Medienmitteilung
Basel, 22. September 2006
Erster
Technologietransfer
von Roche zur lokalen Herstellung eines Anti-HIV-Medikaments in Afrika
•
Kostenloser
Technologietransfer an drei Unternehmen in Afrika - Aspen in Südafrika, Cosmos und Universal
Corporation in Kenia
• Weitere 22 Unternehmen in 14 Ländern sind am Roche-Programm für
den Technologietransfer zur Herstellung von Aids-Medikamenten interessiert
Roche
hat heute einen Technologietransfer an drei afrikanische Unternehmen bekannt gegeben. Es handelt sich
dabei um Aspen Pharmacare in Südafrika sowie Cosmos Limited und Universal Corporation Limited in Kenia.
Roche stellt diesen Firmen unentgeltlich das technische Know-how zur Herstellung eines Anti-HIV-Generikums
zur Verfügung. Dieses stützt sich auf den Produktionsprozess für Saquinavir, das Roche-Medikament für
die Zweitlinientherapie1 der HIV-Infektion. Die Unternehmen dürfen Saquinavir
herstellen, um den
Bedarf in Kenia und Südafrika sowie in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara oder in den gemäss
UNO-Definition am wenigsten entwickelten Ländern abzudecken, in denen weltweit 64% aller von einer HIV-Infektion
betroffenen Menschen leben. Die drei Vereinbarungen sind die ersten der im Januar angekündigten Technologietransfers;
weitere sind geplant.
Im Rahmen
der Vereinbarungen beabsichtigt Roche, den Technologietransfer sowohl vor Ort in den Produktionsbetrieben
in Kenia und Südafrika als auch von ihrem Hauptsitz in Basel aus vorzunehmen. Das zuständige Roche-Team
hat seine Arbeit vollumfänglich aufgenommen; seit der ursprünglichen Ankündigung haben 25 Unternehmen
aus 14 Ländern, darunter Kenia, Ghana, Simbabwe und Nigeria, ihr Interesse am Programm bekundet. Roche
kooperiert mit den einzelnen Gesuchstellern, um im Laufe der nächsten Wochen die Bedingungen für die
Produktion zu sondieren.
William M. Burns, CEO der Division Pharma von
Roche: „Mit der Ankündigung dieses Programms bekräftigte Roche ihr Engagement, ihr Vorgehen auf dem
Gebiet der Anti-HIV-/Aids-Therapie kontinuierlich nach innovativen Gesichtspunkten auszurichten, um
insbesondere den Patienten in den ärmsten und am schwersten betroffenen Ländern Hilfe anbieten zu können.
Aufgrund des Interesses und der Reaktionen, die bisher bei uns eingegangen sind, wissen wir, dass unser
Programm die Voraussetzungen erfüllt, um den Bedürftigsten wirksam helfen zu können.“
„Wir
begrüssen das Engagement dieser Firmen, welche eigene, qualitativ hoch stehende Saquinavir-Generika
herstellen. Die technische Unterstützung durch Roche sollte es den Unternehmen ermöglichen, ihre Voraussetzungen
zur Produktion von Qualitätsarzneimitteln zu verbessern und zu erweitern. Es ist ermutigend und ein
positives Zeichen, dass lokale Hersteller in Afrika Schritte unternehmen, um ihre Produktionskapazität
zur lokalen Bereitstellung von Anti-HIV-Medikamenten zu erweitern. HIV-infizierte und Aids-kranke Patienten
in afrikanischen Ländern südlich der Sahara haben nur wenig Behandlungsmöglichkeiten. Zwar ist der Zugang
zu Erstlinienmedikamenten verbessert worden, doch ist es unerlässlich, dass ihnen auch Zweitlinienmedikamente
wie Saquinavir, die in den Behandlungsrichtlinien der WHO aufgeführt sind, in ausreichendem Mass zur
Verfügung stehen“, kommentierte Lembit Rägo, Koordinator für Qualitätssicherung und Arzneisicherheit
bei der Weltgesundheitsorganisation.
Der laufend bessere Zugang zu Erstlinienmedikamenten
in Afrika wird auch den Bedarf nach Zweitlinienmedikamenten weiter erhöhen. Ein verbessertes Know-how
sowie eine erhöhte Kapazität in der Produktion von Saquinavir in solchen Ländern könnten deshalb in
der Bereitstellung von Arzneimitteln eine entscheidende Rolle spielen. Die Weltgesundheitsorganisation
empfiehlt Saquinavir – verstärkt mit Ritonavir – als eine von drei Zweitlinientherapien in Ländern mit
eingeschränkten Ressourcen.
Über das Technologietransferprogramm
von
Roche
Das im Januar 2006 angekündigte Technologietransferprogramm hat zum Ziel,
lokalen
Herstellern das zur Produktion von Anti-HIV-Generika erforderliche technische Know-how zur Verfügung
zu stellen. Hersteller in afrikanischen Staaten südlich der Sahara und in den am wenigsten entwickelten
Ländern, die Saquinavir-Generika für die Verwendung in diesen Ländern produzieren möchten, brauchen
nicht um eine freiwillige Lizenz zu ersuchen, da Roche sich im Rahmen ihrer weltweiten Politik verpflichtet
hat, ihre Patentrechte auf Anti-HIV-Medikamente in diesen Ländern nicht durchzusetzen. Interessierte
Hersteller sind aufgerufen, mit dem Projektmanager des Technologietransferprogramms im Büro von Roche
Kenia Kontakt aufzunehmen. Die E-Mail-Adresse lautet: info.aidstechtransfer@roche.com.
Zur
Teilnahme eingeladene Länder
Interessierte lokale Hersteller der nachstehend aufgeführten
Länder sind eingeladen, mit Roche Kontakt aufzunehmen, um das Technologietransferprogramm zu besprechen:
Äquatorialguinea, Äthiopien, Afghanistan, Angola, Bangladesch, Benin, Bhutan, Botswana, Burkina Faso,
Burundi, Côte d'Ivoire, Demokratische Republik Kongo, Demokratische Republik Osttimor, Djibouti, Eritrea,
Gabun, Ghana, Gambia, Guinea, Guinea-Bissau, Haiti, Jemen, Kambodscha, Kamerun, Kapverdische Inseln,
Kenia, Kiribati, Komoren, Kongo, Lesotho, Liberia, Madagaskar, Malawi, Malediven, Mali, Mauritius, Mauretanien,
Mosambik, Myanmar, Namibia, Nigeria, Nepal, Niger, Ruanda, Salomon-Inseln, Sambia, Samoa, São Tomé und
Principe, Senegal, Seychellen, Sierra Leone, Simbabwe, Somalia, Südafrika, Swasiland, Sudan, Togo, Tschad,
Tuvalu, Uganda, Vanuatu, Vereinigte Republik Tansania, Volksrepublik Laos und Zentralafrikanische Republik.
Über
die Patent- und Preispolitik von Roche
Abgesehen von ihrem Technologietransferprogramm
behält Roche ihre gegenwärtige Preis- und Patentpolitik für Entwicklungsländer bei. In den Staaten,
die von der UNO als die am wenigsten entwickelten Länder eingestuft worden sind, meldet Roche keine
Patente für irgendeines ihrer Medikamente an. In den am wenigsten entwickelten Ländern und in den afrikanischen
Staaten südlich der Sahara meldet Roche keine Patente für neue Anti-HIV-Medikamente an. Roche wird in
diesen Ländern auch nichts gegen den Verkauf oder die Herstellung generischer Entsprechungen ihrer antiretroviralen
Medikamente unternehmen. Generische Entsprechungen ihrer Anti-HIV-Medikamente können demnach in den
am wenigsten entwickelten Ländern und in den Staaten südlich der Sahara ohne Einholen einer freiwilligen
oder obligatorischen Lizenz produziert werden. Roche bietet ihre zwei HIV-Proteasehemmer Invirase und
Viracept in den am wenigsten entwickelten Ländern und in afrikanischen Staaten südlich der Sahara zu
Preisen ohne Gewinn für Direktlieferungen ab Roche Basel an.
Über
Roche
Roche
mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ist ein global führendes, forschungsorientiertes Healthcare-Unternehmen
in den Bereichen Pharma und Diagnostika. Mit innovativen Produkten und Dienstleistungen, die der Früherkennung,
Prävention, Diagnose und Behandlung von Krankheiten dienen, trägt das Unternehmen auf breiter Basis
zur Verbesserung der Gesundheit und Lebensqualität von Menschen bei. Roche ist einer der weltweit bedeutendsten
Anbieter von Diagnostika, der grösste Hersteller von Krebs- und Transplantationsmedikamenten und nimmt
in der Virologie eine Spitzenposition ein. 2005 erzielte die Division Pharma einen Umsatz von 27,3 Milliarden
Franken und die Division Diagnostics Verkäufe von 8,2 Milliarden Franken. Roche beschäftigt rund 70
000 Mitarbeitende in 150 Ländern und unterhält Forschungs- und Entwicklungskooperationen und strategische
Allianzen mit zahlreichen Partnern. Hierzu gehören auch Mehrheitsbeteiligungen an Genentech und Chugai.
Weitere Informationen zur Roche-Gruppe finden sich im Internet (www.roche.com).
Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.
Weitere Informationen
- Roche und HIV/Aids
- Zugang zu Roche-Medikamenten
1 WHO treatment guidelines for resource limited settings: www.who.int/3by5/publications/documents/arv_guidelines/en