Media Release
Basel, 21. Januar 2005
Pegasys
erhält positive Stellungnahme der EU-Behörden für die Therapie der chronischen Hepatitis B
Erstes
pegyliertes Interferonpräparat, das zur Behandlung der chronischen Hepatitis B indiziert ist
Roche
hat heute bekannt gegeben, dass das Komitee für Humanarzneimittel (CHMP) eine positive Stellungnahme
in Bezug auf Pegasys (Peginterferon alfa-2a, 40 kD) zur Behandlung der chronischen Hepatitis B abgegeben
hat. Die Stellungnahme bezieht sich sowohl auf die HBeAg-positive als auch die HBeAg-negative chronische
Hepatitis B. Die Empfehlung geht jetzt zur abschliessenden Genehmigung weiter an die EU-Kommission.
Hepatitis B stellt ein ernstzunehmendes Gesundheitsproblem dar, weisen doch die Statistiken darauf hin,
dass weltweit mehr als 350 Millionen Menschen mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert sind, von denen jedes
Jahr rund eine Million an der Krankheit sterben.
Ciro Caravaggio, Leiter
des Bereichs Hepatitis bei Roche, erklärte: „Heute wird in der Geschichte von Pegasys als wirksames
antivirales Medikament ein weiterer Meilenstein gesetzt. Unser Ziel war es, das Potenzial von Pegasys
bei der Therapie der chronischen Hepatitis B zu sondieren, und es gelang uns, seine Wirksamkeit gegen
beide Virustypen im Vergleich mit den zwei zurzeit führenden Hepatitis-B-Medikamenten Lamivudin und
herkömmliches Interferon aufzuzeigen.“ Caravaggio weiter: „Dies ist für Pegasys auch insofern eine Errungenschaft,
als es das erste pegylierte Interferon ist, das zur Behandlung der chronischen Hepatitis B indiziert
ist.“
Im Gegensatz zu Lamivudin besitzt Pegasys einen zweifachen Wirkmechanismus:
Es stimuliert das Immunsystem und hemmt die Vermehrung des Virus. Dies eröffnet dem Arzt eine neue therapeutische
Alternative mit dem Vorzug einer absehbaren Behandlungsdauer und einer anhaltenden Krankheitsremission,
wodurch dem Patienten eine lebenslange Therapie erspart bleibt.
Professor
Patrick Marcellin, Hepatologe am Hôpital Beaujon, Clichy, Frankreich, und einer der leitenden Prüfärzte
der weltweiten Phase-III-Studien: „Klinische Prüfungen haben ergeben, dass Pegasys bei Patienten mit
chronischer Hepatitis B in einem zeitlich festgelegten Rahmen für die Behandlung die besten Aussichten
auf eine anhaltende Wirkung gewährt. Pegasys ist ein wirksames pegyliertes Interferon und das einzige
Präparat dieser Klasse, das direkt mit Lamivudin verglichen worden ist. Das Ansprechen der chronischen
Hepatitis B auf dieses Medikament – wie auch auf herkömmliches Interferon – unterstützt seinen Einsatz
zur Erstbehandlung bei dieser Indikation."
Studien,
welche die positive
Stellungnahme veranlasst haben
Die positive Stellungnahme des CHMP stützt sich
auf eines
der grössten klinischen Entwicklungsprogramme bei chronischer Hepatitis B, das drei weltweite Studien
mit über 1500 Patienten aus 19 Ländern umfasste.
Pegasys hat sich in
einer internationalen Phase-II-Studie bei der Behandlung der häufigsten Form der chronischen Hepatitis
B – der Hepatitis-B-e-Antigen (HBeAg)-positiven chronischen Hepatitis B – als doppelt so wirksam erwiesen
wie herkömmliches Interferon. Diese Resultate waren im Juli 2003 im Journal of Viral
Hepatitis1 veröffentlicht
worden.
In zwei gross angelegten internationalen Phase-III-Studien mit
Patienten, deren chronische Hepatitis B teils von HBeAg-positiven, teils von HBeAg-negativen Hepatitis-B-Viren
herrührte, wurde aufgezeigt, dass nach 48 Behandlungswochen mehr Patienten nachhaltig auf Pegasys ansprachen
als auf Lamivudin. Diese Studien haben ausserdem gezeigt, dass die gleichzeitige Verabreichung von Lamivudin
und Pegasys keine besseren Ansprechraten bewirkte als Pegasys allein.
Die Ergebnisse
der Phase-III-Studie bei HBeAg-negativer chronischer Hepatitis B, die in Mittelmeerländern besonders
häufig vorkommende und am schwierigsten zu behandelnden Form dieser Krankheit, waren im September 2004
im New England Journal of Medicine2 publiziert worden.
Die Resultate der Phase-III-Studie bei Patienten
mit HBeAg-positiver chronischer Hepatitis B wurden am Jahreskongress 2004 der American Association for
the Study of Liver Diseases3 vorgestellt. Nach Meinung der leitenden Prüfärzte
dieser zwei Studien
erscheint es angesichts der erzielten Resultate gerechtfertigt, dass Pegasys zum Mittel der ersten Wahl
für die Behandlung der HBeAg-positiven und der HBeAg-negativen chronischen Hepatitis B aufrückt.
Über Pegasys
Pegasys, das Medikament einer neuen
Präparategeneration
gegen Hepatitis, das sich von seiner Struktur her unterscheidet, ist bereits zum weltweiten Marktführer
für die Behandlung der Hepatitis C aufgerückt. Pegasys verfügt über einen zweifachen – immunmodulierenden
und antiviralen – Wirkmechanismus. Dank verbesserten pharmakokinetischen Eigenschaften ist gewährleistet,
dass zwischen den einmal wöchentlichen Verabreichungen konstante Wirkstoffspiegel im Blut erhalten bleiben.
Für die Behandlung der chronischen Hepatitis B wird Pegasys während 48 Wochen in der Dosis von einmal
wöchentlich 180 µg mittels subkutaner Injektion verabreicht.
Pegasys
ist kürzlich in der Schweiz, Taiwan und Thailand zur Behandlung der chronischen Hepatitis B zugelassen
worden. Die Zulassung in den USA wird im Laufe dieses Jahres erwartet.
Roche
und Hepatitis
Roche engagiert sich auf dem Therapiegebiet der viralen Hepatitis:
Roferon-A
wurde zur Behandlung der Hepatitis B und C eingeführt, gefolgt von Pegasys gegen Hepatitis C und einem
vollständigen Programm zur Entwicklung von Pegasys für die Hepatitis-B-Therapie. Roche verfügt auch
über ein eigenes Ribavirin-Markenpräparat, Copegus, das in Kombination mit Roferon-A oder Pegasys für
die Behandlung der Hepatitis C zugelassen ist. Roche stellt ausserdem Testsysteme für die Diagnose und
Überwachung der HBV- und HCV-Infektion her: Den COBAS AMPLICOR Test sowie den AMPLICOR MONITOR Test,
die für den Nachweis und die quantitative Bestimmung der HBV-DNA oder HCV-RNA in den Blutproben von
Patienten eingesetzt werden. Roche hat bezüglich einer neuen Indikation für Pegasys und Copegus eine
positive Stellungnahme der EU-Behörden erhalten; hierbei geht es um die Behandlung von Patienten, die
gleichzeitig eine Infektion durch HIV und das Hepatitis-C-Virus (HCV) aufweisen. Ein Zulassungsgesuch
hierfür ist auch in den USA eingereicht worden. Über 40 000 Patienten weltweit nehmen zurzeit an Studien
mit Pegasys und Copegus teil, mit denen Roche die noch ungedeckten medizinischen Bedürfnisse von Patienten
mit Hepatitis C abklärt. Das Engagement von Roche auf dem Gebiet der Virushepatitis umfasst auch den
Abschluss strategischer Allianzen und von Partnerschaften für die Entwicklung neuer Präparate für die
Zukunft.
Über Roche
Roche mit Hauptsitz
in Basel, Schweiz,
ist ein global führendes, forschungsorientiertes Healthcare-Unternehmen mit den Schwerpunkten Pharma
und Diagnostika. Mit innovativen Produkten und Dienstleistungen, die der Prävention, Diagnose und Behandlung
von Krankheiten dienen, trägt das Unternehmen auf breiter Basis zur Verbesserung der Gesundheit und
Lebensqualität von Menschen bei. Roche ist ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich Diagnostika,
der grösste Anbieter von Krebs- und Transplantationsmedikamenten und nimmt in der Virologie eine Spitzenposition
ein. 2003 erzielte die Division Pharma mit verschreibungspflichtigen Medikamenten einen Umsatz von 19,8
Milliarden Franken und die Division Diagnostics Verkäufe von 7,4 Milliarden Franken. Roche beschäftigt
rund 65 000 Mitarbeitende in 150 Ländern und unterhält Forschungs- und Entwicklungskooperationen und
strategische Allianzen mit zahlreichen Partnern. Hierzu gehören auch Mehrheitsbeteiligungen an Genentech
und Chugai.
Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.
Literatur
1 Cooksley WG, Piratvisuth T, Lee SD, et al. Peginterferon alpha-2a (40 kDa):
an advance in the
treatment of hepatitis B e antigen-positive chronic hepatitis B. J Viral Hepat 2003; 10:298-305.
2Marcellin P, Lau GK, Bonino F, et al. Peginterferon alfa-2a alone, lamivudine
alone, and the two
in combination in patients with HBeAg-negative chronic hepatitis B. N Engl J Med 2004; 351:1206-17.
3Lau GK, et al. Peginterferon alfa-2a (40KD) ( Pegasys®) monotherapy and
in combination with lamivudine
is more effective than lamivudine monotherapy in HBeAg-positive chronic hepatitis B: results from a
large, multinational study. Hepatology, 2004; Vol. 40 (4); Suppl. 1:171A