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Medienmitteilung

Basel, 21. Juli 2004

Halbjahres-Medienkonferenz

10.00 Uhr, CET


Referate Deutsch

(es gilt das gesprochene Wort)

English Version



Franz B. Humer

Grosse Fortschritte auf allen Ebenen im 1. Halbjahr 2004

Sehr geehrte Damen und Herren

Ich begrüsse Sie herzlich zur Halbjahres-Medienkonferenz von Roche.

Wir haben in den ersten sechs Monaten des Jahres 2004 auf allen Ebenen -  strategisch, operativ und finanziell -  weitere erhebliche Fortschritte erzielt und dabei all unsere Ziele erreicht und die Wichtigsten sogar übertroffen:
• Mit dem vor zwei Tagen kommunizierten strategischen Entscheid, den Bereich der rezeptfreien Medikamente, Roche Consumer Health, zu verkaufen, werden wir uns vollständig auf die hochinnovativen Geschäfte Pharma und Diagnostics fokussieren, die über ein zunehmendes Synergie-Potenzial verfügen.
• Operativ haben wir -  was sowohl den Umsatz als auch den Betriebsgewinn anbetrifft – im ersten Halbjahr sehr gute Ergebnisse erreicht.
• Und auch auf der finanziellen Seite konnten wir dank des starken operativen Ergebnisses und der Umwandlung beziehungsweise dem Rückkauf von Obligationsanleihen die Konzernschulden weiter deutlich abbauen.

Lassen Sie mich unsere Ergebnisse auf diesen drei Ebenen etwas näher erläutern.

Zunächst: Weshalb verkaufen wir den profitablen und florierenden Geschäftsbereich Roche Consumer Health? Wie passt das in unsere Strategie?

Roche gestaltet Zukunft aktiv durch Verkauf von Nicht-Kernbereichen und Akquisitionen
Wir haben in den vergangenen Jahren die Roche-Gruppe kontinuierlich zu einem fokussierten Gesundheitsunternehmen weiterentwickelt, indem wir organisches Wachstum mit massgeschneiderten strategischen Schritten ergänzten. Ich erinnere Sie an die Abspaltung der Division Riechstoffe und Aromen im Jahr 2000 und den Verkauf der Division Vitamine und Feinchemikalien im letzten Jahr. Auf der anderen Seite haben wir Pharma durch die Akquisition von Chugai und Diagnostics durch die Übernahme von AVL, Disetronic und Igen zusätzlich verstärkt. Zur Erweiterung unserer internen Forschung und Entwicklung haben wir zudem in der jüngeren Vergangenheit zahlreiche Allianzen mit Biotech-Unternehmen geschlossen und uns so Zugang zu weiteren potenziellen Produkten und neuen Technologien verschafft.

Mit dem Verkauf von Roche Consumer Health gehen wir den Weg der Konzentration auf Bereiche mit hoher Wertschöpfung konsequent weiter. Hier die wichtigsten Fakten zu unseren Vereinbarungen mit Bayer und GlaxoSmithKline (GSK).

Klarer Fokus auf Geschäfte mit hoher Wertschöpfung und Wertoptimierung der anderen Bereiche
Am Montag haben wir bekannt gegeben, dass Roche Consumer Health – inklusive der fünf Produktionsstätten in Grenzach (Deutschland), Gaillard (Frankreich), Pilar (Argentinien), Casablanca (Marokko) and Jakarta (Indonesien) – an Bayer verkauft wird und dass wir in den USA die Rechte für die frei verkäufliche Form von Orlistat, dem Wirkstoff von Xenical, an GSK auslizenzieren. Wir erwarten den Abschluss des Verkaufs von Roche Consumer Health, nach Genehmigung durch die Wettbewerbsbehörden, gegen Ende dieses Jahres. Der Verkaufspreis für das gesamte Paket beläuft sich auf ca. 3,7 Milliarden Franken, zuzüglich künftiger erfolgsabhängiger Einkünfte für die Vermarktung von Orlistat OTC in den USA.

Die getroffene Lösung schafft eine „win-win“-Situation für alle Beteiligte. Roche Consumer Health hat über Jahrzehnte starke Marken wie Redoxon, Supradyn, Bepanthen, Aleve oder Rennie aufgebaut. Aber wir spielten im OTC-Geschäft (OTC= over the counter; frei verkäuflich) weltweit keine führende Rolle. In diesem konsumentennahen Geschäft ist jedoch Grösse und Marktmacht in den letzten Jahren zunehmend wichtiger geworden. Wir sind überzeugt, mit Bayer den richtigen industriellen Käufer für die erfolgreiche Weiterentwicklung der Markenprodukte gefunden zu haben. Durch den Zusammenschluss mit Bayer wird ein im weltweiten OTC-Markt führendes Unternehmen entstehen, das mit starken Markenprodukten einen Umsatz von gut 3,6 Milliarden Franken generiert und welweit 6700 Mitarbeitende beschäftigt.

Ich komme nun zu den Ergebnissen im ersten Halbjahr 2004.

1. Halbjahr 2004: Verkaufswachstum in beiden Divisionen über dem Markt
Wir haben in beiden Divisionen deutlich schneller als der Weltmarkt expandiert und haben in allen Regionen weitere Marktanteile hinzugewonnen.
So wuchs der Umsatz der Division Pharma (ohne Roche Consumer Health) um 16% in Lokalwährung - doppelt so schnell wie der Markt. Wesentliche Impulse kamen hier erneut vor allem von der Onkologie, wo die Verkäufe um mehr als ein Viertel zulegten. Unsere weltweit führende Position in diesem Bereich wird dadurch unterstrichen, dass wir nach der Zulassung von Avastin in den USA und den sehr guten Ergebnissen der klinischen Studien mit Tarceva nun über fünf Krebsmedikamente verfügen, die nachweislich lebensverlängernd wirken – das wird von keinem anderen Unternehmen erreicht.
Auch die Division Diagnostics legte als klarer Marktführer erneut kräftig zu und wächst mit 9% ebenfalls doppelt so schnell wie der entsprechende Markt. Wichtigste Umsatzträger sind hier die dynamischen Geschäftsbereiche Diabetes Care, Molecular Diagnostics und die Immunchemie.

Gerade im Schlüsselbereich der Onkologie zeichnet sich ein wachsendes Synergie-Potenzial zwischen Pharma und Diagnostics ab. Bereits heute ist Roche führend bei molekulardiagnostischen Produkten für die Onkologie. Mit dem Ziel einer individuelleren Behandlung von Patienten werden wir in den nächsten Jahren verschiedene hoch innovative Tests für die Früherkennung von Krebskrankheiten (Tumormarker) und DNS-Chips für eine differenziertere Krebsdiagnose auf den Markt bringen.

Betriebsgewinn vor Sonderpositionen wächst zweistellig – Starke Margenverbesserung
Dank ausgezeichneter Verkaufszahlen haben wir unsere Ertragskraft erneut gestärkt. Der Betriebsgewinn der weitergeführten Geschäfte (vor Sonderpositionen) legte um rund ein Drittel auf 3,7 Milliarden Franken zu.
Beide Divisionen vermochten ihre Betriebsgewinnmarge (vor Sonderpositionen) nochmals kräftig zu steigern: Bei Pharma verbesserte sie sich um 3 Prozentpunkte auf annähernd 27% und bei Diagnostics um fast 3 Prozentpunkte auf über 24%.

Konzernergebnis 1. Halbjahr 2004: Erneut beachtliche Verbesserung
Auch die EBITDA-Entwicklung spiegelt unsere operativen Erfolge im ersten  Halbjahr wider. Der EBITDA der weitergeführten Geschäfte  stieg um ein Viertel auf fast 5 Milliarden Franken.

Das Finanzergebnis weist für das erste Halbjahr wie erwartet einen Nettofinanzaufwand auf; dieser hat sich gegenüber dem ersten Halbjahr 2003 jedoch deutlich vermindert. Wir werden den noch immer hohen Zinsaufwand im Laufe des Jahres dank der erfolgten Umwandlung und Rückzahlung von Obligationen weiter reduzieren.

Der Konzerngewinn verdoppelte sich gegenüber der Vorjahresperiode auf 2,9 Milliarden Franken. Dazu beigetragen haben auch Sondererträge (im Betrag von netto über 700 Millionen Franken) aus den Transaktionen mit Obligationsanleihen. Der Konzerngewinn wäre jedoch auch ohne den ausserordentlichen Finanzertrag aufgrund des sehr guten operativen Ergebnisses um 46 % angestiegen.

Deutliche Fortschritte im Finanzbereich
Dank des sehr starken Geldflusses (Cashflows) von Pharma und Diagnostics und der Massnahmen im Finanzbereich konnten wir die Konzernschulden um 4,1 Milliarden Franken reduzieren, was künftig zu einer jährlichen Entlastung des Zinsaufwands von über 200 Millionen Franken führen wird.

Die finanzielle Lage des Konzerns hat sich weiter signifikant verbessert. Die Nettoliquidität stieg auf 6,7 Milliarden Franken und die Eigenkapitalquote inklusive Minderheitsanteile konnte von 49% auf 54 % angehoben werden.

Pipeline erneut deutlich verbessert: Sehr erfolgreiche erste Jahreshälfte 2004
Dieses Jahr investieren wir in Forschung und Entwicklung rund fünf Milliarden Franken. Damit wollen wir das Tempo bei der Entwicklung neuer Produkte beschleunigen, aber auch weitere Lizenzen erwerben und Allianzen eingehen.
Wichtige Entwicklungsprojekte in den therapeutischen Bereichen Onkologie, Anämie, rheumatoide Arthritis, Diabetes und Asthma haben im ersten Halbjahr 2004 wesentliche Fortschritte gemacht. In der Pharma-Pipeline haben wir derzeit 63 neue Wirkstoffe. Wir planen in den nächsten fünf Jahren ca. 25 Zulassungsgesuche einzureichen.
Zusätzliche 70 Produkte sind bei Diagnostics in der Pipeline. Hier haben wir innerhalb der kommenden fünf Jahre 20 Neulancierungen jährlich vorgesehen.

Wie angekündigt werden wir in den nächsten drei Jahren hier in Basel und im oberbayrischen Penzberg neue Anlagen für die Herstellung von Biotech-Medikamenten mit einem gesamten Investitionsvolumen von 800 Millionen Franken erstellen. Diese Investitionen werden dazu beitragen, dass wir auch künftig zu den weltweit führenden Biotechnologie-Unternehmen gehören und genügend Kapazität bereitstellen können, um die zu erwartende Nachfrage nach den neuen Medikamenten abzudecken.

Ausblick
Wir haben alle an der Bilanzmedienkonferenz im Januar abgegebenen Verkaufs- und Ertragserwartungen zur Jahresmitte erfüllt oder sogar übertroffen. Daher sind wir überzeugt, unsere Ziele für 2004 erreichen zu können.
• Für das laufende Jahr erwarten wir für die Divisionen Pharma und Diagnostics, dass die Verkäufe in lokalen Währungen schneller als der Weltmarkt wachsen.
• Für die Division Pharma rechnen wir mit einer Betriebsgewinnmarge vor Sonderpositionen für das ganze Jahr von rund 26% und wir erwarten für nächstes Jahr eine Marge etwa auf demselben Niveau. Dies trotz der zusätzlichen Kosten für die Einführung und Entwicklung von neuen Produkten sowie des verstärkten Wettbewerbs durch Generika für das Antibiotikum Rocephin.

• Auch erwarten wir für das ganze Jahr einen signifikant höheren Konzerngewinn.
• Zu Beginn dieses Jahres hatten wir angekündigt, dass wir das operative Profitabilitätsziel für den Konzern vor Sonderpositionen von 22% bereits 2005 - und nicht wie ursprünglich angenommen im Jahr 2006 - erreichen. Im Halbjahresergebnis haben wir diese Marke jetzt deutlich übertroffen und werden sie auch für das ganze Jahr 2004 übertreffen - zwei Jahre früher als geplant.
• Für die Division Diagnostics bleiben wir beim Ziel, bis 2006 eine Betriebsgewinnmarge vor Sonderpositionen von rund 23% auszuweisen. Erfahrungsgemäss sind die Ergebnisse im ersten Halbjahr in der Regel besser als in der zweiten Jahreshälfte.

Meine Damen und Herren,
Für die erfolgreiche Weiterführung unseres eigenständigen Weges brauchen wir eine starke Bilanz und genügend liquide Mittel. Beides ist bei Roche der Fall.

Unsere positiven Zahlen und Entwicklungen zeigen, dass wir die Weichen für den Roche-Konzern als führendes und unabhängiges Gesundheitsunternehmen richtig gestellt haben. Blicken wir in die weitere Zukunft, so sind wir überzeugt, dass Roche sich durch die Vereinigung von Pharma und Diagnostik unter einem Dach in einer bemerkenswerten Ausgangsposition befindet, um die medizinischen Erfolge von morgen zu erzielen.


Erich Hunziker

Guten Morgen, meine sehr verehrten Damen und Herren

Roche im 1. Halbjahr 2004: ausgezeichnete Zwischenresultate
Im ersten Halbjahr 2004 kamen alle Aktivitäten der Roche-Gruppe planmässig voran: die Kerngeschäfte Pharma und Diagnostics erarbeiteten einen ausgezeichneten Cash-flow, der jedem Industrievergleich standhält. Mit dem Verkauf von Roche Consumer Health präsentiert sich Roche jetzt dem Investor als eines der am besten fokussierten Hochtechnologie-Unternehmen im Gesundheitswesen. Die ausgezeichnete Leistung des operativen Geschäfts hat eine weitere Verbesserung der Finanzsituation des Unternehmens ermöglicht: es wurden Schulden im Umfang von 4 Milliarden Schweizer Franken abgebaut und die Bilanz weiter gestärkt.

Fokussierung auf unsere Kerngeschäfte Pharma und Diagnostics
Die am Montag dieser Woche bekannt gegebenen Transaktionen im OTC-Bereich werden unsere Wachstumsraten bei den Verkäufen und die Margen nachhaltig steigern. Bei Abschluss dieser Transaktionen werden – voraussichtlich gegen Ende dieses Jahres – beträchtliche Einmal-Effekte eintreten: Wir werden voraussichtlich einen Buchgewinn ausweisen können, der 2 Milliarden Franken übersteigen wird. Zudem sollte der Zufluss an liquiden Mitteln 3 Milliarden Franken übersteigen, die wir wiederum in die Zukunft unserer Kerngeschäfte investieren können (die genauen Zahlen dazu werden Sie voraussichtlich mit dem Jahresergebnis 2004 erhalten).

Operatives Konzernergebnis
Das operative Ergebnis des Gesamtkonzerns, d.h. inklusive Roche Consumer Health und für 2003 inklusive dem Vitamin- und Feinchemikaliengeschäft, liegt beträchtlich über dem Niveau des Vorjahres. Erfreulicherweise blieben auch in diesem Halbjahr die negativen Sondereffekte aus, während wir im 1. Halbjahr 2003 noch 375 Millionen Franken im Zusammenhang mit dem angekündigten Verkauf des Vitamin- und Feinchemikalien-Geschäfts an DSM der Erfolgsrechnung belasten mussten.

Operatives Ergebnis der Kerngeschäfte
Betrachten wir das operative Ergebnis der Kerngeschäfte Pharma und Diagnostics, so werden unsere gezielten Anstrengungen der vergangenen Jahre zunehmend sichtbar: während wir mit unserem innovativen Produkte-Angebot Marktanteile dazu gewinnen, ist die Kostenbasis mehrheitlich unter Kontrolle und wächst entscheidend langsamer als die Verkäufe. Beträchtlich angestiegen ist der sonstige betriebliche Aufwand bzw. Ertrag: hierbei handelt es sich um eine Fülle von Faktoren wie gestiegene Lizenzausgaben für unsere erfolgreichen Produkte oder Einnahmen aus neuen PCR-Lizenzverträgen sowie dem Verkauf eines Pharmaprodukts namens Soriatane. Da sich die beiden Effekte beinahe die Waage halten, haben sie keinen wesentlichen Einfluss auf die beeindruckende Erhöhung des operativen Ergebnisses um über 30%.

Schuldenabbau um weitere 4 Milliarden Franken
Im Einklang mit unserem Bestreben, angesichts der hohen operativen Ertragskraft unnötige und vor allem „hochpreisige“ Schulden so früh wie möglich zurück zu zahlen, haben wir folgende Massnahmen ergriffen: Die „LYONs IV“, eine Wandelanleihe unterlegt mit Genentech-Aktien, wurde im ersten Halbjahr aktiv aus dem Markt genommen. Dieser „Call“ hatte neben einer Schuldentilgung von CHF 1,2 Milliarden Franken zwei wesentliche Auswirkungen: Da wir einerseits den Investoren Genentech-Aktien aushändigten, verringerte sich unsere Beteiligung an dieser Tochtergesellschaft um 2,45%. Mit den resultierenden 55,6% am 30. Juni 2004 liegen wir aber weiterhin wesentlich über der für uns strategisch wichtigen 50%-Schwelle. Da diese Genentech-Aktien andererseits einen sehr tiefen Buchwert hatten, resultierte aus dieser Transaktion ein einmaliger Sondergewinn von 1,1 Milliarden Franken. Zudem hat dieser Gewinn mitgeholfen, die Bilanzsituation unserer US-Holdinggesellschaft entscheidend zu verbessern.

Bei der Wandelanleihe LYONs III, unterlegt mit Roche-Genussscheinen, nutzten wir einen klar definierten „Call“-Zeitpunkt, um diese Verpflichtung mit einem effektiven Zinssatz von 6,91% zu beenden.

Mit 6,77% effektivem Zinssatz passte auch die erst 2009 kündbare „Chameleon“-Anleihe nicht mehr in unsere Strategie: wir unterbreiteten deshalb den Investoren eine Offerte für den vorzeitigen Rückkauf und konnten immerhin 51% aus dem Markt nehmen.

Die drei erwähnten Schritte führen zu einem 220 Millionen Franken tieferen Zinsaufwand pro Jahr.

Kapitalmarkt-Verschuldung
Aus dieser Darstellung wird der aktive Schuldenabbau der letzten 18 Monate ersichtlich: Wir stellen uns nun mit einer Verschuldungssituation dar, wie sie für ein Gesundheits-Unternehmen üblich ist.

Finanzergebnis
Auf diesem Bild sehen Sie die Haupteinflussfaktoren des Nettofinanzertrags des Konzerns im Vorjahresvergleich: es gelingt uns zunehmend, den Zinsaufwand zu reduzieren. Im Einklang mit unserer Absicht, die Risiken im Finanzbereich klar zu senken, wurde einerseits die Währungs-Exposure bereits im zweiten Halbjahr 2003 massiv reduziert: entsprechend sind die Währungs-Ergebnisse zurückgegangen. Im Aktienbereich andererseits mussten wir im Vorjahres-Halbjahr noch eine grössere Wertminderung hinnehmen; da heute nur noch etwa 10% unserer liquiden Mittel und Wertschriften in Aktien investiert sind, sind im ersten Halbjahr 2004 nur mehr minimale Wertminderungen angefallen.

Konzerngewinn
Durch das starke operative Ergebnis sowie durch den Sonderertrag aus dem Umtausch und der Rückzahlung von Kreditinstrumenten, insbesondere der Genentech-Wandelanleihe, steigt der Konzerngewinn des Gesamtkonzerns massiv an.

Konzerngewinn der Kerngeschäfte
Die für die Gesamtgruppe gemachten Aussagen gelten auch für den Konzerngewinn auf Stufe Kerngeschäfte Pharma und Diagnostics, der auch unter Ausklammerung des Sonderertrags aus dem Umtausch und der Rückzahlung von Kreditinstrumenten um 46% gestiegen ist.

Entwicklung des Eigenkapitals
Trotz einer weiter erhöhten Dividende konnte das Eigenkapital auf der Basis des hohen Konzerngewinns um 8% erhöht werden.

Nettoliquidität
Trotz Igen-Akquisition und Dividenden-Zahlung konnte die Nettoliquidität weiter gesteigert werden.

Freier Geldfluss (Cash Flow)
Die Kerngeschäfte Pharma und Diagnostics konnten den EBITDA weiter massiv steigern. Trotz erhöhter Verkäufe und Innovationsleistung ging die Bindung des Nettoumlaufvermögens relativ gesehen zurück, so dass ein erfreulicher „freier cash flow“ ausgewiesen werden kann. Da zudem endlich die in den Vorjahren so belastenden Zahlungen für Verpflichtungen der Vergangenheit wegfallen, können die freien Mittel in die Gestaltung unserer Zukunft investiert werden: der „freie cash flow“ trug entscheidend zur Finanzierung der IGEN-Transaktion, der Dividende und zum Schuldenabbau bei.

Bilanz
Durch die operative Ertragskraft der Kerngeschäfte und den konsequenten Abbau der Verschuldung konnte die Eigenkapitalquote auf 54% gesteigert werden. Mit dieser gestärkten Bilanz präsentiert sich Roche zunehmend unserer Strategie entsprechend als fokussiertes, kerngesundes Hochtechnologie-Unternehmen, das zwar noch immer den Industrie-inhärenten Innovationsrisiken ausgesetzt ist, nicht jedoch mehr den Volatilitäten der weltweiten Kapitalmärkte.

Ausblick
Lassen Sie mich abschliessend – ausserordentliche Ereignisse vorbehalten – unseren Ausblick für das Ganzjahr und darüber hinaus rekapitulieren:

• Für 2004: Unsere Kerngeschäfte werden schneller als der Markt wachsen,
• die Betriebsgewinnmarge von Pharma wird sich um 26% bewegen,
• Ende Jahr werden die Voraussetzungen geschaffen sein für ein ausgeglichenes Finanzergebnis,
• der Steuersatz bewegt sich um 29%, und
• wir erwarten einen deutlichen Anstieg des Konzerngewinns.
• 2005 wird die Betriebsgewinnmarge von Pharma in etwa auf dem Niveau von 2004 bewegen und
• 2006 die Betriebsgewinnmarge von Diagnostics rund 23% betragen.