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Medienmitteilung

Basel, 25. Juni 2007

Einmal monatliche Verabreichung von Mircera könnte Zeitaufwand in Dialysezentren für Behandlung von Anämie um 50% senken
Neue Studie zeigt Potenzial für besseren Einsatz der Ressourcen bei gleichbleibend hoher Therapiequalität


Eine neue Studie über den Arbeitsablauf an deutschen und britischen Dialysezentren hat ergeben, dass die jährlich für die Anämietherapie aufgewendete Zeit annähernd halbiert werden könnte, wenn die Dialysepatienten von einer Behandlung mit häufiger zu verabreichenden Erythropoiese-stimulierenden Arzneimitteln (ESAs) auf eine einmal monatliche Verabreichung von Mircera umgestellt würden.

Die Studie prüfte als Modell die einmal monatliche Verabreichung von Mircera zur Behandlung von Anämie und kam zu folgendem Ergebnis: Ein Zentrum mit 100 Patienten könnte beim medizinischen Personal durchschnittlich 37 bis 43 Arbeitstage pro Jahr einsparen, wenn die Patienten mit Mircera behandelt würden. In den deutschen Zentren wurde die Zeit, die jährlich für die Behandlung der Anämie aufgewendet wird, von 79 auf 36 Arbeitstage und in den britischen Zentren von 95 auf 58 Arbeitstage gekürzt, was einer Reduktion um 54% bzw. 40% entspricht.

Die Ergebnisse der Studie wurden heute am 44. Jahreskongress der European Renal Association – European Dialysis and Transplant Association (ERA-EDTA) in Barcelona vorgestellt1. Die Studie hatte zum Ziel, die Zeit und die Kosten einer nach gängiger Praxis erfolgten Anämiebehandlung zu messen. Um das Potenzial hinsichtlich Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen abschätzen zu können, wurde eine neuartige Therapie als Modell verwendet, welche die Hämoglobinspiegel mit nur einer Verabreichung pro Monat stabilisiert. Mircera, ein kontinuierlicher Aktivator für die Bildung roter Blutkörperchen, ist derzeit noch nicht zugelassen, hat jedoch vor Kurzem eine positive Stellungnahme des Europäischen Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) erhalten, der sich für eine Marktzulassung in der EU ausspricht.

Ulrich Saueressig, Internist in einer Gemeinschaftspraxis in Wuppertal (Deutschland) und Hauptautor der Studie, der die Ergebnisse vorstellte: „Das Interessante an dieser Studie ist, dass sie das Potenzial für beträchtliche Einsparungen aufzeigt, die in einem einzigen Zentrum mit durchschnittlich 100 Dialysepatienten pro Jahr erzielt werden könnten. Die Senkung der zeitaufwändigen administrativen und routinemässigen Aufgaben führt ausserdem dazu, dass das medizinische Personal deutlich mehr Zeit für andere Bedürfnisse der Patienten hat.“

Über die Studie
Die Studie wurde an 12 Dialysezentren in Deutschland und Grossbritannien durchgeführt (in den USA waren ähnliche Daten erhoben worden, die anfangs Jahr vorgestellt wurden). Die Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Anämiebehandlung wurden anhand von Interviews mit dem Personal in Dialysezentren ermittelt. Diese Tätigkeiten wurden anschliessend unterteilt in beobachtete Aufgaben (Vorbereitung, Verteilung, Verabreichung der ESAs) sowie in nichtbeobachtete Aufgaben (die mit der Anämiebehandlung in Zusammenhang stehen, aber mit anderen Tätigkeiten, wie Arztbesuchen, Labormessungen, Auswertung der Bluttests, verbunden sind). Die Zeit für die beobachteten Aufgaben wurde vom Studienpersonal mit einer Stoppuhr gemessen, während die geschätzte Zeit für die nichtbeobachteten Aufgaben in Gesprächen ermittelt wurde. Insgesamt wurden 461 Arbeitsabläufe registriert.
Mit aktivitätsbasierten Kalkulationsmethoden wurde die Zeit, die das medizinische Personal für die Anämiebehandlung aufwendete, in Geldeinheiten umgerechnet. Um die Kosten für die Personalzeit zu erhalten, wurde die für eine spezifische Aufgabe aufgewendete Zeit mit dem landesüblichen Durchschnittslohn des Mitarbeitenden, der die jeweilige Aufgabe ausführt (z.B. Krankenschwester, Techniker, Arzt), multipliziert. Die Kosten im Zusammenhang mit der Beschaffung der ESAs wurden in der Analyse nicht mitberücksichtigt.
Basierend auf den Daten aus der Zeit- und Kostenkalkulation für die ESA-Therapie wurde geschätzt, welche Entlastung die alleinige Behandlung mit einer einmal monatlichen Verabreichung von Mircera bezüglich Zeit und Kosten in einem durchschnittlichen Dialysezentrum mit 100 Patienten in jedem Land erreicht werden könnten.

Die wichtigsten Resultate
Zeit und Kosten für eine Anämiebehandlung mit den derzeit erhältlichen ESAs:
  • Die durchschnittliche Anzahl Arbeitstage pro Jahr (ein Arbeitstag entspricht 8 Stunden), die für Tätigkeiten im Zusammenhang mit einer ESA-Therapie aufgewendet werden, betrug in den deutschen Zentren 79 Tage und in den britischen Zentren 95 Tage (auf der Basis von 100 Patienten pro Zentrum).
  • Die durchschnittlichen Kosten pro Jahr und Zentrum im Zusammenhang mit der Verabreichung der derzeit erhältlichen ESAs beliefen sich auf € 17’031 in Deutschland bzw. £ 18’739 in Grossbritannien.
  • Der gewichtete Durchschnitt der Anzahl ESA-Verabreichungen pro Patient und Monat lag bei 8 in den deutschen Zentren bzw. bei 7 in den britischen Zentren.

Einsparungen, wenn allen Patienten Mircera verabreicht würde:

  • Das Modell hat gezeigt, dass die durchschnittliche Anzahl Arbeitstage, die pro Jahr im Zusammenhang mit ESAs insgesamt aufgewendet werden, in den deutschen und britischen Dialysezentren schätzungsweise um 43 bzw. 37 Tage gesenkt werden könnten, wenn ausnahmslos alle Patienten Mircera erhalten würden.
  • Diese Entlastung könnte in der Folge zu durchschnittlichen Kosteneinsparungen in der Höhe von schätzungsweise € 9798 in den deutschen Zentren bzw. von £ 6615 in den britischen Zentren (auf der Basis von 100 Patienten pro Zentrum) führen.
  • Zu den Tätigkeiten im Zusammenhang mit einer ESA-Therapie, deren Anzahl durch die Umstellung auf die einmal monatliche Verabreichung von Mircera abnehmen würde, gehörten gemäss Angaben aus den Interviews die Zubereitung des Präparats, Injektion und Aufzeichnung (beide Länder) sowie Arztbesuche (nur Deutschland).

Über Mircera
Mircera ist ein kontinuierlicher Aktivator der Rezeptoren für die Bildung roter Blutkörperchen (continuous erythropoietin receptor activator). Im Vergleich zu Erythropoetin weist die Wirkung von Mircera an den Rezeptoren folgende Merkmale auf: eine langsame Bindung an die Rezeptoren und eine schnellere Trennung von diesen, eine geringere spezifische Aktivität in vitro und eine höhere Aktivität in vivo sowie eine längere Halbwertzeit. Mircera ist das einzige Medikament, das in seinem Zulassungsprogramm mit drei ESAs verglichen wurde: Epoetin alfa, Epoetin beta und Darbepoetin alfa. Im Mai erhielt Mircera einen „Aprovable Letter“ von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA sowie eine positive Stellungnahme des Europäischen Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP), der die Marktzulassung des Präparats in der EU empfiehlt.

Über Roche
Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ist ein global führendes, forschungsorientiertes Healthcare-Unternehmen in den Bereichen Pharma und Diagnostika. Als weltweit grösstes Biotech-Unternehmen trägt Roche mit innovativen Produkten und Dienstleistungen, die der Früherkennung, Prävention, Diagnose und Behandlung von Krankheiten dienen, auf breiter Basis zur Verbesserung der Gesundheit und Lebensqualität von Menschen bei. Roche ist der weltweit bedeutendste Anbieter von In-vitro-Diagnostika sowie von Krebs- und Transplantationsmedikamenten, nimmt in der Virologie eine Spitzenposition ein und ist ferner auf weiteren wichtigen therapeutischen Gebieten aktiv, darunter Autoimmun-, Entzündungs- und Stoffwechselkrankheiten sowie Erkrankungen des Zentralnervensystems. 2006 erzielte die Division Pharma einen Umsatz von 33,3 Milliarden Franken und die Division Diagnostics Verkäufe von 8,7 Milliarden Franken. Roche beschäftigt weltweit rund 75’000 Mitarbeitende und unterhält Forschungs- und Entwicklungskooperationen und strategische Allianzen mit zahlreichen Partnern. Hierzu gehören auch Mehrheitsbeteiligungen an Genentech und Chugai. Weitere Informationen zur Roche-Gruppe finden sich im Internet (www.roche.com).

Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.

Literatur
1) Ulrich Saueressig, et al. Staff time and costs for anaemia management with erythropoietic stimulating agents in patients on haemodialysis. Abstract SaP341 44th ERA-EDTA Barcelona 2007