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Highlights Geschäftsbericht 2015

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Geschäftsbericht 2015
Deutsch PDF 14 MB

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Finanzbericht 2015
Deutsch PDF 5 MB

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Wer wir sind

Was wir leisten

2015 Highlights

CHF 48,1 Mrd.

Konzernverkäufe +5%1

4

FDA-Therapiedurchbruch-Status

70

neue Wirkstoffe in der klinischen Entwicklung

25 Millionen

Patienten mit einem unserer 25 umsatzstärksten Produkte behandelt
  1. Alle Wachstumsraten sind zu konstanten Wechselkursen berechnet (Durchschnittskurse 2014).

Botschaft des Ver­wa­tung­rat­prä­si­denten

2015 war für Roche ein erfolgreiches Jahr.
Christoph Franz
Verwaltungs­ratspräsident

Botschaft des CEO

Vielfalt fördert Innovation.
Severin Schwan
Chief Executive Officer

Unsere Innovation

Das Immunsystem im Kampf gegen Krebs

9

Wirkstoffe für Krebsimmuntherapien in klinischen Studien

Den Krebs-Immunitätszyklus unterbrechen

Nach unserem derzeitigen Verständnis schützt das Immunsystem unseren Körper mit einem mehrstufigen Krebs-Immunitätszyklus vor Tumorkrankheiten.

Erfahren Sie hier, wie die neun derzeit in klinischer Entwicklung befindlichen NMEs mit einen oder mehreren Zielpunkten im Krebs-Immunitätszyklus interagieren.1

Krebs-Immunitäts­zyklus

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1

Freisetzung von Krebszell-Antigenen

2

Präsentation von Tumor- Antigenen

Anti-CD40 (RG7876) ist ein vollständig humanisierter (IgG2) agonistischer Antikörper, der an den CD40-Rezeptor bindet. Der Antikörper löst den Krebszelltod mittels T-Zellen aus. Durch Aktivierung des CD40-Rezeptors auf Antigen-präsentierenden Immunzellen werden T-Zellen entsprechend programmiert, damit sie den Tumor bekämpfen können.

3

Priming und Aktivierung

Anti-CEA IL2v FP (RG7813) ist ein zielgerichtetes Immunzytokin, das ein modifiziertes Zytokin (IL2v) mit einem gegen das karzinoembryonale Antigen (CEA) gerichteten Antikörper kombiniert. Bei CEA handelt es sich um ein Protein, das mit verschiedenen Krebserkrankungen in Verbindung steht.

Anti-OX40 (RG7888), ein humanisierter monoklonaler Antikörper, bindet an OX40, einen co-stimulatorischen Rezeptor, der selektiv auf der Oberfläche von Antigen-erfahrenen T-Zellen exprimiert wird. Anti-OX40 wirkt als Agonisten-Antikörper, was nach der Bindung mit dem Rezeptor zu einer Aktivierung anstelle einer Blockierung des OX40-Signalwegs führt.

aFAP-IL2v FP (RG7461) ist ein zielgerichtetes Immunzytokin, das eine modizifierte Interleukin-2-Variante (IL2v) mit einem Antikörper verbindet. Diese Kombination richtet sich gegen ein Protein, das für die Aktivierung von Fibroblasten (FAP) verantwortlich ist und mit verschiedenen Krebserkrankungen in Verbindung steht.

4

Migration von T-Zellen und Tumoren

5

Infiltration der Tumore mit T-Zellen

6

Erkennung von Krebszellen

Anti-CEA/CD3 TCB (RG7802) ist ein bispezifischer Antikörper, der gleichzeitig an das auf Tumorzellen exprimierte karzinoembryonale Antigen (CEA) und den CD3-Rezeptor auf T-Zellen bindet . Damit werden T-Zellen aktiviert, welche sich anschliessend zum Tumorherd verschieben und den Zelltod auslösen.

Anti-CD20/CD3 TCB (RG7828) ist ein bispezifischer Antikörper normaler Länge, der an die Antigene CD20 auf B-Zellen sowie CD3 auf T-Zellen bindet. Sein Wirkmechanismus unterscheidet sich von demjenigen anderer CD20-Antikörpertherapien, als dass er zytotoxische T-Zellen rekrutiert und aktiviert, um bösartige B-Zellen zu töten.

7

Zerstörung von Krebszellen

Anti-PDL1 (Atezolizumab, RG 7446) ist ein biotechnologisch hergestelllter monoklonaler Antikörper, der auf den Liganden PD-L1 (programmed death ligand 1) zielt, um damit eine Immunevasion des Tumors zu verhindern.

Anti-CSF-1R (Emactuzumab, RG7155) ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper, der auf den koloniestimulierenden Faktor-1-Rezeptor (CSF-1R) zielt. Damit soll das durch das Protein CSF-1 vermittelte Überleben von tumorfördernden M2-Makrophagen gehemmt werden, ohne die tumorzerstörenden M1-Makrophagen zu behindern.

IDO-Hemmer (RG6078) ist ein kleinmolekulares Immuntherapeutikum, das die Indolamin-2,3-Dioxygenase (IDO) hemmt – ein Protein, das von vielen Krebszellen häufig im Übermass produziert wird.

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  1. Chen DS., et al. Oncology Meets Immunology: The Cancer-Immunity Cycle, Immunity, 2013

Fortschritte in der Behandlung von multipler Sklerose

2,3 Millionen

Menschen sind weltweit von der Krankheit Multiple Sklerose betroffen1

Multiple Sklerose ist eine der häufigsten Ursachen für nichttraumatische Behinderungen bei Erwachsenen im Alter von 20 bis 40 Jahren.2

MS tritt am häufigsten in den Ländern auf, die am weitesten vom Äquator entfernt sind3

In Nordamerika leidet rund 1 von 710 Menschen an MS1

In Europa leidet rund 1 von 925 Menschen an MS1

In Australien leidet rund 1 von 1050 Menschen an MS1

Ocrelizumab, ein humanisierter monoklonaler Antikörper, richtet sich spezifisch gegen CD20-produzierende B-Zellen. Es ist das erste Prüfmedikament, das in beiden Formen von MS positive Studienergebnisse zeigen konnte, sowohl bei der primär progredienten wie auch bei der schubförmingen Variante.

  1. Multiple Sclerosis International Federation. (2013): http://www.msif.org/about-us/advocacy/atlas/.
  2. National Institutes of Health-National Institute of Neurological Disorders and Stroke. (2015). Multiple Sclerosis: Hope Through Research. Available at: http://www.ninds.nih.gov/disorders/multiple_sclerosis/detail_multiple_sclerosis.htm#280373215
  3. Simpson S, et al. (2011) Latitude is significantly associated with the prevalence of multiple sclerosis: a meta-analysis. J Neurol Neurosurg Psychiatry, 82(10):1132-1141.
Weitere
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Highlights Geschäftsbericht 2015

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Annual Report 2015
English PDF 14 MB

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Financial Report 2015
English PDF 5 MB

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Wer wir sind

Innovation liegt in unseren Genen. Seit jeher treiben wir weltweit und interdisziplinär die Forschung voran, um das Leben von Patienten zu verbessern.

Wir wollen Krankheiten auf molekularer Ebene verstehen und unterscheiden, um auf dieser Basis neuartige Tests und Medikamente zur Prävention, Diagnose und Therapie bereitzustellen. Mit unserer Strategie der personalisierten Medizin kombinieren wir unsere Stärken auf den Gebieten Diagnostik und Pharma, damit jeder Patient die individuell beste Behandlung erhält.

Als global grösstes Biotech-Unternehmen entwickeln wir bahnbrechende Medikamente, die Therapiestandards in den Bereichen Onkologie, Immunologie, Infektiologie, Augenheilkunde und Neurologie verbessern. Roche ist auch der weltweit führende Anbieter von In-vitro-Diagnostika. Diese Kompetenz ermöglicht uns, richtungsweisende Partnerschaften mit führenden Forschungs- und Gesundheitszentren in aller Welt zu vereinbaren.

Die Gründerfamilien halten weiterhin die Aktienmehrheit am Unternehmen. Dank dieser Stabilität können wir nachhaltig planen, aus Rückschlägen lernen und uns auf den langfristigen Nutzen für Patienten und Gesellschaft konzentrieren. Wir werden in Bezug auf Qualität, Sicherheit und Integrität auch in Zukunft strengste Massstäbe anlegen. Unser Vermächtnis gründet auf Respekt vor dem Individuum, der Gemeinschaft und der Welt, in der wir leben.

Was wir leisten

Wir haben uns klare Geschäftsprioritäten gesetzt, um nachhaltig zu wachsen und Werte für alle Anspruchsgruppen zu schaffen.

Der Patient im Mittelpunkt

Wir konzentrieren uns auf die Entwicklung innovativer Arzneimittel und diagnostischer Tests, die dazu beitragen, das Leben von Patienten zu verlängern und ihre Lebensqualität zu verbessern. Zwei Drittel aller Krankheiten können entweder noch nicht angemessen oder überhaupt nicht behandelt werden. Angesichts dieses hohen medizinischen Bedarfs vermögen wirksamere Diagnostika und Arzneimittel das Leben von Millionen Patienten und ihren Angehörigen entscheidend zu verändern.

Exzellenz in der Wissenschaft

Es ist unser Ziel, durch Spitzenforschung neue Medikamente für bisher ungedeckte medizinische Bedürfnisse zu entwickeln. Dank grosser Fortschritte in den Bereichen Wissenschaft und Technik verstehen wir Fehlfunktionen im Körper immer besser. In der Folge können wir gezielt wirkende Arzneien entwickeln. Wir konzentrieren uns auf die Therapiebereiche Onkologie, Immunologie, Augenheilkunde, Infektionskrankheiten und Neurologie, bleiben aber auch offen für die neuesten Erkenntnisse in weiteren Bereichen.

Personalisierte Medizin

Wir kombinieren unsere Stärken in den Bereichen Pharma und Diagnostik, um Behandlungen präziser auf individuelle Patientengruppen zuzuschneiden. Das Erkennen und die Berücksichtigung genetischer Unterschiede können die Wirksamkeit und Sicherheit von Arzneimitteln deutlich verbessern. Deshalb schliesst bei uns die Entwicklung eines neuen Wirkstoffs immer auch ein diagnostisches Begleitprogramm ein.

Zugang zur Gesundheitsversorgung

Wir möchten unsere Arzneimittel und diagnostischen Tests so vielen Patienten wie nur möglich zur Verfügung stellen. Jedes Gesundheitssystem ist durch seine eigenen Herausforderungen gekennzeichnet, weshalb wir unsere Lösungen den jeweiligen Märkten anpassen. Wir kooperieren mit vielen verschiedenen lokalen Partnern, um Hindernisse beim Zugang zur Gesundheitsversorgung abzubauen und innovative, nachhaltige Wege zu finden, den Patienten eine wirksame und erschwingliche Gesundheitsversorgung zu ermöglichen.

Attraktiver Arbeitgeber

Wir bekennen uns zum Erhalt und zur ständigen Weiterentwicklung ausgezeichneter Arbeitsplätze, an denen sich die Mitarbeitenden geschätzt und respektiert fühlen und ihr volles Potenzial entfalten können. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind unser wertvollstes Kapital. Sie entdecken, entwickeln und produzieren unsere Arzneimittel und Diagnostika und sorgen dafür, dass diese zu den Patienten gelangen. Wir sind überzeugt, dass unsere Fähigkeit, hochqualifizierte und vielfältige Mitarbeitende anzuziehen, zu halten und zu motivieren, der Schlüssel zu unserem Erfolg ist.

Nachhaltige Werte schaffen

Wir betreiben unser Geschäft nach hohen ethischen Standards und streben danach, für alle Anspruchsgruppen langfristig Werte zu schaffen, indem wir medizinische Lösungen entwickeln, die möglichst vielen Menschen zugutekommen. Wir sind überzeugt, dass unser Erfolg auf unserer Fähigkeit beruht, Strategien zu entwickeln, von denen sowohl die Branche als auch die Gesellschaft nachhaltig profitieren.

2014 haben wir im Rahmen einer Materialitätsanalyse auf Konzernebene unter unseren wichtigsten Anspruchsgruppen wesentliche Themen für diese Prioritäten ermittelt. Daraus resultierten 21 Themen mit hoher Bedeutung für uns und unsere Anspruchsgruppen, für Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft. Diese Themen haben wir in unsere Geschäftsprioritäten aufgenommen und durch konkrete Massnahmen in unsere operationellen Aktivitäten einbezogen.

2015 Highlights

Im Jahr 2015 haben wir die Verkäufe unserer beiden Divisionen weiter deutlich gesteigert. Das ausgezeichnete Geschäftsergebnis ermöglicht uns, unsere Innovationsfähigkeit zu stärken und Gesundheitslösungen bereitzustellen, die das Leben von Patienten spürbar verbessern.

Finanzergebnisse

 

Jahresergebnis 2015

Finanzbericht 2015

Pharma

CHF 37,3 Mrd.

Pharma-Verkäufe +5%1

Wichtige Wachstumsträger 2015 (CHF Millionen)

Diagnostics

CHF 10,8 Mrd.

Diagnostics-Verkäufe +6%1

Wichtigste Umsatzträger (CHF Millionen)

Pipeline

Nachhaltigkeit

ROBECOSAM

7. Jahr in Folge vom Dow Jones Sustainability Index zum nachhaltigsten Gesundheitsunternehmen ernannt

CDP

Auszeichnung durch das CDP für unsere Klimastrategie

  1. Alle Wachstumsraten sind zu konstanten Wechselkursen berechnet (Durchschnittskurse 2014).

Nachhaltig erfolgreich bleiben

Forschungs- und Entwicklungserfolge bei Diagnostika und Medikamenten sowie die Verbesserung des Zugangs zu unseren medizinischen Lösungen sind für eine nachhaltige Geschäftsentwicklung entscheidend.

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre

2015 haben wir die Verkäufe unserer beiden Divisionen Pharma und Diagnostics weiter deutlich gesteigert. Trotz der massiven Aufwertung des Schweizer Frankens konnten wir einen Konzerngewinn von CHF 9,1 Milliarden verzeichnen. In erster Linie wurde dies durch den leidenschaftlichen Einsatz unserer 91 747 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglich. Ich danke allen dafür!

Das Jahr 2015 wird uns leider auch aufgrund von Krieg, Terror und Epidemien in Erinnerung bleiben. Vieles hat mich persönlich getroffen, weil Mitarbeitende, ehemalige Kollegen oder Freunde zu Schaden kamen und weil ich einige der Krisenregionen sehr gut kenne. Als Vater von fünf Kindern frage ich mich zudem, wie wir unserer Verantwortung für kommende Generationen weiter gerecht werden können: In den vergangenen 25 Jahren hat sich die Weltwirtschaft verdoppelt – der globale ökologische Fussabdruck ebenso. Dieser liegt nun ein Vielfaches über dem, was unsere Umwelt auf Dauer aushält.

Für mich ermutigend sind deshalb die 17 neuen «Ziele nachhaltiger Entwicklung», auf die sich die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen im September 2015 geeinigt haben. Eines dieser Ziele ist «Gesundheit für alle». Als globales Gesundheitsunternehmen kann und wird Roche dazu weiterhin einen Beitrag leisten. Wir tun dies in erster Linie, indem wir Diagnostika und Medikamente entwickeln, die einige der dringendsten medizinischen Probleme lösen können.

Gerade die Diagnostik dürfte dabei künftig an Bedeutung gewinnen. Sie ermöglicht ein effektiveres Management unserer Gesundheit – von der Prävention über die zielgerichtete Behandlung bis hin zur Überwachung chronischer Leiden. Hier liegt noch viel unausgeschöpftes Potenzial.

Im Rahmen unserer auf langfristigen Erfolg ausgerichteten Strategie forschen wir auch auf Gebieten, in denen die Wahrscheinlichkeit für Erfolg zwar nicht besonders hoch, der medizinische Bedarf aber umso grösser ist. In der Neurologie wollen wir die medizinischen Möglichkeiten für Patienten weiter voranbringen. Unlängst haben wir einen besonderen Erfolg bei klinischen Studien in der multiplen Sklerose erzielt.

Darüber hinaus möchten wir die Chancen der Informationstechnologie nutzen. Hier geht es darum, die zunehmende Flut medizinischer Daten in Erkenntnisgewinne für die Forschung, aber auch für die Therapiewahl beim einzelnen Patienten umzusetzen. Wir freuen uns deshalb über die Partnerschaften mit den Unternehmen Foundation Medicine und Flatiron Health im Bereich Onkologie. Diese Zusammenarbeit soll helfen, die Aussichten für Krebspatienten weiter zu verbessern.

Uns ist es wichtig, dass unsere Therapien alle Patienten erreichen, die sie benötigen. In manchen Ländern sind die neuesten Medikamente und Diagnostika auf Abruf verfügbar, andernorts fehlt es aber an den einfachsten Dingen. Beispiel HIV/ Aids: Es genügt nicht, Medikamente zu Selbstkosten abzugeben. Nicht, solange es an Fachkräften, Einrichtungen und Diagnostika fehlt, um eine Therapie richtig zu begleiten. Wir setzen uns dafür ein, diese Hindernisse zu überwinden – in Partnerschaft mit staatlichen und privaten Akteuren. In diesem Zusammenhang sei das globale HIV-Zugangsprogramm erwähnt, das wir unter anderem zusammen mit dem HIV/Aids- Programm der Vereinten Nationen und der Clinton Health Access Initiative ins Leben gerufen haben, um bestimmte einkommensschwache Länder nachhaltig mit HIV-Viruslast-Tests zu versorgen.

Die Frage des Zugangs zu neuen Produkten hat nicht zuletzt auch eine ethische Komponente. Wir nehmen diese Fragestellung ernst und leisten unseren Beitrag, dass auch Patienten in Ländern mit geringer Kaufkraft Zugang zu unseren Produkten haben. Roche ist eines der ersten Unternehmen, das eine differenzierte Preispolitik in den wirtschaftlich schwächeren Regionen der Welt etabliert hat. 2015 haben wir ein Konzept eingeführt, das zum Ziel hat, zuerst die regionalen und nationalen Zugangsprobleme zu analysieren und dann den lokalen Bedürfnissen entsprechende Pläne zu entwickeln.

Uns ist bewusst, dass Patente in den ärmsten Ländern der Welt eine Hürde bei der Bereitstellung einer medizinischen Grundversorgung sein können. Deshalb verzichten wir dort auf die Anmeldung und Durchsetzung von Patentrechten. In wohlhabenderen Ländern schaffen Patente jedoch notwendige Anreize für risikoreiche Investitionen. Nach Ablauf eines Patents profitiert die Gesellschaft ebenfalls; dann stehen wichtige Medikamente auf Dauer günstig zur Verfügung. Ich bin stolz darauf, dass 29 der von uns entwickelten Arzneimittel sich mittlerweile auf der Liste der unentbehrlichen Medikamente der Weltgesundheitsorganisation WHO befinden, darunter lebensrettende Antibiotika, Malariamittel und Krebsmedikamente.

Als innovatives Unternehmen im Gesundheitssektor betrachten wir Nachhaltigkeit sowohl als unsere Verantwortung, als auch als Wertschöpfungstreiber. Dass wir dies mit Erfolg tun, belegt eine jüngst erhaltene Auszeichnung: Roche wurde von der gemeinnützigen Organisation CDP (früher Carbon Disclosure Project) im grössten Klimaschutz-Ranking der Welt als einziges Healthcare-Unternehmen mit der Maximal-Punktezahl ausgezeichnet. Bereits zum siebten Mal in Folge gilt Roche auch im Dow Jones Sustainability Index als das nachhaltigste Gesundheitsunternehmen der Welt.

Wir sind stolz auf diese Auszeichnungen, weil sie Wertschätzung unseres Engagements sind. Dies bedeutet nicht, dass wir uns mit dem Status Quo zufrieden geben: Wir müssen uns täglich neu anstrengen, um ganz vorne mit dabei zu bleiben und unserer Verantwortung gerecht zu werden. Das gilt für alles, was wir leisten.

Meine Damen und Herren, ich freue mich darauf, Sie an der 98. Generalversammlung der Roche Holding AG am 1. März 2016 zu begrüssen. Auf zwei wichtige Traktanden will ich bereits jetzt hinweisen.

Der Verwaltungsrat hat beschlossen, Ihnen aufgrund der guten Ergebnisse sowie der positiven Perspektiven die Ausschüttung einer Dividende von CHF 8,10 je Aktie und Genussschein zu beantragen. Ihre Zustimmung vorausgesetzt, ist dies die 29. Erhöhung der Dividende in Folge.

Neben den Bestätigungswahlen stehen im Verwaltungsrat auch personelle Veränderungen an: Wie bereits kommuniziert, haben Dame DeAnne Julius (seit 2002 Mitglied des Verwaltungsrates) und Prof. Dr. Beatrice Weder di Mauro (seit 2006 Mitglied des Verwaltungsrates) sich entschieden, 2016 nicht mehr zu kandidieren. Beide Damen haben während vieler Jahre ausserordentlich wertvolle Beiträge zur erfolgreichen Weiterentwicklung des Unternehmens geleistet. Im Namen des Verwaltungsrates von Roche bedanke ich mich dafür sehr herzlich!

Ich freue mich, Ihnen mit Julie Brown und Dr. Claudia Süssmuth Dyckerhoff zwei Führungspersönlichkeiten mit grosser internationaler Erfahrung als neue Verwaltungsrätinnen vorschlagen zu können. Julie Brown, Finanzchefin des britischen Medizintechnikunternehmens Smith & Nephew, verfügt über breites Wissen in den Bereichen Vertrieb und Finanzen innerhalb der Gesundheitsbranche. Claudia Süssmuth Dyckerhoff ist derzeit Senior Partner beim Beratungsunternehmen McKinsey & Company und dort Leiterin der Abteilung Healthcare Systems and Services Practice in Asien.

Seit der Gründung vor fast 120 Jahren stellt Roche Bestehendes in Frage und setzt neue Massstäbe.

Es ist mir eine grosse Freude, Teil eines solch innovativen Unternehmens zu sein. Und ich kann Ihnen versichern, dass wir weiterhin alles dafür tun werden, dass Roche auch in Zukunft wissenschaftliche Spitzenleistungen für Patienten erbringt.

Ihnen, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, danke ich für Ihr Vertrauen in unser Unternehmen.

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Christoph Franz
Verwaltungsratspräsident

Ein starkes Jahr für unsere Pipeline

Es war ein erfolgreiches Jahr 2015: Wir haben in der Entwicklung neuer Medikamente für schwierig zu behandelnde Krankheiten grosse Fortschritte gemacht, so bei multipler Sklerose, verschiedenen Krebsarten und Hämophilie A.

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre

In einem Jahr mit vielen Höhepunkten waren für mich die Phase-III-Daten unseres Multiple-Sklerose-Medikaments Ocrelizumab ein besonderer Erfolg. Multiple Sklerose ist eine schwerwiegende Krankheit; momentan verfügbare Behandlungen unterscheiden sich in ihrem Nutzen, und Patienten benötigen neue Therapieoptionen. Wir haben mit Ocrelizumab das Potenzial, diese Situation zu verbessern; erstmals auch bei der primär progredienten Form der Erkrankung, für welche den betroffenen Patienten noch keine wirksamen Therapien zur Verfügung stehen.

In der Onkologie verzeichneten wir wichtige Fortschritte in unserem Krebsimmuntherapie-Portfolio. Unser Wirkstoff Atezolizumab hat in zulassungsrelevanten Studien bei Blasen- und Lungenkrebs positive Resultate gezeigt. Dank der Immuntherapie erreichen wir verbesserte und nachhaltige Behandlungsergebnisse für Krebspatienten, deshalb investieren wir beträchtliche Mittel in diesen vielversprechenden Therapieansatz. Derzeit erforschen wir über 20 Medikamente für die Krebsimmuntherapie, von denen sich bereits neun in klinischen Studien befinden.

Diese wissenschaftlichen Erfolge sind dank einer soliden finanziellen Basis möglich, die 2015 weiter gestärkt wurde. Bei einem Verkaufswachstum von 5%1 lag der Kerngewinn je Titel 2015 um 7%2 höher als im vergangenen Jahr. Diese guten Ergebnisse sind auf die anhaltende Stärke unseres zugrunde liegenden Geschäfts zurückzuführen.

In der Division Pharma haben die Bereiche Onkologie und Immunologie massgeblich zum Verkaufszuwachs von 5% beigetragen. Nach unserer Übernahme von InterMune im Jahr 2014 freut es mich besonders, dass Esbriet – ein Medikament gegen die tödlich verlaufende idiopathische Lungenfibrose – ein sehr gutes Wachstum zeigt. Bedeutend im Jahr 2015 war auch die Zulassung für Cotellic in Kombination mit Zelboraf gegen fortgeschrittenes Melanom in den USA sowie in der EU.

In der Division Diagnostics haben wir mit der Einführung neuer cobas Instrumente einen Meilenstein in der automatisierten und integrierten Labordiagnostik erreicht. Diese neuen Systeme ermöglichen einen deutlich höheren Probendurchsatz und grössere Flexibilität. Sie bieten damit einen wichtigen Vorteil für Gesundheitsversorger, die kontinuierlich nach Effizienzverbesserungen streben. Der Laborbereich hat massgeblich zum Verkaufswachstum von 6% der Division Diagnostics beigetragen.

Auch im Bereich der Färbung von Gewebeproben, der zentral für die Erforschung und richtige Diagnose von Krebserkrankungen ist, erleichtert und verbessert Roche die Laborarbeit. Die Vollautomatisierung des neu lancierten Ventana HE 600 Systems und dessen exzellente Färbequalität ermöglichen es Pathologen, noch sicherer, präziser und effizienter zu arbeiten.

Unsere Produktepipeline macht weiterhin gute Fortschritte: So erhielt Roche fünf Produkte-Zulassungen sowie den Status eines Therapiedurchbruchs der US-amerikanischen FDA für vier Indikationen ihrer Medikamente. Dies spricht für den hohen Innovationsgrad unserer Forschung und Entwicklung, die mit Genentech, Chugai und verschiedenen externen Allianzen eine grosse Vielfalt an Ansätzen und Ideen verfolgt. So hat etwa Emicizumab (ACE910), ein Medikament, das von Chugai zur Prophylaxe von Blutungsepisoden bei Hämophilie-A-Patienten entdeckt wurde, in der frühen Entwicklungsphase vielversprechende Resultate gezeigt. Wir haben deshalb ein zulassungsrelevantes Phase-III-Programm begonnen. Für das Medikament Alecensa (Alectinib), das in Japan bereits seit letztem Jahr gegen eine bestimmte Form von Lungenkrebs verfügbar ist, haben wir in den USA die Zulassung erhalten. Gleichzeitig hat Roche einen Begleittest entwickelt, um jene Patienten zu identifizieren, die am meisten von Alecensa profitieren können.

Lungenkrebs ist nur ein Beispiel einer Erkrankung, wo dank verbesserter Kenntnis der molekularen Vorgänge in Krebszellen eine Vielzahl möglicher, unterschiedlicher Ursachen bekannt wird. Eine Analyse dieser molekularen Informationen liefert bereits heute wichtige Erkenntnisse für Forschungs-und Entwicklungszwecke sowie die gezielte Behandlung von Patienten. Innovation bedeutet für uns auch, die Diagnostik für Patienten zu vereinfachen. Durch Investitionen in die Erforschung von auf Blut basierenden Krebstests, sogenannten Flüssigbiopsien, und die Entwicklung des cobas EGFR Mutation Test v2 trägt Roche dazu bei, aufwändige und belastende chirurgische Eingriffe zur Entnahme von Tumorgewebe zu minimieren.

Die sinnvolle Nutzung grosser Datenmengen, die mittels Test- und Therapieergebnissen aus der klinischen Praxis gewonnen und verarbeitet werden, spielt in Zukunft eine noch wichtigere Rolle. Entsprechend engagieren wir uns in Pilotprojekten und Partnerschaften, wie zum Beispiel mit Foundation Medicine oder Flatiron Health. Mithilfe qualitativ hochwertiger Daten und fortschrittlicher Analytik können wir die Entwicklung von Medikamenten und die Behandlung von Patienten entscheidend verbessern.

Die beschriebenen Chancen können wir nur realisieren, wenn wir unser Geschäft auch weiterhin nachhaltig entwickeln. Wichtiger Bestandteil unserer Strategie ist es, Patienten den Zugang zu unseren innovativen Produkten zu erleichtern. Bessere Ergebnisse in der Gesundheitsversorgung erfordern eine enge Zusammenarbeit mit öffentlichen und privaten Anspruchsgruppen, damit nachhaltige Lösungen gefunden werden können. Ich bin mir sicher, dass wir zusammen die Qualität der Gesundheitsversorgung weltweit verbessern und dabei echte medizinische Innovation angemessen honorieren können.

Alle unsere 91 747 Mitarbeitenden setzen sich für medizinische Innovation ein, die das Leben von Patienten deutlich verbessert. In einem forschungsorientierten Unternehmen spielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine zentrale Rolle: Damit wir neue Denkmuster entwickeln, den Status quo hinterfragen und neue Lösungen finden können, müssen wir Vielfalt in unserem Unternehmen fördern.

Unser Talentmanagement fokussiert darauf, dass Mitarbeitende sich durch Erfahrungen in verschiedenen Funktionen und Ländern persönlich und beruflich kontinuierlich weiterentwickeln können. Gerade in einem global tätigen Unternehmen mit wachsenden Aktivitäten in Schwellenmärkten ist eine Vielfalt der Menschen und ihrer Erfahrungen sehr wertvoll.

Ich möchte allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren ganz persönlichen Beitrag und Ihnen, unseren Aktionärinnen und Aktionären, für Ihr anhaltendes Vertrauen danken.

Für das laufende Jahr rechnen wir zu konstanten Wechselkursen mit einem Verkaufszuwachs im tiefen bis mittleren einstelligen Bereich. Zudem wird ein Wachstum des Kerngewinns je Titel zu konstanten Wechselkursen angestrebt, das über dem Verkaufswachstum liegt. Wir streben an, dass die Dividende auch für das Jahr 2016 in Schweizer Franken erhöht werden kann.

Für die langfristige Zukunft von Roche bin ich sehr zuversichtlich: Dank grosser Fortschritte in den Naturwissenschaften und der Medizin sowie zusätzlicher Möglichkeiten in der Datenanalyse werden wir auch künftig in der Lage sein, neue Arzneimittel und diagnostische Tests für eine bessere Patientenversorgung zu entwickeln.

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Severin Schwan
Chief Executive Officer

  1. Alle Wachstumsraten sind zu konstanten Wechselkursen berechnet (Durchschnittskurse 2014).
  2. Ohne Berücksichtigung des Einmaleffekts von CHF 428 Millionen vor Steuern aus dem Verkauf der Rechte an Filgrastim 2014.

Unsere Innovation

Das Immunsystem im Kampf gegen Krebs

Krebszellen nutzen eine Art Tarnung, um dem Angriff des Immunsystems auszuweichen. Warum sie unentdeckt bleiben, war lange unklar. Inzwischen aber kommen Wissenschaftler, einschliesslich Experten bei Roche, dem Mysterium auf die Spur, wie Krebszellen bei ihrer Entstehung, Vermehrung und Ausbreitung dem Immunsystem entkommen. Mit diesem neuen Wissen entwickeln wir Medikamente, die das Immunsystem befähigen, Krebs erfolgreich zu bekämpfen.

In den letzten 18 Monaten zeigten mehrere klinische Studien mit unseren Prüfmedikamenten sehr vielversprechende Ergebnisse in Bereichen, wo bisherige Behandlungen versagten. Einige Patienten mit Krebs im Endstadium überlebten nach dem Einsatz von experimentellen Krebsimmuntherapien deutlich länger als mit klassischen Behandlungsmethoden.

Derzeit haben wir über 20 Wirkstoffe für Krebsimmuntherapien in der Entwicklung, von denen sich 9 in klinischen Studien befinden. Darüber hinaus werden zahlreiche Kombinationstherapien getestet, sodass in unserem umfangreichen Programm zur Krebsimmuntherapie insgesamt über 40 Studien bezüglich Lungen-, Nieren- und Brustkrebs laufen.

Langfristig dürfte die Krebsimmuntherapie eine neue Ära in der Onkologie einleiten, in der bisher tödlich verlaufende Krebserkrankungen in chronische Formen gewandelt werden, mit denen Patienten über längere Zeitspannen hinweg gut leben können.

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Eine besondere Chance, etwas zu bewegen – als Wissenschaftler und als Arzt.
Dr. Dan Chen, Leiter des Bereichs Krebsimmuntherapie, Global Product Development Oncology
Ganze Geschichte lesen

Das Immunsystem im Kampf gegen Krebs

Durch meine eigene Krebserkrankung habe ich besonderes Verständnis für Patienten.

Als Wissenschaftler war ich schon immer von der Idee fasziniert, Krebs mit Hilfe des körpereigenen Immunsystems zu bekämpfen. Ich bin von den Fortschritten, die wir bisher in diesem Bereich erzielt haben, sehr ermutigt.

Als Onkologe habe ich den mutigen Kampf vieler Patienten gegen ihre Krebserkrankung miterlebt. Ich war in dieser schweren Zeit Arzt, Berater und manchmal auch Freund für sie. Und ich war Zeuge, wie die meisten von ihnen den Kampf verloren haben.

Wie schwer diese Zeit sein kann, habe ich am eigenen Leib erfahren. Im Jahr 2008 zeigte sich auf einer MRT-Aufnahme ein zwei Zentimeter grosser Tumor in meiner Wirbelsäule. Er drückte auf das Rückenmark und verursachte derart heftige Schmerzen, dass meine Kinder entsetzt waren, mich so zu sehen.

Meine Arbeit half mir in den folgenden 18 Monaten, mich geistig zu fokussieren. Ich fehlte während der gesamten Behandlung keinen einzigen Tag, auch wenn es manchmal hart war. Da man aufgrund der Lage des Tumors keine Biopsie entnehmen konnte, wusste ich zu keinem Zeitpunkt, ob ich überleben würde.

Mit unseren immuntherapeutischen Prüfmedikamenten sehe ich eine reale Chance etwas zu bewirken.

Krebszellen können sich auf vielfältige Weise tarnen, um einer Immunantwort zu entkommen. Da wir aber an forderster Front sind, die Funktionsweise des Immunsystems immer besser zu verstehen, können wir ihm mit ständig neuen Ansätzen helfen, Krebszellen besser zu erkennen und zu bekämpfen. Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht etwas Neues in der Krebsimmuntherapie hinzulernen. Es ist grossartig, heute auf diesem Gebiet zu arbeiten. Meine Aufgabe bietet mir eine besondere Chance, etwas zu bewegen – als Wissenschaftler und als Arzt.

Den Krebs-Immunitätszyklus unterbrechen

Nach unserem derzeitigen Verständnis schützt das Immunsystem unseren Körper mit einem mehrstufigen Krebs-Immunitätszyklus vor Tumorkrankheiten. Diesen Zyklus können Krebszellen offenbar auf einzelnen Stufen sabotieren, indem sie die Immunantwort ausschalten, sich ihr entziehen oder sie manipulieren. Diese Fähigkeit der Tumore zur Unterdrückung der Immunantwort wollen wir verstehen und ihr entgegenwirken. Das Augenmerk unserer Wissenschaftler liegt darauf, die vielfältigen Sabotagemechanismen der Tumore zu hemmen und die Immunantwort gegen Krebs zu stimulieren.

Atezolizumab

Der Antikörper Atezolizumab wurde entwickelt, um durch Hemmung des Proteins PD-L1 Tumore zu bekämpfen. PD-L1 wird auf der Oberfläche von Krebs- und Immunzellen produziert und wirkt offenbar als ein Stoppsignal für Immunzellen, sodass sie Krebszellen nicht mehr erkennen und angreifen können. Über ein Dutzend verschiedene Tumorarten können diesen PD-L1/PD-1-Mechanismus ausschalten. Atezolizumab hebt die Tarnung der Krebszellen auf und die Immunzellen können die Tumore bekämpfen.

Bei allen Studien mit Atezolizumab wird unser in Entwicklung befindlicher Immunhistochemie-Test verwendet. Dieser misst anhand eines bestimmten Antikörpers die PD-L1-Expression auf den Tumor- und auf den infiltrierenden Immunzellen. Diagnostische Daten sind aus unserer Sicht unerlässlich, damit Ärzte und Patienten ihre Therapieentscheidungen auf alle verfügbaren Fakten stützen können.

Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA erteilte Atezolizumab 2014 den Status eines Therapiedurchbruchs bei metastasierendem urothelialen Karzinom und 2015 bei nicht­kleinzelligem Lungenkrebs.

Für Atezolizumab sind 11 Phase-III Studien bei bestimmten Arten von Lungen-, Nieren-, Brust- und Blasenkrebs im Gang oder in Planung.

Atezolizumab im Lungenkrebs

Atezolizumab im Blasenkrebs

Fortschritte in der Behandlung von multipler Sklerose

2,3 Millionen

Menschen sind weltweit von der Krankheit Multiple Sklerose betroffen1

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems. Dabei attackiert das Immunsystem den isolierenden Schutzmantel der Nervenzellen im Gehirn, im Rückenmark und im Sehnerv, sodass sie sich entzünden und geschädigt werden.

MS ist eine der häufigsten Ursachen für nichttraumatische Behinderungen bei Erwachsenen im Alter von 20 bis 40 Jahren.2

Bei schubförmiger MS, der häufigsten Form dieser Erkrankung, erleiden die Patienten Phasen mit aufflackernden Symptomen. Rund 10% der Patienten leiden dagegen an primär progredienter MS, die sich kontinuierlich verschlechtert und zumeist ohne merkliche Schübe oder Remissionen verläuft.

MS ist nicht heilbar. Es gibt aber einige Behandlungsansätze mit unterschiedlichem Nutzen für die Patienten.

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Teamwork, Einfallsreichtum und Ausdauer führten uns zum Ziel
Rita Wong, Leiterin US Global Biologics, Manufacturing Science and Technology Drug Product
Ganze Geschichte lesen

Doppelblind zum Ziel

Die ganze harte Arbeit hatte sich gelohnt!

Ich bin extrem neugierig; eines meiner Lieblingswörter lautet «warum?». Daher war es für mich nur logisch, Forscherin zu werden. Sehr hilfreich war mein Wissensdurst bei unserer fast zehnjährigen Arbeit an einem Prüfmedikament zur Behandlung multipler Sklerose (MS).

Direkt vom College kam ich 1987 in das Entwicklungsteam für Darreichungsformen bei Genentech. 2006 begann ich mit den Arbeiten an der Darreichungsform eines Prüfmedikaments. Vier Jahre später wurde ich zur technischen Entwicklungsleiterin ernannt, kurz bevor die zulassungsrelevanten Phase-III-Studien starteten.

Unsere Kliniker wollten diese Studien aussagekräftiger machen und planten daher zwei Studiengruppen – eine mit unserem Prüfmedikament und eine Gruppe mit einem zur Behandlung von MS zugelassenen Standardmedikament. Beide Gruppen wurden doppelblind getestet, weder Ärzte noch Patienten wussten, wer das Prüfmedikament, das Vergleichspräparat oder das Placebo erhielt.

Mein Team für die technische Entwicklung lieferte das Material für die klinischen Studien. Für die erste Studiengruppe steigerten wir die Produktion und stellten ein in Aussehen und Anwendung per intravenöser Infusion identisches Placebo her.

Für die zweite Studiengruppe kauften wir ein als Standardbehandlung für MS zugelassenes Medikament. Wie aber sollten wir ein Placebo entwickeln, das genauso anzuwenden war wie das Vergleichspräparat – als Spritze, in Mehrfachdosierungen und verschiedenen Zubereitungen? So etwas hatte ich noch nie, und wir hatten nur sechs Monate Zeit für diese Aufgabe bevor die Phase-III-Studien starten sollten.

Also bildete ich eine kleine Gruppe von Spezialisten, um das Placebo für die Vergleichsgruppe zu entwickeln. Als Erstes zerlegten wir das Vergleichspräparat in seine Einzelkomponenten. Dann liessen wir in unserem externen Netzwerk die Placebo-Spritzen herstellen, welche dieselben strengen Anforderungen erfüllen mussten wie die Spritzen für unsere Prüfsubstanz.

Wir hatten zahlreiche Hürden zu überwinden, und die Uhr tickte gnadenlos. Nur mit Teamarbeit und grosser Ausdauer konnten wir dieses Placebo pünktlich fertigstellen. Wir legten die Hürden hoch und konnten so sehr gut vergleichbare klinische Daten im Kontext zu einem gut beschriebenen Vergleichspräparat generieren.

2014 wechselte ich zu meiner jetzigen Position, behielt die Studien aber weiter im Auge. dieveröffentlichten Ergebnisse überzeugten mich, dass sich die ganze harte Arbeit gelohnt hatte.

Ocrelizumab

2015 konnten wir Daten zu drei Phase-III-Studien mit unserem Prüfmedikament Ocrelizumab zur Behandlung der MS präsentieren. Diese Daten unterstützen die Hoffnung auf neue Ansätze in der Behandlung von MS. Über zehn Jahre lang verfolgten unsere Forscher das Konzept, eine selektive Beeinflussung von CD20-positiven B-Zellen des Immunsystems könnte ein wirksamer Behandlungsansatz gegen MS sein. Obwohl dieses Konzept in der medizinischen Fachwelt umstritten war, haben unsere Wissenschaftler weiterhin intensive Forschung betrieben und dazugehörige, langfristig ausgerichtete Entwicklungsprogramme erarbeitet. Mit der Entwicklung des humanisierten monoklonalen Antikörpers Ocrelizumab konnte die Hypothese, dass B-Zellen in der Pathogenese der schubförmigen MS eine entscheidende Funktion haben, bestätigt werden. Ocrelizumab richtet sich spezifisch gegen CD20-produzierende B-Zellen.

Ocrelizumab ist das erste Prüfmedikament, das in beiden Formen von MS positive Studienergebnisse zeigen konnte, sowohl bei der primär progredienten wie auch bei der schubförmingen Variante, von denen etwa 95% der Patienten mit MS betroffen sind.

OPERA I, OPERA II and ORATORIO klinische Studien

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Anfang 2016 werden wir die Daten zu Ocrelizumab gegen beide Formen der MS bei den Zulassungsbehörden weltweit einreichen.

  1. Multiple Sclerosis International Federation. (2013): http://www.msif.org/about-us/advocacy/atlas/
  2. National Institutes of Health-National Institute of Neurological Disorders and Stroke. (2015). Multiple Sclerosis: Hope Through Research. Available at: http://www.ninds.nih.gov/disorders/multiple_sclerosis/detail_multiple_sclerosis.htm#280373215

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