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Glossary

Angefangen bei A wie "Abmagerung" bis hin zu Z wie "Zytostatika" bieten wir Ihnen kurze Erklärungen für Fachbegriffe aus Medizin und Wissenschaft – in klaren und einfachen Worten.




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Grippe
Definition

auch Virusgrippe oder Influenza genannt

Die Grippe ist eine akute, endemisch, epidemisch oder pandemisch auftretende Infektion der Atemwege. (Vgl. Endemie, Epidemie, Pandemie).

Ursachen

Erreger
Die Grippe wird durch das so genannte Influenza-Virus hervorgerufen.Es gibt Influenza- oder Grippe-Viren der Typen A, B und C. Das Influenza-Virus des Typs A ist für die grossen Grippewellen verantwortlich, da es über eine hohe Veränderlichkeit verfügt (s. Antigendrift, Antigenshift). Die Viren werden durch Tröpfcheninfektion, d. h. durch Niesen, Husten, aber auch durch Sprechen und direkten Kontakt übertragen. Nach einer Infektion zerstören sie die oberste Schleimhautschicht von der Nase bis zu den Bronchien. Dadurch können bakterielle Folgeinfektionen vor allem mit Haemophilus influenzae, Staphylokokken und Streptokokken entstehen. Vgl. Viren.

Symptome

Eine Grippe beginnt plötzlich mit hohem Fieber, Frösteln, Rachenbeschwerden, Kopf-, Glieder-, Muskel- und Kreuzschmerzen. Hinzu kommen Heiserkeit und trockener Husten, evtl. Erbrechen und Leibschmerzen. Jedes Organ oder Organsystem kann toxisch geschädigt werden, was zum Auftreten unterschiedlicher Symptome führen kann: zu niedriger Blutdruck, verlangsamter Herzschlag, Leberschwellung, Nasenbluten, Bluthusten und Grippeexanthem. Bei unkompliziertem Verlauf bilden sich die Erscheinungen nach 4-8 Tagen zurück. Die völlige Genesung kann deutlich länger dauern.

Komplikationen
Vor allem bei älteren Menschen und durch bakterielle Folgeinfektionen (Sekundärinfektionen) kann es zu Komplikationen kommen. 1. Zu diesen gehören akute Bronchitis und Lungenentzündung, die in 80-100 % der Grippetodesfälle als Ursache gelten. Sekundärinfektion mit Staphylokokken führt unter Umständen zu Eiteransammlungen im Bereich des Brustfells. 2. Nasennebenhöhlen- und Mittelohrentzündung. 3. Kreislaufinsuffizienz durch infektiös-toxische Herzmuskelentzündung oder Schädigung der kleinsten Blutgefässe (Kapillaren). 4. Beteiligung des Nervensystems (Nervenentzündung, Hirnhautentzündung).

Diagnose

Die Diagnose erfolgt anhand der Symptomatik. Labordiagnostisch hinzugezogen werden Blutbild, Virusnachweis in Rachensekret und Stuhl, sowie Antikörpernachweis. Abzugrenzen sind andere Virusinfektionen, vor allem durch Adeno- oder Coxsackie-Viren, ausserdem Ornithose (eine durch Vögel übertragene bakterielle Infektionskrankheit), Sepsis, Typhus abdominalis, Miliartuberkulose.

Therapie

Zunächst werden die Symptome mit Fieber senkenden und entzündungshemmenden Mitteln bekämpft. Bei gefährlichem Verlauf erfolgt eine Behandlung mit Serum, das Antikörper enthält und mit Virostatika. Bei bakteriellen Folgeinfektionen werden Antibiotika eingesetzt. Die Prognose ist bei unkompliziertem Verlauf günstig.

Prävention

Zur vorbeugenden Massnahme gegen eine Grippe kann eine Grippeschutzimpfung durchgeführt werden. Besonders wichtig sind Grippeschutzimpfungen für Personen über 60 Jahre oder mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens, darüber hinaus auch für Personen mit erhöhter beruflicher Gefährdung, z. B. Personal in medizinischen Einrichtungen bzw. mit hohem Publikumsverkehr. Zu einer Impfung mit einem Impfstoff mit aktueller von der WHO empfohlener Antigenkombination wird geraten. Sie sollte möglichst im Herbst vor Beginn der Influenzasaison durchgeführt werden, wobei der Impfstoff vorzugsweise am Oberarm injiziert wird. Die Wiederimpfung sollte jährlich stattfinden, da der Impfschutz für maximal ein Jahr besteht. Während einer Pandemie durch Erregerwechsel (vgl. Antigenshift) der Influenza-Viren ist eine Impfung mit breiter Anwendung erforderlich. Sie kann erheblichen Wert für die Gesundheit der Bevölkerung haben. Die Anwendung der Schutzimpfung ist abhängig von der epidemischen Situation.

Lexikon-Einträge: Roche und Walter de Gruyter, Berlin