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Genetik und Bioethik

Genetik: Ein Schlüssel zu Innovationen

Die genetische Forschung befasst sich mit Variationen in der DNA-Sequenz von Genen und der Frage, wie sich diese auf bestimmte Merkmale auswirken können. Genetische Variationen sind normalerweise erblich, können jedoch auch spontan auftreten.

Dies ist möglicherweise von wesentlicher Bedeutung für die Medizin, weil das Risiko und die Schwere zahlreicher Krankheiten davon beeinflusst wird, ob eine betroffene Person Träger einer bestimmten Genvariante ist. Das Aufspüren der mit einer bestimmten Krankheit verbundenen Genvarianten kann dazu beitragen, herauszufinden, ob ein erhöhtes Risiko besteht, und Aufschluss darüber geben, wie gut die Betroffenen auf eine Behandlung ansprechen – sowohl was die Genesung als auch die Nebenwirkungen betrifft. Daher ist die genetische Forschung unverzichtbar, um den Menschen gezieltere, personalisierte, sichere und wirksame Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen.

Genvarianten sind in gewisser Weise Biomarker – messbare Merkmale, die Aufschluss über die Gesundheit des Einzelnen oder sein wahrscheinliches Ansprechen auf eine Behandlung geben können. Viele Biomarker, wie etwa der Blutzucker oder der Cholesterinspiegel, sind allgemein bekannt. Andere wiederum, die durch jüngste Fortschritte in der biologischen Grundlagenforschung entdeckt wurden, werden derzeit noch genauer erforscht, sind jedoch sehr vielversprechend. Roche erforscht die Anwendung neuer Biomarker, um Krankheiten besser zu verstehen und gezieltere, wirksamere und unbedenklichere Medikamente zu entwickeln. Dabei nutzen wir eine Palette hochmoderner Technologien wie z.B.:

  • Genetik – die Erforschung erblicher oder spontaner Variationen in der DNA-Sequenz von Genen;
  • Genomik – die Erforschung sämtlicher Gene in einer Zelle, einem Gewebe oder Organismus und ihrer Aktivität unter bestimmten Bedingungen;
  • Proteomik – die Erforschung sämtlicher Proteine in einer Zelle, einem Gewebe oder Organismus und ihrer Funktionen;
  • Metabonomik – die Erforschung kleiner organischer Moleküle, wie z.B. Hormone, die ein Organismus unter verschiedenen Bedingungen erzeugt.

Wie wir sehen, stützt sich die genetische Forschung auf Erkenntnisse aus verschiedenen Forschungsgebieten, die koordiniert werden müssen. Zu diesem Zweck gründeten wir Roche Genetics, eine Matrixorganisation, die unsere Aktivitäten auf den Gebieten Genetik, Genomik und Proteomik so aufeinander abstimmt, dass sie einen wirksamen Beitrag zur Erreichung der Forschungs-, Entwicklungs- und Geschäftsziele von Roche leisten. Diese Kerngruppe aus Fachwissenschaftlern und Experten widmet sich speziell den neuen Technologien und aktualisiert unsere internen Vorschriften und Richtlinien entsprechend.

Roche Genetics soll auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in diesen und angrenzenden Fachgebieten arbeiten, ein tiefgreifendes Verständnis für die Fragestellungen und Entwicklungen in der Genetik vermitteln und zeigen, wie sich diese auf Wissenschaft, Politik, die öffentliche Meinung und das regulatorische und gesetzliche Umfeld auswirken. Konkret bedeutet dies fachliche Unterstützung bei folgenden Aufgaben:

  • Auswertung genetischer und anderer Biomarker-Studien für Roche-Forscher auf der ganzen Welt;
  • Umsetzung von Biomarker-Konzepten, auch aus dem Bereich der Genetik, in klinische Studien für Roche-Wissenschaftler;
  • Registrierung und Zulassung neuer diagnostischer und therapeutischer Produkte.

Bioethik: Unsere Verpflichtung zu hohen ethische Maßstäben in der genetischen Forschung

Charter on genetics

Ende der 1990er Jahre formulierte Roche mit Hilfe international renommierter Fachleute die Roche Charter on Genetics, die dazu beitragen soll, dass wir auf dem Gebiet der genetischen Forschung höchsten wissenschaftlichen Ansprüchen aber auch unserer sozialen Verantwortung gerecht werden. Sie bekräftigt unser Bekenntnis zur Einhaltung strengster Massstäbe und geht weit über die geltenden nationalen und internationalen Vorschriften hinaus.

Diese Charter umfasst die folgenden Grundsätze und Werte, die auf Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beruhen:

  • Verpflichtung zu wissenschaftlicher Strenge und Kompetenz
  • Recht auf Selbstbestimmung der Menschen
  • Einhaltung nationaler und internationaler Richtlinien
  • Verhinderung des Missbrauchs genetischer Daten
  • Verzicht auf die Erzeugung genetisch identischer Menschen (menschliches Klonen)
  • Rechtzeitige Veröffentlichung von Forschungsergebnissen
  • Verantwortungsvoller Umgang mit genetischen Informationen aus Forschungsstudien
  • Orientierung und Beratung durch ein unabhängiges Gremium

Science and Ethics Advisory Group

Im Jahr 1999 gründeten wir ein unabhängiges Expertengremium, das uns auf dem Gebiet der genetischen Forschung und ihrer Anwendungen in der Medizin berät. Diese Science and Ethics Advisory Group (SEAG) aus international namhaften Experten in Genetik, Bioethik, Recht und Soziologie, der aber auch Laien angehören, steht Roche in allen Fragen der genetischen Forschung zur Seite und überprüft regelmässig die Ziele und Leitmotive von Roche Genetics. Ausserdem versteht sich die SEAG als ein Forum zur Förderung des Dialogs und der Diskussion über ethische Fragen, die sich aus der genetischen Forschung und der Langzeitarchivierung von biologischen Proben und Daten für künftige, noch nicht genau vorhersehbare Forschungszwecke ergeben.

Darüber hinaus fördern wir den öffentlichen Dialog über genetische Themen und nehmen aktiv daran teil. Die Menschen haben das Recht auf Informationen über neue Entdeckungen und Forschungsergebnisse, und Roche hat es sich zur Aufgabe gemacht, sämtliche Forschungsergebnisse, die für die breite Allgemeinheit von Bedeutung sind, rechtzeitig zu veröffentlichen.

Bio-Prospecting

Der Begriff Bio-Prospecting bedeutet das Sammeln und Analysieren von in der Natur vorkommenden Stoffen, die neue Arzneimittel versprechen.

In der Volksmedizin werden seit Jahrhunderten Heilmittel aus der Natur eingesetzt. Roche ist sich bewusst, dass jedes Volk das Recht auf den Zugang zu diesen natürlichen Ressourcen hat und dass das überlieferte Wissen um solche Heilmittel geachtet werden sollte. Bei deren Nutzung ist es wichtig, natürliche Ressourcen zu erhalten und die biologische Vielfalt um sie herum nicht zu zerstören.

Roche unterhält und plant zurzeit keinerlei derartige Aktivitäten. Sollte sich dies in Zukunft ändern, werden wir uns an die UN-Konvention zur Artenvielfalt von 1992 halten. Diese Konvention fordert die Erhaltung der biologischen Vielfalt und regelt den gerechten Zugang zu den Ressourcen der Natur.

Näheres zum Standpunkt von Roche zu diesem Thema finden Sie in unserem Global Statement on Biodiversity.