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Medienmitteilung

Basel, 25. Juni 2007


Roche und Toyama Chemical unterzeichnen Vereinbarung zur Entwicklung eines potenziell bahnbrechenden Medikaments gegen rheumatoide Arthritis
Neuartige Substanz T-5224 kann die progressive Gelenk- und Knochenzerstörung hemmen

Toyama Chemical Co., Ltd. und Roche haben eine Lizenzvereinbarung zur Erforschung, Entwicklung und Vermarktung des neuartigen oralen Medikaments T-5224 von Toyama Chemical zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis unterzeichnet. T-5224 kann durch Hemmung eines spezifischen Entzündungsprozesses die Zeichen und Symptome der rheumatoiden Arthritis sowie die progressive Gelenk- und Knochenzerstörung aufhalten. T-5224 befindet sich derzeit in Entwicklungsphase I. Diese Partnerschaft bedeutet für Roche eine weitere Stärkung des viel versprechenden Produkteportfolios und der Forschungs- und Entwicklungs-Pipeline auf dem Gebiet der rheumatoiden Arthritis.

"Diese neuartige orale Substanz ergänzt unser wachsendes Portfolio für mögliche Medikamente gegen Entzündungen und rheumatoide Arthritis. Die Substanz T-5224 kann einen wichtigen Auslöser der rheumatoiden Arthritis hemmen. Ihre pharmakologische Wirksamkeit und Sicherheit haben sich bereits in den ersten klinischen Studien als viel versprechend erwiesen," sagte Jean-Jacques Garaud, Leiter von Roche Pharma Development. "Unsere neue Zusammenarbeit ist eine gute Nachricht sowohl für alle Patienten mit rheumatoider Arthritis als auch für unsere beiden Unternehmen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den neuen Kollegen in Japan bei der Entwicklung von T-5224."

"Durch die mit Roche, einem der weltweit führenden Forschungs- und Entwicklungsunternehmen eingegangene Zusammenarbeit bei der Forschung und Entwicklung sind wir in der Lage, das Potenzial des Arzneimittels auf dem Gebiet der Entzündungshemmer - einem Schwerpunkt von Toyama Chemical - vermehrt zu nutzen," erklärte Masuji Sugata, der Präsident von Toyama Chemical.

Im Rahmen der Vereinbarung überlässt Toyama Chemical Roche die Exklusivrechte zur Erforschung, Entwicklung und weltweiten Vermarktung von T-5224 ausserhalb Japans, wo Toyama Chemical die Exklusivrechte behält. Die Vereinbarung bezieht sich auch auf die gemeinsame Erforschung und Entwicklung von Alternativkandidaten für T-5224. Toyama Chemical erhält Vorauszahlungen und Teilzahlungen im Gesamtumfang von bis zu 370 Millionen US-Dollar auf der Grundlage bestimmter bei der Entwicklung und Vermarktung erreichter Ziele. Falls für T-5224 die Markzulassung erteilt wird, erhält Toyama Chemical von Roche Lizenzzahlungen auf der Grundlage des Nettoumsatzes von T-5224.

Über T-5224
T-5224 ist ein Hemmstoff des Transkriptionsfaktors AP-1 (Activator Protein-1), der eine wichtige Rolle beim Krankheitsgeschehen der rheumatoiden Arthritis spielt. AP-1 schaltet in Reaktion auf Entzündungsauslöser verschiedene Gene an, darunter viele, die für die Proteine verantwortlich sind, an denen derzeitige Arzneimittel gegen rheumatoide Arthritis angreifen. Zusätzlich stimuliert AP-1 in bestimmten Gelenkzellen, den Osteoklasten, die Bildung von Enzymen, von denen man annimmt, dass sie spezifisch die Zerstörung von Knochen und Gelenkgewebe verursachen. Durch die Hemmung des AP-1-Prozesses wirkt T-5224 daher auf mehrere entscheidende Abläufe und kann so bei vielen Patienten das Fortschreiten dieser zu Behinderungen führenden Krankheit verhüten.

T-5224 als Arzneimittelkandidat bei rheumatoider Arthritis wurde ursprünglich durch Zusammenarbeit zwischen Toyama Chemical Research und den Professoren Shunichi Shiozawa von der Universität Kobe und Shuichi Hirono von der Universität Kitasato entdeckt. Im Rahmen dieser Kooperation wurden nicht-klinische Studien abgeschlossen und seit Juni letzten Jahres werden in Japan klinische Phase-I-Studien durchgeführt. Toyama Chemical erhält für ihre Forschung und Entwicklung in Japan über das Entwicklungskontraktprogramm Mittel von der japanischen Science and Technology Agency, einer unabhängigen Behörde.

Über rheumatoide Arthritis
Die rheumatoide Arthritis (RA) ist eine progressive systemische Autoimmunkrankheit, bei der es zu einer chronischen Entzündung mehrerer Gelenke sowie zu Müdigkeit kommt. Weitere Folgen können Osteoporose, Anämie sowie Auswirkungen auf Lunge, Haut und Leber sein. Diese Entzündung verursacht Schmerzen, Steifigkeit und Schwellungen. Durch die Zerstörung von Knochen und Knorpel kommt es zum Funktionsverlust der betroffenen Gelenke, was häufig mit fortschreitenden Behinderungen verbunden ist. Mit dem Fortschreiten der chronischen Entzündung kann auch die Lebenserwartung verkürzt werden, wenn wichtige Organsysteme beeinträchtigt sind. Nach einer Krankheitsdauer von 10 Jahren ist weniger als die Hälfte der Patienten in der Lage, ihrer Arbeit oder ihren gewohnten Alltagsaktivitäten nachzugehen. Mehr als 21 Millionen Menschen leiden weltweit an rheumatoider Arthritis.

Über Roche und rheumatoide Arthritis
Es wird erwartet, dass das aufstrebende Produkteportfolio von Roche auf dem Gebiet der Autoimmunkrankheiten - insbesondere rheumatoide Arthritis als erste Indikation - massgeblich das Umsatzwachstum von Roche der nächsten Jahre mitbestimmen wird. Seit der Einführung von MabThera (Rituximab) sind zahlreiche Projekte in Entwicklung, welche dazu beitragen können, dass sich Roche weitere Möglichkeiten eröffnen. MabThera ist das erste und einzige selektive B-Zell-Therapeutikum für rheumatoide Arthritis, das einen grundsätzlich anderen Behandlungsansatz ermöglicht, denn es richtet sich gezielt gegen B-Zellen, die bei der Entstehung der rheumatoiden Arthritis eine Schlüsselposition einnehmen. Actemra von Roche ist ein weiterer Vertreter einer neuartigen Arzneimittelklasse. Es handelt sich dabei um einen humanisierten monoklonalen Antikörper gegen den Interleukin-6-(IL-6)-Rezeptor, der die Aktivität von IL-6 hemmt - einem Protein, das im Entzündungsprozess der rheumatoiden Arthritis eine wichtige Rolle spielt. Actemra entstammt der Forschung von Chugai und wird weltweit zusammen mit Chugai entwickelt. Weitere Produkte, welche für eine reichhaltige Pipeline sorgen werden, befinden sich in klinischen Studien der Phase I, II und III. Darunter ist vor allem Ocrelizumab, ein vollständig humanisierter Anti-CD20-Antikörper, für den soeben Phase III der Entwicklung bei rheumatoider Arthritis begonnen hat.

Über Toyama Chemical
Toyama Chemical ist auf Forschung und Entwicklung spezialisiert und hat es sich zum Ziel gesetzt, durch Entwicklung neuer Arzneimittel zur Weiterentwicklung der globalen Gesundheitsversorgung beizutragen. Schwerpunkte der Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten von Toyama sind drei Gebiete: Arzneimittel gegen Infektionen, Entzündungshemmer sowie Arzneimittel zur Verbesserung der Hirnfunktion und gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zur derzeitigen Arzneimittel-Pipeline gehören T-3811, ein synthetisches antibakterielles Mittel; T-614, ein orales Antirheumamittel und T-817MA zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit. Das Unternehmen ist strategische Partnerschaften mit einheimischen und ausländischen pharmazeutischen Herstellern eingegangen und hat Tochterfirmen in den USA und Grossbritannien gegründet, die sich der klinischen Forschung widmen. Den Erfolg von Toyama belegen ihre Technologieexporte und Lizenzeinnahmen, die zu den höchsten bei mittelgrossen japanischen Pharmaunternehmen gehören. Toyama verfolgt eine aggressive und aussenorientierte Unternehmenspolitik und strebt durch Globalisierung ihrer Tätigkeiten eine Schlüsselposition als pharmazeutischer Hersteller an. Weitere Informationen zu Toyama Chemical finden sich im Internet unter www.toyama-chemical.co.jp/eng.

Über Roche
Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ist ein global führendes, forschungsorientiertes Healthcare-Unternehmen in den Bereichen Pharma und Diagnostika. Als weltweit grösstes Biotechnologieunternehmen trägt Roche mit innovativen Produkten und Dienstleistungen, die der Früherkennung, Prävention, Diagnose und Behandlung von Krankheiten dienen, auf breiter Basis zur Verbesserung der Gesundheit und Lebensqualität von Menschen bei. Roche ist einer der weltweit bedeutendsten Anbieter von Diagnostika, der grösste Hersteller von Krebs- und Transplantationsmedikamenten, nimmt in der Virologie eine Spitzenposition ein und ist ferner auf weiteren wichtigen therapeutischen Gebieten aktiv, darunter Autoimmun-, Entzündungs- und Stoffwechselkrankheiten sowie Erkrankungen des Zentralnervensystems. 2006 erzielte die Division Pharma einen Umsatz von 33,3 Milliarden Franken und die Division Diagnostics Verkäufe von 8,7 Milliarden Franken. Roche beschäftigt rund 75'000 Mitarbeitende weltweit und unterhält Forschungs- und Entwicklungskooperationen sowie strategische Allianzen mit zahlreichen Partnern. Hierzu gehören auch Mehrheitsbeteiligungen an Genentech und Chugai. Weitere Informationen zur Roche-Gruppe finden sich im Internet (www.roche.com).

Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.



Weitere Informationen
- Roche & Autoimmunkrankheiten