Medienmitteilung
Basel, 3. Mai 2007
Herceptin
erhält europäische Zulassung für die Kombinationstherapie mit Aromatasehemmer zur Behandlung von Patientinnen
mit HER2- und Hormonrezeptor-positivem metastasierendem Brustkrebs
Weltweit erste
Kombination aus zwei gezielt wirkenden Therapien mit Zulassung zur Behandlung einer Krebserkrankung
Die Europäische Kommission hat die kombinierte Anwendung von Herceptin
mit einem Aromatasehemmer zugelassen. Diese Kombination wird zur Behandlung von postmenopausalen Patientinnen
eingesetzt, die sowohl an HER2-positivem als auch an Hormonrezeptor-positivem metastasierendem Brustkrebs
leiden.
Die Zulassung stützt sich auf Daten aus der internationalen
Phase-III-Studie TAnDEM, die gezeigt haben, dass die zusätzliche Gabe von Herceptin zur Hormontherapie
die mittlere progressionsfreie Überlebenszeit (die Zeit, während der die Krebskrankheit nicht fortschreitet)
von 2,4 Monaten auf 4,8 Monate verdoppelte.1
William
M. Burns, CEO der Division Pharma von Roche: "Mit der heutigen Zulassung steht Patientinnen mit
einer
besonders aggressiven Form von Brustkrebs zum ersten Mal eine Kombination zweier gezielt wirkender Therapien
zur Verfügung. Herceptin hilft allen Patientinnen, und zwar unabhängig davon, ob es im Früh- oder Spätstadium
der Krankheit oder ob es in Kombination mit einer Chemotherapie, mit einer Hormonbehandlung oder als
Monotherapie eingesetzt wird."
Umfassende Prüfungen deuten darauf
hin,
dass rund zwei Drittel aller Brustkrebspatientinnen einen Hormonrezeptor-positiven Tumor aufweisen.2
Ein beträchtlicher Anteil dieser Patientinnen (bis zu 25%) ist ausserdem HER2-positiv.3,
4, 5 Die TAnDEM-Studie ist die erste randomisierte Studie, mit der aufgezeigt wurde, dass diese
spezifische Untergruppe von "zweifach positiven" (HER2- und Hormonrezeptor-positiven) Brustkrebspatientinnen
ein höheres Rückfallrisiko aufweist, wodurch die positiven Ergebnisse mit Herceptin zusätzliches Gewicht
erhalten.
Herceptin ist derzeit zur Behandlung von HER2-positivem Brustkrebs
sowohl im Früh- als auch im metastasierenden (fortgeschrittenen) Stadium zugelassen und hat in beiden
Stadien nachweislich einen Überlebensvorteil gezeigt. Mit der neuen Zulassung wird nun auch die Anwendung
von Herceptin in Kombination mit einer Hormontherapie zur Behandlung von fortgeschrittenem Brustkrebs
ermöglicht.
Über die TAnDEM-Studie
Die
von Roche durchgeführte TAnDEM-Studie ist eine randomisierte Phase-III-Studie, die Herceptin in Kombination
mit der Hormontherapie Anastrozole im Vergleich zur alleinigen Anwendung von Anastrozole untersuchte,
und zwar zur Erstlinientherapie (bzw. Zweitlinien-Hormontherapie) bei Frauen nach der Menopause mit
fortgeschrittenem (metastasierendem) HER2-positivem und Hormonrezeptor-positivem (ER-positivem und/oder
PR-positivem) Brustkrebs. Die Aufnahme von Patientinnen in die Studie begann 2001. Weltweit wurden 208
sowohl HER2-positive als auch Hormonrezeptor-positive Patientinnen an 77 Zentren in 22 Ländern rekrutiert.
Die mittlere progressionsfreie Überlebenszeit war der primäre Endpunkt
der Studie und betrug 4,8 Monate bei den Patientinnen, welche die Kombinationstherapie erhielten, im
Vergleich zu 2,4 Monaten bei den Patientinnen, die nur die Hormontherapie bekamen (p=0,0016). Die Patientinnen
in der Gruppe mit der Kombinationstherapie sprachen auch signifikant besser auf die Behandlung an (die
Gesamtansprechrate lag bei 20,3% gegenüber 6,8%, p=0,018). Auch bei der mittleren Gesamtüberlebenszeit
konnte ein positiver Trend beobachtet werden (28,5 Monate gegenüber 23,9 Monate; p=0,325), und dies
trotz der Tatsache, dass mehr als die Hälfte der Patientinnen (58/104) aus der Gruppe mit der Hormontherapie
im Verlauf der Studie - als sich ihr gesundheitlicher Zustand verschlechterte - zu Herceptin wechselten
und weitere 15 (von 104) Patientinnen zu einem späteren Zeitpunkt Herceptin erhielten.
Die
Sicherheitsdaten waren in beiden Patientengruppen akzeptabel, wenn man das bekannte Sicherheitsprofil
der einzelnen Arzneimittel bei fortgeschrittenem Brustkrebs berücksichtigt. Die Patientinnen in dieser
Studie werden weiterhin auf Nebenwirkungen überwacht.
Über
Brustkrebs und Herceptin
Acht bis neun Prozent aller Frauen erkranken im Laufe
ihres Lebens an Brustkrebs, womit dieser bei Frauen einer der häufigsten Krebskrankheiten darstellt.6
Weltweit wird jährlich bei über einer Million Frauen Brustkrebs diagnostiziert, und nahezu 400 000 Frauen
sterben jedes Jahr an dieser Krankheit.
Beim HER2-positiven Brustkrebs
sind auf der Oberfläche der Krebszellen erhöhte Mengen des HER2-Proteins vorhanden. Man spricht auch
von einer "HER2-Überexpression". Hohe Konzentrationen von HER2 zeigen sich bei einer besonders
aggressiven
Form von Brustkrebs, die schlecht auf eine Chemotherapie anspricht. Untersuchungen haben gezeigt, dass
bei rund 20-30% aller Brustkrebsfälle ein HER2-positiver Tumor vorliegt.
Herceptin
ist ein humanisierter Antikörper, der auf HER2 ausgerichtet ist und dessen Funktion hemmt. HER2 ist
ein Protein, das ausgehend von einem spezifischen Gen mit krebserzeugendem Potenzial gebildet wird.
Neben seiner Wirksamkeit bei Brustkrebs im Frühstadium hat Herceptin auch eine Verbesserung der Überlebensdauer
bei fortgeschrittenem (metastasierendem) Brustkrebs aufgezeigt: Die Kombination mit einer Chemotherapie
ermöglicht Patientinnen eine bis zu einem Drittel längere Überlebenszeit als die Chemotherapie allein.7
In der Europäischen Union wurde Herceptin im Jahr 2000 zur Behandlung
von fortgeschrittenem (metastasierendem) HER2-positivem Brustkrebs und 2006 zur Behandlung von HER2-positivem
Brustkrebs im Frühstadium zugelassen. Bei fortgeschrittenem Brustkrebs ist Herceptin in Kombination
mit Paclitaxel für die Erstlinientherapie zugelassen, falls Anthracycline nicht geeignet sind, in Kombination
mit Docetaxel für die Erstlinientherapie sowie als Monotherapeutikum für die Drittlinientherapie. Bei
Brustkrebs im Frühstadium ist Herceptin für die Begleittherapie nach einer Standard-Chemotherapie zugelassen.
Herceptin wird in den USA von Genentech, in Japan von Chugai und in den übrigen Ländern von Roche vertrieben.
Bislang haben weltweit rund 400 000 Patientinnen mit HER2-positivem
Brustkrebs eine Therapie mit Herceptin erhalten.
Über Roche
Roche
mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ist ein global führendes, forschungsorientiertes Healthcare-Unternehmen
in den Bereichen Pharma und Diagnostika. Als weltweit grösstes Biotech-Unternehmen trägt Roche mit innovativen
Produkten und Dienstleistungen, die der Früherkennung, Prävention, Diagnose und Behandlung von Krankheiten
dienen, auf breiter Basis zur Verbesserung der Gesundheit und Lebensqualität von Menschen bei. Roche
ist der weltweit bedeutendste Anbieter von In-vitro-Diagnostika sowie von Krebs- und Transplantationsmedikamenten,
nimmt in der Virologie eine Spitzenposition ein und ist ferner auf weiteren wichtigen therapeutischen
Gebieten aktiv, darunter Autoimmun-, Entzündungs- und Stoffwechselkrankheiten sowie Erkrankungen des
Zentralnervensystems. 2006 erzielte die Division Pharma einen Umsatz von 33,3 Milliarden Franken und
die Division Diagnostics Verkäufe von 8,7 Milliarden Franken. Roche beschäftigt weltweit rund 75 000
Mitarbeitende und unterhält Forschungs- und Entwicklungskooperationen und strategische Allianzen mit
zahlreichen Partnern. Hierzu gehören auch Mehrheitsbeteiligungen an Genentech und Chugai. Weitere Informationen
zur Roche-Gruppe finden sich im Internet (www.roche.com).
Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.
Weitere Informationen:
- Über Genentech
- Roche in der Onkologie
- Roche Health Kiosk über Krebs
- Videoclips (in TV-Qualität, kostenlos)
1Kaufman,
B. Trastuzumab plus anastrozole prolongs progression-free survival in postmenopausal women with HER2
positive, hormone-dependent metastatic breast cancer (MBC). European Society for Medical Oncology (ESMO)
Congress, Abstract no. LBA2, 2006.
2 Chu KC, Anderson WF. Breast Cancer Res Treat 2002;74:199–211.
3
Fornier M, Risio M, Van Poznak C, Seidman A. Oncology 2002;16:1340-1358.
4 Penault-Llorca
F, Vincent Salomon A, Mathieu MC et al. Ann Oncol 2002;13:(Suppl 5):49 (Abstract 176P)
5
Arpino G, Green SJ, Allred DC et al. Clinical Cancer Res 2004;10:5670-5676.
6World Health
Organization, 2000.
7 Extra JM, Cognetti F, Maraninchi D et al. Long-term survival demonstrated
with trastuzumab plus docetaxel: 24-month data from a randomised trial (M77001) in HER2-positive metastatic
breast cancer. Abstract #555, American Society for Clinical Oncology (ASCO) Annual Meeting 2005.