial für die Behandlung weitverbreiteter Krebserkrankungen wie
Brust- und Lungenkrebs: erster Arzneimittelkandidat in Phase I
- Zweites Forschungsprogramm
mit möglichem Ansatzpunkt bei entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis
Roche
übernimmt Piramed Limited, ein britisches Unternehmen, das sich auf Therapien konzentriert, die gezielt
an der PI3-Kinase (PI3-K) ansetzen. Der PI3-K-Signalweg spielt eine wichtige Rolle beim Fortschreiten
der Erkrankung und bei der Resistenz von Krebszellen gegen Chemotherapeutika. Präklinische Studien haben
die Wirksamkeit von PI3-K-Hemmern bei einem breiten Spektrum von Tumoren wie Brust- und Lungenkrebs
sowie ihre mögliche Bedeutung bei der Behandlung entzündlicher Krankheiten wie z.B. rheumatoide Arthritis
gezeigt.
Mit dieser Übernahme stärkt Roche ihre Forschungs- und Entwicklungspipeline
durch die beiden grossen Forschungsprogramme von Piramed mit PI3-K-alpha in der Onkologie und PI3-K-delta
bei Entzündungskrankheiten. Das PI3-K-alpha-Programm hat eine Substanz in der Phase I der klinischen
Entwicklung und wird zurzeit in Zusammenarbeit mit Genentech, an dem Roche eine Mehrheitsbeteiligung
hält, weiterentwickelt. Das bisher ohne Partner durchgeführte Entwicklungsprogramm mit PI3-K-delta befindet
sich noch im vorklinischen Stadium und wird in das umfangreiche F&E-Portfolio der Roche-Gruppe im
Bereich der Entzündungskrankheiten integriert.
“Die Integration der vielversprechenden
Forschung und Entwicklung von Piramed festigt die führende Stellung von Roche in der Onkologie”, sagte
William M. Burns, CEO der Division Pharma von Roche. “Innovative Medikamente haben die Krebsbehandlung
zweifellos radikal verändert, doch Krebs ist nach wie vor eine der Haupttodesursachen. Daher setzen
wir weiterhin auf Investitionen in die Entwicklung neuer Behandlungsmöglichkeiten. Zudem ergänzt diese
Übernahme unsere Forschungsaktivitäten im Bereich behindernder entzündlicher Erkrankungen wie rheumatoide
Arthritis”.
Michael Moore, CEO von Piramed, sagte: “Seit der Gründung
von Piramed 2003 haben wir eine bedeutende Lizenzvereinbarung mit Genentech getroffen und unser sehr
vielversprechendes erstes Onkologieprodukt in die klinische Phase vorangebracht. Die heutige Übernahme
durch Roche unterstreicht den Wert unserer Pipeline und ist ein Beweis für die wissenschaftliche Qualität
der Arbeit unseres Teams. Mit der unbestrittenen Exzellenz von Roche in Onkologie und Entzündungskrankheiten
hat Piramed eine sichere langfristige Heimat für seine Forschung von internationalem Rang gefunden.”
Die Vereinbarung
Gemäss der Vereinbarung
wird Roche 100% der Aktien von Piramed für 160 Millionen US-Dollar erwerben. Dazu kommen noch 15 Millionen
US-Dollar für das Erreichen des ersten Etappenziels, die bei Beginn von klinischen Phase-II-Studien
im Rahmen des Onkologieprogramms fällig werden. Der endgültige Transaktionswert ergibt sich aus der
verbleibenden Nettoliquidität nach Abschluss der Transaktion, die noch von den Wettbewerbsbehörden geprüft
werden muss. Die Übernahme wird voraussichtlich im Laufe des zweiten Quartals 2008 abgeschlossen.
Über
die PI3-K-Programme
PI3-Kinasen spielen sowohl bei Krebs als auch bei entzündlichen
Immunkrankheiten eine Rolle. Bei Krebs ist die Hochregulierung des PI3-K-Signalwegs ein sehr häufiges
charakteristisches Merkmal, und verschiedene Komponenten dieses Signalwegs sind an der Entwicklung von
Krebs beteiligt. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass die anhaltende Aktivierung des PI3-K-Signalwegs
ein Hauptmechanismus der Resistenz gegen potenzielle Chemotherapeutika ist, die gezielt am epidermalen
Wachstumsfaktorrezeptor angreifen. Präklinische Daten weisen klar auf den möglichen breiten Nutzen von
Krebsmedikamenten hin, die diesen Signalweg auf der Ebene von PI3-K blockieren, insbesondere die Alpha-Isoform.
Solche Wirkstoffe hemmen vermutlich die Vermehrung von Krebszellen und überwinden die Resistenz der
Krebszellen gegen zytoxoxische Medikamente.
Die Delta-Isoform von PI3-K
spielt eine wichtige Rolle bei entzündlichen Immunkrankheiten, vor allem solchen, die durch das erworbene
Immunsystem verursacht werden. Inhibitoren von PI3-K-delta regulieren bestimmte Funktionen von B- und
T-Zellen, Mastzellen und Neutrophilen herunter und haben eine wesentliche Aktivität in verschiedenen
Versuchsmodellen menschlicher immunbedingter Entzündungskrankheiten gezeigt. Diese Daten deuten auf
einen möglichen breiten klinischen Nutzen als neue Therapeutika in diesem vielfältigen Krankheitsgebiet
hin.
Über Piramed
Piramed ist ein
biotechnologisches Unternehmen, das neue Medikamente vorwiegend zur Behandlung von Krebs und immunbedingten
Entzündungskrankheiten wie Arthritis und Asthma erforscht und entwickelt. Piramed ist führend in der
Entwicklung hochselektiver Wirkstoffe, die verschiedene Isoformen des Enzyms PI3-K hemmen, deren Schlüsselrolle
bei einem breiten Spektrum von Krankheitsprozessen zunehmend erkannt wird. Die führende Position des
Unternehmens auf diesem Gebiet wurde 2005 anerkannt, als es eine Zusammenarbeit mit Genentech zur Weiterentwicklung
seines PI3-K-alpha-Programms vereinbarte. Ausserdem verfolgt das Unternehmen in Eigenregie weitere Entwicklungsprogramme
mit der Isoform PI3-K-delta als Angriffspunkt, die sich im Spätstadium der vorklinischen Entwicklung
befinden, sowie einige Programme in früheren Phasen mit verschiedenen molekularen Ansatzpunkten. Weitere
Informationen finden Sie im Internet unter www.piramed.com.
Über
Roche
Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ist ein global führendes, forschungsorientiertes
Healthcare-Unternehmen in den Bereichen Pharma und Diagnostika. Als weltweit grösstes Biotech-Unternehmen
trägt Roche mit innovativen Produkten und Dienstleistungen, die der Früherkennung, Prävention, Diagnose
und Behandlung von Krankheiten dienen, auf breiter Basis zur Verbesserung der Gesundheit und Lebensqualität
von Menschen bei. Roche ist der weltweit bedeutendste Anbieter von In-vitro-Diagnostika sowie von Krebs-
und Transplantationsmedikamenten, nimmt in der Virologie eine Spitzenposition ein und ist ferner auf
weiteren wichtigen therapeutischen Gebieten aktiv, darunter Autoimmun-, Entzündungs- und Stoffwechselkrankheiten
sowie Erkrankungen des Zentralnervensystems. 2007 erzielte die Division Pharma einen Umsatz von 36,8
Milliarden Franken und die Division Diagnostics Verkäufe von 9,3 Milliarden Franken. Roche unterhält
Forschungs- und Entwicklungskooperationen und strategische Allianzen mit zahlreichen Partnern – hierzu
gehören auch Mehrheitsbeteiligungen an Genentech und Chugai - und hat 2007 über 8 Milliarden Franken
in die Forschung und Entwicklung investiert. Roche beschäftigt rund 79'000 Mitarbeitende. Weitere Informationen
finden sich im Internet unter www.roche.com.
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in dieser Pressemitteilung erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.