Glossary
Angefangen bei A wie "Abmagerung"
bis hin zu Z wie "Zytostatika" bieten wir Ihnen kurze Erklärungen für Fachbegriffe aus Medizin
und Wissenschaft
– in klaren und einfachen Worten.
Magenbypass
Nur noch selten genutzte operative Methode zur Verringerung des Gewichts bei extremem Übergewicht nach Versagen aller anderen Methoden. Es erfolgt eine Verkleinerung des Magenreservoirs auf ein Fünftel mittels Querdurchtrennung und anschliessender Wiederherstellung der Magen-Darm-Passage.
Magenkarzinom
Bösartiger Tumor des Magens, der von den Schleimhautzellen des Magens ausgeht. Er tritt vor allem zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr auf und betrifft Männer leicht häufiger als Frauen (Verhältnis 1,5:1).
Ursachen: ungeklärt, mögliche begünstigende Faktoren:
1. Umwelt- und Ernährungsfaktoren (Nitrosamine, Benzpyren, Vitamin A- und Ascorbinsäuremangel);
2. genetische Faktoren;
3. Gastritis (Magenschleimhautentzündung) mit Helicobacter pylori-Infektion;
4. Magenteilresektion;
5. Mènètrier-Syndrom;
6. bestimmte Magenpolypen.
Ausbreitung:
1. Das Karzinom kann sich in der Nachbarschaft ausbreiten (Aufhängebänder, Nachbarorgane wie Speiseröhre, Leber, Milz, Bauchspeicheldrüse, Dickdarm, Zwerchfell);
2. Ausbreitung in die Bauchhöhle und die Eierstöcke;
3. über die Lymphgefässe in die benachbarten Lymphknoten;
4. über die Blutgefässe in Leber, Lunge, Skelett und Gehirn.
Symptome: unspezifische Symptome wie ein so genannter empfindlicher Magen, Appetitmangel, Unverträglichkeit für bestimmte Speisen, Übelkeit, Erbrechen, Druck- und Völlegefühl, Schluckstörungen, Blutungen.
Diagnose: Magenspiegelung mit Entnahme einer Gewebeprobe, Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittelgabe, Ultraschalluntersuchung (auch über die Speiseröhre), Computertomographie (CT), Röntgenuntersuchung der Lunge (Frage nach Lungenmetastasen), eventuell Operation, um den Tumor zu beurteilen.
Therapie: Das Magenkarzinom wird operativ durch eine Teilentfernung des Magens (Magenteilresektion) behandelt, evtl. mit Entfernung eines Teils des Bauchfells und den umgebenden Lymphknoten. Auch wenn eine Heilung nicht möglich ist, kann eine Operation die Symptome lindern (palliative Operation). Evtl. Chemotherapie oder Strahlentherapie nach der Operation.
Prognose: nach einer Operation leben nach 5 Jahren noch zwischen 20 und 30% der Patienten.
Magenplastik
auch Gastroplastik genannt
Operatives Verfahren, das nur bei extremem Übergewicht und erst nach Ausschöpfung konventioneller Methoden zur Gewichtsabnahme Anwendung findet. Die mechanische Verkleinerung des Magenreservoirs bewirkt ein rasches Sättigungs- oder Völlegefühl.
Methoden
1. Vertikal bandagierte Magenplastik durch vertikale Nahtreihen; ein Kunststoffband oder -ring verhindert die Erweiterung des neu geschaffenen Magenausgangs. 2. Gastric banding: Platzierung eines dehnbaren Silikonbands durch Bauchspiegelung. Das kurz unterhalb des Mageneingangs um den Magen geschlungene und verschlossene Band wird durch einen unter der Haut gelegenen Port hinsichtlich seiner Dehnung und damit der Magenpassage gesteuert.
Prognose
Gewichtsabnahme von 30-70 kg bei diätetischer Beratung und psychotherapeutischer Betreuung möglich.
Magensarkom
Bösartiger Tumor, der vom Bindegewebe des Magens ausgeht (vgl. Sarkom. Seltener bösartiger Tumor des Magens (ca. 1% aller Magentumore), häufiger ist das Magenkarzinom. Symptome, Diagnose und Therapie entsprechen dem Magenkarzinom.
Magentumore
1. Gutartige Magentumore: relativ seltene Tumore des Magens, die keine Metastasen absiedelt, nur langsam wachsen und sich nicht in die Nachbarschaft ausdehnen. Meist handelt es sich um Tumore des Fettgewebes (Lipome), Bindegewebes (Fibrome), Nervengewebes (Neurinome), Muskelgewebes (Leiomyome) und Drüsengewebes (Adenome).
2. Bösartige Magentumore: Häufig Magenkarzinom, seltener Magensarkom und Karzinoid.
Magnetresonanz
S. Kernspintomographie.
Magnetresonanztomographie
s. Kernspintomographie
Makroangiopathie
Erkrankung der grossen und grösseren Blutgefässe (Arm- oder Beingefässe, Bauchgefässe, Herzkranzgefässe, hirnversorgende Gefässe), meist Arteriosklerose. Vgl. Mikroangiopathie.
Makrophagen
Makrophagen sind spezialisierte weisse Blutkörperchen, die in der Lage sind, feste Partikel wie Bakterien und andere Mikroorganismen, Zelltrümmer oder auch Fremdkörper aufzunehmen, zu zerstören und abzubauen (vgl. Fresszellen). Die Makrophagen werden im Knochenmark gebildet und wandern dann in verschiedene Gewebe ein, in denen sie sich zu gewebetypischen ortständigen Makrophagen fortentwickeln und wo sie dann eine zentrale Position in der Immunabwehr einnehmen.
makrozytär
Zellen, die größer als normal sind
Malazie
Malacia, Erweichung; z. B. Osteomalazie, Chondromalazie (Erkrankung des Knorpelgewebes).
Maldigestion
Störung der Verdauung.
Ursachen
Die häufigsten Ursachen sind Mangel an Verdauungsenzymen (s. Enzyme), z. B. bei Erkrankung der Bauchspeicheldrüse und an Galle (z. B. durch Behinderung des Galleabflusses), ausserdem Nahrungsmittelallergien (z. B. gegenüber Milchproteinen) und Fehlbildung der Lymphgefässe.
Symptome
Grosse Stuhlmengen und fettige Stühle.
maligne
bösartig; der Gegensatz hierzu ist benigne - gutartig.
Malignom
Eine weitgefasste Bezeichnung für einen bösartigen Tumor.
Maltose
auch Maltobiose, Malzzucker genannt
Disaccharid, das aus zwei Molekülen Glukose aufgebaut ist, die über eine bestimmte chemische Verbindung miteinander verknüpft sind. Maltose ist Zwischenprodukt beim Abbau von Polysacchariden z. B. von Stärke und Glykogen während der Verdauung.
Mamma
Die wissenschaftliche Bezeichnung für die weibliche Brust.
Mammabiopsie
Bei einer Mammabiospie wird versucht, einen verdächtigen Bezirk oder Knoten aus der Mamma möglichst vollständig zu entnehmen, um das Gewebe im Labor zu untersuchen. Auf diese Weise wird die Bösartigkeit eines Knotens, der auf anderen Wegen nicht sicher untersucht werden kann, festgestellt.
Mammakarzinom
Auch Brustkrebs.
Das Mammakarzinom ist der häufigste bösartige Tumor der Frau. Es tritt vor allem zwischen dem 45. und 70.Lebensjahr auf.
Symptome: meist schmerzlose, aber deutlich tastbare Knoten. Frühsymptome sind verdächtige Tastbefunde, die in der Regel bei der Krebsfrüherkennungsuntersuchungen sowie bei regelmässiger Selbstuntersuchung der Brust auffallen. Ausserdem kann es z.B. zu Hautveränderungen kommen (Einziehung der Haut oder Unverschieblichkeit über einer Verhärtung, Grobporigkeit) oder auch zur Einziehung der Brustwarze, Sekretabgabe der Milchdrüsen u.a.
Verlauf: abhängig von Tumorstadium bei der Diagnose (v.a. vom Lymphknotenbefall, vgl. Metastasen) und Bösartigkeit des Tumors (s. Grading).
Diagnose: Tastbefunde, Ultraschalldiagnostik, Röntgenuntersuchung (Mammographie), Kernspintomographie sowie Untersuchung von entnommenem Gewebe (s. Mammabiopsie).
Therapie:
1. Chirurgische Entfernung der betroffenen Bereiche. Dabei ist das Ausmass von der Lokalisation und vom Tumorstadium abhängig; mitunter kann die Abnahme der gesamten Brust notwendig sein. Wird die Brust erhalten (Lumpektomie) ist meist eine zusätzliche Strahlentherapie angeraten.
2. bei bösartigen Tumoren (ab Grading G2-G3) wird der gesamte Körper behandelt, entweder mit Medikamenten - wie a) Zytostatika, b) Hormone, bei solchen Tumoren, die Hormonrezeptoren besitzen -
oder es wird eine Strahlentherapie durchgeführt.
Nachsorge: In den ersten drei Jahren ist eine vierteljährliche Kontrolle (röntgenologische Untersuchung) notwendig, weil in dieser Zeit die meisten Rückfälle und Metastasen auftreten.
Mammatumore
Tumore der (weibl.) Brust (Mamma);
1. gutartige Mammatumore: vorwiegend bei jüngeren Patientinnen auftretend, v. a. Fibroadenom (vom Binde- und Drüsengewbe ausgehend, Neigung zur Entartung) und Milchgangpapillom sowie Adenome.
2. bösartige Mammatumore: insbes. Mammakarzinom, seltener Paget-Krankheit (Adenokarzinom der Milchdrüsenausführungsgänge). Bestimmte Formen der Formen der Mastopathie werden als Präkanzerose angesehen.
Mandeln
Auch Tonsillen.
Die Mandeln sind Teil des lymphatischen Gewebes. Im Rachen und somit an der Eintrittspforte vieler fremder Stoffe gelegen, bilden sie eine ringförmige Abwehr, den lymphatischen Rachenring. Man unterscheidet 1. Gaumenmandel, 2. Rachenmandel, 3. Tubenmandel und 4. Zungenmandel.
Mangelanämie
Anämie infolge Mangelernährung oder gestörter Resorption der für die Blutbildung (Erythropoese u. Hämoglobin-Synthese) notwendigen Faktoren, z.B. Eisen, verschiedene Vitamine (Vitamin A, B12, Folsäure), Proteine, Orotsäure.
Marmorknochenkrankheit
auch Osteopetrosis familiaris, Osteosclerosis congenita diffusa oder Albers-Schönberg-Krankheit genannt
Erbliche Störung der Knochensubstanz abbauenden Osteoklasten. Die Störung der Osteoklastentätigkeit führt bei uneingeschränkter Knochen(neu)bildung zur Einschränkung des natürlichen Knochenabbaus und dadurch zu einer Verdichtung der Knochen (s. Ossifikationsstörungen).
Symptome
Die Symptome sind sehr unterschiedlich. Leichteste Verlaufsformen werden zufällig bei Röntgenuntersuchungen über die Einengung des Markraums, typische Dreischichtung der Wirbelkörper oder Osteosklerose entdeckt. Die Marmorknochenkrankheit führt zu Knochenschmerzen. Spontane Knochenbrüche und Knochenmarkentzündungen kommen gehäuft vor. Eine schwere Verlaufsform tritt bereits im frühen Säuglingsalter auf und führt infolge einer Fehlfunktion des Knochenmarks zu Blutarmut und anderen Erkrankungen des Blutes und zu Leber- und Milzvergrösserung. Ausserdem kann es zu Erblindung durch Einklemmung des Sehnervs, Schwerhörigkeit, Gesichtsnervlähmung, Krämpfen infolge Calciummangels (aufgrund erschwerter Freisetzung von ionisiertem Calcium aus den Knochen) kommen.
Therapie
Knochenmarktransplantation. Vorsicht! Gefahr von Knochenbrüchen bei ärztlichen Eingriffen, z. B. der Kieferknochen bei operativer Zahnentfernung.
Melanom, malignes
Ein Tumor, der an der Haut, seltener an der Schleimhaut vorkommt. Bösartige Melanome gehen von den pigmentbildenden Zellen der Haut, seltener der Schleimhaut, der Aderhaut des Auges und der Hirnhäute aus. Sie entstehen häufig spontan auf vorher völlig normaler Haut oder auf der Basis eines bestehendes Muttermals.
Die Zahl der malignen Melanome steigt in den letzten Jahren deutlich an, vermutet wird, dass eine höhere Sonnenbelastung der Haut (insbesondere bei häufigen Sonnenbränden) dafür verantwortlich ist.
Diagnose: Früherkennung aufgrund folgender Symptome: schnelle Grössenzunahme eines Muttermals, Entstehung einer höckerigen Oberfläche, Zunahme der Pigmentierung, rötlicher entzündlicher Hof um ein Muttermal, Geschwürbildung, Anschwellung der zugehörigen Lymphknoten und subjektive Symptome wie Schmerzen, Juckreiz und Unruhe im Tumor. Die Metastasensuche (s. Metastase) erfolgt mittels Röntgen- und Ultraschalluntersuchung.
Tumoreinteilung: Die Gefährlichkeit des Tumors wird nach Grad der Metastasierung und nach der Tumordicke eingeteilt. Ausserdem wird die Wachstumsgeschwindigkeit bestimmt und inwieweit Gefässe involviert sind.
Therapie: Chirurgisches Herausschneiden des Tumors mit einer deutlichen Sicherheitszone von 1-3 cm und in die Tiefe hinein bis zu den Muskelfasern. Bei Metastasierung ist eine medikamentöse Behandlung Chemotherapie) sowie eine Immuntherapie notwendig, eventuell kann eine Strahlentherapie bei schwerer Erkrankung hilfreich sein.
Prognose: Die Heilungsaussichten variieren je nach Grad der Metastasierung und Tumordicke sowie der Lage. Als ungünstig wird die Prognose bei malignen Melanomen auf der Kopfhaut, auf Schleimhäuten, der Netzhaut, dem Geschlecht (bei Frauen günstiger) und z.B. den Extremitäten eingeschätzt.
Meningeom
Langsam wachsender, gutartiger Tumor, der von den Hirnhäuten und Rückenmarkshäuten ausgeht. Das Meningeom kann auch bösartig entarten. Es tritt meist zwischen dem 35. und 50. Lebensjahr auf. Ca. 25% aller Hirntumore sind Meningeome.
Symptome: Je nach Ort des Auftretens Kopfschmerzen, epileptische Anfälle, Wesensänderung, Vergesslichkeit und andere Symptome.
Diagnose: Röntgenuntersuchungen des Schädels zeigen mögliche Veränderungen des Schädelknochens, Computertomographie, Kernspintomographie, Untersuchung der Blutgefässe des Gehirns (Angiographie).
Therapie: Operation, evtl. Strahlentherapie.
Menopause
Zeitpunkt der letzten spontanen Monatsblutung bei der Frau, die dadurch definiert wird, dass ihr ein Jahr lang keine weitere durch die Eierstockfunktion gesteuerte Gebärmutterblutung folgt. Die Menopause tritt meist zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr auf.
Menopausensyndrom
auch vegetativ-klimakterisches Syndrom genannt
Meist nach der Menopause vorkommende typische Kombination aus Hitzewallungen, Schwindel und Schweissausbrüchen. Daneben zeigen sich auch psychonervöse Störungen wie Reizbarkeit, Lustlosigkeit, Leistungsabfall und Schlafstörungen. Körperliche Störungen wie Rückbildung der Geschlechtsorgane und Brüste, Übergewicht und Osteoporose können sich einstellen. Das Menopausensyndrom kann bereits in dem der Menopause unmittelbar vorausgehenden Zeitraum oder nach operativer Entfernung der Eierstöcke bei jüngeren Frauen eintreten.
Mesenterialarterienverschluss
Verlegung arterieller Blutgefässe des Dünndarmgekröses, die Dünn- und Dickdarm versorgen.
Formen
1. Akuter Mesenterialinfarkt: verursacht durch arterielle Embolie mit Verschluss der oberen bzw. unteren Mesenterialarterie mit Absterben des Gewebes der betroffenen Darmabschnitte.
Symptome: typischer Verlauf in drei Stadien: Anfangsstadium mit plötzlich einsetzenden, ca. sechs Stunden anhaltenden diffusen Leibschmerzen (besonders im Bereich des Nabels) bei häufig fehlender Abwehrspannung der Bauchdecken und fehlendem Druckschmerz; Zwischenzeitraum mit Besserung der Beschwerden (so genannter fauler Friede) von ca. zwölf Stunden; Endstadium mit akut auftretenden Bauchschmerzen, Abwehrspannung der Bauchdecken, Verschlechterung des Allgemeinzustandes (Akutes Abdomen) infolge Bauchfellentzündung, Darmverschluss und Schock bei blutigen Durchfällen.
Diagnose
Gründliche Befragung der betroffenen Person durch den Arzt, erhöhte Konzentration an weissen Blutkörperchen, Sauerkeit des Bluts (metabolische Azidose und Laktatazidose), Röntgenübersichtsaufnahme des Bauchs, Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane, Röntgendarstellung der Darmgefässe mit Kontrastmittel.
Therapie
Möglichst im Anfangsstadium operative Entfernung des Embolus mit anschliessender blutgerinnungshemmender Therapie, evtl. chirurgische Teildarmentfernung.
Chronischer Mesenterialarterienverschluss
Im Rahmen arterieller Verschlusskrankheiten auftretende Durchblutungsstörung der Baucheingeweide mit den Symptomen einer Angina abdominalis. Wegen eines meist gut ausgebildeten Umgehungsblutkreislaufs treten häufig nur geringe Beschwerden auf.
Mesotheliom
Bösartiger Tumor des Brustfells (Pleura), des Herzbeutels (Perikard) oder des Bauchfells (Peritoneum). Vgl. Pleuramesotheliom.
Metastase
Metastase bedeutet allgemein, dass durch die Verschleppung von Zellen (z.B. Tumorzellen, Krankheitserreger) oder Giftstoffen ein lokaler Krankheitsprozess sich auf eine andere Stelle, auch weit entfernt, ausweitet und sich dort ein zweiter Krankheitsherd bildet. Im engeren Sinn spricht man von Metastasen bei Tumoren, besonders bösartigen Tumoren. Dabei werden Tumorzellen verschleppt und es bilden sich Tochtergeschwulste.
Dabei unterscheidet man lokale (in der Umgebung des Primärtumors), regionäre (in der nächsten im Lymphabflussgebiet liegenden Lymphknotengruppe) und Fernmetastasen. Die Verschleppung der Tumorzellen kann z.B. über die Blutbahn oder über die Lymphgefässe erfolgen.
Mikroalbuminurie
die Albuminausscheidung liegt über dem Normalwert
Mikroangiopathie
Durch Verengung kleiner und kleinster arterieller Gefässe (und deren Verlegung durch eine Thrombose) bedingtes Krankheitsbild.
Formen
1. Diabetische Mikroangiopathie: typische Späterscheinung des Diabetes mellitus (Typ 2 Diabetes und Typ 1 Diabetes), betroffen sind besonders Netzhaut, Nieren (diabetische Glomerulosklerose) und kleine periphere Gefässe mit Durchblutungsstörungen der Körperendteile (z. B. Hände, Füsse, Nase) und Absterben von Gewebe (z. B. diabetische Gangrän am Fuss). Krankheitsentstehung unklar. Bei der feingeweblichen Untersuchung finden sich Verdickung der Basalmembran der Haargefässe, kleine Gefässaussackungen und Vermehrung der Zellen der innersten Gefässzellschicht. Die Ausprägung der diabetischen Mikroangiopathie steht in der Regel im Verhältnis zu Dauer und Schwere der Zucker- und Fettstoffwechselstörung. 2. Mikroangiopathie bei Sklerodermie, d. h. einer durch Überaktivität des Immunsystems bedingten Erkrankung des Bindegewebes und Gefässsystems mit arteriellen Verschlüssen im Finger- und Handbereich, seltener im Fussbereich.
Mikroangiopathie, diabetische
Durch Verengung kleiner und kleinster arterieller Blutgefässe (Stenose) bedingtes Krankheitsbild. Die diabetische Mikroangiopathie ist ein typisches Spätsyndrom des Typ 2 Diabetes oder Typ 1 Diabetes. Besonders häufig betroffen sind dabei die Netzhaut (Retinopathia diabetica), die Nieren (diabetische Glomerulosklerose) und die kleinen peripheren Gefässe mit Durchblutungsstörungen und Nekrosen (z. B. diabetische Gangrän am Fuss). Die genauen Entstehungsursachen der diabetischen Mikroangiopathie sind noch unklar. Die Ausprägung der diabetischen Mikroangiopathie steht in der Regel in direktem Verhältnis zu Dauer und Schwere der Glukose- und Fettstoffwechselstörung. Vgl. Okulomotoriuslähmung.
Mikroarray
Mikorarrays enthalten bis zu iner Million Einzelstr䮧e von genetischem Material, so genannte Proben. Die Proben sind auf einem Tr䧥rmaterial, in der Regel einem mchst kleinen Bl䴴chen, in einem bekannten Muster fixiert. Dies ermcht es, viele verschiedene Gene parallel mit geringem Arbeit- und Zeitaufwand zu untersuchen. Dies dient zur Identifizierung von vererbbaren genetischen Abweichungen z.B. wie bestimmte Medikamente gut oder weniger gut verstoffwechselt werden.
Mikrobiologie
Die Mikrobiologie besch䦴igt sich mit der Erforschung mikroskopisch kleiner Lebewesen den so genannten Mikroorganismen. Dazu geh zum Beispiel Algen, Bakterien, Pilze oder Viren. Der Fokus der rein medizinischen Mikrobiologie richtet sich auf die krankheitserregenden Mikroorganismen und deren Einfluss auf andere Lebewesen.
mikrozytär
Zellen, die kleiner als normal sind
Milchsäureazidose
s. Laktatazidose
Milkman-Syndrom
auch Dekalzifizierungssyndrom genannt
Mehrfache, spontane, oft symmetrische, komplette oder teilweise bestehende Ermüdungsbrüche mit Bildung eines unverkalkten Kallus (Looser-Umbauzonen), manchmal kombiniert mit erniedrigtem Phosphat im Blut, erhöhter Phosphatausscheidung im Urin und erhöhter alkalischer Phosphatase im Blutserum. Das Milkman-Syndrom kommt ohne bekannte Ursache oder als Folge einer Rachitis, Osteoporose oder Osteomalazie vor.
Milz
Auch Spleen.
Die Milz liegt im linken Oberbauch hinter dem Magen und in der Nähe des Zwerchfells. Eine gesunde Milz ist durch die Bauchdecke nicht zu tasten. Die Milz ist in den Blutkreislauf eingeschaltet und Teil des lymphatischen Systems. In der Milz werden überalterte oder geschädigte Blutzellen, Mikroorganismen und andere Produkte des Immunsystems durch Makrophagenabgebaut. Ausserdem ist die Milz an der Entwicklung der spezifischen Eigenschaften der B- und T-Zellen beteiligt.
Mineralien
auch Mineralstoffe genannt
Im Körper enthaltene mineralische Stoffe wie Calcium, Phosphor, Natrium, Schwefel und viele andere. Sie werden mit der Nahrung aufgenommen und erfüllen verschiedene wichtige Funktionen, z. B. im Wasser- und Salzhaushalt und beim Aufbau von Knochen und Zähnen. Eine ungenügende Zufuhr von Mineralstoffen führt zu Mangelerscheinungen. Vgl. Demineralisation.
Mittelmeer-Anämie
Thalassämie = eine genetisch determinierte hämolytische Anämie
Mittelohrentzündung
s. Otitis media
Mittlere korpuskuläre Hämoglobinkonzentration (MCHC)
durchschnittliche Hämoglobinkonzentration in den roten Blutkörperchen; der MCHC-Normalwert beträgt 32% bis 36%
Mittleres korpuskuläres Hämoglobin (MCH)
Durchschnittsgewicht des Hämoglobins in den roten Blutkörperchen; der MCH-Normalwert beträgt 27 bis 31 pg (1 pg= Pikogramm (1 billionstel Gramm = 10-12)
Mittleres korpuskuläres Volumen (MCV)
durchschnittliches Volumen der roten Blutkörperchen in einer Blutprobe; der MCV-Normalwert beträgt 80 bis 100 fl (fl = Femtoliter (1 billiardstel Liter = 10-15)
Modified Intent-to-Treat
bezieht sich auf alle randomisierten Patienten einer Studie, mit Ausnahme der Patienten, die aufgrund der zuvor festgelegten Baseline-Kriterien ausgeschlossen werden
Molekül
Ein Molekül ist das kleinste Teilchen einer chemischen Verbindung und besteht aus zwei oder mehr Atomen. Als Makromolekül wird im Allgemeinen ein Molekül mit mehr als 1000 Atomen bezeichnet.
monogenetisch (monogenetische Erkrankung)
eine Krankheit, die durch einen Defekt in einem einzelnen Gen hervorgerufen wird. Meistens handelt es sich dabei um ererbte Erkrankungen. Etwa 6000 solcher monogenetischen Erbkrankheiten wurden bereits beschrieben, darunter Severe Combined Immunodeficiency, Muskeldystrophie oder amyotrophe Lateralsklerose. Da ein und dasselbe Gen von verschiedenen Mutationen betroffen sein kann, können auch monogenetische Erkrankungen unterschiedliche Ausprägungen haben. Krankheiten, die durch Defekte in mehreren Genen verursacht werden, heißen polygenetische Erkrankungen
Monosaccharide
auch Einfachzucker genannt
Monosaccharide sind kleinste, durch enzymatische Spaltung nicht weiter abbaubare Einheiten der Kohlenhydrate; mehrwertige Keto- oder Aldehydalkohole.
Einteilung
1. Aldosen: Sie tragen am Kohlenstoffatom 1 (C1) eine Aldehydgruppe (z. B. Glukose, Ribose). 2. Ketosen: Sie tragen am C2 eine Ketogruppe (z. B. Fruktose, Ribulose). Nach der Anzahl der Kohlenstoffatome werden Triosen, Tetrosen, Pentosen, Hexosen und Heptosen unterschieden. Für die Stoffwechselfunktionen wichtige Monosaccharide sind Glukose, Fruktose, Galaktose, Ribose, Desoxyribose.
Morphologie
Form und Aufbau eines Organismus oder eines seiner Bestandteile
MRI
S. Kernspintomographie.
MRT
Abkürzung für Magnetresonanztomographie, auch Kernspintomographie genannt
Mundhöhlenkarzinom
Häufigster bösartiger Tumor im Kopf-Hals-Bereich. Der Tumor befindet sich z. B. im Bereich des Mundbodens, am Zungenrand, in bestimmten Teilen des Kieferknochens, am Gaumen oder an der Wange.
Symptome: Begrenzte weisse Schleimhautveränderungen (Leukoplakien) können eine Frühstufe des Mundhöhlenkarzinoms sein. Bei fortgeschrittenem Mundhöhlenkarzinom kann es zum Bruch des Kieferknochens ohne starke Gewalteinwirkung, Blutung, Ausfall der Sensibilität im Mundbereich, Lähmung, blutige Speichelsekretion u. a. kommen.
Auftreten: Gehäuft bei Männern im jüngeren Lebensalter, seltener bei Frauen, bei denen es im höheren Lebensalter auftritt.
Diagnose: Inspektion der Mundhöhle (auch schwer einsehbare Mundregionen), Abtasten von Mund und Kiefer, Prüfung der Nerven (Gefühl und Bewegung), Prüfung des Speichelflusses, Prüfung des Kiefergelenks, Röntgenuntersuchung der Kieferknochen, Ultraschalluntersuchung der Lymphbahnen und Lymphknoten und des Bauches sowie Röntgenuntersuchung der Lunge zur Suche nach Metastasen.
Therapie: Operative Entfernung des Tumors mit den Lymphabflusswegen (Neck dissection). Wenn dies nicht möglich ist, Chemotherapie und Strahlentherapie in Kombination.
Prognose: Wird der Tumor früh erkannt und operiert und bestehen keine Metastasen, ist die Prognose gut. Im Durchschnitt aller Stadien sind 60% der Patienten nach fünf Jahren frei von Symptomen.
Mutagenese
das Auftreten einer genetischen Mutation
Myalgie
diffuse Muskelschmerzen
Myelodysplastische Syndrome
Erkrankungen, bei denen das Knochenmark nicht richtig funktioniert und die Produktion der drei Haupt-Blutzellentypen (rote Blutkörperchen, weiße Blutkörperchen und Blutplättchen) beeinträchtigt wird
myelosuppressiv
die Produktion von Blutzellen hemmend
Myom
Bei Myomen handelt es sich um gutartige Tumore, die vorwiegend aus Muskelfasern bestehen. Es gibt drei Formen:
1. Leiomyome, die von den glatten Muskelfasern der Eingeweide ausgehen und scharf abgegrenzte oft knötchenförmige Tumore bilden (z. B. in der Gebärmutter)
2. Fibromyome aus Muskelfasern und viel Bindegewebe
3. Rhabdomyome, die von der quergestreiften Muskulatur des Bewegungsapparates oder des Herzens ausgehen (selten).
Myosarkom
Bösartiger Tumor des Muskelgewebes (vgl. Sarkom). Es können die Muskeln des Bewegungsapparates und die Muskeln der Eingeweide (Darmmuskulatur) betroffen sein.
Lexikon-Einträge: Roche und Walter de Gruyter, Berlin