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Medienmitteilung

Basel, 7. Februar 2006

Roche erzielt 2006 ausgezeichnetes Ergebnis

Marktwachstum deutlich übertroffen – Gewinnwachstum pro Titel* signifikant über Umsatzsteigerung – Deutliche Dividendenerhöhung um 36% vorgeschlagen

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Geschäftsbericht 2006


Konzern
• Roche-Gruppe steigert Verkäufe um 17% auf 42,0 Milliarden Franken – Rekordwachstum von über 6,5 Milliarden Franken
• Betriebsgewinnmarge steigt um 2,0 Prozentpunkte auf 27,9%
• Konzerngewinn steigt um 34% auf 9,2 Milliarden Franken, dank starkem operativen Ergebnis und deutlichem Anstieg des Nettofinanzergebnisses
• 20. Dividendenerhöhung beantragt: um 36% auf 3,40 Franken je Aktie und Genussschein

Pharma
• Pharma wächst mit 21% mehr als dreimal so schnell wie der Weltmarkt
• Führende Position bei Krebsmedikamenten weiter ausgebaut
• Betriebsgewinnmarge um 4,1 Prozentpunkte auf 31,7% erhöht
• Zulassungen von Avastin gegen Lungenkrebs, Herceptin gegen Brustkrebs im Frühstadium und MabThera/Rituxan gegen rheumatoide Arthritis
• Zulassung von Mircera zur Behandlung von renaler Anämie beantragt
• Wichtige Meilensteine in Entwicklung erreicht: 13 neue Registrierungsgesuche eingereicht und 14 Zulassungen erhalten

Diagnostics
• Verkäufe um 5% gesteigert – globale Marktführerschaft konsolidiert
• Investitionen in die Lancierung neuer Produkte, Wertminderungen bei immateriellen Vermögenswerten und tiefere Lizenzeinnahmen bei Molecular Diagnostics führen erwartungsgemäss zu niedrigerem Betriebsgewinn
• Neue Accu-Chek Produktelinie weltweit lanciert

Ausblick 2007
• Zweistelliges Verkaufswachstum für die Roche-Gruppe und Pharma
• Verkäufe beider Divisionen wachsen über dem Markt
• Gewinnwachstum pro Titel* im Rahmen des Verkaufswachstums angestrebt


Zuwachsraten in lokalen Währungen
Betriebsgewinn und Betriebsgewinnmargen vor Sonderpositionen

* Core EPS (Earnings per Share); Kerngewinnwachstum pro Titel



Franz B. Humer, Verwaltungsratspräsident und CEO von Roche, zum Jahresergebnis: „Roche hat die sehr positive Geschäftsentwicklung der vergangenen Jahre im Jahr 2006 fortgesetzt und erneut ein ausgezeichnetes Ergebnis erzielt. Die Verkäufe der Roche-Gruppe stiegen um 17% in lokalen Währungen auf die neue Rekordmarke von 42 Milliarden Franken. Dies entspricht einem Wachstum aus eigener Kraft von 6,5 Milliarden Franken. Roche hat auch die operative Ertragskraft wiederum deutlich gestärkt, und der Konzerngewinn nahm insgesamt um ein Drittel auf 9,2 Milliarden Franken zu. Es handelt sich um den höchsten von Roche je erzielten Gewinn. Massgeblichen Anteil an diesem Erfolg hat die Division Pharma, deren Verkäufe mehr als dreimal so schnell gewachsen sind wie der Markt. In einem zunehmend wettbewerbsintensiven Umfeld behauptete Roche Diagnostics ihre führende Marktposition dank zahlreicher Neueinführungen und des fortgesetzten Wachstums aller Geschäftsbereiche. Dank unseres breiten Portfolios an innovativen Produkten und unserer viel versprechenden F+E-Pipeline sind wir gerüstet, auch in den kommenden Jahren deutlich über dem Weltmarktwachstum zu wachsen und Mehrwert für die Patienten, die Mitarbeitenden und die Aktionäre zu schaffen.“



Roche-Gruppe

Aussergewöhnlich hohes organisches Wachstum

Kennzahlen
In
Millionen 
CHF
In
Millionen 
CHF
Prozentuale Veränderung
Prozentuale Veränderung
In % der Verkäufe
In % der Verkäufe
2006
2005
In CHF
In lok.Währ.
2006
2005
Verkäufe
42'041
35'511
+18
+17
100,0
100,0
Forschung und Entwicklung
6'589
5'672
+16
+16
15,7
16,0
Betriebsgewinn vor Sonderpositionen
11'730
9'189
+28
+27
27,9
25,9
Konzerngewinn
9'171
6'866
+34
21,8
19,3

2006    
2005                    
Veränderung           
Eigenkapitalanteil (in %)
60,2
56,9
+6%
Kerngewinn je Titel (in CHF)
7,68
5,72
+34%
Dividende je Titel** (in CHF)
2,50
2,00
+25%
Anzahl&nbsp:Mitarbeitende (Jahresende)  
68'218
64'594
+3'624

* Vorschlag des Verwaltungsrats

Im Jahr 2006 erreichte die Roche-Gruppe erneut ein ausgezeichnetes operatives und finanzielles Ergebnis. Die Konzernverkäufe stiegen in lokalen Währungen deutlich um 17% (18% in Franken) auf 42,0 Milliarden Franken. Die Zunahme der Konzernverkäufe von 6,5 Milliarden Franken erfolgte ausschliesslich durch organisches Wachstum. Anhaltend dynamisch entwickelten sich insbesondere die Verkäufe der Division Pharma. Sie nahmen mit einem Plus von 21% in lokalen Währungen (22% in Franken) mehr als dreimal so schnell wie der Weltmarkt zu, was in erster Linie auf die starke Nachfrage nach den Krebsmedikamenten Herceptin, Avastin und MabThera/Rituxan, dem Grippe-Medikament Tamiflu sowie Bonviva/Boniva gegen Osteoporose zurückzuführen ist. Roche konnte deshalb in den Therapiebereichen Onkologie, Transplantation und Virologie die führende Marktposition weiter ausbauen. Bei der Division Diagnostics trug vor allem der Geschäftsbereich Centralized Diagnostics zum Wachstum der Verkäufe von 5% in lokalen Währungen (6% in Franken) auf 8,7 Milliarden Franken bei. Das Verkaufswachstum von Roche Diagnostics beschleunigte sich im Verlauf des Jahres und lag insgesamt leicht über dem Markt.

Deutlich gestiegene Betriebsgewinnmarge
Der anhaltend starke Verkaufsanstieg der Roche-Gruppe wirkte sich 2006 sehr positiv auf die Ertragslage aus. Der Betriebsgewinn des Konzerns vor Sonderpositionen erhöhte sich um 27% in lokalen Währungen auf 11,7 Milliarden Franken. Die entsprechende Betriebsgewinnmarge kletterte um 2,0 Prozentpunkte auf 27,9%, weil das Verkaufswachstum wiederum die höheren Investitionen in die viel versprechenden Entwicklungsprojekte sowie in die Markteinführung neuer Produkte mehr als ausgeglichen hat. Die verbesserte Ertragskraft ist vor allem dem deutlich höheren Betriebsgewinn der Division Pharma zu verdanken. Dieser nahm vor Sonderpositionen in lokalen Währungen um 40% auf 10,5 Milliarden Franken zu. In der Folge erhöhte sich die Betriebsgewinnmarge von Pharma um weitere 4,1 Prozentpunkte auf 31,7%. Der Betriebsgewinn der Division Diagnostics nahm nach den hohen Vorjahreswerten dagegen um 21% in lokalen Währungen auf 1,4 Milliarden Franken ab. Dies führte zu einem Rückgang der Betriebsgewinnmarge um 5,2 Prozentpunkte auf 16,3%. Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf Investitionen in Produktneueinführungen, Wertminderungen bei immateriellen Vermögenswerten sowie niedrigere Lizenzeinnahmen zurückzuführen.

Rekordgewinn – hohe Eigenkapitalquote
Die Ertragsstärke des Konzerns kommt in weiteren Kennzahlen zum Ausdruck: der EBITDA stieg um 2,9 Milliarden Franken auf nun 14,4 Milliarden Franken. Der Nettofinanzertrag konnte erheblich von 328 Millionen Franken im Vorjahr auf 855 Millionen Franken gesteigert werden. Der effektive Steuersatz betrug 27,3% (24,9% im Jahr 2005). Der Konzerngewinn stieg um 34% respektive um 2,3 Milliarden Franken auf 9,2 Milliarden Franken. Bezogen auf die Verkäufe steigerte die Gruppe die Gewinnmarge um 2,5 Prozentpunkte auf 21,8%. Der den Inhabern von Roche-Titeln zuzurechnende Konzerngewinn lag 33% über jenem des Jahres 2005. Der Kerngewinn je Aktie und Genussschein stieg um 26%. Die Bilanz hat sich damit weiter verbessert: Der Eigenkapitalanteil am Gesamtvermögen beträgt nun 63%. Vom Gesamtvermögen sind 83% langfristig finanziert.

Ausblick
Ausserordentliche Ereignisse vorbehalten, erwartet Roche für 2007 eine anhaltend positive Geschäftsentwicklung. Für die Division Pharma und den Konzern insgesamt rechnet Roche weiterhin mit einem zweistelligen Verkaufswachstum in lokalen Währungen. Sowohl bei Pharma als auch bei Diagnostics erwartet Roche erneut eine Verkaufszunahme in lokalen Währungen über dem Markt. Das Ziel von Roche ist ein Gewinnwachstum pro Aktie und Genussschein, das sich im Rahmen der Verkaufszunahme bewegt – dies trotz bedeutender Investitionen in Forschung, Entwicklung, Produktion und Vertrieb.

Zwanzigste Dividendenerhöhung in Folge
Aufgrund der ausgezeichneten Ergebnisse beantragt der Verwaltungsrat den Aktionären die Ausschüttung einer gegenüber dem Vorjahr deutlich um 36% erhöhten Dividende von 3,40 Franken je Aktie und Genussschein, die zwanzigste Dividendenerhöhung in Folge. Damit erhöht sich die Gewinnausschüttung von 2,1 Milliarden Franken im Vorjahr deutlich auf 2,9 Milliarden Franken.



Division Pharma

Mehr als drei Mal schneller als der Markt

Kennzahlen
In Millionen CHF
Prozentuale Veränderung        
in CHF
Prozentuale Veränderung in lok. Währungen
In % der Verkäufe
Verkäufe
33'294
+22
+21
100
- Roche Pharma
20'666
+22
+20
62
- Genentech
9'125
+38
+37
27
- Chugai
3'503
-5
-1
11
EBITDA
12'168
+34
+34
36,5
Betriebsgewinn vor Sonderpositionen
10'545
+40
+40
31,7
Forschung und Entwicklung
5'889
+18
+19
17,7

Die Division Pharma erzielte 2006 erneut ein Rekordergebnis. Die Verkäufe für das gesamte Jahr stiegen um 21% in lokalen Währungen und 22% in Franken (21% in US-Dollar) auf 33,3 Milliarden Franken – 6 Milliarden Franken mehr als 2005 – und lagen damit um mehr als das Dreifache über der Wachstumsrate des globalen Marktes. Somit hat Roche jedes Quartal seit nunmehr vier Jahren das globale Marktwachstum übertroffen. Auch das regionale Verkaufswachstum lag deutlich über dem Marktdurchschnitt: In Nordamerika nahmen die Verkäufe um 27% zu (gegenüber 8% des Marktes) als auch in Europa um 22% (gegenüber 5%). In Japan war analog zum Gesamtmarkt vor allem aufgrund von Preiskürzungen durch die Regierung und Änderungen bei den Erstattungen ein leichter Verkaufsrückgang von –1% zu verzeichnen. Hauptwachstumsträger waren die wichtigsten Onkologieprodukte der Division, das Grippepräparat Tamiflu, das Augenmedikament Lucentis von Genentech, sowie Bonviva/Boniva zur Behandlung von Osteoporose.

Der Betriebsgewinn der Division vor Sonderpositionen stieg um 40% auf 10,5 Milliarden Franken. Aufgrund des starken Verkaufswachstums sowie weiterer Produktivitätssteigerungen, insbesondere bei der Herstellung, verbesserte sich die Betriebsgewinnmarge ebenfalls um 4,1 Prozentpunkte auf 31,7%. Damit wurden die deutlich höheren Investitionen in Marketing und Vertrieb sowie in Forschung und Entwicklung mehr als aufgewogen. Der EBITDA lag bei 12,2 Milliarden Franken oder 36,5% der Verkäufe, gegenüber 33,3% im Vorjahr.

Onkologie: Das Portfolio weiter ausgebaut
Die Verkäufe des Onkologieportfolios von Roche stiegen 2006 um 37% und machen nun 46% der Gesamtverkäufe des Bereichs Pharma aus. MabThera/Rituxan (Rituximab) zur Behandlung des Non-Hodgkin-Lymphoms (NHL) verzeichnete über das gesamte Jahr 2006 hinweg ein starkes Verkaufswachstum. Unterstützt wurde dies durch den zunehmenden Einsatz des Präparates zur Erstbehandlung sowohl des indolenten (weniger bösartigen) als auch des aggressiven NHL, insbesondere
in Europa und in Schwellenmärkten wie Russland und Lateinamerika. Die Anzahl der in den USA mit Rituxan behandelten Patienten blieb während des ganzen Jahres auf einem hohen Niveau. Im Juli erhielt Roche von den EU-Behörden die Zulassung für MabThera zur Erhaltungstherapie von Patienten mit wiederkehrendem oder therapieresistentem follikulärem NHL, der häufigsten Form des indolenten NHL. In den USA erhielt Genentech die Zulassung für Rituxan in drei weiteren Indikationen, darunter zur Erstbehandlung des follikulären Lymphoms.

Herceptin (Trastuzumab) ist eine gezielte Therapie für eine besonders aggressive Form von Brustkrebs (HER2-positiv), der 20–30% aller Brustkrebserkrankungen ausmacht. 2006 haben sich die weltweiten Verkäufe des Präparates fast verdoppelt. Zu diesem Anstieg haben – neben der positiven Aufnahme durch die Ärzte – insbesondere die Kostenübernahmegenehmigungen in der EU, den USA und auf anderen Schlüsselmärkten für den breiteren Einsatz des Medikaments bei Brustkrebs im Frühstadium nach chirurgischer Tumorentfernung beigetragen. Diese Genehmigungen basieren auf den Ergebnissen von klinischen Studien, die zeigen, dass Herceptin bei dieser Art der Anwendung das Risiko für ein Wiederauftreten des Krebses um bis zu 50% und das Sterberisiko um rund ein Drittel verringern kann. Im Oktober beantragte Roche bei den EU-Behörden die Zulassung von Herceptin in Kombination mit einer Hormontherapie zur Behandlung von fortgeschrittenem Brustkrebs, der sowohl Hormonrezeptor- als auch HER2-positiv ist. Im November reichte Chugai bei der japanischen Arzneimittelbehörde (MHLW) einen Antrag auf Erweiterung der bestehenden Zulassung auf operablen HER2-positiven Brustkrebs im Frühstadium ein.

Avastin (Bevacizumab) ist das erste gezielt wirkende Medikament zur Hemmung der Gefässneubildung bei Tumoren, das einen nachweislich lebensverlängernden Effekt bei vier häufigen Krebsarten hat: metastasierendem Dick- und Enddarmkrebs, Brust- und Lungenkarzinom sowie fortgeschrittenem Nierenkrebs. Durch seine Wirkungsweise unterbindet Avastin die für das Wachstum und die Ausbreitung von Tumoren benötigte Blutzufuhr. Es ist nunmehr auf den meisten Märkten weltweit zur Erstbehandlung des fortgeschrittenen (metastasierenden) Dick- und Enddarmkrebs (CRC) verfügbar. 2006 zogen die Umsätze stark an, und die wachsende Marktakzeptanz lässt einen weiteren Anstieg erwarten. Roche bereitet für das erste Halbjahr 2007 ein Gesuch an die EU-Behörden vor, um den Einsatz von Avastin zur Behandlung von metastasierendem CRC auf Kombinationen mit Chemotherapien wie Xeloda oder Oxaliplatin auszuweiten. Dem Antrag werden Daten der bisher umfangreichsten klinischen Studie mit dem Präparat bei der Erstbehandlung des metastasierenden CRC zugrunde liegen. Diese zeigen, dass die Kombination von Avastin mit einer Chemotherapie (FOLFOX-4 oder XELOX) eine signifikante Verlängerung der Zeitspanne bis zu einer erneuten Tumorprogression bewirkt (im Vergleich zur Chemotherapie allein). Im April reichte Chugai das erste japanische Zulassungsgesuch für Avastin ein – zur Behandlung von fortgeschrittenem oder erneut auftretendem (progredientem) Dick- und Enddarmkrebs. Der vorgezogene Antrag wurde im Rahmen einer neuen Sonderinitiative der Arzneimittelbehörde angeregt, die japanischen Patienten den Zugang zu innovativen, bereits in den USA oder der EU zugelassenen Arzneimitteln erleichtern soll. Ein beschleunigtes Prüfverfahren wurde zugesichert. Im Oktober erhielt Avastin von der US Food and Drug Administration (FDA) in einem beschleunigten Verfahren die Zulassung für die Behandlung von nichtkleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC), der häufigsten Form von Lungenkrebs. Für dieselbe Indikation wurde im August bei der zuständigen EU-Instanz, der Europäischen Agentur für die Beurteilung von Arzneimitteln (EMEA), ein Zulassungsgesuch eingereicht. Ausserdem beantragte Roche im Juli die EU-Zulassung des Produkts zur Behandlung von fortgeschrittenem Brustkrebs. Im September verlangte die FDA eine zusätzliche Datenauswertung für das Zulassungsgesuch zur Behandlung von metastasierendem Brustkrebs in den USA. Genentech wird die gewünschten Daten bis Mitte 2007 einreichen. Eine im Dezember veröffentlichte Zwischenauswertung einer gross angelegten Phase-III-Studie (AVOREN) hat gezeigt, dass Avastin auch bei einer vierten Krebsart wirksam ist: Bei fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom verlängert es, als Ersttherapie eingesetzt, die Zeit bis zum Fortschreiten der Krankheit signifikant. Aufgrund dieser Ergebnisse ist für 2007 ein Gesuch auf entsprechende Erweiterung der Zulassung in der EU geplant.

Auch das Krebstherapeutikum Xeloda (Capecitabin) verzeichnete ein starkes Verkaufswachstum, hauptsächlich aufgrund des zunehmenden Einsatzes als Begleittherapie bei Darmkrebs in den USA und in Europa. Das effektive, als Tablette verabreichte Medikament, das auch für die Behandlung von metastasierendem Brust- sowie Dick- und Enddarmkrebs zugelassen ist, vereinfacht die Behandlung und spart auch Kosten, da die Patienten weniger häufig die Klinik aufsuchen müssen. Für das erste Halbjahr 2007 sind, mit Ausnahme Japans, weltweit Anträge auf Zulassung einer Kombination von Xeloda, Oxaliplatin und Avastin zur Behandlung von metastasierendem Dick- und Enddarmkrebs vorgesehen. Die Gesuche werden sich auf die Ergebnisse zweier 2006 abgeschlossener Phase-III-Studien stützen. Im Juli beantragte Roche bei den EU-Behörden die Zulassung von Xeloda in Kombination mit Cisplatin für die Behandlung von Magenkrebs. Das Zulassungsgesuch basiert auf den Resultaten einer vergleichenden Phase-III-Studie, welche die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Kombination im Vergleich zur derzeitigen Standardbehandlung untersucht.

Zwei Jahre nach seiner Markteinführung 2004 sind bei den Verkäufen und beim Einsatz von Tarceva (Erlotinib) weiterhin hohe Zuwächse zu verzeichnen. Das gezielt wirkende, bei fortgeschrittenem nichtkleinzelligem Lungen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs nachweislich lebensverlängernde Medikament ist inzwischen in mehr als 75 Ländern zur Zweit- und Drittlinienbehandlung von NSCLC zugelassen. Im April beantragte Chugai in Japan die Zulassung von Tarceva für die Behandlung von NSCLC; die Arzneimittelbehörde hat ein beschleunigtes Prüfverfahren zugesichert. Auch gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs kommt Tarceva immer mehr zum Einsatz, und in den USA ist das Medikament in dieser Indikation inzwischen Marktführer. Nach erneuter Prüfung der Daten zur Unterstützung des europäischen Zulassungsgesuchs für den Einsatz von Tarceva bei metastasierendem Bauspeicheldrüsenkrebs wurde diese Indikation im Januar 2007 auch durch die EU-Arzneimittelbehörde genehmigt.

Anämie – NeoRecormon wächst in beiden Indikationen
Trotz anhaltenden Preisdrucks erzielte NeoRecormon (Epoetin beta) ein Wachstum von 6% auf 1,5 Milliarden Franken. Das Medikament konnte in den Regionen, in denen es vertrieben wird, bei der Therapie der krebsbedingten Anämie eine starke Position und bei der Therapie der durch chronische Nierenerkrankung bedingten (renalen) Anämie seine Marktführerschaft behaupten. Wie im Vorjahr waren die Verkaufszuwächse im Segment krebsbedingte Anämie auf die fortlaufende Behandlungsumstellung auf die praktische, einmal wöchentlich anzuwendende Fertigspritze zurückzuführen. Im Januar 2007 genehmigte die EU-Arzneimittelbehörde den Antrag auf Erweiterung der Zulassung des Produkts auf die Verwendung der einmal wöchentlichen Darreichungsform bei Patienten mit festen Tumoren. In Japan war bei Epogin (Epoetin beta) ein Verkaufsrückgang zu verzeichnen. Grund hierfür waren Preiskürzungen durch die Regierung und die Einführung einer Erstattungspauschale für Epoetin-Produkte bei Dialysepatienten, die ein Schrumpfen des Gesamtmarktes für Anämieprodukte zur Folge hatte. Insgesamt gingen die kombinierten Verkäufe von NeoRecormon und Epogin im Jahr 2006 leicht zurück.

Transplantationsmedizin – weiterhin führende Position
CellCept (Mycophenolatmofetil) erzielte 2006 weiterhin solide wachsende Umsätze. Getragen war diese Entwicklung von einer besonders starken Nachfrage in den USA. Dank nachgewiesener Vorteile bezüglich des Langzeitüberlebens und seiner geringen Toxizität konnte CellCept seine führende Position in dieser Wirkstoffgruppe und als Eckpfeiler in der Behandlung von Transplantationspatienten mit Immunsuppressiva behaupten.

Virologie – Tamiflu lässt Verkäufe ansteigen
Die kombinierten Verkäufe von Valcyte (Valganciclovir) und Cymevene (Ganciclovir) erzielten auch 2006 einen starken Verkaufszuwachs, da die behandelnden Ärzte zunehmend die Notwendigkeit von Prävention und Behandlung der potenziell lebensgefährlichen Infektion von Transplantationspatienten mit dem Zytomegalievirus anerkennen. Darüber hinaus profitiert das Produkt von seinem zunehmenden Einsatz zur Behandlung von Zytomegalievirus-Infektionen bei HIV/Aids-Patienten.

Das Grippemedikament Tamiflu (Oseltamivir) setzte 2006 das weltweit starke Verkaufswachstum fort. Den grössten Anteil am Wachstum hatte die Pandemievorsorge von Regierungen, die ihre Vorräte für die Bevölkerung weiter aufstockten. Seit 2004 haben mehr als 75 Länder Vorräte an Tamiflu bestellt, einige davon für 25–50% ihrer Bevölkerung. Durch ein Netzwerk aus eigenen Produktionskapazitäten und denen anderer Unternehmen verfügt Roche derzeit über Herstellungskapazitäten für Tamiflu, die den Umfang aller bisher von Regierungen eingegangenen Bestellungen übersteigen.

Die Forschungsarbeiten zum effektivsten Einsatz von Tamiflu gegen das H5N1-Virus werden sowohl bei Roche selbst als auch in Zusammenarbeit mit unabhängigen Experten, der Weltgesundheitsorganisation und weiteren Institutionen fortgesetzt. Mit der Zulassung des Produkts in der EU für die Grippenprävention bei Kindern zwischen ein und zwölf Jahren kann Tamiflu nunmehr allen Patienten ab einem Jahr zur Grippebehandlung oder -prophylaxe verordnet werden.

Trotz eines insgesamt kleineren Marktvolumens in den USA und Konkurrenz durch eine Kombinationsbehandlung in Japan nahmen die Verkäufe von Pegasys (Peginterferon alfa-2a) zur Behandlung von Hepatitis B und C im Jahr 2006 weiter zu. Bei der Behandlung der chronischen Hepatitis C mit Peginterferon konnte das Produkt seine Marktführerschaft behaupten. Die Gesamtverkäufe von Copegus (Ribavirin) gingen vor allem aufgrund der Konkurrenz durch Generika in den USA weiter zurück. Im Januar 2007 erhielt Chugai in Japan die Zulassung von Copegus in Kombination mit Pegasys zur Behandlung chronischer Hepatitis C.

Die HIV-Medikamente von Roche verzeichneten für das gesamte Jahr 2006 ein kontinuierliches Wachstum. Die Verkäufe von Fuzeon (Enfuvirtid) – das den HI-Virus am Eintritt in menschliche Immunzellen hindert – stiegen gegenüber dem Vorjahr um 19%. Die kombinierten Verkäufe von Invirase und Fortovase (Saquinavir) stiegen um 28% auf 182 Millionen Franken. Grund dafür ist die wachsende Marktakzeptanz der vor kurzem eingeführten, patientenfreundlichen 500-mg-Darreichungsform von Invirase.

Rheumatoide Arthritis – MabThera/Rituxan in erster Indikation lanciert
MabThera/Rituxan ist das erste Medikament gegen Rheumatoide Arthritis (RA), das ausschliesslich B-Zellen, die bei dieser Erkrankung eine Schlüsselrolle spielen, angreift. Erste Zulassungen in dieser Indikation wurden von der FDA und der EMEA für den Einsatz bei Patienten mit aktiver RA erteilt, die auf eine Behandlung mit TNF-Hemmern ungenügend ansprechen oder diese nicht vertragen. Die Einführung in den USA, in der EU und auf weiteren Märkten hat begonnen.

Knochen- und Stoffwechselkrankheiten – gute Marktakzeptanz von Bonviva/Boniva
Bonviva/Boniva (Ibandronsäure) ist die erste und einzige monatliche Bisphosphonat-Tablette, die für die Behandlung der postmenopausalen Osteoporose zugelassen ist. Die weltweite Einführung des Produkts kommt gut voran und führte zu einem weiteren starken Anstieg der Verkäufe. In den USA entfallen inzwischen rund 16% aller Neuverordnungen von Bisphosphonaten auf Boniva. Im September veröffentlichte neue Daten belegen, dass Patientinnen, die nur einmal monatlich Boniva einnehmen, die Therapie deutlich länger fortsetzen als Frauen, die mit wöchentlich einzunehmenden Bisphosphonaten behandelt werden und damit ihre Chancen auf ein nachhaltiges Behandlungsergebnis verbessern. Im Januar bzw. März wurde Bonviva/Boniva als Injektion in den USA und Europa zugelassen, die Einführung in diesen Märkten ist im Gange. Die neue Darreichungsform wird nur einmal alle drei Monate verabreicht und ist vor allem für Patientinnen gedacht, die eine Therapie mit Bisphosphonaten in Tablettenform nicht vertragen oder diese nicht einnehmen können.

Die weltweiten Verkäufe von Xenical (Orlistat 120 mg) zur Gewichtsreduktion nahmen 2006 stetig zu, trotz Einführung eines Konkurrenzprodukts in einigen Märkten. Zu diesem Anstieg trug auch die zunehmende Aufklärung über die mit Übergewicht und Fettleibigkeit verbundenen Risiken bei. Nachdem GlaxoSmithKline (GSK) im April von der FDA eine so genannte Genehmigung unter Auflagen („approvable letter“) erhielt, ist GSK mit der Behörde im Gespräch über seinen Antrag auf Vermarktung von Orlistat 60 mg in den USA als rezeptfreies Medikament zur Unterstützung der Gewichtsverringerung. Vorbehaltlich der endgültigen Zulassung durch die FDA plant GSK, das Produkt ab dem ersten Halbjahr 2007 unter dem Handelsnamen „alli“ zu vertreiben.

Forschung und Entwicklung – F+E-Pipeline weiter gestärkt
Im Berichtsjahr hat die Division Pharma 13 neue Zulassungsanträge eingereicht und erhielt 14 Marktzulassungen. Anfang 2007 umfasste die F+E-Pipeline der Division 101 klinische Projekte, darunter 48 neue pharmazeutische Wirkstoffe und 53 zusätzliche Indikationen. 25 neue Wirkstoffe befinden sich derzeit in Phase I, 18 in Phase II und fünf in Phase III oder wurden bereits zur Zulassung eingereicht. Die Gesamtzahl von Pipeline-Projekten (neue Wirkstoffe und zusätzliche Indikationen) in weit fortgeschrittener Entwicklung erhöhte sich 2006 von 41 auf 47. Bei Roche Pharma befinden sich derzeit 110 Projekte aus sechs therapeutischen Gebieten in der vorklinischen Forschung sowie 90 Projekte aus acht Gebieten in der klinischen Entwicklung, darunter 20 in Phase 0 (Übergang Präklinik – klinische Entwicklung). Im Jahr 2006 wurden insgesamt 15 Projekte eingestellt oder werden fortan von der jeweiligen Partnerorganisation weiterverfolgt. Acht davon befanden sich in Phase I, sechs in Phase II und eins in Phase III.

Mircera, der erste kontinuierliche Aktivator der Rezeptoren für die Bildung roter Blutkörperchen, ist ein neuartiges Medikament zur Behandlung von Anämie, das sich sowohl funktionell als auch strukturell von den herkömmlichen Mitteln unterscheidet. Die Ergebnisse von sechs gross angelegten Phase-III-Studien zur Verabreichung von Mircera bei renaler Anämie, an denen mehr als 2400 Patienten mit chronischer Nierenerkrankung teilnahmen, wurden 2006 an bedeutenden medizinischen Kongressen vorgestellt. Die Daten belegen, dass Dialysepatienten direkt und erfolgreich von anderen, bis zu dreimal wöchentlich zu verabreichenden Medikamenten auf eine Erhaltungstherapie mit nur einer Dosis Mircera monatlich umgestellt werden können – eine Umstellung, die so zum ersten Mal erfolgreich durchgeführt wurde. Darüber hinaus gelang in gleich zwei Studien erstmals der Nachweis, dass zur Anämiekorrektur bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung Mircera von Anfang an nur zweimal monatlich verabreicht werden muss. Die klinische Entwicklung von Mircera zur Behandlung von Anämie bei Krebspatienten nach einer Chemotherapie befindet sich gegenwärtig in Phase II und verläuft nach Plan.
Im April beantragte Roche in der EU und in den USA erstmals die Zulassung von Mircera für die Behandlung von Anämie bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung. Die Anträge betreffen den Einsatz des Produkts sowohl bei Dialysepatienten als auch bei nichtdialysepflichtigen Patienten. Im Dezember akzeptierte die FDA zusätzliche von Roche zur Unterstützung ihres Zulassungsantrags eingereichte Daten und verlängerte die Prüfzeit um drei Monate. Die Verhandlung des von Amgen angestrengten Patentrechtsverfahrens in den USA wird für September 2007 erwartet. Roche ist weiterhin davon überzeugt, dass Mircera keines der Patente von Amgen für Erythropoetin verletzt.

In einem der umfassendsten Phase-III-Programme, die Roche jemals durchgeführt hat, wird gegenwärtig der Einsatz von Actemra (Tocilizumab) für die Behandlung von RA untersucht. Derzeit laufen fünf klinische Studien mit mehr als 4000 Patienten in 41 Ländern. Im Dezember wurde die Rekrutierung der Patienten hierfür abgeschlossen. Im April 2006 reichte Chugai in Japan ein Zulassungsgesuch für Actemra zur Behandlung von RA bei Erwachsenen sowie von systemischer juveniler idiopathischer Arthritis ein. Das Gesuch basiert unter anderem auf Phase-III-Ergebnissen, die belegen, dass die Monotherapie mit Actemra die Symptome der RA deutlich verbessert und das Fortschreiten der Gelenkschädigung verlangsamt. Für 2007 plant Roche die Einreichung von Zulassungsanträgen für Actemra zur RA-Behandlung in den USA und in der EU.

Ocrelizumab ist ein humanisierter monoklonaler Anti-CD20-Antikörper, der von Roche und Genentech für mittelschwere bis schwere RA entwickelt wird. Wie MabThera/Rituxan richtet sich auch Ocrelizumab gegen B-Zellen. Als vollständig humanisierter Antikörper hat das Medikament das Potenzial, noch verträglicher zu sein. Viel versprechende Daten der Phase I/II wurden im November auf der Konferenz des American College of Rheumatology vorgelegt. Sie zeigen, dass Ocrelizumab in allen getesteten Dosierungen gut verträglich und klinisch aktiv war. Für Anfang 2007 ist der Beginn eines umfassenden klinischen Entwicklungsprogramms der Phase III geplant.

Bei der von Japan Tobacco einlizenzierten Substanz R1658 handelt es sich um einen Hemmer des Cholesterylester-Transferproteins (CETP) mit einem einzigartigen Wirkmechanismus, der darauf abzielt, die Konzentration des so genannten „guten“ Cholesterins HDL-C im Blut anzuheben (ein Mangel and HDL-C erhöht das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen). Die bisherigen Daten zeigen, dass der Wirkstoff ein gutes Sicherheitsprofil aufweist und den gewünschten Effekt auf das HDL-Cholesterin und andere Blutfettwerte hat. Studien der Phase II werden demnächst abgeschlossen. Anhand dieser Ergebnisse wird 2007 über den Beginn der Phase III entschieden. Als Monotherapie oder in Kombination mit Statinen verabreicht, wurden keine unerwünschten kardiovaskulären Veränderungen oder eine Erhöhung des Blutdrucks durch R1658 beobachtet; im Tiermodell hat R1658 Herz-Kreislauf-Parameter nicht beeinflusst. Dies steht im Gegensatz zu einem kürzlich von einem Wettbewerber beendeten Entwicklungsprojekt derselben Produktklasse.



Division Diagnostics

Sämtliche Geschäftsbereiche tragen zum Umsatzwachstum bei

Kennzahlen
In Millionen CHF
Prozentuale Veränderung 
in CHF
Prozentuale Veränderung in lok. Währungen
In % der Verkäufe
Verkäufe
8'747
+6
+5
100
- Diabetes Care
3'019
+5
+3
35
- Centralized Diagnostics
3'100
+7
+5
35
- Molecular Diagnostics
1'211
+3
+3
14
- Near Patient Testing
785
+8
+7
9
- Applied Science
632
+12
+12
7
EBITDA
2'500
-4
-5
28,6
Betriebsgewinn vor Sonderpositionen
1'422
-20
-21
16,3
Forschung und Entwicklung  
700
0
-1
8,0

Mit einem Marktanteil von 19% konnte Roche Diagnostics 2006 ihre führende Position in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Umfeld behaupten. Der Gesamtjahresumsatz stieg leicht über dem Marktdurchschnitt um 5% in lokalen Währungen (6% in Franken; 5% in US-Dollar) – auch dank der Einführung neuer Produkte. Hauptwachstumsträger waren die Geschäftsbereiche Centralized Diagnostics, Near Patient Testing und Applied Science.

Der Betriebsgewinn der Division (vor Sonderpositionen) sank um 21% auf 1,4 Milliarden Franken, was zu einem Margenrückgang von 5,2 Prozentpunkten führte. Dies ist weitgehend auf intensivierte Investitionen in Produktneueinführungen, Wertminderungen bei immateriellen Vermögenswerten sowie niedrigere Lizenzeinnahmen zurückzuführen. Die Wertminderungen betreffen in erster Linie die nach der Übernahme von Disetronic im Jahr 2003 verbuchten immateriellen Vermögenswerte. Der Rückgang bei Lizenzeinnahmen ist Folge der in vielen Ländern ausserhalb der USA ablaufenden Basispatente für die Polymerase-Kettenreaktion-Technologie (PCR). Der EBITDA lag bei 2,5 Milliarden Franken oder 28,6% der Verkäufe, gegenüber 31,7% im Vorjahr, weit über dem Industriedurchschnitt.

2006 investierte Roche Diagnostics 700 Millionen Franken (8% des Umsatzes) in Forschung und Entwicklung. Die Schwerpunkte lagen in den Bereichen Molecular Diagnostics, Immunochemie und Diabetes Care.

Diabetes Care – Markteinführung neuer Accu-Chek Produkte erfolgreich abgeschlossen
Die Geschäftseinheit behauptete 2006 die globale Marktführerschaft. Nach einem Wachstum von 1% im ersten Halbjahr stiegen die Umsätze im dritten Quartal um 5% und im vierten Quartal um 6%. Die Umsätze für das Gesamtjahr lagen 3% über denen des Vorjahres. Mit den neuen Accu-Chek Produkten wird es für Anwender noch einfacher, Diabetes in den Griff zu bekommen. Neben der Insulinpumpe Accu-Chek Spirit gehören hierzu die Blutzuckermesssysteme Accu-Chek Aviva und Accu-Chek Go sowie Accu-Chek Compact Plus, ein komplettes System, das Blutzuckermessung, Teststreifen und Stechhilfe integriert. Auch neu ist Accu-Chek Multiclix, eine einzigartige Stechhilfe mit Lanzettentrommel für die sicherere, schmerzarme und bequemere Blutentnahme. Die Markteinführung dieser Produkte verlief sehr erfolgreich, führte zu zusätzlichem Verkaufswachstum und trug dazu bei, die rückläufigen Umsätze beim Accu-Chek Advantage – annähernd ein Jahrzehnt lang eines der erfolgreichsten Produkte von Diabetes Care – auszugleichen. Die Einführung der neuen Messsysteme wurde Mitte 2006 mit der Lancierung des Accu-Chek Compact Plus in Nordamerika und des Accu-Chek Aviva in Japan abgeschlossen. Alle neuen Accu-Chek Produkte sind nun weltweit auf dem Markt.

Mit der Aufhebung des Importstopps für Accu-Chek Insulinpumpen im Oktober haben auch die Kunden in den Vereinigten Staaten Zugang zum gesamten Diabetes-Produktportfolio von Roche. Die Accu-Chek Spirit ist während der ersten drei Monate ihrer Lieferbarkeit bei den Kunden auf ein sehr positives Echo gestossen und ist nunmehr in über 30 Ländern erhältlich. Das Insulinzufuhr-Geschäft mit Infusionssystemen wuchs zweistellig.

Centralized Diagnostics – cobas 6000 Systemfamilie im Markt
Der Geschäftsbereich verzeichnete 2006 ein über dem Marktdurchschnitt liegendes Verkaufswachstum von 5% und konnte seine Branchenführerschaft mit einem Marktanteil von etwa 13% behaupten. Die Einführung der cobas 6000 Systemfamilie für Labors mit mittlerem Probendurchsatz und die europäische Markteinführung des cobas c 111 Systems für Kunden mit geringem Probenaufkommen stellen wichtige Schritte bei der Umsetzung der Kernstrategie des Geschäftsbereichs dar. Diese zielt darauf ab, die Durchführung von Tests der klinischen Chemie und Immunochemie einfacher und effizienter zu gestalten. Ende 2006 wurde der Antrag auf Zulassung des cobas c 111 Systems in den USA bei der FDA eingereicht. Bei der cobas 6000 Systemfamilie handelt es sich um ein vollautomatisches, integriertes System, das in Labors mittlerer Grösse mehr als 95% der üblicherweise täglich anfallenden Routinetests abdeckt. Dank seiner flexiblen, modularen Bauweise kann es vor Ort genau den wachsenden Anforderungen des Kunden angepasst werden, und neue Module können jederzeit diesen Anforderungen entsprechend hinzugefügt werden. Bei den immunochemischen Tests entwickelten sich die Verkäufe mit einem Anstieg von 13% weiterhin deutlich über dem Markt, dies auch dank der Herztests Elecsys proBNP und Elecsys Troponin T. Die Umsätze des NT-proBNP Markers legten um 28% zu, unterstützt durch die zusätzliche Zulassung in den Vereinigten Staaten für die Risikobestimmung einer Herzkomplikation bei Patienten mit stabiler Herzkranzgefässerkrankung.

Molecular Diagnostics – Automatisierung im Fokus
Mit einem Marktanteil von etwa 38% konnte Molecular Diagnostics seine Marktführerschaft behaupten, auf das Gesamtjahr gerechnet stiegen die Verkäufe um 3%. Virologie – Molecular Diagnostics’ grösstes Umsatzsegment – legte im Rahmen des Virologie-Marktwachstums um 5% zu. Verstärkte Verkaufsaktivitäten für die integrierte Plattform Cobas AmpliPrep/Cobas TaqMan und die von ihr unterstützte Palette von Tests zur Messung der Virusmenge von HIV, Hepatitis B (HBV) und Hepatitis C (HCV) beeinflussten den Absatz positiv und halfen dem Geschäftsbereich, seinen Marktanteil in Europa erfolgreich zu verteidigen. Mit Cobas AmpliPrep/Cobas TaqMan steht ein vollautomatisches System für die Probenverarbeitung und Analyse zur Verfügung, das verbesserte Produktivität und Testsicherheit bietet. Eine Prüfung des HIV-Tests für diese Plattform durch die FDA ist bereits weit fortgeschritten, der US-Zulassungsantrag für den HCV-Test soll Anfang 2007 bei der FDA eingereicht werden. Durch Überwachung der Virusmenge (viral load) in Blutproben von Patienten erhält der Arzt wichtige Informationen für die Beurteilung von Krankheitsverlauf und Therapieerfolg. Im Juni begann Roche mit der europaweiten Markteinführung des neuen vollautomatischen modularen Blut-Screening-Systems cobas s 201 und des umfassenden cobas TaqScreen MPX Tests. Der cobas TaqScreen MPX Test – ein Mehrfach-Nachweistest für HIV, HCV und HBV in Blutspenden – erhielt im März die CE-Kennzeichnung (Conformité européenne). Die genannten Produkte sind jetzt in allen europäischen Ländern verfügbar. Roche bereitet die FDA-Zulassungsanträge für diesen Mehrfachtest sowie für einen separaten Test zum Nachweis des West-Nil-Virus mit dem cobas 201 System für 2007 vor. Im Laufe des Jahres nahmen weitere grosse US-Labors den AmpliChip CYP450 Test in ihr Angebot auf. Hierbei handelt es sich um einen Genchipgestützten Test zum Nachweis genetischer Variationen, die einen Einfluss darauf haben können, wie Patienten auf eine Behandlung mit vielen häufig verordneten Medikamenten ansprechen. Roche bereitet die Beantragung der Zulassung von Tests zum Nachweis und für die Bestimmung von Niedrig-, Mittel- und Hochrisikovarianten des humanen Papillomavirus (HPV) bei der FDA in der ersten Jahreshälfte 2007 vor. Eine anhaltende Infektion mit bestimmten HPV-Genotypen gilt als Risikofaktor für Gebärmutterhalskrebs.

Near Patient Testing – Marktführung bei Koagulations- und Blutzuckerkontrolle weiter ausgebaut
Der Geschäftsbereich konnte seine Marktführerschaft 2006 ausbauen. Dank des anhaltenden Trends zu dezentral durchgeführten Tests erhöhte sich der Gesamtjahresumsatz um 7%. Die neuesten Blutgerinnungsmessgeräte Coagu-Chek XS für die Patienten-Selbstkontrolle und CoaguChek XS Plus für medizinische Fachkräfte wurden im Januar bzw. Oktober erstmals in Europa ausgeliefert. Das System CoaguChek XS erhielt im dritten Quartal 2006 die Zulassung durch die FDA, seine umfassende Markteinführung in den Vereinigten Staaten ist für das erste Quartal 2007 vorgesehen. Dieses System ermöglicht es Patienten unter gerinnungshemmender Therapie und ihren behandelnden Ärzten, anhand eines einzigen Bluttropfens genaue Werte sofort bestimmen zu können. Mit dem erfolgreichen Start von CoaguChek XS wurde die Marktführerschaft von Roche bei der Blutgerinnungsmessung weiter ausgebaut. Near Patient Testing ist auch klarer Marktführer bei der Blutzuckermessung im Krankenhaus. Die Systeme Accu-Chek Inform und Accu-Chek Advantage/Sensor Messstreifen sind die Kernprodukte, die zum wachsenden Marktanteil von Roche in diesem Segment beitragen.

Applied Science – Genome Sequencer 20 erschliesst Roche neues Marktsegment
Die vom Geschäftsbereich erzielten Umsätze stiegen 2006 um 12% und entsprachen damit fast der doppelten Marktzuwachsrate. Zu diesem Wachstum trugen vor allem das LightCycler 480 Instrument und der Genome Sequencer 20 bei. Das LightCycler 480 Instrument ist eine sehr flexible Plattform für die Genexpressions- und -mutationsanalyse im Hochdurchsatzbereich, die auf der von Roche zur Marktreife entwickelten Polymerase-Kettenreaktion (PCR) basiert. Mit dem innovativen, Ende 2005 auf den Markt gebrachten Genome Sequencer 20 gewann Roche erfolgreich Zugang zum attraktiven Markt der Gensequenzforschung. Es kann lange DNS-Abschnitte und Genome 60-mal schneller sequenzieren als andere derzeit kommerziell verfügbare Systeme. Applied Science ist auch ein Anbieter von industriell benötigten Reagenzien und Substraten, die einen grossen Teil ihrer Umsätze ausmachen. Diese Produkte haben 2006 wesentlich zum Wachstum beigetragen.

Über Roche
Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ist ein global führendes, forschungsorientiertes Healthcare-Unternehmen in den Bereichen Pharma und Diagnostika. Mit innovativen Produkten und Dienstleistungen, die der Früherkennung, Prävention, Diagnose und Behandlung von Krankheiten dienen, trägt das Unternehmen auf breiter Basis zur Verbesserung der Gesundheit und Lebensqualität von Menschen bei. Roche ist einer der weltweit bedeutendsten Anbieter von Diagnostika, der grösste Hersteller von Krebs- und Transplantationsmedikamenten und nimmt in der Virologie eine Spitzenposition ein. 2006 erzielte die Division Pharma einen Umsatz von 33,3 Milliarden Franken und die Division Diagnostics Verkäufe von 8,7 Milliarden Franken. Roche beschäftigt rund 75'000 Mitarbeitende in 150 Ländern und unterhält Forschungs- und Entwicklungskooperationen und strategische Allianzen mit zahlreichen Partnern. Hierzu gehören auch Mehrheitsbeteiligungen an Genentech und Chugai. Weitere Informationen zur Roche-Gruppe finden sich im Internet (www.roche.com).


Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.




Anhang


Weitere Informationen
- Geschäftsbericht 2006
- Präsentationen / Live Broadcast Medienkonferenz (ab 10.00 Uhr)
- Bilder der Medienkonferenz (ab 16.00 Uhr)


Nächste Termine
- Generalversammlung: 5. März
- Umsätze 1. Quartal 2007: 17. April (provisorisch)
- Halbjahresabschluss 2007: 19. Juli (provisorisch)
- Neun-Monate-Umsätze 2007: 18. Oktober (provisorisch)


Disclaimer: Hinweis betreffend zukunftsgerichteter Aussagen
Dieses Dokument enthält gewisse zukunftsgerichtete Aussagen. Diese können unter anderem erkennbar sein an Ausdrücken wie „sollen", „annehmen", „erwarten“, „rechnen mit", „beabsichtigen", „anstreben", „zukünftig", „Ausblick“ oder ähnlichen Ausdrücken sowie der Diskussion von Strategien, Zielen, Plänen oder Absichten usw. Die künftigen tatsächlichen Resultate können wesentlich von den zukunftsgerichteten Aussagen in diesem Dokument abweichen, dies aufgrund verschiedener Faktoren wie zum Beispiel: (1) Preisstrategien und andere Produkteinitiativen von Konkurrenten; (2) legislative und regulatorische Entwicklungen sowie Veränderungen des allgemeinen wirtschaftlichen Umfelds; (3) Verzögerung oder Nichteinführung neuer Produkte infolge Nichterteilung behördlicher Zulassungen oder anderer Gründe; (4) Währungsschwankungen und allgemeine Entwicklung der Finanzmärkte; (5) Risiken in der Forschung, Entwicklung und Vermarktung neuer Produkte oder neuer Anwendungen bestehender Produkte, einschliesslich (nicht abschliessend) negativer Resultate von klinischen Studien oder Forschungsprojekten, unerwarteter Nebenwirkungen von vermarkteten oder Pipeline-Produkten; (6) erhöhter behördlicher Preisdruck; (7) Produktionsunterbrechungen; (8) Verlust oder Nichtgewährung von Schutz durch Immaterialgüterrechte; (9) rechtliche Auseinandersetzungen und behördliche Verfahren; (10) Abgang wichtiger Manager oder anderer Mitarbeitender sowie (11) negative Publizität und Medienberichte. Die Aussage betreffend das Wachstum des Gewinns pro Titel ist keine Gewinnprognose und darf nicht dahingehend interpretiert werden, dass der Gewinn von Roche oder der Gewinn pro Titel für eine gegenwärtige oder spätere Periode die in der Vergangenheit veröffentlichten Zahlen für den Gewinn oder den Gewinn pro Titel erreichen oder übertreffen wird.