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Media Release

Basel, 11. April 2007

Roche und Transgene vereinbaren Partnerschaft für therapeutische Impfstoffe gegen HPV-bedingte Erkrankungen
Roche übernimmt Entwicklung und Vermarktung von Produkten aus dem Transgene-Programm

Roche und Transgene haben heute bekannt gegeben, dass sie eine exklusive weltweite Kooperationsvereinbarung eingegangen sind. Diese betrifft die Entwicklung und Vermarktung von Produkten, die aus dem therapeutischen Impfstoffprogramm von Transgene gegen HPV-bedingte Erkrankungen stammen. Das humane Papillomavirus (HPV) ist an der Entstehung von Krebsvorstufen (präkanzerösen Läsionen) sowie von Gebärmutterhalskrebs mitbeteiligt. Die Vereinbarung umfasst den therapeutischen Impfstoffkandidaten von Transgene, TG 4001 (MVA-HPV-IL2). Dieser befindet sich derzeit in der klinischen Entwicklung zur Behandlung der hoch-malignen zervikalen intraepithelialen Neoplasie (CIN 2/3), einer präkanzerösen Veränderung am Gebärmutterhals, die zu Krebs führen kann. Im Rahmen der Vereinbarung wird Roche die weltweite Entwicklung und Vermarktung übernehmen. Phase-II-Studien mit TG 4001 sind abgeschlossen und Phase-III-Studien in Planung.

Peter Hug, Leiter von Pharma Partnering bei Roche: "Transgene passt strategisch hervorragend zu Roche. Das Unternehmen bietet einen differenzierten Therapieansatz für eine Krebsvorstufe mit hohem medizinischen Handlungsbedarf. Das Know-how von Transgene auf dem Gebiet der viralen therapeutischen Impfstoffe ergänzt unsere Kernkompetenzen in der Entwicklung von Präparaten für die Bereiche Onkologie und Virologie. Als weltweit führender Anbieter von In-vitro-Diagnostika mit grossen Erfahrungen auf dem Gebiet des Nachweises von HPV bietet uns die Zusammenarbeit mit Transgene auch die Chance, unsere integrierten Gesundheitslösungen auszubauen und voranzutreiben. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Transgene."

Philippe Archinard, Chief Executive Officer von Transgene: "Wir sind sehr glücklich über das Engagement von Roche zur Weiterentwicklung unseres vielversprechenden Impfstoffs TG 4001 gegen HPV-bedingte Erkrankungen. Roche verfügt über grosses Know-how und hält eine führende Stellung in der Entwicklung und Vermarktung neuartiger und innovativer Therapien. Diese Partnerschaft ist eine Bestätigung für unser technologisches und strategisches Vorgehen. Für Transgene stellt sie eine grosse Umstellung dar. Sie erlaubt uns, die Entwicklung unseres gesamten Produktportfolios zu beschleunigen und zu erweitern."

Die Vereinbarung
Roche erwirbt eine exklusive Lizenz für TG 4001 sowie für weitere therapeutische Impfstoffkandidaten, die aus der Zusammenarbeit im Bereich HPV-bedingte Erkrankungen hervorgehen. Zudem erhält Roche die exklusiven weltweiten Vermarktungsrechte. Roche wird alle künftig anfallenden Kosten für die Entwicklung von TG 4001 übernehmen und für die Durchführung von Phase-III-Studien zuständig sein.

Transgene erhält eine Vorauszahlung in der Höhe von 13 Millionen Euro. Weitere 10 Millionen Euro werden bei Erreichen von Etappenzielen im Zusammenhang mit den geplanten Phase-III-Studien entrichtet. Zusätzliche Zahlungen von Roche an Transgene sind bis zu einer Höhe von 195 Millionen möglich, wenn bestimmte Weiterentwicklungen sowie umsatzbezogene Ziele in verschiedenen HPV-bedingten Indikationsgebieten erreicht werden. Transgene hat zudem Anspruch auf Lizenzgebühren in bis zu zweistelliger Höhe auf die Verkäufe eines Produkts nach seiner Marktzulassung.

Roche erhält sämtliche Herstellungsrechte, hat jedoch zugestimmt, Transgene - unter kommerziellen Bedingungen - die exklusive Verantwortung für Lieferungen von TG 4001 sowie weiteren allfällig entwickelten HPV-Produkten für klinische Studien zu übertragen. Diese Vereinbarung wird während einer Anfangszeit auf die Herstellung für kommerzielle Lieferungen ausgedehnt.

Über TG 4001
Der therapeutische Impfstoff TG 4001 zielt auf das humane Papillomavirus vom Typ 16 (HPV16) ab. HPV16 gilt als Hochrisikofaktor für die Entstehung einer präkanzerösen Veränderung am Gebärmutterhals - der so genannten zervikalen intraepithelialen Neoplasie - sowie in der Folge von Gebärmutterhalskrebs.

TG 4001 (MVA-HPV-IL2) basiert auf einem nicht übertragbaren, hoch attenuierten Impf-Vektor (MVA), der zur Expression von HPV16-Antigenen und einem Adjuvans hergestellt wurde. Als Immuntherapie für Frauen mit diagnostizierten Erkrankungen, die durch eine HPV16-Infektion verursacht wurden, besitzt der TG 4001 eine doppelte antivirale Wirkung: Er warnt das Immunsystem spezifisch vor HPV16-infizierten Zellen, die begonnen haben, sich präkanzerös zu verändern (Zellen, die das HPV16-E6- oder -E7-Antigen aufweisen), und stimuliert die infektionsbekämpfende Reaktion des Immunsystems mittels eines Adjuvans (Interleukin 2).

Klinische Phase-II-Studien haben bestätigt, dass TG 4001 bei Frauen mit HPV16-bedingter hoch maligner zervikaler intraepithelialer Neoplasie (HPV16-CIN2/3) sicher ist sowie eine vielversprechende klinische Response und Wirksamkeit erreicht. Die Resultate einer französischen Studie, die im letzten Jahr bekannt gegeben wurden und 21 Frauen mit HPV16-CIN2/3 umfassten, waren sehr erfreulich, da bei 10 Frauen sechs Monate nach der Impfung keine Krankheit mehr nachgewiesen werden konnte (die präkanzerösen Läsionen waren verschwunden und keine HPV16-E6/E7-mRNA mehr nachweisbar). Es wurden keine schweren Nebenwirkungen beobachtet. Die anhaltende Response wurde bei den Patientinnen, die sich nach 6 Monaten keiner chirurgischen Entfernung der CIN-Läsionen unterzogen hatten, mittels einer Untersuchung nach 12 Monaten beurteilt. Bei diesen Frauen kam es zu keinen Rückfällen der CIN2/3 und zu keiner HPV16-Persistenz oder -Reinfektion. Ein placebokontrolliertes Phase-III-Programm ist in Planung. Schätzungsweise 500 Patientinnen mit HPV-bedingter CIN2/3 sollen darin aufgenommen werden.

Über HPV-verursachte Erkrankungen
Eine HPV-Infektion gilt als notwendige Ursache von präkanzerösen Zervixläsionen und von Gebärmutterhalskrebs. Sie ist die häufigste sexuell übertragbare Krankheit, von der rund 400 Millionen Frauen auf der ganzen Welt betroffen sind. Die meisten Infektionen heilen innerhalb eines Jahres spontan wieder ab. Eine anhaltende HPV-Infektion hingegen kann nach mehren Jahren oder Jahrzehnten zu einer präkanzerösen Zervixläsion - der so genannten zervikalen intraepithelialen Neoplasie 2. bis 3. Grades (CIN 2/3) - und letztendlich auch zu Gebärmutterhalskrebs führen. Weltweit erkranken jedes Jahr rund 1,4 Millionen Frauen an CIN 2/3 sowie rund 500 000 an Gebärmutterhalskrebs - zirka die Hälfte dieser Erkrankungen ist auf eine HPV16-Infektion zurückzuführen. Beim HPV vom Genotyp 16 besteht, nebst den Genotypen 18, 31 und 33, das höchste Risiko, dass sich die infizierten Zervixzellen zu Krebszellen abändern.

Aufgrund des breiteren Einsatzes von HPV-Tests wird die HPV-Infektion bei immer mehr Frauen diagnostiziert. Eine antivirale Behandlung steht derzeit aber nicht zur Verfügung. Die operative Entfernung, die zurzeit einzige Behandlung, ist sehr wirksam, sie kann aber zu medizinischen Komplikationen und Rückfällen führen. Aus diesem Grund könnte der therapeutische Impfstoff zur Bekämpfung der HPV-bedingten präkanzerösen Läsionen einen wirksamen, nicht-invasiven Ansatz in der Prävention von Gebärmutterhalskrebs darstellen.

In Europa hat Roche den Amplicor HPV Test sowie den Linear Array HPV Genotyping Test im Jahr 2004 bzw. 2005 eingeführt. Die Zulassungsanträge für beide Tests werden zurzeit von der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde geprüft. Mit dem Amplicor HPV-Test können 13 der häufigsten Hochrisiko-HPV-Genotypen (darunter auch HPV16) in klinischen Standardproben genau nachgewiesen werden. Mit dem Linear Array HPV Genotyping Test lässt sich feststellen, welche der 13 Hochrisiko-Genotypen in einer Probe vorhanden sind. Der Prototyp des Linear Array HPV Tests von Roche Diagnostics wurde für Forschungszwecke in weltweiten Studien eingesetzt, um das Verständnis über das humane Papillomavirus zu vertiefen.

Über Transgene
Transgene ist ein in Frankreich ansässiges biopharmazeutisches Unternehmen, das sich mit der Entwicklung von therapeutischen Impfstoffen und immuntherapeutischen Produkten für Krebs- und Infektionskrankheiten befasst. Das Unternehmen verfügt über drei Präparate in Phase II der Entwicklung sowie über ein Präparat in Phase I. Transgene besitzt Produktionskapazitäten für die biotechnologische Herstellung von virusbasierten Vektoren und Methoden, die zur Auslizenzierung zur Verfügung stehen. Weitere Informationen zu Transgene finden sich im Internet unter www.transgene.fr.

Über Roche
Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ist ein global führendes, forschungsorientiertes Healthcare-Unternehmen in den Bereichen Pharma und Diagnostika. Als globaler Leader in der Biotechnologie trägt Roche mit innovativen Produkten und Dienstleistungen, die der Früherkennung, Prävention, Diagnose und Behandlung von Krankheiten dienen, auf breiter Basis zur Verbesserung der Gesundheit und Lebensqualität von Menschen bei. Roche ist der weltweit bedeutendste Anbieter von In-vitro-Diagnostika, der grösste Hersteller von Krebs- und Transplantationsmedikamenten und nimmt in der Virologie eine Spitzenposition ein. Ferner ist Roche auf weiteren wichtigen therapeutischen Gebieten aktiv, darunter Autoimmun-, Entzündungs- und Stoffwechselkrankheiten sowie Erkrankungen des Zentralnervensystems. 2006 erzielte die Division Pharma einen Umsatz von 33,3 Milliarden Franken und die Division Diagnostics Verkäufe von 8,7 Milliarden Franken. Roche beschäftigt weltweit rund 75'000 Mitarbeitende und unterhält Forschungs- und Entwicklungskooperationen und strategische Allianzen mit zahlreichen Partnern. Hierzu gehören auch Mehrheitsbeteiligungen an Genentech und Chugai. Weitere Informationen zur Roche-Gruppe finden sich im Internet unter www.roche.com.

Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.




Weitere Informationen
- Roche Diagnostics in der Frauengesundheit