Medienmitteilung
Basel, 22. Juli 2003
Roche baut Stärke
ihres Produkteportfolios in den Bereichen rheumatoide Arthritis und Transplantation weiter aus
Erwerb
der Rechte am viel versprechenden IL-15-Antagonisten von Cardion
Roche und Cardion haben heute bekannt gegeben, dass Roche den humanen Interleukin-15-Zytokin-Rezeptor-Hemmer (Cytokine Receptor Blocker, CRB-15) von Cardion erwerben wird. CRB-15 befindet sich zurzeit in der präklinischen Entwicklung für die Behandlung von rheumatoider Arthritis und für die Anwendung bei Transplantationen. Gemäss dieser Vereinbarung wird Roche für die Entwicklung und den weltweiten Vertrieb von CRB-15 verantwortlich sein und die Rechte am geistigen Eigentum von Cardion im Zusammenhang mir CRB-15 erwerben.
„Roche nimmt in der Transplantationsmedizin eine führende Stellung ein und kann mit diesem Abkommen ihr bestehendes Portfolio an Transplantationsmedikamenten ausbauen sowie der viel versprechenden Pipeline im Bereich rheumatoide Arthritis ein weiteres Produkt hinzufügen. Der Wirkstoff stellt eine innovative Therapie dar und wird die Stellung von Roche auf diesen medizinischen Schlüsselgebieten festigen“ sagt William M. Burns, Leiter der Division Pharma von Roche.
„Roche ist für CRB-15 und seine zukünftige Entwicklung der ideale Partner. Wir freuen uns ausserordentlich über die Vereinbarung und sind überzeugt, dass das enorme Potenzial von CRB-15 in den Bereichen rheumatoide Arthritis und Transplantation – und eventuell auch für andere Therapiegebiete – von Roche optimal genutzt wird", erklärt Manfred Rüdiger, Chief Scientific Officer von Cardion.
Die Vereinbarung
Cardion erhält
im Rahmen der Vereinbarung eine Anfangszahlung sowie weitere Zahlungen bei Erreichen von Etappenzielen.
Diese könnten sich auf insgesamt 90 Millionen US-dollar belaufen, falls alle in der Vereinbarung festgehaltenen
Entwicklungsetappenziele erreicht werden können. Ausserdem hat Cardion Anrecht auf umsatzbezogene Lizenzgebühren
für zukünftige Produkte.
Über rheumatoide Arthritis (RA)
Weltweit
leiden rund 6 Millionen Menschen an rheumatoider Arthritis. RA schränkt die Bewegungsfreiheit der Betroffenen
ein und behindert sie daher bei ihren täglichen Aktivitäten. In Europa sind rund 2 Millionen Menschen
von RA betroffen. Die Krankheit zeichnet sich durch eine Entzündung mehrerer Gelenke aus, die mit Knorpelschwund
und Knochenabbau verbunden ist. Die Gelenke werden zerstört und ihre Beweglichkeit immer stärker eingeschränkt.
Da RA den gesamten Organismus betrifft, kann sie auch andere Gewebe wie Lunge, Augen und Knochenmark
befallen. Nach einer Krankheitsdauer von zehn Jahren ist weniger als die Hälfte der Patienten noch in
der Lage, ihren gewohnten Alltagsaktivitäten nachzugehen.
Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass ein Ungleichgewicht zwischen den Zytokinen, die eine Entzündung begünstigen, und jenen, die im Immunsystem gesunde Funktionen übernehmen, bei der Entstehung vieler Autoimmunkrankheiten eine wichtige Rolle spielt. Bei RA scheinen verschiedene Zytokine, dazu gehört auch das Interleukin 15, zur fortlaufenden Zerstörung des Knorpels, Knochens sowie anderer Gelenkgewebe beizutragen.
Roche
und rheumatoide Arthritis
Roche führt derzeit Studien mit MabThera (Rituximab)
zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis durch. MabThera ist das umsatzstärkste Medikament von Roche
und gegenwärtig zur Behandlung der häufigsten Form von Blutkrebs, des Non-Hodgkin-Lymphoms, zugelassen.
Ausserdem hat Roche mit MRA (Phase II) ein viel versprechendes neues Medikament von Chugai zur Behandlung
von rheumatoider Arthritis einlizenziert, das gemeinsam mit Chugai entwickelt und vermarktet wird.
Über
Transplantation
Die Organtransplantation ist eine bewährte und oftmals lebensrettende
Behandlung für Patienten mit Organversagen. Zu den am häufigsten transplantierten Organen gehören Niere,
Herz, Leber, Bauchspeicheldrüse, Lunge und Darm. Auch so genannte Doppeltransplantationen sind möglich,
bei denen ein Patient zwei Organe gleichzeitig erhält (z.B. Herz und Lunge oder Niere und Bauchspeicheldrüse).
Transplantationen von Gewebe, wie Hornhaut, Knochenmark, Knorpel, Haut, Knochen oder Herzklappen, sind
ein weiteres Gebiet.
Roche in der Transplantationsmedizin
Roche
setzt sich aktiv für einen besseren langfristigen Erfolg von Organtransplantationen und damit für eine
verbesserte Lebensqualität der Patienten ein. Sie hat drei innovative Medikamente entwickelt, die den
Zustand des transplantierten Organs wie auch das Wohlbefinden des Patienten verbessern: CellCept, das
in Nordamerika meistverkaufte Immunsuppressivum, erlaubt dem Arzt und dem Patienten eine wirksame langfristige
Unterdrückung des Immunsystems ohne nennenswerte Nebenwirkungen. Zenapax beugt einer akuten Abstossungsreaktion
gegenüber dem neu transplantierten Organ vor. Und Cymevene/Valcyte schliesslich wurde zur Prävention
und Behandlung der gefährlichen Zytomegalie-Virus-Infektion entwickelt, die im Zusammenhang mit einer
Transplantation auftreten kann. ISA247 ist ein neuartiger Calcineurinhemmer und befindet sich in der
Phase II der klinischen Entwicklung als Immunsuppressivum, das bei Organtransplantationen und für die
Behandlung von Autoimmunkrankheiten eingesetzt werden kann. Es weist eine hohe Wirksamkeit bei gleichzeitig
guter Verträglichkeit auf. Ausserdem fördert Roche die Grundlagenforschung im Bereich der Transplantationsmedizin,
indem sie der unabhängigen Roche-Forschungsstiftung für Transplantationsmedizin (Roche Organ Transplantation
Research Foundation, ROTRF) finanzielle Mittel zukommen lässt. Die Stiftung unterstützt mit diesen Geldern
innovative Forschungsprojekte und ermutigt so Wissenschaftler, mit bahnbrechenden neuartigen Forschungsideen
den bislang ungedeckten medizinischen Bedürfnissen im Bereich der Organtransplantation zu begegnen.
Mit ihren Transplantationsmedikamenten erzielte Roche im Jahr 2002 einen Umsatz von 1,5 Milliarden Schweizer Franken, was gegenüber dem Vorjahr einer Verbesserung um 16% gleichkommt.
Über
CRB-15
CRB-15 ist das von Cardion entwickelte, patentgeschützte therapeutische
Protein, dessen mögliche therapeutische Anwendungen Entzündungs-/Autoimmunkrankheiten und Transplantatsabstossungen
sind. CRB-15 ist gegen den Rezeptor für Interleukin-15 (IL-15), dem für viele Immunzellen wichtigsten
Wachstums- und Überlebensfaktor, gerichtet. Dank seinem neuartigen Wirkmechanismus kombiniert CRB-15
eine hohe Selektivität mit einer starken Wirksamkeit. CRB-15 wurde im Labor von Terry Strom, Professor
und Direktor am Beth Israel Deaconess Medical Centre in Boston, entdeckt. Seither und in enger Zusammenarbeit
mit dem Labor von Terry Strom wurden umfassende präklinische Daten sowohl in vitro
als auch anhand verschiedener Tiermodelle gesammelt, die das immunmodellierende Potenzial von CRB-15
bestätigen.
Über Roche
Roche mit Hauptsitz
in Basel, Schweiz, ist im Gesundheitssektor eines der weltweit führenden innovationsorientierten Unternehmen.
Seine Kerngeschäfte sind pharmazeutische und diagnostische Produkte. Roche ist weltweit die Nummer eins
auf dem Diagnostikamarkt, der führende Anbieter von Krebsmedikamenten und nimmt im Bereich Virologie
und Transplantation eine Spitzenposition ein. Mit Produkten und Dienstleistungen, die der Prävention,
Diagnose und Behandlung von Krankheiten dienen, trägt das Unternehmen auf breiter Basis zur Verbesserung
der Gesundheit und Lebensqualität von Menschen bei. Roche beschäftigt weltweit rund 62 000 Mitarbeitende
in 150 Ländern. Das Unternehmen führt Allianzen sowie Forschungs- und Entwicklungskooperationen mit
zahlreichen Partnern; hierzu gehören auch die Mehrheitsbeteiligungen an Genentech und Chugai.
Über
Cardion
CARDION AG, mit Hauptsitz in Erkrath, Deutschland, und einer Niederlassung
in Boston, USA, ist in der Forschung und Entwicklung therapeutischer Produkte tätig und verfügt über
ein grosses Know-how im Bereich biologische Therapien Das Unternehmen entwickelt innovative Produkte
mit neuartigen therapeutischen Prinzipien für eine breitgefächerte Anwendung in der Behandlung von Entzündungs-,
Autoimmunkrankheiten und ähnlichen Krankheiten wie rheumatoide Arthritis, Morbus Crohn, Diabetes und
Transplantatabstossungen finden, aber auch für die gezielte Therapie von bestimmten Krebserkrankungen
bei Immunzellen wie dem multiplen Myelom. Das Unternehmen wurde 1996 gegründet und schloss eine erste
Finanzierungsrund Ende 1997 ab. Seitdem gelang es Cardion, mehr als 60 Millionen Euro an Finanzierungsmitteln
aufzunehmen, wobei die letzte Finanzierungsrunde im September 2002 ihren Abschluss fand.