Media Release
Basel, 24. August 2007
Avastin
in Europa
für die Erstbehandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs zugelassen
Erstes
Medikament, das nachweislich das Überleben nicht vorbehandelter Lungenkrebspatienten auf mehr als ein
Jahr verlängert
Avastin (Bevacizumab), das innovative Krebsmedikament
von Roche, wurde heute in Europa für die Erstbehandlung von Patienten mit fortgeschrittenem nichtkleinzelligem
Lungenkrebs (NSCLC) in Kombination mit einer Chemotherapie auf Platinbasis zugelassen.
Das
NSCLC ist die häufigste Form von Lungenkrebs, einer schwer zu behandelnden Krebserkrankung, der weltweit
über 3000 Menschen täglich erliegen.1 Das NSCLC wird meist erst im fortgeschrittenen
Stadium diagnostiziert,
weshalb die durchschnittliche Lebenserwartung der Patienten nach der Diagnose der Erkrankung normalerweise
nur 8 bis 10 Monate beträgt.2,3 Avastin ist das einzige Medikament
für die Erstbehandlung, das
die Überlebensdauer von Patienten mit NSCLC nachweislich auf mehr als ein Jahr verlängert.
“Die
heutige Zulassung ist bahnbrechend für die Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs,”
sagte William M. Burns, CEO der Division Pharma bei Roche. “Wir werden in Zusammenarbeit mit den europäischen
Behörden auch weiterhin dafür sorgen, dass Avastin möglichst vielen Patienten mit NSCLC zur Verfügung
steht.”
Die Zulassung stützt sich auf Daten der ausschlaggebenden US-Studie
der Phase III (E4599) sowie der Phase-III-Studie ‘Avastin in Lung Cancer’ (AVAiL). Beide Studien belegen,
dass Avastin in Kombination mit einer platinbasierten Chemotherapie bei der Behandlung von Patienten
mit NSCLC wirksam ist. Die Zulassung betrifft die Anwendung von Avastin in einer Dosis von 7,5 oder
15 mg/kg in Kombination mit einer Chemotherapie auf Platinbasis zur Erstbehandlung von Patienten mit
nicht operierbarem, fortgeschrittenem, metastasierendem oder wiederkehrendem nichtkleinzelligen Lungenkrebs
(NSCLC), der histologisch nicht als Plattenepithelkarzinom klassifiziert ist. Das genehmigte breite
Anwendungsgebiet für Avastin bei der Behandlung des NSCLC ermöglicht die Kombination von Avastin mit
jedem platinbasierten Chemotherapieschema (z.B. zusammen mit Taxanen oder Gemcitabin) nach Ermessen
des behandelnden Arztes.
Professor Christian Manegold, Professor für
Medizin an der Universität Heidelberg, Universitätsklinikum Mannheim und leitender Prüfarzt der AVAiL-Studie,
ist begeistert von der Nachricht: “Lungenkrebs ist eine äusserst schwer zu behandelnde Erkrankung, und
es hat sich erwiesen, dass Avastin das Leben von Patienten mit NSCLC verlängern kann. Ein Medikament
wie Avastin, das die Schallmauer des Einjahresüberlebens durchbricht, ist ein großer Fortschritt. Die
europäische Zulassung für Avastin bedeutet, dass wir bezüglich des Überlebens von Patienten mit Lungenkrebs
noch mehr erwarten dürfen.”
Avastin ist der erste und einzige Angiogenesehemmer,
der bei Patienten mit Dickdarm-, Lungen-, Brust- und Nierenkrebs nachweislich sowohl das Gesamtüberleben
als auch das Überleben ohne Fortschreiten der Erkrankung (progressionsfreies Überleben) verlängert.
Über
die Phase-III-Studien, welche die Grundlage für die Zulassung waren
Studie
E4599
Die Ergebnisse der randomisierten, kontrollierten, multizentrischen Phase-III-Studie
E4599 an 878 Patienten mit lokal fortgeschrittenem, metastasierendem oder wiederkehrendem NSCLC, das
histologisch nicht als Plattenepithelkarzinom eingestuft wurde, zeigen eine mediane Überlebensdauer
von 12,3 Monaten bei Patienten, die mit Avastin in einer Dosis von 15 mg/kg alle drei Wochen plus Chemotherapie
behandelt wurden, verglichen mit 10,3 Monaten bei Patienten, die nur mit Chemotherapie behandelt wurden.
Bei den Patienten, die Avastin in Kombination mit Paclitaxel und Carboplatin erhielten, kam es zu einer
Verbesserung des Gesamtüberlebens von 25% gegenüber Patienten, die nur eine Chemotherapie erhielten.
Die Nebenwirkungen waren im Allgemeinen beherrschbar. Fälle von Lungenblutungen/Hämoptyse wurden bei
2,3% der Patienten unter Avastin plus Chemotherapie beobachtet. Die häufigsten Nebenwirkungen der Avastin-Therapie
waren: Bluthochdruck (5,6%), Proteinurie (4,2%), Müdigkeit (5,1%) und Atemnot (5,6%).4
AVAiL-Studie
In
der doppelblinden, randomisierten, kontrollierten Phase-III-Studie AVAiL wurden die Patienten entweder
mit Avastin in einer Dosierung von 7,5 mg/kg oder 15 mg/kg plus Cisplatin/Gemcitabin oder mit einem
Placebo und Cisplatin/Gemcitabin behandelt. In die Studie wurden weltweit über 1000 Patienten mit zuvor
unbehandeltem, fortgeschrittenem NSCLC, das histologisch nicht als Plattenepithelkarzinom eingestuft
wurde, aufgenommen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Behandlung mit Avastin zusätzlich zu einem Behandlungsschema
mit Cisplatin und Gemcitabin im Vergleich zur Chemotherapie allein das progressionsfreie Überleben wesentlich
um 20 bis 30% verlängerte. Es wurden keine neuen oder unerwarteten Nebenwirkungen beobachtet.
Über
Lungenkrebs
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Lungenkrebs
sowohl
bei Männern als auch bei Frauen die häufigste Krebstodesursache5 und für
19,7% aller krebsbedingten
Todesfälle verantwortlich.6 Auch in Europa ist Lungenkrebs die häufigste
Krebstodesursache: 2006 forderte
Lungenkrebs 334.800 Menschenleben.6 Weltweit werden alljährlich mehr als
1,2 Millionen neue Fälle von
Lungenkrebs diagnostiziert,5 und es werden dringend neue Behandlungsmöglichkeiten
benötigt, weil die
Krankheit eine sehr hohe Sterblichkeitsrate hat.
Das nichtkleinzellige
Lungenkarzinom (NSCLC) ist mit einem Anteil von über 80% aller Lungenkrebserkrankungen die häufigste
Form von Lungenkrebs.7 Nach wie vor werden die meisten Fälle von NSCLC erst
im fortgeschrittenen Stadium
diagnostiziert, in dem der Krebs nicht mehr operierbar ist oder sich bereits in andere Organe des Körpers
ausgebreitet hat. Trotz der Chemotherapie als Erstbehandlung sind fünf Jahre nach der Diagnose weniger
als 5% der Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC noch am Leben; die meisten Patienten mit Metastasen
in anderen Organen versterben innerhalb von sechs Monaten.7
Über
Avastin
Avastin
ist das erste Medikament, das die Angiogenese hemmt – d.h. die Bildung von Blutgefässen, die das Krebsgewebe
mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Avastin wirkt gezielt gegen das natürlich vorkommende Protein
VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor), das eine Schlüsselrolle bei der Angiogenese spielt. Es unterbindet
auf diese Weise die Blutzufuhr zum Tumor, was dessen Wachstum und Streuung (Metastasierung) im Körper
bremst.
Avastin wurde im Februar 2004 in den USA und im Januar 2005 in
Europa für die Erstbehandlung von Patienten mit metastasierendem Dickdarmkrebs zugelassen. Im Juni 2006
wurde in den USA eine weitere Zulassung als Zweitbehandlung für Patienten mit metastasierendem Dickdarmkrebs
erteilt. Im Oktober 2006 wurde der weltweit erste Angiogenesehemmer nach einem beschleunigten Prüfungsverfahren
von der FDA für die Behandlung des NSCLC zugelassen. Und im März 2007 schliesslich wurde Avastin in
Europa für die Erstbehandlung von Frauen mit metastasierendem Brustkrebs und im April in Japan für die
Anwendung bei fortgeschrittenem oder rezidivierendem Dickdarmkrebs zugelassen.
Roche
und Genentech führen ein umfassendes klinisches Studienprogramm zur Prüfung der Anwendung von Avastin
bei unterschiedlichen Tumorarten (unter anderem Dickdarm-, Brust-, Lungen-, Bauchspeicheldrüsen-, Eierstock-
und Nierenzellkrebs) und in verschiedenen Situationen (im fortgeschrittenen Stadium und als unterstützende
Therapie, z.B.nach einer Operation) durch. Das gesamte Entwicklungsprogramm wird weltweit voraussichtlich
über 40 000 Patienten umfassen.
Über Roche
Roche
mit Hauptsitz
in Basel, Schweiz, ist ein global führendes, forschungsorientiertes Healthcare-Unternehmen in den Bereichen
Pharma und Diagnostika. Als weltweit grösstes Biotech-Unternehmen trägt Roche mit innovativen Produkten
und Dienstleistungen, die der Früherkennung, Prävention, Diagnose und Behandlung von Krankheiten dienen,
auf breiter Basis zur Verbesserung der Gesundheit und Lebensqualität von Menschen bei. Roche ist der
weltweit bedeutendste Anbieter von In-vitro-Diagnostika sowie von Krebs- und Transplantationsmedikamenten,
nimmt in der Virologie eine Spitzenposition ein und ist ferner auf weiteren wichtigen therapeutischen
Gebieten aktiv, darunter Autoimmun-, Entzündungs- und Stoffwechselkrankheiten sowie Erkrankungen des
Zentralnervensystems. 2006 erzielte die Division Pharma einen Umsatz von 33,3 Milliarden Franken und
die Division Diagnostics Verkäufe von 8,7 Milliarden Franken. Roche beschäftigt weltweit rund 75'000
Mitarbeitende und unterhält Forschungs- und Entwicklungskooperationen und strategische Allianzen mit
zahlreichen Partnern. Hierzu gehören auch Mehrheitsbeteiligungen an Genentech und Chugai. Weitere Informationen
zur Roche-Gruppe finden sich im Internet(www.roche.com).
Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.
Weitere Informationen
- Roche in der Onkologie
- Roche Health Kiosk
- Avastin
Kostenlose Videoclips über Avastin finden Sie unter: www.thenewsmarket.com.
Literatur
1.
Kamangar F, et al. Patterns of cancer incidence, mortality, and prevalence across five continents: defining
priorities to reduce cancer disparities in different geographic regions of the world. J Clin Oncol 2006;
24(14): 2137-50.
2. Schiller JH, et al. Comparison of four chemotherapy regimens for
advanced non-small-cell lung cancer. N Engl J Med 2002;346:92-8.
3. Sandler A, et al.
Paclitaxel-Carboplatin Alone or with Bevacizumab for Non-Small-Cell Lung Cancer. N Engl J Med. 2006:355;
2542-50
4. Data on file. Roche, 2006
5. Stewart BW and Kleihues P. World
Cancer Report. IARC Press, Lyon, pp.183-7, 2003
6. Ferlay J, et al. Estimates of the
cancer incidence and mortality in Europe in 2006. Annals of Oncology. 2007; 18: 581-92.
7.
Wilking N and Jonsson B. A Pan-European comparison regarding patient access to cancer drugs. Karolinska
Institute in collaboration with Stockholm School of Economics, Stockholm, Sweden, 2005.