Media Release
Basel, 23. Februar 2007 2
Avastin
wird in Europa für die Erstbehandlung von Patientinnen mit metastasierendem Brustkrebs empfohlen
Bahnbrechende
Therapie verdoppelt bei Brustkrebspatientinnen die Überlebensdauer ohne Fortschreiten der Krebskrankheit
Der Europäische Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) hat die Anwendung
von Avastin in Kombination mit einer Paclitaxel-Standardchemotherapie (Originalpräparat: Taxol) bei
nicht vorbehandelten Patientinnen mit metastasierendem Brustkrebs empfohlen. Der Entscheid des CHMP
stützt sich auf Ergebnisse aus einer klinischen Studie der Phase III, die gezeigt haben, dass sich bei
Frauen mit metastasierendem Brustkrebs die Überlebenszeit ohne Fortschreiten der Krebskrankheit verdoppelt,
wenn sie nicht nur mit Paclitaxel allein, sondern mit Paclitaxel plus Avastin behandelt werden. Es handelt
sich hierbei um die erste Phase-III-Studie mit einem Anti-Angiogenese-Medikament, die ein positives
Behandlungsresultat bei Patientinnen mit metastasierendem Brustkrebs ergeben hat.
William
M. Burns, CEO der Division Roche Pharma: "Dieser Entscheid stellt einen bedeutenden Meilenstein
dar. Brustkrebspatientinnen als auch die Ärzteschaft in Europa könnten schon bald Zugang haben auf eine
hochwirksame neue Krebstherapie. Avastin hat ausgezeichnete Resultate bezüglich der Überlebensdauer
ohne Fortschreiten der Krankheit erzielt. Nachdem Avastin vor zwei Jahren für die Erstbehandlung von
Patienten mit metastasierendem Dickdarmkrebs zugelassen wurde, bestätigt dieser Entscheid auch, dass
Avastin das Potenzial besitzt, ein wichtiges Medikament im Kampf gegen eine Reihe von verschiedenen
Krebskrankheiten zu werden."
Im Laufe ihres Lebens erkranken 8-9%
aller Frauen an Brustkrebs, womit dies bei Frauen eine der häufigsten Krebskrankheiten ist.1
Weltweit wird jährlich bei über einer Million Frauen neu Brustkrebs diagnostiziert, und nahezu 400 000
Frauen sterben jedes Jahr an dieser Krankheit. Metastasierender Brustkrebs ist weltweit die häufigste
krebsbedingte Todesursache bei Frauen unter 55 Jahren
Weitere
Studien der Phase III untersuchen derzeit die Wirksamkeit von Avastin als Erstlinientherapie bei metastasierendem
Brustkrebs in Kombination mit Taxotere (Docetaxel) und anderen häufig eingesetzten Chemotherapien, einschliesslich
Xeloda. Vor kurzem wurde auch eine Phase-III-Studie begonnen, die bei HER2-positiven Patientinnen die
Wirksamkeit von Avastin in Kombination mit Herceptin und Docetaxel prüft.
Avastin
ist das erste und einzige Anti-Angiogenese-Medikament, das bei Patienten mit Dickdarm-, Lungen-, Brust-
und Nierenzellkrebs eine nachweisliche Verbesserung der Gesamtüberlebensdauer und/oder der Überlebensdauer
ohne Tumorwachstum bewirkt.
In Europa wurde Avastin im Januar 2005 und
in den USA im Februar 2004 zur Erstbehandlung von Patienten mit metastasierendem Dickdarmkrebs zugelassen.
Ferner erhielt es im Juni 2006 in den USA die Zulassung für die Zweitlinientherapie von Patienten mit
metastasierendem Dickdarmkrebs. Im April 2006 wurde in Japan das erste Zulassungsdossier für Avastin
zur Behandlung von fortgeschrittenem Dickdarmkrebs eingereicht. Erst im Oktober 2006 wurde das weltweit
erste Anti-Angiogenese-Medikament von der FDA nach einem beschleunigten Prüfverfahren zur Behandlung
von nicht-kleinzelligem Lungenkrebs zugelassen; bei den europäischen Behörden wurde das Zulassungsgesuch
für diese Indikation im August 2006 eingereicht.
Über
die E2100-Studie
Die E2100-Studie ist die erste Phase-III-Studie, die Avastin in
Kombination mit Paclitaxel zur Erstbehandlung von Patientinnen mit lokal rückfälligem oder metastasierendem
Brustkrebs untersuchte. An der randomisierten, kontrollierten Multizenter-Studie nahmen 722 Frauen mit
zuvor unbehandeltem, lokal rückfälligem oder metastasierendem Brustkrebs teil. Sie wurde vom National
Cancer Institute (NCI), das zu den US National Institutes of Health gehört, gesponsert und von einer
Reihe von Forschern unter der Leitung der Eastern Cooperative Oncology Group (ECOG) durchgeführt. Die
Patientinnen erhielten nach dem Zufallsprinzip eine Paclitaxel-Therapie mit oder ohne Avastin. Avastin
wurde bis zum Fortschreiten der Krankheit in einer Dosierung von 10 mg/kg alle zwei Wochen verabreicht.
Wie die Studienergebnisse zeigen, betrug die durchschnittliche Überlebensdauer ohne Fortschreiten der
Krankheit in der Gruppe unter Avastin plus Paclitaxel 13,3 Monate, während sie in der Gruppe, die nur
Paclitaxel erhielt, durchschnittlich 6,7 Monate dauerte. Die progressionsfreie Überlebensdauer gibt
an, wie lange die Patienten leben, bis ihre Krankheit wieder fortschreitet oder sie aus irgendeinem
Grund sterben. Insgesamt konnte bei den Patientinnen, die mit Avastin plus Paclitaxel behandelt wurden,
das Risiko bezüglich Fortschreiten der Krankheit oder Tod um 52% gesenkt werden; dies entspricht einem
Risikoverhältnis von 0,48 (1-0,48=0,52 oder 52%) und kommt etwa einer Verdoppelung der Überlebensdauer
ohne Fortschreiten der Krankheit gleich (1/0,48=~2). Ergebnisse zur Gesamtüberlebensdauer werden im
Verlaufe des Jahres 2007 erwartet.
In der E2100-Studie war Avastin in Kombination mit
Paclitaxel bei Patientinnen mit lokal rückfälligem oder metastasierendem Brustkrebs in der empfohlenen
Dosis von 10 mg/kg alle zwei Wochen im Allgemeinen sicher und gut verträglich.
Über
Avastin
Avastin ist das erste Medikament, das die Angiogenese hemmt - d.h. die
Bildung von Blutgefässen, die das Krebsgewebe mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen. Avastin ist
gegen ein natürlich vorkommendes Protein, VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor), gerichtet, das
bei der Angiogenese eine zentrale Rolle einnimmt. Es unterbindet auf diese Weise die Blutzufuhr zum
Tumor, was dessen Wachstum und Streuung im Körper (Metastasierung) bremst.
Roche
und Genentech führen ein umfassendes klinisches Prüfprogramm mit Avastin durch, bei dem verschiedene
Tumortypen (unter anderem Dickdarm-, Brust-, Lungen-, Bauchspeicheldrüsen-, Eierstock-, Nierenzell-
und Prostatakrebs) in unterschiedlichen Stadien (fortgeschrittene Krebserkrankungen, Begleittherapie
nach einer Operation) behandelt werden. Das gesamte Entwicklungsprogramm wird weltweit voraussichtlich
über 40 000 Patienten umfassen.
Über Roche
Roche
mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ist ein global führendes, forschungsorientiertes Healthcare-Unternehmen
in den Bereichen Pharma und Diagnostika. Mit innovativen Produkten und Dienstleistungen, die der Früherkennung,
Prävention, Diagnose und Behandlung von Krankheiten dienen, trägt das Unternehmen auf breiter Basis
zur Verbesserung der Gesundheit und Lebensqualität von Menschen bei. Roche ist einer der weltweit bedeutendsten
Anbieter von Diagnostika, der grösste Hersteller von Krebs- und Transplantationsmedikamenten und nimmt
in der Virologie eine Spitzenposition ein. 2006 erzielte die Division Pharma einen Umsatz von 33,3 Milliarden
Franken und die Division Diagnostics Verkäufe von 8,7 Milliarden Franken. Roche beschäftigt rund 75'000
Mitarbeitende in 150 Ländern und unterhält Forschungs- und
Entwicklungskooperationen
und strategische Allianzen mit zahlreichen Partnern. Hierzu gehören auch Mehrheitsbeteiligungen an Genentech
und Chugai. Weitere Informationen zur Roche-Gruppe finden sich im Internet (www.roche.com).
Alle
erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.
Weitere Informationen:
- Über Genentech
- Roche in der Onkologie
- Roche Health Kiosk, Krebs
Videoclips in TV-Qualität stehen kostenlos unter folgendem Link zur Verfügung: www.thenewsmarket.com.
Literatur:
1) Weltgesundheitsorganisation,
2000.
2) Ferlay J, et al. Globocan 2002: Cancer incidence, mortality and prevalence worldwide
Version 2.0 (IARC, Cancerbase No. 5) Lyon, Frankreich, IARC Press, 2004