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Glossary

Angefangen bei A wie "Abmagerung" bis hin zu Z wie "Zytostatika" bieten wir Ihnen kurze Erklärungen für Fachbegriffe aus Medizin und Wissenschaft – in klaren und einfachen Worten.




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Karzinom, kolorektales
Bösartiger Tumor im Bereich des Dickdarms (Kolon) oder Mastdarms (Rektum), der von bestimmten, den Darm auskleidenden Zellen (Epithelzellen) ausgeht.

Vorkommen: Tritt bei Frauen häufiger auf als bei Männern, meist zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr, bei erblich bedingten kolorektalen Karzinomen auch früher. Das kolorektale Karzinom tritt in Industrieländern aufgrund fettreicher und ballaststoffarmer Ernährung häufiger auf. Eine Häufung findet sich weiterhin bei Patienten mit einer Colitis ulcerosa oder einer Darmentzündung aufgrund radioaktiver Strahlung. Vgl. Analkarzinom.

Lokalisation: 62% der Tumore befinden sich im Mastdarmbereich, 20% im unteren Dickdarmanteil, die restliche 18% befinden sich im übrigen Dickdarm.

Klassifikation:
1. Dukes-Klassifikation
2. TNM-Klassifikation.

Metastasierung (Absiedelung von Tochtergeschwülsten, s. Metastase): 1. über die Blutgefässe kommt es zu Metastasen zunächst in der Leber, später in der Lunge. 2. Relativ spät im Verlauf der Erkrankung kommt es zur Absiedelung von Metastasen in benachbarten Lymphknoten über die Lymphgefässe.

Symptome: Mit blossem Auge sichtbares oder verstecktes Blut (vgl. Blut im Stuhl, okkultes) im Stuhl, Blähungen, Darmkrämpfe, Blutarmut (Anämie), Gewichtsverlust, Änderung der Stuhlgewohnheiten, Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung, unter Umständen tastbare Schwellung im Bauchbereich.

Diagnose: Bei einer Untersuchung des Mastdarms mit dem Finger können tastbare Veränderungen festgestellt werden. Blut im Stuhl ist entweder sichtbar oder kann mithilfe eines Schnelltests (Gujakprobe) festgestellt werden (im Rahmen der Krebsfrüherkennungsuntersuchungen). Weitere Untersuchungsmethoden sind die Darmspiegelung, Ultraschalluntersuchungen, Röntgenuntersuchung des Darms nach Einlauf von Kontrastmittel, evtl. Computertomographie. Den Verlauf der Erkrankung kann man durch Messung des Tumorantigens CEA (Abk. für carcinoembryonales Antigen) beurteilen.

Therapie: Vorläufer des kolorektalen Karzinoms (Polypen) und sehr frühe Karzinome ohne Anhalt für Metastasen können mittels Endoskop entfernt werden. Bei fortgeschrittenen Tumoren besteht die Therapie in einer operativen Entfernung des betroffenen Darmabschnitts (vgl. Kolektomie). Bei erblich bedingten Karzinomen des Dickdarms entfernt man frühzeitig den gesamten Dickdarm. Bei fortgeschrittenen Karzinomen kann eine Strahlen- und/oder Chemotherapie vor der Operation den Tumor verkleinern und so die Erfolgsaussichten der Operation verbessern. Nach der Operation führt man eine Chemotherapie durch. Sollte eine operative Entfernung des Tumors nicht möglich sein, muss ein Umgehungsweg oder ein künstlicher Darmausgang geschaffen werden, um die Stuhlpassage zu ermöglichen.

Nachsorge: regelmässige Nachuntersuchungen, da 50-80% der Rezidive innerhalb von 2 Jahren auftreten.

Prognose: Die Überlebenszeit hängt von der Ausbreitung des Tumors ab: Dukes A: nach 5 Jahren leben noch 90-100% der Patienten; Dukes B: nach 5 Jahren leben noch 65-90% der Patienten; Dukes C: nach 5 Jahren leben noch 25-70% der Patienten; nach 5 Jahren leben nur weniger als 6% der Patienten.

Lexikon-Einträge: Roche und Walter de Gruyter, Berlin