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Investor Update

Basel, den 28. Januar 2010

Herceptin jetzt in der EU für Patienten mit HER2-positivem fortgeschrittenem Magenkrebs zugelassen

Erste zielgerichtete biologische Therapie die Überlebensvorteil bei Magenkrebs zeigt

Wie Roche (SIX: RO, ROG; OTCQX: RHHBY) heute bekannt gab, hat die Europäische Kommission Herceptin (Trastuzumab) in Kombination mit einer Chemotherapie für die Anwendung bei Patienten mit HER2-positivem, metastasiertem Magenkrebs zugelassen. Die Zulassung stützt sich auf die beeindruckenden Ergebnisse der internationalen ToGA-Studie. Sie zeigte, dass die Behandlung mit Herceptin das Leben von Patienten mit dieser aggressiven Krebsart wesentlich verlängert. Das Gesamtüberleben bei Patienten mit stark HER2 exprimierenden Tumoren betrug in der ToGA-Studie 16 Monate verglichen mit durchschnittlich 11,8 Monaten bei Patienten, die nur eine Chemotherapie erhielten.1

„Herceptin ist das erste gezielt wirkende biologische Krebsmedikament, das einen Überlebensvorteil bei fortgeschrittenem Magenkrebs zeigt. Es stellt daher einen beträchtlichen Fortschritt in der Behandlung dieser schweren Erkrankung dar“, so Pascal Soriot, COO der Division Pharma von Roche. „Wir sind fest davon überzeugt, dass Herceptin, das schon so vielen Frauen mit HER2-positivem Brustkrebs geholfen hat, auch für Patienten mit HER2-positivem Magenkrebs von Nutzen sein wird.“

Aufgrund der überzeugenden Ergebnisse der Phase-III-Studie ToGA wurde das Gesuch für die Erweiterung der Indikation von den europäischen Gesundheitsbehörden beschleunigt geprüft, damit Patienten früher von dieser lebensverlängernden Behandlung profitieren können. Diese Marktzulassung gilt ab sofort in allen Ländern der Europäischen Union (EU) und den EWR-EFTA-Staaten Island, Liechtenstein und Norwegen. Nach dieser Zulassung in der Europäischen Union wird die Indikationserweiterung für Herceptin auch in anderen Regionen der Welt voraussichtlich bald genehmigt werden.

„Ich freue mich, dass Herceptin nun auch für Patienten mit HER-2-positivem metastasiertem Magenkrebs in ganz Europa zur Verfügung steht“, so Professor Eric Van Cutsem von der Universitätsklinik Gasthuisberg in Leuven, Belgien, einer der Leiter der ToGA-Studie. „Die Zulassung von Herceptin für HER2-positiven Magenkrebs ist ein wichtiger Fortschritt für die Behandlung dieser Patienten. Die behandelnden Ärzte sollten nun dafür sorgen, dass Patienten mit metastasiertem Magenkrebs genau auf eine HER2-Expression getestet werden.“

Magenkrebs ist weltweit die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache und die vierthäufigste Krebsart. Jedes Jahr werden über eine Million neue Fälle von Magenkrebs diagnostiziert.2 Fortgeschrittener Magenkrebs ist mit einer schlechten Prognose verbunden; mit den bislang zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten liegt die Überlebenszeit nach Diagnosestellung durchschnittlich bei etwa 10-11 Monaten.3 Rund 15 - 18% aller Magentumoren sind stark HER2 exprimierend.4,5 Die frühzeitige Diagnose der Krankheit ist schwierig, weil die meisten Patienten im Frühstadium nicht an Symptomen leiden.

Über ToGA

Die ToGA-Studie ist die erste randomisierte klinische Prüfung der Phase III, in welcher die Anwendung von Herceptin bei Patienten mit inoperablem lokal fortgeschrittenem, rezidivierendem und/oder metastasierendem HER2-positivem Magenkrebs untersucht wird. Rund 3800 Patienten wurden auf den HER2-Status hin untersucht, und 594 Patienten mit einem HER2-positiven Tumor wurden in die Studie aufgenommen. Den Anstoss zur Durchführung dieser Studie gab die Tatsache, dass Herceptin bei der Behandlung von HER2-positivem Brustkrebs eine bislang unerreichte Wirksamkeit zeigte. Ausserdem wurde auch bei Magenkrebs eine Überexpression von HER2 beobachtet. Gezielt wirkende Krebsmedikamente blockieren das Wachstum und die Ausbreitung von Krebs, indem sie an bestimmten Molekülen angreifen, die am Tumorwachstum beteiligt sind.

In der ToGA-Studie wurden die Patienten randomisiert einer der folgenden Behandlungen als Erstlinientherapie zugeteilt:

  • Ein Fluoropyrimidin (Xeloda oder 5-FU i.v.) plus Cisplatin alle 3 Wochen während 6 Behandlungszyklen. Die meisten Patienten erhielten als Chemotherapie Xeloda plus Cisplatin.
  • Herceptin 6 mg/kg Körpergewicht alle 3 Wochen (bis zum Fortschreiten der Krankheit) in Kombination mit einem Fluoropyrimidin und Cisplatin während 6 Behandlungszyklen.

Das primäre Ziel der Studie bestand darin, die Überlegenheit der Kombinationstherapie mit Herceptin in Bezug auf die Gesamtüberlebenszeit gegenüber einer alleinigen Chemotherapie aufzuzeigen. Die vorab geplante Zwischenauswertung wurde nach Auftreten von 347 Ereignissen durchgeführt. Als sekundäre Endpunkte wurden in der Studie unter anderem das progressionsfreie Überleben, die Gesamtremissionsrate, die Remissionsdauer, die Sicherheit und die Lebensqualität untersucht. In der ToGA-Studie wurden keine neuen oder unerwarteten Nebenwirkungen beobachtet. Für das Gesamtüberleben ergab sich eine Hazard-Ratio von 0,74 (KI: 0,60; 0,91) mit einem hochsignifikanten p-Wert von 0,0046. Herceptin verlängerte die Gesamtüberlebenszeit im Median um 2,7 Monate auf 13,8 Monate (Intent-to-treat-Patientengruppe, definiert als IHC3+- oder FISH-positiv; 22 % der Patienten, die in der ToGA-Studie auf HER2 getestet wurden). Die Remissionsrate erhöhte sich unter Herceptin von 34,5 auf 47,3 %. Bei Patienten mit stark HER2 exprimierenden Tumoren (IHC3+- oder IHC2+/FISH-positiv; 16 % der Patienten, die in der ToGA-Studie auf HER2 getestet wurden) war der Nutzen der zusätzlichen Gabe von Herceptin sogar noch grösser. Bei diesen Patienten betrug das Gesamtüberleben durchschnittlich 16 Monate verglichen mit 11,8 Monaten bei Patienten, die nur eine Chemotherapie erhielten. Die EU-Fachinformation empfiehlt die Anwendung von Herceptin für Patienten mit stark HER2 exprimierenden Tumoren.

Über Herceptin

Herceptin ist ein humanisierter Antikörper, der gezielt die Funktion von HER2 hemmt. HER2 ist ein Protein, das von einem spezifischen Gen mit krebserzeugendem Potenzial gebildet wird. Der Wirkmechanismus von Herceptin ist einzigartig und beruht auf der Aktivierung des körpereigenen Immunsystems sowie auf der HER2-Unterdrückung zur gezielten Zerstörung von Krebszellen. Herceptin hat sowohl bei HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium als auch bei fortgeschrittenem (metastasierendem) HER2-positivem Brustkrebs eine zuvor unerreichte Wirksamkeit bewiesen. Nicht nur als Monotherapie, sondern auch in Kombination mit oder nach einer Standardchemotherapie konnten bei Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs dank Herceptin die Ansprech- bzw. Remissionsraten, das krankheitsfreie Überleben sowie die Gesamtüberlebenszeit bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Lebensqualität verbessert werden.

Herceptin wird in den USA von Genentech, in Japan von Chugai und in den übrigen Ländern von Roche vertrieben. Seit 1998 haben weltweit mehr als 740’000 Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs eine Therapie mit Herceptin erhalten.

Über Xeloda

Xeloda (Capecitabin) ist ein hochwirksames, oral verabreichtes, gezielt wirkendes Zytostatikum (Krebsmittel), das Patienten sowohl bei alleiniger Gabe als auch bei kombinierter Anwendung mit anderen Krebsmedikamenten einen Überlebensvorteil bietet. Direkt im Inneren der Krebszellen wird Xeloda in den aktiv krebszellenabtötenden Wirkstoff 5-FU (5-Fluorouracil) umgewandelt. Die Xeloda Tabletten können von den Patienten bequem zuhause eingenommen werden. Dadurch verringert sich die Zahl der Besuche in Spital oder Klinik.

Xeloda ist weltweit in über 100 Ländern zugelassen und wird dort von Roche vertrieben. Das Medikament kann auf eine mehr als elfjährige dokumentierte klinische Erfahrung verweisen und wurde bereits bei über 1,8 Millionen Menschen mit verschiedenen Krebserkrankungen als wirksame und flexible Behandlungsmöglichkeit eingesetzt. Derzeit ist Xeloda in den folgenden Indikationen zugelassen:

Metastasierender Dick- und Enddarmkrebs

  • Als Erstlinienbehandlung bei alleiniger Anwendung (USA, EU und Rest der Welt) – 2001
  • In Kombination mit einer beliebigen Chemotherapie in sämtlichen Behandlungslinien mit oder ohne Avastin (EU/Rest der Welt) – 2008
  • In Kombination mit Oxaliplatin zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem oder therapieresistentem Dick- und Enddarmkrebs, die für eine kurative Operation nicht in Frage kommen (Japan) – 2009

Adjuvante Behandlung von Dickdarmkrebs

  • Alleinige Anwendung (USA und EU) – 2005
  • Alleinige Anwendung (Japan) – 2007

Fortgeschrittener Magenkrebs

  • Als Erstlinienbehandlung (Südkorea) – 2002
  • In Kombination mit einer Chemotherapie auf Platinbasis zur Erstlinienbehandlung (EU und Rest der Welt) – 2007

Metastasierender Brustkrebs

  • Als Erstlinienbehandlung bei alleiniger Anwendung bei Patientinnen mit Tumoren, die auf Taxane und Anthracycline nicht ansprechen – (USA) 1998 und (EU) 2002
  • In Kombination mit Docetaxel bei Patientinnen, deren Erkrankung nach intravenöser Chemotherapie mit Anthracyclinen fortgeschritten ist – (USA) 2001 und (EU) 2002
  • Bei Patientinnen mit inoperablem oder wiederkehrendem Brustkrebs – (Japan) 2003

Roche Personalisierte Medizin: Massgeschneiderte Medikamente

Menschen reagieren individuell unterschiedlich auf Medikamente. Das Ziel der Roche Personalisierten Medizin ist, Medikamente zielgerichtet bei den Patienten einzusetzen, denen sie am besten helfen. Dies bedeutet, dass Medikamente ganz gezielt auf bestimmte Gruppen von Patienten mit ähnlichen Merkmalen in ihrer genetischen Ausstattung oder in den molekularen Mechanismen ihrer Krankheit zugeschnitten werden. Dieser Ansatz birgt enorme Möglichkeiten, um medizinische Behandlungen besser, sicherer und effektiver zu machen. Davon profitieren nicht nur Patienten, sondern auch Ärzte, Kostenträger und die Gesellschaft als Ganzes.

Die Behandlung mit Herceptin bei Brustkrebs ist ein typisches Beispiel: Durch die Bestimmung der Menge des Proteins HER2 in Brustkrebszellen mit speziellen Tests wie dem von Roche Tissue Diagnostics (Ventana) können zuverlässig die Patienten identifiziert werden, die wahrscheinlich auf Herceptin, ein spezifisch gegen das Protein HER2 gerichtetes Medikament, ansprechen. Roche wendet diesen individualisierten Ansatz auch auf die Diagnose und Behandlung von HER2-positivem, metastasiertem Magenkrebs mit Herceptin an.

Über Roche

Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ein führendes, forschungsorientiertes Unternehmen, ist spezialisiert auf die beiden Geschäfte Pharma und Diagnostics. Als weltweit grösstes Biotech-Unternehmen entwickelt Roche klinisch differenzierte Medikamente für die Onkologie, Virologie, Entzündungs- und Stoffwechselkrankheiten und Erkrankungen des Zentralnervensystems. Roche, ein Pionier im Diabetesmanagement, ist auch der weltweit bedeutendste Anbieter von In-vitro-Diagnostik und gewebebasierten Krebstests. Medikamente und Diagnostika, welche die Gesundheit, die Lebensqualität und die Überlebenschancen von Patienten entscheidend verbessern, sind das strategische Ziel der personalisierten Medizin von Roche. 2008 beschäftigte Roche weltweit über 80’000 Mitarbeitende und investierte fast 9 Milliarden Franken in die Forschung und Entwicklung. Der Konzern erzielte einen Umsatz von 45,6 Milliarden Franken. Genentech, USA, gehört vollständig zur Roche-Gruppe. An Chugai Pharmaceutical, Japan, hält Roche die Mehrheitsbeteiligung. Für weitere Informationen: www.roche.com.

Alle in dieser Mitteilung verwendeten oder erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.

Literatur
1) Van Cutsem et al. Abstract #7BA ECCO/ESMO 2009
2) American Cancer Society. Global Cancer Facts & Figures 2007
3) Ohtsu A. J Gastroenterol 2008;43:256-264
4) Hofmann M, Stoss O, Shi D, Buttner R, van d, V, Kim W et al. Assessment of a HER2 scoring system for gastric cancer: results from a validation study. Histopathology 2008; 52(7):797-805.
5) Park DI, Yun JW, Park JH, Oh SJ, Kim HJ, Cho YK et al. HER-2/neu amplification is an independent prognostic factor in gastric cancer. Dig Dis Sci 2006; 51(8):1371-1379.