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Media Release

Basel, 26. April 2004

Das neue Krebsmedikament Tarceva – ein Durchbruch mit bedeutendem Überlebensvorteil für Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs
Das erste und einzige Medikament einer neuen Wirkstoffklasse (HER1/EGFR-Hemmer) zeigt in einer randomisierten Phase-III-Studie einen Überlebensvorteil

Roche, Genentech und OSI Pharmaceuticals gaben heute positive Ergebnisse einer Phase-III-Studie mit Tarceva (Erlotinib) bei rückfälligen Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) bekannt. Die Studie hat ihren primären Endpunkt erreicht: Die Gesamtüberlebenszeit konnte mit Tarceva im Vergleich zu Placebo verlängert werden. Die Studie erreichte auch ihre sekundären Endpunkte, unter anderem eine Verlängerung der Zeitspanne bis zur Verschlechterung der Symptome und eine Verbesserung des progressionsfreien Überlebens sowie der Tumoransprechrate.

„Diese Studienresultate sind eine grossartige Nachricht. Sie bestätigen die bereits früher beobachtete viel versprechende Wirkung von Tarceva als Monotherapeutikum bei rückfälligen Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs. Tarceva ist das erste und einzige Medikament einer neuen Wirkstoffklasse (EGFR-Hemmer), das bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs einen Überlebensvorteil erzielt. Wir werden uns dafür einsetzen, dass Tarceva den Patienten so schnell wie möglich zur Verfügung steht“, sagte William M. Burns, Leiter der Division Pharma von Roche. „Neben Herceptin, MabThera, Xeloda und Avastin ist Tarceva nun das fünfte Krebsmedikament in unserem Portfolio, das einen erwiesenen Überlebensvorteil erzielt. Das bringt uns in eine beispiellose Position und unterstreicht die führende Stellung von Roche im Bereich Onkologie.“

„Tarceva ist der erste EGFR-Hemmer, der die Überlebenschancen von rückfälligen Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, für die nur in sehr beschränktem Masse Behandlungsmöglichkeiten bestehen, nachweislich erhöht“, betonte Professor Nick Thatcher, Vorsitzender der Lung Cancer Group der Christie and Wythenshawe Hospitals in Manchester, Grossbritannien. „Die Ergebnisse dieser Placebo-kontrollierten Studie mit Tarceva sind für uns Fachleute im Bereich Onkologie eine äusserst viel versprechende Nachricht. Aber von noch grösserer Bedeutung sind sie für die Patienten mit Lungenkrebs, der in Europa am häufigsten tödlich verlaufenden Krebskrankheit."

Über die Studie
Die internationale Studie wurde vom National Cancer Institute of Canada, Clinical Trials Group der Queens University (NCIC CTG) in Zusammenarbeit mit OSI durchgeführt. Der primäre Endpunkt der Studie war eine Verlängerung der Gesamtüberlebenszeit. Die sekundären Endpunkte umfassten die Zeitspanne bis zur Verschlechterung der Symptome, das progressionsfreie Überleben sowie das Anprechen des Tumors.

Die Allianz zwischen Roche, OSI und Genentech arbeitet eng mit der NCIC CTG zusammen, um die Daten aus dieser Phase-III-Studie zur Präsentation an der diesjährigen Jahreskonferenz der American Society of Clinical Oncology (ASCO), die vom 5.8. Juni 2004 in New Orleans stattfindet, einzureichen.

Über Tarceva
Tarceva is ein kleines Molekül, das auf den humanen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor 1 (HER1) abzielt. HER1, auch EGFR genannt, ist eine wichtige Komponente der HER-Signalübertragung, die bei der Entstehung und dem Wachstum zahlreicher Krebsarten eine wichtige Rolle spielt. Tarceva blockiert bei der HER1-Signalübertragung die Tyrosinkinase-Aktivität innerhalb der Zelle, was zu einer Hemmung des Tumorzellwachstums führen kann. Ergebnisse einer Phase-III-Studie mit Tarceva bei Bauchspeicheldrüsenkrebs werden für die zweite Hälfte 2004 erwartet. Weitere Studien wurden begonnen, um die Wirksamkeit von Tarceva auch bei anderen soliden Tumoren, unter anderem Eierstockkrebs, Dickdarmkrebs, Kopf- und Halstumoren, Nierenzellkrebs, Gliom und Magen-Darm-Krebs, zu untersuchen.

Über den nicht-kleinzelligen Lungenkrebs
Gemäss der Weltgesundheitsorganisation WHO erkranken jährlich mehr als 1,2 Millionen Menschen an Lungen- oder Bronchialkarzinomen, und rund 1,1 Millionen Menschen sterben jedes Jahr an diesen Krebsformen. Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs ist dabei die häufigste Krankheitsform, sie betrifft fast 80% aller Lungenkrebspatienten.

Roche in der Onkologie
In den letzten fünf Jahren ist die Roche-Gruppe zum weltweit führenden Anbieter von Krebstherapien, von Medikamenten für die unterstützende Behandlung sowie von Diagnostika aufgerückt. Im Rahmen ihres Onkologiegeschäfts bietet sie erstmals vier Produkte an, die einen Überlebensvorteil gewähren: Herceptin, MabThera, Xeloda und das kürzlich in den USA eingeführte Produkt Avastin dienen der Behandlung eines Spektrums von Krebserkrankungen, das von Brustkrebs über Non-Hodgkin-Lymphom bis zu Dickdarmkrebs reicht. Weitere wichtige Medikamente auf diesem Gebiet sind: NeoRecormon (Anämie bei verschiedenen Krebserkrankungen), Bondronat (Prävention skelettbezogener Komplikationen bei Patientinnen mit Brustkrebs und Knochenmetastasen, tumorinduzierte Hyperkalzämie), Kytril (Übelkeit und Erbrechen infolge Chemo- oder Strahlentherapie) und Roferon-A (Leukämie, Kaposi-Sarkom, malignes Melanom, Nierenzellkarzinom). Roche erzielte 2003 mit ihren Krebsmedikamenten einen Umsatz von über 6 Milliarden Schweizer Franken.

Roche entwickelt neue Tests, welche die Behandlung von Krebspatienten künftig stark verbessern werden. Mit einem breiten Angebot an Tumormarkern für Prostata-, Dickdarm-, Leber-, Eierstock- und Brustkrebs, Krebserkrankungen des Magens, der Bauchspeicheldrüse und der Lunge sowie mit zahlreichen molekulardiagnostischen Krebstests wird Roche in der Onkologie auch weiterhin führende Anbieterin von Medikamenten und diagnostischen Produkten sein.

Roche verfügt im Bereich Onkologie über vier Forschungsstandorte (zwei in den USA und je einen in Deutschland und Japan) sowie vier Hauptentwicklungsstandorte (zwei in den USA und je einen in Grossbritannien und der Schweiz).

Über die Firmen
Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ist ein global führendes, auf Innovation fokussiertes Healthcare-Unternehmen mit den Schwerpunkten Pharma und Diagnostics. Roche ist weltweit die Nummer eins auf dem Diagnostikmarkt, der führende Anbieter von Krebsmedikamenten und nimmt in den Bereichen Virologie und Transplantation eine Spitzenposition ein. Mit Produkten und Dienstleistungen, die der Prävention, Diagnose und Behandlung von Krankheiten dienen, trägt das Unternehmen auf breiter Basis zur Verbesserung der Gesundheit und Lebensqualität von Menschen bei. Roche beschäftigt weltweit rund 65 000 Mitarbeitende in 150 Ländern. Das Unternehmen führt Allianzen sowie Forschungs- und Entwicklungskooperationen mit zahlreichen Partnern, hierzu gehören auch die Mehrheitsbeteiligungen an Genentech und Chugai.

Genentech ist ein führendes Biotechnologieunternehmen, das Pharmazeutika für wichtige und bislang nicht abgedeckte Bedürfnisse in der Medizin erforscht, entwickelt, herstellt und vertreibt. Von den gegenwärtig zugelassenen biotechnologischen Produkten stammen 18 aus der Forschung von Genentech oder basieren auf deren Forschungstätigkeit. Genentech produziert und vermarktet in den Vereinigten Staaten 13 biotechnologische Produkte. Die Firma hat ihren Hauptsitz in South San Francisco, Kalifornien, und wird an der New Yorker Börse unter dem Kürzel DNA gehandelt.

OSI Pharmaceuticals ist ein führendes Biotechnologieunternehmen, das sich auf die Erforschung, Entwicklung und Vermarktung von qualitativ hochstehenden Onkologie-Produkten der nächsten Generation spezialisiert hat. Diese Produkte tragen dazu bei, dass die Lebenserwartung sowie die Lebensqualität von Krebspatienten auf der ganzen Welt verbessert werden kann. Das Unternehmen verfügt über eine ausgewogene Pipeline von Produktekandidaten im Onkologiebereich, zu denen sowohl Therapien mit neuartigen Wirkmechanismen und genetischen Angriffspunkten, die hauptsächlich auf die Signalübertragung und Apoptose abzielen, als auch Zytostatika der nächsten Generation gehören. OSI verfügt auf dem US-amerikanischen Onkologiemarkt über eine kommerzielle Präsenz, wo sie die exklusiven Rechte für den Vertrieb folgender Produkte hält: Novantron (Mitoxantronkonzentrat zur Injektion), das für verschiedene Krebsindikationen zugelassen ist, und Gelclair zur Schmerzlinderung bei oraler Mukositis.

Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.

Weitere Informationen:

- www.gene.com
- www.osip.com