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Medizinischer Nutzen, Preise & Patente

Die Lebensqualität von Patienten verbessern

Unsere Strategie ist, innovative Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die auf ungedeckte medizinische Bedürfnisse abzielen und der Gesellschaft einen echten Mehrwert bringen. Medikamente und Tests von Roche zeichnen sich in erster Linie durch ihre Wirksamkeit aus, die sowohl den Patienten als auch den Gesundheitssystemen zugutekommt. Unsere marktführenden Divisionen Pharma und Diagnostics verfolgen ein gemeinsames Ziel: Unsere Produkte und Dienstleistungen sollen eine nachhaltige Wertschöpfung erzielen, Leben retten oder mindestens zu einer deutlich besseren Lebensqualität beitragen, indem wir helfen, die Krankheit nachzuweisen, korrekt zu diagnostizieren und entsprechend zu behandeln.

Krebs ist in Europa nach den Herzkrankheiten die zweithäufigste Todesursache. Die Mittel, die zur Finanzierung von Krebstherapien eingesetzt werden, sind aber unverhältnismässig gering. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Ausgaben für Krebstherapien in den verschiedenen Ländern stark variieren, wobei Medikamente lediglich etwa 10% der gesamthaften Ausgaben für eine Behandlung ausmachen. Da die Häufigkeit von Krebskrankheiten und die Belastung der Gesundheitsbudgets steigen, liegt es zunehmend in unserer Verantwortung, nicht nur den medizinischen sondern auch den wirtschaftlichen Nutzen unserer Produkte nachzuweisen.

Das heisst, dass nicht nur der Preis eines Produkts zu berücksichtigen ist, sondern auch sein medizinischer Nutzen für den Patienten sowie die Kosteneinsparungen, welche Gesundheitsanbieter dank wirksamen Therapieprogrammen erzielen können. Roche ist in der Entwicklung von Krebstherapien weltweit führend und unsere innovativen Medikamente Avastin, Herceptin, MabThera, Tarceva und Xeloda haben die Krebsbehandlung revolutioniert. Diese Medikamente können das Fortschreiten des Krebses verlangsamen, zu einer deutlich verbesserten Lebensqualität führen und sogar Leben retten, wenn sie im Frühstadium der Krankheit eingesetzt werden. Auch der Einsatz von Diagnostika kann die Effizienz im Gesundheitswesen drastisch erhöhen – durch Prävention, frühzeitige Diagnose, Behandlung und Therapieüberwachung. Doch lediglich 1% der gesamthaften Gesundheitskosten fallen derzeit auf diagnostische Tests.

Es findet jedoch ein Umdenken statt. Regierungen und Versicherer sind immer mehr bereit, die Kosten für unsere Präparate zu übernehmen, wenn ihnen der nachweisliche Nutzen sowohl für die Patienten als auch für die Gesundheitssysteme verdeutlicht wird. Beispiel:

  • Aufgrund beachtlicher Ergebnisse bei der Therapie von Brustkrebs im Frühstadium ergriffen verschiedene Länder ausserordentliche Massnahmen, um die frühzeitige Behandlung mit Herceptin zu ermöglichen, noch bevor das Produkt zugelassen wurde.
  • Die Kostenerstattung für Avastin zur Behandlung von fortgeschrittenem Dickdarmkrebs fiel in vielen Ländern aufgrund der überzeugenden Verbesserung der Gesamtüberlebenszeit rekordmässig aus.
  • Das oral verabreichbare Präparat Xeloda kann zuhause eingenommen werden und senkt so die Gesamtkosten einer Therapie und lässt die Betten für andere Patienten frei. Dies führt wiederum zu Kosteneinsparungen in anderen Bereichen des Gesundheitsbudgets.

Der Zugang zu einer Therapie hängt in den verschiedenen Ländern auch davon ab, wie lange es dauert, bis ein neues Medikament zugelassen wird. Wir arbeiten mit all jenen zusammen, die am Gesundheitssystem beteiligt sind, damit der Wert von neuen innovativen Medikamenten anerkannt und die Gleichheit beim Zugang sichergestellt wird.

Patente und Preise: Verbesserter Zugang ohne Abstriche bei der Innovation

Wir haben eine Patent- und Preispolitik ausgearbeitet, die den Zugang zu allen unseren Produkten und insbesondere HIV-Medikamenten in den ärmeren Ländern deutlich verbessert hat. In diesen Ländern leben rund 87% aller von HIV und Aids betroffenen Menschen. Mit dieser Patent- und Preispolitik soll ein nachhaltiges Gleichgewicht hergestellt werden zwischen:

  • dem Angebot unserer HIV-Medikamente zum tiefstmöglichen Preis in armen Ländern in grosser Not und
  • den Investitionen in die Forschung und Entwicklung von neuen Therapien für Krankheiten, die immer noch als unheilbar gelten, z.B. Alzheimerkrankheit, Diabetes, viele Krebsformen sowie HIV/Aids.

Die Patentpolitik von Roche

Durch Patente sollen alle Branchen zu Innovation und Fortschritt ermutigt werden. Die Erforschung und Entwicklung innovativer Gesundheitslösungen ist für unser Geschäft von zentraler Bedeutung. Die klinische Forschung ist ein kostspieliges und langwieriges Unterfangen, pro Medikament verschlingt sie rund 1 Milliarde Franken mit einer durchschnittlichen Entwicklungszeit von 12 bis 15 Jahren. Angesichts dieser grossen Investitionen und der Tatsache, dass es nur eine von 1000 Substanzen bis ins letzte Prüfstadium schafft, ist die Entwicklung neuer Medikamente ein hoch riskantes Geschäft.

Pharmaunternehmen lassen deshalb ihre neuen Medikamente patentieren, um ihr geistiges Eigentum zu schützen. Als einziger Hersteller eines Medikaments während einer bestimmten Zeit kann ein Unternehmen aus den Verkäufen einen Gewinn erzielen und einen Anteil der beträchtlichen Entwicklungskosten wieder einspielen. Patente werden aber normalerweise in der frühen Entwicklung einer Substanz, also bereits viele Jahre bevor das Präparat dem Patienten zur Verfügung steht, angemeldet. So beschränkt sich die Patentdauer ab Zulassung eines Medikaments, in der die Entwicklungskosten eingefahren werden können, auf zirka 8 bis 12 Jahre.

Nach Ablauf des Patents ist das geistige Eigentum im Zusammenhang mit dem Medikament öffentlich zugänglich und das Medikament kann von jedem Unternehmen beliebig produziert werden. Dies ist ein weiterer Weg, wie innovative Healthcare-Unternehmen der Gesellschaft etwas zurückgeben können.

Weitere Informationen über Patente und die „Roche Global Patent Function“ (PDF).

Die Patentpolitik von Roche in den am wenigsten entwickelten Ländern sowie in afrikanischen Staaten südlich der Sahara

Roche ist sich bewusst, dass Patente in den ärmsten Ländern eine von vielen Barrieren zur medizinischen Grundversorgung der Bevölkerung darstellen können. Wir verzichten deshalb darauf, in den gemäss UNO-Definition am wenigsten entwickelten Ländern Patente für neue Produkte anzumelden – dies gilt für alle Krankheitsbereiche. Auch bestehende Patente werden nicht geltend gemacht. Somit können Generika sämtlicher Medikamente von Roche in diesen Ländern ohne Einholen einer Lizenz hergestellt und vertrieben werden.

Nicht alle afrikanischen Staaten südlich der Sahara – der am stärksten von HIV/Aids betroffene Region – werden von der UNO als am wenigsten entwickelte Länder eingestuft. Roche verzichtet deshalb in allen afrikanischen Staaten südlich der Sahara darauf, Patente für neue antiretrovirale Medikamente anzumelden oder bestehende Patente durchzusetzen. Durch unsere Technologie-Transfer-Initiative unterstützen wir ausserdem Produzenten in diesen Ländern bei der Herstellung von Generikaversionen unserer HIV-Medikamente.

Kampf den Fälschungen

Fälschungen von Medikamenten und Diagnostika sind oft nicht von Originalversionen zu unterscheiden und es ist schwierig, diese Fälschungen als solche zu erkennen, insbesondere für Patienten. Fälschungen verletzen nicht nur die Rechte an geistigem Eigentum – wie Patentrecht, Markenschutz, Urheberrecht, Datenschutz –, sondern stellen auch eine ernste Gefahr für die Gesundheit dar. Sie können zu schwer wiegenden Krankheiten oder zum Tod führen, wenn sie schädliche Bestandteile enthalten oder wenn dem Patienten dadurch eine angemessene Behandlung vorenthalten wird.

Der Handel mit Fälschungen von Medikamenten und Diagnostika ist weit verbreitet und betrifft sowohl Entwicklungs- als auch Industrieländer.

1999 veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation Richtlinien über die Prävention und Kontrolle von Medikamentenfälschungen. Die Verantwortung dafür tragen in erster Linie nationale Behörden und internationale Organisationen. Roche kooperiert sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene mit Behörden, Polizei und Zoll. Unser internes Positionspapier zu diesem Thema zeigt auf, wie wir uns vor Fälschungen schützen. Weitere Informationen erhalten Sie in unserem Global Statement on Counterfeiting.

Die Preispolitik von Roche

Die Preispolitik von Roche zielt darauf ab, den nachhaltigen Zugang zu Medikamenten rund um den Globus zu unterstützen.

Die Kosten für Medikamente und Diagnostika sind nur eine der vielen Hürden für den Zugang zu einer Behandlung in den ärmsten Ländern dieser Welt. Pharmaunternehmen werden oft wegen ihrer im Vergleich zu Generika hohen Preise kritisiert. Forschungsorientierte Healthcare-Unternehmen wie Roche müssen jedoch die Kosten für die Forschung und Entwicklung ihrer Produkte wieder einfahren, darunter fallen auch die Kosten für erfolglose Forschungsprojekte. Werden diese Kosten nicht durch unsere Preise wieder eingespielt, können wir die Forschung neuer Medikamente nicht finanzieren und unseren Kampf gegen Krankheiten nicht fortsetzen. Mit unseren No-Profit-Preisen für zwei wichtige HIV-Medikamente können wir jedoch ähnliche Preise wie Generikaunternehmen anbieten oder diese sogar unterbieten.

Preissenkungen allein können Probleme wie die HIV/Aids-Pandemie nicht lösen. Viele andere Hürden müssen überwunden werden, um den Zugang zu Medikamenten in ärmeren Ländern zu verbessern, z.B. das Fehlen eines funktionierenden Gesundheitssystems und der Mangel an medizinischen Fachkräften. Roche hat deshalb eine Reihe verschiedener Programme ausgearbeitet, die auf die Errichtung einer Grundinfrastruktur sowie die Förderung von Bildung und medizinischer Schulung abzielen.

Preispolitik für HIV- und Aidstherapien

Unsere Proteasehemmer Invirase (Saquinavir) und Viracept (Nelfinavir) werden in den gemäss UNO-Definition am wenigsten entwickelten Ländern und in afrikanischen Staaten südlich der Sahara zu Preisen ohne Gewinn angeboten. Dies betrifft 63 Länder, in denen 64% aller HIV-infizierten und aidskranken Menschen leben. Es handelt sich dabei um die tiefsten Preise, mit denen ein langfristiger Verkauf der Medikamente zu realisieren ist. Sie widerspiegeln weder die Kosten für Forschung, Entwicklung, Marketing und Vertrieb noch firmeninterne Fixkosten.

Die Preisreduktionen für diese Medikamente gelten auch für Länder, die von der Weltbank als Länder mit geringem oder niedrigem mittlerem Einkommen eingestuft wurden. In diesen Ländern sind die HIV-Infektion und Aids ein zunehmendes Problem. Insgesamt leben 87% aller von HIV/Aids betroffenen Menschen in Ländern, die HIV-Medikamente von Roche zum reduzierten Preis erwerben können. Die No-Profit-Preise für HIV-Medikamente werden von uns jährlich überprüft und wenn nötig angepasst.