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Medienmitteilung

Basel, 15. Dezember 2003

Roche erreicht in Japan - dem zweitgrössten Pharmamarkt der Welt - zwei wichtige Ziele
Chugai und Roche unterzeichnen in Japan Lizenzvereinbarung für die Krebsmedikamente Avastin und Omnitarg - Einführung von Pegasys in Japan nach Kostengutsprache erfolgt

Roche und Chugai Pharmaceutical Co., Ltd., Tokio, Japan („Chugai“) haben heute bekannt gegeben, dass sie zwei wichtige Ziele zur weiteren Stärkung von Roche auf dem wichtigen japanischen Markt erreicht haben: Die Unterzeichnung einer neuen Lizenzvereinbarung für zwei innovative Krebsmedikamente und die Einführung von Pegasys gegen Hepatitis C.

Lizenzvereinbarung für Krebsmedikamente
Roche und Chugai haben eine Lizenzvereinbarung unterzeichnet, mit der Chugai in Japan die ausschliesslichen Rechte zur Entwicklung und Vermarktung der beiden innovativen Krebsmedikamente Avastin (Bevacizumab) und Omnitarg (Pertuzumab) erhält, die vom US-amerikanischen Unternehmen Genentech entwickelt worden sind. Chugai wird für diese beiden Präparate Lizenzgebühren an Roche entrichten. Roche hält die exklusiven Rechte ausserhalb der USA, Genentech in den USA.

William M. Burns, Leiter der Division Pharma von Roche, dazu: „Rund 1,3 Millionen Menschen leiden in Japan an Krebs, neue und bessere Krebstherapien sind deshalb dringendst nötig. Wir sind überzeugt, dass Avastin und Omnitarg im Kampf gegen Krebs einen wichtigen Schritt vorwärts bedeuten. Mit der Erweiterung des Produkteportfolios von Chugai durch diese zwei Medikamente werden wir unsere Position in Japan, dem zweitgrössten Pharmamarkt der Welt, zusätzlich stärken.“

Über Avastin
Avastin ist ein rekombinanter humanisierter Antikörper zur therapeutischen Anwendung, der den Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF) hemmt. Man nimmt an, dass dieses Protein bei der Gefässbildung in Tumoren eine wichtige Rolle spielt. Durch die Hemmung von VEGF unterbindet Avastin die Blutzufuhr zum Tumor, was wiederum dessen Wachstum behindert und möglicherweise zur Tumorrückbildung führt. Dies stellt einen viel versprechenden neuen Ansatz in der Krebstherapie dar mit grossem Potenzial bei verschiedenen soliden Tumoren. Zudem darf angenommen werden, dass diese Behandlung die heute üblichen Chemotherapien ergänzen wird.

Chugai will 2004 in Japan mit klinischen Phase-I-Studien beginnen, in denen Avastin zunächst für die Behandlung von metastasierendem Dickdarmkrebs geprüft werden soll. Zulassungsgesuche für Avastin zur Behandlung von Dickdarmkrebs wurden in Europa von Roche und in den USA von Genentech bei den Behörden bereits eingereicht. Das Präparat wird auch für die Behandlung von Lungen- und Nierenkrebs sowie weiteren Krebserkrankungen geprüft. Klinische Studien zu anderen Indikationen als Dickdarmkrebs sind entweder bereits im Gange oder in Planung und stehen unter der Verantwortung von Genentech und Roche. Die Ergebnisse dieser Studien werden darüber entscheiden, ob Chugai ebenfalls Studien für zusätzliche Anwendungsgebiete durchführen wird.

Über Omnitarg
Omnitarg ist ein rekombinanter humanisierter monoklonaler Antikörper, der den humanen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor 2 (HER2) am Zusammenschluss mit anderen Mitgliedern aus der HER-Gruppe (HER1/EGFR, HER3 und HER4) hindert. Als Folge davon werden Zellsignale innerhalb von Krebszellen blockiert, was schliesslich das Wachstum der Krebszellen unabhängig von der HER2-Expression verhindert.

Chugai beabsichtigt 2004 mit klinischen Phase-I-Studien zu beginnen, in denen Omnitarg für folgende Indikationen geprüft wird: nicht-kleinzelliger Lungenkrebs sowie Brust-, Prostata- und Eierstockkrebs. Omnitarg wird derzeit von Genentech und Roche gemeinsam in den USA und Europa entwickelt. In den USA wurde die Sicherheit in klinischen Phase-I-Studien bestätigt und die Wirksamkeit bei den untersuchten Patienten gezeigt. Mit klinischen Phase-II-Studien zur Behandlung von Brustkrebs, nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, Prostata- und Eierstockkrebs mit geringer HER2-Expression wurde begonnen.

Einführung von Pegasys in Japan nach Kostengutsprache seitens der nationalen Krankenversicherungen
Chugai hat bekannt gegeben, dass Pegasys (Peginterferon alfa-2a) zur Behandlung der chronischen Hepatitis C eingeführt worden ist. Die Einführung erfolgte, nachdem Pegasys auf die Liste von Produkten genommen wurde, die von den nationalen Krankenversicherungen zurückerstattet werden. Pegasys wurde am 16. Oktober 2003 im Rahmen eines beschleunigten Verfahrens zugelassen; die Einführung des Produktes erfolgte am 12. Dezember 2003, etwas mehr als ein Jahr nach Einreichung des Gesuches.

In Japan wurden rund 400 000 bis 500 000 Hepatitis-C-Patienten behandelt. Jährlich erhalten 30 000 bis 40 000 Patienten eine Interferontherapie gegen ihre chronische Hepatitis C. Nebst diesen Patienten sind Schätzungen zufolge zusätzlich 1,5 Millionen Träger des Hepatitis-C-Virus. Pegasys ist das erste in Japan zugelassene pegylierte Interferon und bietet den Patienten eine effiziente, aber infolge der nur einmal wöchentlichen Verabreichung bequemere Option.

Das Präparat wurde von Roche entwickelt und erstmals im Juli 2001 in der Schweiz zugelassen. In der Zwischenzeit ist es in 86 Ländern (einschliesslich der EU und den USA) zur Behandlung der chronischen Hepatitis C zugelassen. In diesen Ländern hat Pegasys bereits grosse Marktanteile (über 50% der Neuverschreibungen in den USA) infolge seiner im Vergleich zur konventionellen Interferontherapie höheren Erfolgsrate gewonnen.

Über Roche
Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ist im Gesundheitssektor eines der weltweit führenden innovationsorientierten Unternehmen. Seine Kerngeschäfte sind pharmazeutische und diagnostische Produkte. Roche ist weltweit die Nummer eins auf dem Diagnostikmarkt, der führende Anbieter von Krebsmedikamenten und nimmt in den Bereichen Virologie und Transplantation eine Spitzenposition ein. Mit Produkten und Dienstleistungen, die der Prävention, Diagnose und Behandlung von Krankheiten dienen, trägt das Unternehmen auf breiter Basis zur Verbesserung der Gesundheit und Lebensqualität von Menschen bei. Roche beschäftigt weltweit rund 65 000 Mitarbeitende in 150 Ländern. Das Unternehmen führt Allianzen sowie Forschungs- und Entwicklungskooperationen mit zahlreichen Partnern, hierzu gehören auch die Mehrheitsbeteiligungen an Genentech und Chugai.

Über Chugai
Chugai Pharmaceutical Co., Ltd. ist eines der führenden forschungsorientierten Pharmaunternehmen Japans. Schwerpunkte der Firmentätigkeit sind biotechnologisch erzeugte Produkte sowie die therapeutischen Bereiche Onkologie, Nieren-, Herz-Kreislauf-, Knochen- und Gelenk-Krankheiten sowie Transplantation/Infektion/Immunität. Im Jahr 2002 erzielte Chugai Pharma-Verkäufe in Höhe von 237 Milliarden Yen. Die Firma verfügt über Forschungs- und Entwicklungsstandorte in den USA und in Europa sowie über Verkaufs- und Marketingorganisationen in Frankreich, Deutschland und Grossbritannien. Weltweit sind 5774 Mitarbeitende für Chugai tätig.
Durch das anhaltende Engagement im Bereich Onkologie und das grosse Know-how in der Entwicklung und Vermarktung von Krebsmedikamenten wie Xeloda, Herceptin, Furtulon und Rituxan sowie von begleitenden Therapien wie G-CSF, Neutrogin und dem Antiemetikum Kytril liefert Chugai der Medizin wertvolle Beiträge. Mit der Erweiterung des Onkologie-Portfolios durch die neuartigen Antikörpermedikamente Avastin und Omnitarg stärkt Chugai ihre Expertise auf diesem Gebiet und beweist die wichtige Stellung, die das Unternehmen in der Krebstherapie einnimmt.

Die Lizenzvereinbarung über diese zwei Produkte ist das erfolgreiche Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen Chugai, Roche und Genentech. Chugai wird sich auch in Zukunft für bislang ungedeckte medizinische Bedürfnisse einsetzen und dank der gemeinsamen Forschung und Entwicklung der drei Partnerfirmen neue, innovative Medikamente hervorbringen.

Über Genentech
Genentech ist ein führendes Biotechnologieunternehmen, das Pharmazeutika für wichtige und bislang nicht abgedeckte Bedürfnisse in der Medizin erforscht, entwickelt, herstellt und vertreibt. Von den gegenwärtig zugelassenen biotechnologischen Produkten stammen 16 aus der Forschung von Genentech oder basieren auf deren Forschungstätigkeit. Genentech produziert und vermarktet in den Vereinigten Staaten 11 biotechnologische Produkte. Die Firma hat ihren Hauptsitz in South San Francisco, Kalifornien, und wird an der New Yorker Börse unter dem Kürzel DNA gehandelt. Weitere Information über die Firma finden Sie im Internet.