Medienmitteilung
Basel, 29. Februar 2008
Herceptin
wird in Japan zur Frühbehandlung von HER2-positivem Brustkrebs zugelassen
Die lebensrettende
Standardtherapie mit Herceptin ist nun weltweit verfügbar
Chugai Pharmaceutical
Co., Ltd., an der Roche eine Mehrheitsbeteiligung hält, hat von der japanischen Gesundheitsbehörde die
Zulassung für Herceptin zur Frühbehandlung von Frauen mit HER2-positivem Brustkrebs erhalten. Die Zulassung
stützt sich auf Ergebnisse aus der HERA (HERceptin Adjuvant)-Studie. Diese haben gezeigt, dass Herceptin
bei Frauen mit HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium das Sterberisiko und das Risiko eines Rückfalls
signifikant um mehr als ein Drittel (34% bzw. 36%) senkt, wenn die Behandlung nach einer Operation und
im Anschluss an eine Standard-Chemotherapie erfolgt..1
William
M. Burns, CEO der Division
Pharma von Roche: “Es ist beeindruckend, wie Herceptin die Prognose von Frauen mit HER2-positivem Brustkrebs
deutlich verbessert und der ausserordentliche Nutzen der Therapie von den Gesundheitsbehörden auf der
ganzen Welt anerkannt wird. Wir hoffen, dass in Japan alle Frauen, die an dieser heimtückischen Krankheit
leiden, nun Zugang zu Herceptin erhalten, das erwiesenermassen die besten Aussichten auf eine Heilung
verspricht.“
Bei rund 20-30%2 aller Frauen,
die an Brustkrebs leiden, liegt ein HER2-positiver Tumor vor.
Bevor Herceptin auf den
Markt kam, war die Prognose für Patientinnen mit dieser aggressiven Form der Krankheit besonders schlecht.
Gestützt auf eine Metaanalyse von Resultaten aus randomisierten Studien wird geschätzt, dass Herceptin
das Risiko eines Rückfalls innerhalb von 10 Jahren nach der Diagnose von 37% auf 18% etwa halbiert.3
Herceptin besitzt somit das Potenzial, den Krankheitsverlauf so zu verändern, dass die Prognose von
Frauen mit HER2-positivem Brustkrebs viel günstiger aussieht.
Professor
Masakazu Toi von der Abteilung für Chirurgie an der Graduate School of Medicine, Universität von Kyoto,
Japan: „Die Diagnose von HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium muss nicht mehr länger als Todesurteil
gelten, denn Herceptin vermag das Rückfallrisiko um etwa die Hälfte zu senken. Es freut uns zu sehen,
dass Herceptin nun für die Behandlung von HER2-positivem Brustkrebs weltweit als Standardtherapie gilt.“
Immer mehr Studiendaten belegen, dass Herceptin sämtlichen Patientinnen
mit HER2-positivem Brustkrebs in allen Stadien der Krankheit einen Nutzen bringt: Ein gross angelegtes
klinisches Studienprogramm untersucht die Wirksamkeit von Herceptin bei Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium,
bei Frauen mit fortgeschrittenem (metastasierendem) Brustkrebs und bei Frauen, die aufgrund eines Rückfalls
wieder behandelt werden müssen. Bislang haben weltweit über 450’000 Patientinnen eine Therapie mit Herceptin
erhalten.
Über die HERA-Studie
Die
von Roche und der Breast International Group (BIG) durchgeführte HERA-Studie ist eine der grössten je
realisierten Studien über eine Begleittherapie bei Brustkrebs. Die Aufnahme von Patientinnen begann
im Dezember 2001 – insgesamt nahmen annähernd 5100 Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs an 480
Prüfzentren in 39 Ländern auf der ganzen Welt an dieser Studie teil. Die randomisierte Studie beurteilt
nach einer standardmässigen, systemischen Begleitchemotherapie und (gegebenenfalls) einer Strahlentherapie
die 12- oder 24-monatige Behandlung mit einmal alle drei Wochen verabreichtem Herceptin und vergleicht
sie mit der Nachbeobachtung ohne zusätzliche Therapie. Die HERA-Studie lässt eine breite Auswahl von
Chemotherapie-Schemen zu. Für die Teilnahme kamen sowohl Lymphknoten-positive als auch -negative Patientinnen
in Frage.
Gemäss einer Zwischenanalyse hat die Studie bezüglich Wirksamkeit
ihren primären Endpunkt erreicht: Die Patientinnen, die 12 Monate lang mit Herceptin behandelt wurden,
erfuhren eine statistisch signifikante Verbesserung der krankheitsfreien Überlebenszeit (Zeitspanne
nach der Therapie, während der kein Krebs festgestellt wird). Nach einer mittleren Nachbeobachtungszeit
von zwei Jahren zeigte sich zudem eine klare Tendenz hin zu einer Verbesserung der Gesamtüberlebenszeit
(sekundärer Endpunkt der Studie). Diese kann jedoch erst bestätigt werden, wenn die entsprechenden Daten
weiter ausgewertet sind.
Die Zwischenanalyse diente dem Vergleich von
Herceptin mit einer Nachbeobachtung; es erfolgte keine Gegenüberstellung der Daten nach einer Behandlungsdauer
von 12 bzw. 24 Monaten. Mit dem Fortschreiten der Studie wird diese Gegenüberstellung durchgeführt,
und die Ergebnisse werden zu gegebener Zeit bekannt gegeben.
Die sicherheitsrelevanten
Daten der HERA-Studie werden durch eine unabhängige externe Instanz (Independent Data Monitoring Committee,
IDMC) regelmässig überprüft. Das IDMC hat keine Bedenken hinsichtlich der Arzneimittelsicherheit geäussert,
und die Häufigkeit von Fällen mit dekompensierter Herzinsuffizienz war sehr gering (0,5% in der Gruppe
unter Herceptin gegenüber 0% in der Beobachtungsgruppe). Die Patientinnen in dieser Studie werden weiterhin
auf allfällige Nebenwirkungen hin überwacht.
Über Brustkrebs
Brustkrebs ist bei Frauen die weltweit häufigste Krebskrankheit.4
Jedes Jahr wird bei über einer Million Frauen Brustkrebs diagnostiziert, und nahezu 400’000 Frauen sterben
an der Krankheit.5
Beim HER2-positiven Brustkrebs
sind auf der Oberfläche der Krebszellen erhöhte Mengen des HER2-Proteins vorhanden. Man spricht auch
von einer „HER2-Überexpression“. Hohe Konzentrationen von HER2 zeigen sich bei einer besonders aggressiven
Form von Brustkrebs, die schlecht auf eine Chemotherapie anspricht. Untersuchungen haben gezeigt, dass
bei rund 20–30% aller Brustkrebspatientinnen ein HER2-positiver Tumor vorliegt.
Über
Herceptin (Trastuzumab)
Herceptin ist ein humanisierter Antikörper, der auf HER2
ausgerichtet ist und dessen Funktion hemmt. HER2 ist ein Protein, das von einem spezifischen Gen mit
krebserzeugendem Potenzial gebildet wird. Die Wirksamkeit von Herceptin wurde sowohl bei Brustkrebs
im Frühstadium als auch bei fortgeschrittenem (metastasierendem) Brustkrebs nachgewiesen. Als Monotherapie
oder in Kombination mit oder nach einer Standardchemotherapie verabreicht, verbessert Herceptin bei
Frauen mit HER2-positivem Brustkrebs nachweislich die Ansprechraten, die krankheitsfreie Überlebenszeit
sowie die Gesamtüberlebenszeit, wobei die Lebensqualität erhalten bleibt.
In
der Europäischen Union wurde Herceptin im Jahr 2000 zur Behandlung von fortgeschrittenem (metastasierendem)
HER2-positivem Brustkrebs und 2006 zur Behandlung von HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium zugelassen.
Bei fortgeschrittenem Brustkrebs ist Herceptin für die Erstlinientherapie in Kombination mit Paclitaxel
zugelassen, falls Anthracycline nicht geeignet sind, ebenfalls für die Erstlinientherapie in Kombination
mit Docetaxel sowie für die Drittlinientherapie als Monotherapeutikum. In Kombination mit einem Aromatasehemmer
ist Herceptin ausserdem für die Behandlung von Patientinnen nach der Menopause zugelassen, die sowohl
an HER2- als auch Hormonrezeptor-positivem metastasierendem Brustkrebs leiden. Bei Brustkrebs im Frühstadium
ist Herceptin für die Begleittherapie nach einer Standard-Chemotherapie zugelassen.
Herceptin
wird in den USA von Genentech, in Japan von Chugai und in den übrigen Ländern von Roche vertrieben.
Seit 1998 haben weltweit rund 450’000 Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs eine Therapie mit Herceptin
erhalten.
Über Roche
Roche mit Hauptsitz
in Basel, Schweiz, ist ein global führendes, forschungsorientiertes Healthcare-Unternehmen in den Bereichen
Pharma und Diagnostika. Als weltweit grösstes Biotech-Unternehmen trägt Roche mit innovativen Produkten
und Dienstleistungen, die der Früherkennung, Prävention, Diagnose und Behandlung von Krankheiten dienen,
zur Verbesserung der Gesundheit und Lebensqualität von Menschen bei. Roche ist der weltweit bedeutendste
Anbieter von In-vitro-Diagnostika sowie von Krebs- und Transplantationsmedikamenten, nimmt in der Virologie
eine Spitzenposition ein und ist ferner auf weiteren wichtigen therapeutischen Gebieten aktiv, darunter
Autoimmun-, Entzündungs- und Stoffwechselkrankheiten sowie Erkrankungen des Zentralnervensystems. 2007
erzielte die Division Pharma einen Umsatz von 36,8 Milliarden Franken und die Division Diagnostics Verkäufe
von 9,3 Milliarden Franken. Roche unterhält Forschungs- und Entwicklungskooperationen und strategische
Allianzen mit zahlreichen Partnern – hierzu gehören auch Mehrheitsbeteiligungen an Genentech und Chugai
– und hat 2007 über 8 Milliarden Franken in die Forschung und Entwicklung investiert. Roche beschäftigt
rund 79’000 Mitarbeitende. Weitere Informationen finden sich im Internet unter www.roche.com.
Videoclips
in TV-Qualität stehen kostenlos unter folgendem Link zur Verfügung: www.thenewsmarket.com.
Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.
Literatur
1.
Smith I, Procter M, Gelber RD, et al. 2-year follow-up of trastuzumab after adjuvant chemotherapy in
HER2-positive breast cancer: a randomized controlled trial. Lancet 369: 29 2007
2. Harries
M, Smith I. The development and clinical use of trastuzumab (Herceptin). Endocr Relat Cancer 9: 75-85,
2002.
3. Viani et al., Adjuvant trastuzumab in the treatment of HER-2-positive early
breast cancer: a meta-analysis of published randomized trials. BMC Cancer 2007, 7:153; und Roche-Datenbank
4.
Weltgesundheitsorganisation, http://www.who.int/cancer/detection/breastcancer/en/
5.
Ferlay J, et al., GLOBOCAN 2002. Cancer Incidence, Mortality and Prevalence Worldwide. IARC CancerBase
No.5, Version 2.0. IARCPress, Lyon, 2004.