Medienmitteilung
Basel, 20. Juli 2005
Roche
mit sehr gutem erstem Halbjahr 2005
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Halbjahresbericht
2005
Präsentation (nur auf Englisch)
Konzern:
•
Roche-Gruppe steigert Verkäufe um 17% – Pharma wächst dreimal so schnell wie der Weltmarkt
•
Betriebsgewinn nimmt mit 30% noch stärker zu als Verkäufe
• Positives Netto-Finanzergebnis
• Konzerngewinn übertrifft mit 3,2 Milliarden Franken das letztjährige Ergebnis – trotz
hoher Sondererträge im Vorjahr
Division Pharma:
•
Erneut deutlicher Marktanteilsgewinn dank starkem Wachstum der Onkologie-Produkte und des Grippemedikaments
Tamiflu
• Erfolgreiche Einführung von Avastin, Tarceva und Boniva
• Positive
Phase-III-Studien bei rheumatoider Arthritis, Brust-, Lungen- und Pankreaskrebs
Division
Diagnostics:
• Marktführerschaft auch in Japan erreicht – Roche Diagnostics jetzt
in allen grossen Verkaufsregionen Nummer eins im In-vitro-Diagnostika-Markt
• Betriebsgewinnmarge
(vor Sonderpositionen) weiterhin deutlich über Branchendurchschnitt
• Einführung der
neuen Accu-Chek-Produktegeneration gut gestartet
• US-Zulassung des ersten DNS-Chips
ermöglicht eine individualisierte Behandlung
Ausblick:
•
Positiver Ausblick für 2005 – für Division Pharma Betriebsgewinnmarge (vor Sonderpositionen) nochmals
erhöht
Alle Wachstumsraten in lokalen Währungen
Franz B. Humer, Verwaltungsratspräsident und CEO von Roche, zum Halbjahresergebnis 2005: «Roche hat sich im ersten Halbjahr 2005 ausserordentlich positiv entwickelt. Wir haben unseren Konzerngewinn gesteigert, die Marktposition ausgebaut und wichtige Entwicklungsprojekte vorangebracht. Das hohe Verkaufswachstum bedeutet weitere Marktanteilsgewinne, und wir konnten unsere Ertragskraft nochmals deutlich stärken. Vor allem aber erreichte die Roche-Gruppe mit zahlreichen klinischen Entwicklungsprojekten sehr positive Ergebnisse, die besonders für Krebspatienten neue Hoffnung bedeuten. Die Division Diagnostics hat trotz schwierigen Marktbedingungen ihre Verkäufe weiter gesteigert, und wir sind nun in den fünf wichtigsten Märkten der Welt die Nummer eins im Markt für In-vitro-Diagnostika. Für das Gesamtjahr bleiben wir deshalb trotz des Patentablaufs von Rocephin in den USA zuversichtlich und erhöhen nochmals den Ausblick für Pharma.»
Kennzahlen in Millionen CHF
1. Halbjahr | 1. Halbjahr | Veränderung in % | Veränderung in % |
|
2006 | 2005 | In CHF | in lok. Wäh. |
|
Verkäufe | 16'622 | 14'526 | +14 | +17 |
EBITDAa) | 5'510 | 4'755 | +16 | +19 |
Betriebsgewinn vor Sonderpositionen | 4'373 | 3'607 | +21 | +24 |
Betriebsgewinn | 4'227 | 3'325 | +27 | +30 |
Gewinn aus weitergeführten Geschäften vor Sonderpositionenb) | 3'332 | 2'604 | +28 | |
Konzerngewinn | 3'242 | 3'121 | +4 | |
Kerngewinn je Aktie und Genussscheinb) (in CHF) | 3,69 | 3,06 | +21 |
a) EBITDA:
Earnings before exceptional items and before interest and other financing costs, financial income, tax,
depreciation and amortisation, including impairment. Die Kennzahl entspricht dem Betriebsgewinn vor
Sonderpositionen, Abschreibungen auf Sachanlagen und immateriellem Anlagevermögen sowie vor Wertminderungen
des Anlagevermögens.
b) Die Berechnung des Gewinns aus weitergeführten Geschäften vor
Sonderpositionen sowie des Kerngewinns je Titel (verwässert) ist auf Seite 50 des Halbjahresberichtes
2005 dargestellt.
Roche-Gruppe
Deutliches Umsatzwachstum
Im ersten Halbjahr 2005 erzielte die Roche-Gruppe vor allem dank des sehr dynamischen Pharmageschäfts ein ausserordentlich starkes operatives Ergebnis. Der Konzernumsatz stieg in lokalen Währungen deutlich um 17% auf 16,6 Milliarden Franken. In Schweizer Franken betrug der Zuwachs
14% und auf Dollarbasis 20%. Massgeblich dazu beigetragen hat die Division Pharma, deren Verkäufe dreimal so schnell wie der Markt gewachsen sind und erheblich über der Marktentwicklung der drei bedeutendsten Absatzregionen USA, Europa und Japan liegen. In der Division Diagnostics entsprechen die Verkäufe mit einem Wachstum von 4% in lokalen Währungen der globalen Marktentwicklung.
Betriebsgewinn deutlich gesteigert
Der starke Verkaufsanstieg in den ersten sechs Monaten wirkte sich sehr positiv auf die Ertragslage der Roche-Gruppe aus. Der Betriebsgewinn vor Sonderpositionen konnte um 24% in lokalen Währungen auf 4,4 Milliarden Franken gesteigert und die entsprechende Betriebsgewinnmarge um 1,5 Prozentpunkte auf 26,3% deutlich verbessert werden, da das dynamische Umsatzwachstum die bedeutend höheren Investitionen in die viel versprechenden Entwicklungsprojekte sowie in die Markteinführung neuer Produkte mehr als ausgeglichen hat. Die operativen Resultate schliessen nun für 2005 wie auch für die Vergleichsperiode des Vorjahres die neu im Betriebsaufwand erfassten Kosten für die Mitarbeiterbeteiligungsprogramme des Konzerns ein. Die höhere Ertragskraft ist auf die deutlich verbesserte Marge bei Pharma zurückzuführen, während die Division Diagnostics wegen Markteinführungskosten von neuen Produkten gegenüber dem ersten Halbjahr 2004 eine leicht tiefere Betriebsgewinnmarge ausweist.
Hoher Geldzufluss aus betrieblicher Tätigkeit
Der Konzern erzielte im operativen Geschäft wiederum einen substanziellen Bargeldzufluss von 6,1 Milliarden Franken. Wesentlich dazu beigetragen hat der EBITDA, der sich aufgrund der erfolgreichen operativen Tätigkeit in lokalen Währungen um 19% auf 5,5 Milliarden Franken erhöhte.
Positives Netto-Finanzergebnis
Das Netto-Finanzergebnis konnte dank des starken Mittelzuflusses und der Restrukturierung der Verbindlichkeiten wie erwartet deutlich verbessert werden. Im ersten Halbjahr 2005 erzielte Roche ein positives Finanzergebnis, bei welchem der Nettoertrag aus der Bewirtschaftung der finanziellen Vermögenswerte und Fremdwährungen den Finanzaufwand überstieg.
Konzerngewinn gesteigert
Der Konzerngewinn stieg in den ersten sechs Monaten um 4% in Franken auf 3,2 Milliarden Franken. Damit wurden die einmaligen Erträge von 687 Millionen Franken nach Steuern insbesondere aus der «LYONs-IV»-Transaktion im Vorjahr mehr als ausgeglichen. Der Gewinn aus weitergeführten Geschäften vor Sonderpositionen stieg um 28%. Bezogen auf die Verkäufe erzielte der Konzern einen Gewinn von 19,5%.
Die finanzielle Lage des Konzerns hat sich nochmals deutlich verbessert. Der Eigenkapitalanteil (inklusive Minderheitsanteile) am Gesamtvermögen beträgt nun 62%. Mehr als 85% des Gesamtvermögens sind langfristig finanziert.
Ausblick – für Pharma nochmals erhöht, für Diagnostics bestätigt
Roche erhöht den am 19. April veröffentlichten Ausblick für das Gesamtjahr 2005 und geht von einer gegenüber dem bisherigen Ausblick nochmals besseren Betriebsgewinnmarge (vor Sonderpositionen) für Pharma aus. Die Division Pharma rechnet mit einem zweistelligen, über dem Weltmarkt liegenden Umsatzwachstum in lokalen Währungen. Die Division Diagnostics geht davon aus, dass die Verkäufe 2005 erneut über dem Weltmarkt im einstelligen Bereich wachsen werden. Die Division Pharma rechnet nun für das Gesamtjahr 2005 mit einer Betriebsgewinnmarge (vor Sonderpositionen) auf einem höheren Niveau als für das Gesamtjahr 2004. Die Division Diagnostics erwartet eine Fortsetzung der Margenentwicklung auf dem Weg zum Ziel einer Betriebsgewinnmarge (vor Sonderpositionen) von rund 23% im Jahr 2006.
Division Pharma
Pharmaverkäufe wachsen drei Mal so schnell wie der Markt
Kennzahlen | in Millionen CHF | prozentuale Veränderung in CHF | prozentuale Veränderung in lokalen Währungen | in % der Verkäufe |
Verkäufe - Verschreibungspflichtige Medikamente weltweit | 12'652 | +19 | +22 | 100 |
EBITDA | 4'335 | +21 | +24 | 34,3 |
Betriebsgewinn vor Sonderpositionen | 3'608 | +28 | +32 | 28,5 |
Die Division Pharma erzielte im ersten Halbjahr 2005 ein sehr starkes Wachstum. Mit einer Zunahme der Verkäufe um 22%
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in lokalen Währungen (19% in Franken, 25% in US-Dollar) übertraf Roche das globale Marktwachstum von 7% um das Dreifache und konnte damit ihre Marktanteile erneut deutlich erhöhen. Dieser Erfolg ist in erster Linie auf die starke Nachfrage nach den Onkologieprodukten – insbesondere den neuen Krebsmedikamenten Avastin und Tarceva – sowie nach dem Grippepräparat Tamiflu zurückzuführen.Die in den Hauptverkaufsregionen Nordamerika, Europa und Japan erzielten Umsatzsteigerungen lagen alle deutlich über dem jeweiligen Marktwachstum. Der Betriebsgewinn der Division (vor Sonderpositionen) erhöhte sich um 32% in lokalen Währungen auf 3,6 Milliarden Franken. Die Betriebsgewinnmarge (vor Sonderpositionen) stieg deutlich um 2,1 Prozentpunkte auf 28,5%.
Onkologie – starkes Wachstum der Schlüsselprodukte und herausragende klinische Daten
Zum ausserordentlich kräftigen Wachstum des Onkologieportfolios im ersten Halbjahr von 36% in lokalen Währungen haben alle wichtigen Produkte beigetragen. Damit konnte Roche ihre Position als weltweit führender Anbieter von Krebsmedikamenten weiter ausbauen.
Avastin, zur Behandlung von Dickdarm- und Enddarmkrebs, hat in den letzten vier Quartalen weltweit bereits einen Umsatz von über einer Milliarde Franken erzielt. Im Januar wurde das Medikament in Europa zur Erstbehandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Dickdarm- oder Enddarmkrebs zugelassen und die Markteinführung ist angelaufen. Neben den guten Behandlungserfolgen bei fortgeschrittenem Dickdarm- und Enddarmkrebs zeigten jüngste Ergebnisse aus Phase III auch deutliche klinische Vorteile bei fortgeschrittenem nicht kleinzelligem Lungen- und metastasierendem Brustkrebs.
Tarceva, ein innovatives Medikament mit nachweislichem Überlebensvorteil bei fortgeschrittenem nicht kleinzelligem Lungenkrebs, wurde im November 2004 in den USA eingeführt und erzielte im ersten Halbjahr 2005 bereits Verkäufe in Höhe von 145 Millionen Franken. Im März wurde das Medikament auch in der Schweiz zugelassen und erhielt im Juni eine positive Stellungnahme von der europäischen Arzneimittelkommission CHMP. Aufgrund von neuen Daten, die deutliche Behandlungsvorteile von Tarceva bei Bauchspeicheldrüsenkrebs zeigen, wurde die Zulassung für diese Indikation in den USA beantragt – die Einreichung eines entsprechenden Zulassungsgesuchs in der EU ist für die zweite Jahreshälfte geplant.
MabThera/Rituxan zur Behandlung des Non-Hodgkin-Lymphoms (NHL) verzeichnete wiederum einen starken Verkaufsanstieg und erreichte eine besonders gute Marktakzeptanz ausserhalb der USA zur Behandlung aggressiver Formen von NHL und als Erstbehandlung bei indolentem NHL. Roche plant, im vierten Quartal in Europa das Zulassungsgesuch für eine weitere Indikation, die Erhaltungstherapie bei Patienten mit indolentem NHL, einzureichen. Neue klinische Ergebnisse haben ergeben, dass MabThera/Rituxan die progressionsfreien Überlebenschancen von Patienten mit dieser Form der Erkrankung wesentlich verbessert.
Herceptin, die einzige gezielte Therapie für HER2-positiven Brustkrebs, verzeichnete im ersten Halbjahr 2005 eine signifikante Zunahme der Verkäufe. Die Nachfrage nach diesem Medikament, das zurzeit für die Erstbehandlung der fortgeschrittenen (metastasierenden) Form dieser Krebserkrankung zugelassen ist, blieb in allen Schlüsselmärkten hoch. Hervorragende Ergebnisse aus drei bedeutenden klinischen Studien belegen ausserdem die Wirksamkeit von Herceptin als Begleitbehandlung bei HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium. Roche und Genentech bereiten nun die Zulassungsgesuche für diese Indikation vor.
Die Verkäufe von Xeloda zeigten im ersten Halbjahr 2005 anhaltend starkes Wachstum, was auf die stetige Zunahme der Verschreibungen und die Stabilisierung der Grosshandelsbestände in den USA zurückzuführen ist. Im März bzw. Juni erteilten die EU-Behörden und die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) die Zulassung von Xeloda als Begleittherapie nach einem chirurgischen Eingriff bei Dickdarmkrebs. Es wird erwartet, dass diese neue Indikation zu einem weiteren Anstieg der Verschreibungen führen wird.
Anämie – weiterhin starke Marktposition
Trotz anhaltenden Preisdrucks auf dem globalen Markt für Anämiemedikamente konnten die Verkäufe von NeoRecormon/Epogin für die Behandlung der renalen und krebsbedingten Anämie weiter erhöht werden. Die neue, einmal wöchentlich anzuwendende Fertigspritze ist inzwischen die am meisten verkaufte Darreichungsform von NeoRecormon für bestimmte Formen krebsbedingter Anämie. Die europäische Arzneimittelkommission hat eine überarbeitete Produktbeschreibung von NeoRecormon empfohlen. Demnach erstreckt sich die Indikation des Medikaments jetzt auf die Behandlung von Anämie bei Krebspatienten sowohl mit soliden Tumoren als auch mit Lymphomen, die jegliche Art von Chemotherapie erhalten. Infolgedessen erwartet Roche für diesen Therapiebereich ein fortgesetztes Verkaufswachstum von NeoRecormon.
Transplantation – Umsatzentwicklung von CellCept sehr positiv
Roche hat die führende Position auf dem Transplantationsmarkt behauptet: Das Immunsuppressivum CellCept erzielte einen zweistelligen Verkaufszuwachs sowohl weltweit als auch in allen Schlüsselmärkten.
Virologie – starke Zunahme der Tamiflu-Verkäufe
Pegasys, das einzige für die Behandlung von Hepatitis B und C zugelassene pegylierte Interferon, hat im ersten Halbjahr 2005 mit einem soliden Wachstum seine Marktführerschaft erfolgreich behauptet. Hierzu beigetragen haben weitere behördliche Registrierungen des Medikaments. Pegasys plus Copegus wurde inzwischen sowohl von der FDA als auch der Europäischen Kommission zur Behandlung von Hepatitis C bei Patienten mit gleichzeitiger HIV-Infektion zugelassen. Ausserdem ist Pegasys jetzt in mehr als 40 Ländern für die Behandlung von Hepatitis B registriert, u.a. in den USA, der EU und China.
Die Verkäufe von Tamiflu stiegen im ersten Halbjahr sehr stark an – dies aufgrund einer späten, aber schweren Grippesaison sowie der Bestellungen für die Pandemievorsorge. Allein in Japan verdreifachte sich der Absatz des Medikaments auf 263 Millionen Franken, während sich das globale Verkaufswachstum mehr als vervierfachte. Nach Expertenwarnungen vor einer möglichen Influenza-Pandemie arbeitet Roche eng mit einer Reihe von Regierungen zusammen, die beschlossen haben, Tamiflu-Vorräte anzulegen. Mit weiteren Regierungen steht Roche zurzeit in Verhandlung. Roche hat Zulassungsanträge zur Verwendung von Tamiflu zur Grippe-Vorbeugung bei Kindern im Alter zwischen einem bis zwölf Jahren bei den Behörden in Europa und den USA eingereicht.
Die Verkäufe von Fuzeon nahmen im ersten Halbjahr stetig zu und erreichten 116 Millionen Franken, wobei das stärkste Wachstum in den europäischen Schlüsselmärkten erzielt wurde. Roche setzt die medizinischen Aufklärungsprogramme für Patienten und Ärzte fort, um den Einsatz des Medikaments weiter zu fördern.
Andere wichtige Produkte – Boniva in den USA auf dem Markt
Boniva ist das erste orale Bisphosphonat zur Behandlung und Vorbeugung von Osteoporose, das nur einmal monatlich eingenommen werden muss. Das Medikament wurde in den USA im März zugelassen und im April von Roche und ihrem Marketingpartner GlaxoSmithKline dort eingeführt. Die ersten Marktreaktionen entsprechen den Erwartungen. Die europäische Arzneimittelkommission hat im Juni die Zulassung von Bonviva (Markenname des Produkts ausserhalb der USA) empfohlen.
Die weltweiten Verkäufe von Xenical zogen in einem stagnierenden Marktumfeld wieder leicht an. Im Juni genehmigten die EU-Behörden die Behandlung mit Xenical auch bei fettleibigen Jugendlichen ab 12 Jahren. Xenical ist damit in den Vereinigten Staaten und der EU das einzige Medikament, das für die Gewichtsabnahme bei Jugendlichen eingesetzt werden kann.
Wichtige Entwicklungsprojekte – positive Phase-III-Studien in der rheumatoiden Arthritis
Die klinische Entwicklung von CERA, dem ersten kontinuierlichen Erythropoietin-Rezeptor-Aktivator für die Behandlung von Anämie bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung sowie bei Krebspatienten, kommt weiter voran. Zulassungsgesuche für die Behandlung der renalen Anämie werden voraussichtlich 2006 eingereicht.
Die Entwicklung von MabThera/Rituxan zur Behandlung von rheumatoider Arthritis verläuft plangemäss. In einer zulassungsrelevanten Phase-III-Studie mit Patienten, die auf die Behandlung mit den derzeit üblichen Biopharmazeutika ungenügend ansprachen, wurden positive Ergebnisse erzielt. Weltweite Zulassungsanträge für diese Indikation sind für die zweite Jahreshälfte 2005 vorgesehen. Auch eine Phase IIb-Studie mit Patienten, deren Behandlung mit einem oder mehreren langwirksamen Antirheumatika zuvor unbefriedigend verlief, erbrachte positive Resultate.
Die Entwicklung von Tocilizumab (vormals MRA, von unserer japanischen Konzerngesellschaft Chugai) verläuft weltweit wie vorgesehen. Die internationalen Phase-III-Studien bei rheumatoider Arthritis kommen gut voran.
Insgesamt befinden sich zurzeit 27 Projekte in neuen wichtigen Indikationen in der letzten Phase der klinischen Entwicklung, und es ist geplant, neun neue Zulassungsgesuche in den nächsten 18 Monaten einzureichen. Ausserdem wurden im ersten Halbjahr 12 Zulassungsgesuche in den USA oder in der EU von den Behörden bewilligt.
Division Diagnostics
Nun in allen Verkaufsregionen die Nummer eins
Kennzahlen | in Millionen CHF | prozentuale Veränderung in CHF | prozentuale Veränderung in lokalen Währungen | in % der Verkäufe |
Verkäufe | 3'970 | +2 | +4 | 100 |
davon - Diabetes Care | 1'375 | +2 | +3 | 35 |
- Near Patient Testing | 338 | +1 | +3 | 8 |
- Centralized Diagnostics | 1'430 | +4 | +5 | 36 |
- Molecular Diagnostics | 555 | +3 | +6 | 14 |
- Applied Science | 272 | -1 | +1 | 7 |
EBITDA | 1'311 | 0 | +1 | 33,0 |
Betriebsgewinn vor Sonderpositionen | 904 | -3 | -3 | 22,8 |
Im ersten Halbjahr 2005 verzeichnete Roche Diagnostics ein Verkaufswachstum von 4% in lokalen Währungen (2% in Franken, 8% in US-Dollar). Zu den Hauptumsatzträgern zählten einmal mehr die Bereiche Molekulardiagnostik, Diabetes Care und Immundiagnostik. Die Division erzielte – trotz erheblicher Investitionen in die für das zweite Halbjahr geplanten Markteinführungen neuer Produkte in Europa und den USA – einen hohen Betriebsgewinn (vor Sonderpositionen) von 904 Millionen Franken. Die Betriebsgewinnmarge lag mit 22,8% wiederum deutlich über dem Branchendurchschnitt. Aufgrund gestiegener Marketingaufwendungen für die Lancierung neuer Produkte – deren Verkäufe im zweiten Halbjahr zur Wachstumsbeschleunigung beitragen werden – lag die Betriebsgewinnmarge leicht unter dem Niveau des Vorjahres .
In Japan, dem zweitgrössten In-vitro-Diagnostikamarkt der Welt, übernahm Roche Diagnostics die Marktführerschaft. Damit ist die Division nun in allen fünf Verkaufsregionen der branchenweit führende Anbieter von Diagnostika.
Diabetes Care – neue Accu-Chek-Produktgeneration lanciert
Im ersten Halbjahr 2005 begann Diabetes Care mit der Lancierung der neuen, mit modernster Technologie ausgestatteten Accu-Chek-Produktgeneration für ein verbessertes Diabetes-Management: Das Blutzuckermesssystem Accu-Chek Aviva und die Insulinpumpe Accu-Chek Spirit wurden erfolgreich in den ersten europäischen Märkten eingeführt. In den USA erhielten beide Geräte die so genannte 510K–Zulassung der FDA.
Hinsichtlich der noch ausstehenden Re-Inspektion des Produktionsstandortes Burgdorf, Schweiz, teilte die FDA mit, dass sie die von Roche Diagnostics eingeleiteten Massnahmen zur Behebung der bemängelten Produktionsprozesse und -dokumentation akzeptiere. Sie kündigte gleichzeitig an, dass die Re-Inspektion Ende Juli 2005 erfolgen werde.
Near Patient Testing – Marktführer in der Schnelldiagnostik
Near Patient Testing konnte sich als Marktführer im wettbewerbsintensiven Bereich Point of Care (Schnelldiagnostik vor Ort) behaupten. Dazu haben vor allem die Systeme CoaguChek S (für die Blutgerinnungsmessung), Accutrend GC und GCT (für die Cholesterinmessung in Arztpraxen) und Cardiac Reader (bei Verdacht auf Herzmuskelschädigungen) beigetragen. Die Verkäufe der Blutgasgeräte und Reagenzien Omni S und C wuchsen deutlich über dem Markt.
Neue klinische Studien haben gezeigt, dass die Patientenselbstkontrolle mit CoaguChek S die Häufigkeit von Blutungen um bis zu 70% und die Sterblichkeit nach einem Herzklappenersatz um bis zu 60% verringert. Das System schützt nicht nur die Patienten vor mitunter lebensbedrohlichen Risiken, sondern erspart dem Gesundheitssystem auch unnötige Behandlungskosten.
Centralized Diagnostics – Immundiagnostik als Wachstumsträger
Das Wachstum von Centralized Diagnostics wurde primär von der anhaltend positiven Entwicklung in der Immundiagnostik getragen. So stieg die Anzahl platzierter Elecsys-Instrumente um rund 20%.
Die Bedeutung von Elecsys proBNP als prognostischer Test für Herz- und Kreislauf-Erkrankungen wurde durch weitere Daten bekräftigt. So zeigte eine grössere Studie, dass NT-proBNP in Notfallsituationen der verlässlichste Marker für die Diagnose von Herzversagen ist. Eine weitere Studie ergab, dass dieser innovative Herzmarker auch eine wertvolle Hilfe bei der Risikobeurteilung von Patienten mit stabilen Koronarerkrankungen ist.
Molecular Diagnostics – weltweit erster DNS-Chip auf dem Markt
Erneut lieferten die Produkte für die Bereiche Blutbanken und Frauengesundheit den grössten Beitrag zur weiteren Stärkung der Marktführerschaft des Geschäftsbereichs Molecular Diagnostics.
Anfang 2005 erfolgte die FDA-Zulassung des AmpliChip CYP450 Test für den klinischen Gebrauch. Dieser DNS-Chip ermöglicht dem Arzt eine individualisierte Behandlung, indem er hilft vorherzusagen, wie der Patient auf bestimmte Medikamente reagieren wird.
Die FDA erteilte auch die Zulassung für den AmpliScreen HBV Test, mit dem Hepatitis-B-Viren in Blut, Blutkomponenten, Plasma und Lebendspenden nachgewiesen werden können. Zudem genehmigte die Behörde den Antrag auf Indikationserweiterung für Cobas AmpliScreen HCV (Hepatitis-C-Virus) und HIV-1. Mit diesen Tests lässt sich die Sicherheit von Organ- und Gewebespenden künftig deutlich erhöhen.
Im Mai konnten Roche Diagnostics und Applera laufende Rechtsverfahren einvernehmlich beilegen. Diese bezogen sich auf die korrekte Auslegung und Durchführung der zwischen Roche und Applera abgeschlossenen Verträge zur Vermarktung der PCR- und «real-time»-PCR-Technologien.
Mit dem Linear Array HPV Genotyping Test, der im Juni die europäische Zertifizierung erhielt, bietet Roche Diagnostics als erstes Unternehmen der Branche einen kommerziellen Test für die Bestimmung von 37 Varianten des humanen Papillomavirus (HPV) an. Die HPV-Infektion gilt als die häufigste Ursache von Gebärmutterhalskrebs.
Ferner wurde im Juni der Linear Array HCV Genotyping Test für die Bestimmung des Hepatitis-C-Genotyps in Europa eingeführt.
Applied Science – deutliches Umsatzwachstum erwartet
Der Geschäftsbereich Applied Science konnte seine Marktposition halten. Infolge der Erweiterung des Produktportfolios mit dem LightCycler 480, einem für hohe Durchsatzvolumen bestimmten System zur DNS-Vervielfältigung, erwartet der Geschäftsbereich für den weiteren Jahresverlauf eine deutliche Steigerung des Verkaufswachstums.
Der Abschluss einer Vereinbarung mit dem Unternehmen 454 Life Sciences, USA, im Mai 2005 markiert den Eintritt in ein neues und sehr aussichtsreiches Segment – den Markt für die DNS-Sequenzierung.
Über Roche
Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ist ein global führendes, forschungsorientiertes Healthcare-Unternehmen in den Bereichen Pharma und Diagnostika. Mit innovativen Produkten und Dienstleistungen, die der Früherkennung, Prävention, Diagnose und Behandlung von Krankheiten dienen, trägt das Unternehmen auf breiter Basis zur Verbesserung der Gesundheit und Lebensqualität von Menschen bei. Roche ist einer der weltweit bedeutendsten Anbieter von Diagnostika, der grösste Hersteller von Krebs- und Transplantationsmedikamenten und nimmt in der Virologie eine Spitzenposition ein. Roche beschäftigt rund 65'000 Mitarbeitende in 150 Ländern und unterhält Forschungs- und Entwicklungskooperationen und strategische Allianzen mit zahlreichen Partnern. Hierzu gehören auch Mehrheitsbeteiligungen an Genentech und Chugai. Weitere Informationen zur Roche-Gruppe finden sich im Internet (www.roche.com).
1
Weitere Ausführungen
zu Kosten der verkauften Produkte im Halbjahresbericht 2005, S. 18
2 Weitere Ausführungen
zum Diagnostics-Ergebnis im Halbjahresbericht 2005, S. 19/20
Alle
erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.
Anhang
Weitere Informationen
- Publikationstermin Umsatz drittes Quartal 2005: 19. Oktober (provisorisch)
Disclaimer
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