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Media Release

Basel, 18. Juli 2003

Roche Forscher entdecken neue Behandlungsmöglichkeit für Typ-2-Diabetes
Identifizierung einer neuen Wirkstoffklasse

Die Zeitschrift Science berichtet morgen in einem Artikel über die Entdeckung einer neuen Wirkstoffklasse gegen Typ-2-Diabetes. Einem Forschungsteam von Roche gelang es in präklinischen Studien, die Wirkung eines Enzyms zu verstärken, welches bei der Regulierung des Blutzuckerspiegels eine wichtige Rolle spielt. Diese Entdeckung bildet die Grundlage für neue Behandlungsmöglichkeiten für 135 Millionen Menschen, die weltweit an Typ-2-Diabetes leiden.

Bei Typ-2-Diabetes produziert der Körper zu wenig Insulin und weist zu hohe Blutzuckerwerte auf. “Das Enzym Glukokinase (GK) ist im Körper für die erste Stufe der Spaltung oder Metabolisierung von Glukose verantwortlich,” erklärt Joseph Grippo, Vice President des Bereichs Stoffwechselkrankheiten bei Roche. „Wenn keine Störung vorliegt, hilft das Enzym, den Glukosespiegel im Gleichgewicht zu halten, indem es die Freisetzung von Insulin durch die Bauchspeicheldrüse und den Abbau von Glukose in der Leber reguliert.“

Grippo und sein Team identifizierten und entwickelten eine neue Präparateklasse, die sogenannten Glukokinase-Aktivatoren (GKA). Sie steigern bei Typ-2-Diabetes die Wirkung des wichtigen Enzyms Glukokinase, respektive aktivieren es, und bewirken so eine Senkung des Blutzuckerspiegels, wie präklinische Studien gezeigt haben.

Glukokinase-Aktivatoren heben sich von anderen Medikamenten dadurch ab, dass sie die Bauchspeicheldrüse zu einer stärkeren Insulinausschüttung animieren und gleichzeitig die Leber daran hindern, zu viel Glukose zu produzieren. Diese kombinierte Wirkung konnte in der Diabetes-Therapie bisher nur durch die Verabreichung von zwei verschiedenen Wirkstoffen erzielt werden: Sulfonylharnstoff und Metformin. Beide Wirkstoffe wurden vor mehr als 25 Jahren entdeckt und gelten bei Diabetes immer noch als Therapie der ersten Wahl.

„Die Möglichkeit, das Enzym Glukokinase zu aktivieren, schafft die Grundlage für die Entwicklung eines Mechanismus, der die Störung der Insulin-Freisetzung und des Leber-Glukose-Stoffwechselprozesses bei Typ-2-Diabetes kompensiert“, erklärt Joseph Grimsby, Leiter des präklinischen Projekts GKA bei Roche und Hauptautor des Science-Artikels „Allosteric Activators of Glucokinase: Potential Role in Diabetes Therapy“.

“Die Entdeckung und die präklinischen Studienergebnisse von Roche untermauern die Bedeutung von Glukokinase bei der Regulierung des Glukosespiegels und lassen vermuten, dass die pharmakologische Aktivierung von Glukokinase bei Typ-2-Diabetes zu einem signifikanten klinischen Nutzen führt,” erläutert Franz Matschinsky vom Diabetes-Center und der Abteilung Biochemie der medizinischen Fakultät der Universität Pennsylvania. Er ist Co-Autor des Science Artikels und gibt die Zeitschrift Diabetes heraus.

Grundlagen
Eine wichtige Entdeckung aus dem Jahr 1992 hatte gezeigte, dass eine kleine Untergruppe von Diabetes, bekannt als MODY2-Diabetes (Maturity Onset Diabetes of the Young (MODY), durch eine Mutation im Gen der Glukokinase verursacht wird. Diese Erkenntnis veranlasste Roche, das Enzym Glukokinase gezielt zu erforschen.

Präklinische Studien lieferten viel versprechende biologische Erkenntnisse und bewogen die Forscher, bei der Medikamentenentwicklung gezielt beim Enzym Glukokinase anzusetzen. Das Team von Roche führte ein Screening mit 120 000 Substanzen durch und stiess dabei auf eine, die die Aktivierung von Glukokinase bewirkte. Ein weiterer Test mit dieser Substanz bestätigte, dass die Glukokinase-Aktivierung tatsächlich funktioniert und gab den Ausschlag dafür, dass weitere Generationen von GKA-Präparaten in die Entwicklung aufgenommen wurden.

Bis zu marktreifen Produkten ist es zwar noch ein weiter Weg, doch mit hoher Wahrscheinlichkeit wird der Glukokinase-Aktivator bei der Behandlung von Typ-2-Diabetes künftig eine grosse Rolle spielen. Schätzungen zu Folge werden bis zum Jahr 2025 300 Millionen Menschen an dieser Krankheit leiden. „Es ist sehr spannend und kommt selten vor, dass man an der Entwicklung eines solchen Medikamentes beteiligt ist, welches das Potential hat, die Lebensqualität der Patienten entscheidend zu verbessern“, meint Grimsby.

„Das Enzym Glukokinase ist bei allen Menschen ausschlaggebend für die Regulierung des Glukose-Gleichgewichts (Homöostase). Die Möglichkeit, diese natürliche Kontrollstelle pharmakologisch zu aktivieren, eröffnet neue, vielversprechende Therapieansätze für Typ-2-Diabetiker“, führt Grippo weiter aus.

Roche Diabetes Care
Roche engagiert sich stark im Bereich Diabetes und bietet Produkte und Dienstleistungen, die den Patienten den Umgang mit der Krankheit erleichtern. Die Produktpalette umfasst beispielsweise ein führendes Präparat zur Gewichtsreduktion für Übergewichtige. Neben den Forschungsarbeiten zur Entwicklung der neuen Klasse von GKA-Präparaten führt Roche gegenwärtig auch klinische Studien mit verschiedenen anderen Wirkstoffen gegen Diabetes durch.

Die Division Diagnostics von Roche ist zudem im Bereich Diabetes weltweit führend und leistet in der Entwicklung von Blutzuckermesssystemen Pionierarbeit. Mit einem jährlichen Umsatz von 2,511 Milliarden Schweizer Franken und einer Wachstumsrate von 14% in Lokalwährung (2002) ist Roche Diabetes Care Marktführerin auf ihrem Gebiet. Zu den wichtigsten Produkten zählen Blutzuckermessgeräte und Teststreifen der Marke Accu-Chek™, beispielsweise Accu-Chek Compact, Accu-Chek Advantage und Accu-Chek Active. Weitere Informationen über Roche Diagnostics sind auf der Homepage des Unternehmens zu finden.

Innovation bei Roche
Der wissenschaftliche und geschäftliche Erfolg von Roche gründet auf Innovation und dem langjährigen Engagement des Unternehmens in Forschung und Entwicklung. Eine gut gefüllte Pipeline in der sich sowohl Eigenentwicklungen wie auch Wirkstoffe aus verschiedenen Allianzen befinden, ist die Basis für künftige Innovationen. Roche war im Jahr 2002 in diesem Bereich branchenführend. Die Pipeline von Roche umfasst neue Medikamente gegen Arthritis, Krebserkrankungen der Eierstöcke, stressbedingte Harninkontinenz, Asthma, Depression sowie zahlreiche weitere Krankheiten.

Über Roche
Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ist ein global führendes, auf Innovation fokussiertes Healthcare-Unternehmen mit den Schwerpunkten Pharma und Diagnostics. Roche ist weltweit die Nummer eins auf den Gebieten Diagnostika und Onkologie und nimmt im Bereich Virologie und Transplantation eine führende Position ein. Mit Produkten und Dienstleistungen, die der Prävention, Diagnose und Behandlung von Krankheiten dienen, trägt das Unternehmen auf breiter Basis zur Verbesserung der Gesundheit und Lebensqualität von Menschen bei. Roche beschäftigt weltweit rund 62 000 Mitarbeitende in über 150 Ländern. Das Unternehmen führt Allianzen sowie Forschungs- und Entwicklungskooperationen mit zahlreichen Partnern, hierzu gehören auch die Mehrheitsbeteiligungen an Genentech und Chugai.

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