Glossary
Angefangen bei A wie "Abmagerung"
bis hin zu Z wie "Zytostatika" bieten wir Ihnen kurze Erklärungen für Fachbegriffe aus Medizin
und Wissenschaft
– in klaren und einfachen Worten.
C-reaktives Protein (CRP)
ein von der Leber produziertes Protein, das normalerweise in sehr geringen Mengen im Blutserum vorhanden ist, jedoch während einer Entzündung vermehrt produziert wird
C-Zellkarzinom
Auch medulläres Schilddrüsenkarzinom.
Von speziellen Hormon produzierenden Zellen der Schilddrüse ausgehender bösartiger Tumor. Die C-Zellen der Schilddrüse produzieren das Hormon Calcitonin, das an der Regulation des Kalziumhaushaltes mitwirkt. Die Zellen des C-Zellkarzinoms produzieren Calcitonin ungeregelt und in grosser Menge, was zu Kalziummangel im Blut führen kann.
Vorkommen: Kann erblich bedingt sein oder spontan, ohne erbliche Komponente auftreten. Mitunter tritt es in Kombination mit anderen Tumoren des Hormonsystems auf (z. B. Tumoren der Nebennieren oder Bauchspeicheldrüse).
Diagnose: Bildgebende Verfahren: Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse, Computertomographie, Kernspintomographie, Somatostatinrezeptor-Szintigraphie (mit radioaktiven Stoffen durchgeführte Untersuchung). Laboruntersuchungen: Bestimmung von Calcitonin und CEA (carzinoembryonales Antigen, Eiweiss, das von den Tumorzellen produziert wird).
Therapie: Frühestmögliche Operation.
Prophylaxe: Genuntersuchung von Familienmitgliedern der Betroffenen und ggf. Schilddrüsenentfernung bei Vorliegen von genetischen Veränderungen.
Calciferole
auch Vitamin D oder antirachitisches Vitamin genannt
Bezeichnung für fettlösliche steroidähnliche Wirkstoffe zur Regulation des Calcium- und Phosphathaushalts. Die wichtigsten Calciferole sind das pflanzliche Ergocalciferol (Vitamin D2) und das tierische Cholecalciferol (Vitamin D3). Sie werden bei UV-Bestrahlung aus Vitaminvorstufen gebildet. In Leber und Niere entsteht das biologisch aktive (eigentlich wirksame) Hormon Calcitriol.
Biochemische Funktion
Regulation des Calcium- und Phosphathaushalts über Darm (Förderung der Calcium- und Phosphataufnahme), Nieren (Förderung der Calcium- und Phosphatrückresorption) und Knochen (Mobilisation von Calcium und Phosphaten sowie Mineralisierung) unter Mitwirkung von Parathormon und Calcitonin.
Vorkommen
Calciferole sind in Nahrungsmitteln vor allem tierischer Herkunft (z. B. Fischleberöl und Fisch, geringe Mengen in Fleisch, Eigelb, Milch und Milchprodukten) und Avocado enthalten. Der tägliche Bedarf für Erwachsene liegt bei 5 mg. Für Gesunde genügt bei ausreichendem Aufenthalt in der Sonne die vom eigenen Körper gebildete Menge. Die Zufuhr durch Lebensmittel ist nur unter kritischen Bedingungen (Klima, Lebensweise, Pigmentgehalt der Haut) wichtig. Ein Calciferol-Mangel kann bei Kindern zu schweren Mineralisationsstörungen des Skelettsystems (Störung der Ausbildung fester Knochen, Rachitis) führen. Bei Erwachsenen kann es infolge unzureichender Einwirkung von UV-Licht oder ungenügender Zufuhr von Calciferolen zu Osteomalazie kommen.
Störungen als Folge zu grosser Vitaminmengen (Hypervitaminose) sind selten und kommen bei einer täglicher Zufuhr von mehr als 25 mg vor. Die Symptome sind Appetitlosigkeit, Übelkeit, stark erhöhte Harnausscheidung, Entkalkung der Knochen und erhöhte Konzentration von Calcium im Blutplasma. Im Extremfall kann es zu Calciumablagerungen in Blutgefässen, Herz, Lungen und Nieren kommen.
Calcitonin
auch Thyreocalcitonin genannt
Ein in den so genannten C-Zellen der Schilddrüse gebildetes Hormon. Die Ausschüttung erfolgt proportional zur Calciumkonzentration des Blutplasmas.
Wirkungen
Calcitonin verursacht die schnelle und kurz dauernde Senkung der Calcium- und Phosphatkonzentration und wirkt so als Gegenspieler des Parathormons. Während des Wachstums hemmt Calcitonin vor allem die Aktivität der Knochen abbauenden Osteoklasten, im Erwachsenenalter fördert es den Einbau von Calcium ins Osteoid und wirkt vor allem auf Nieren und Darm (erhöhte Ausscheidung von Calcium-, Phosphat- und Natriumionen).
Therapeutische Verwendung
Bei Osteodystrophia deformans und Osteoporose.
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Hitzegefühl, Magen-Darm-Störungen.
Calcitriol
1-alpha,25-Dihydroxycolecalciferol
Calcitriol ist ein Hormon des Calcium- und Phosphatstoffwechsels. Es wird in Leber und Niere (aus Vitamin D) hergestellt. Zusammen mit Parathormon und Calcitonin reguliert Calcitriol die Aufnahme von Calcium durch die Bildung eines Calcium bindenden Proteins in der Darmschleimhaut. Die normale Konzentration im Blutserum beträgt 80-180 pmol/l.
Therapeutische Verwendung
Erkrankungen mit Calciummangel (z. B. renale Osteopathie) und Osteoporose.
Calcitriolmangel
s. Vitamin-D-Mangel
Calcium
andere Schreibweise: Kalzium
Chemisches Element, Symbol Ca; mit Sauerstoff und Wasser heftig reagierendes, an der Luft unbeständiges, weiches, silberweiss glänzendes Metall. Im menschlichen Organismus ist Calcium vor allem im Knochengewebe eingelagert. Der Calciumbestand (ca. 1,5 % des Körpergewichts) wird durch das Zusammenwirken der Hormone Calcitriol, Calcitonin und Parathormon normalerweise in engen Grenzen konstant gehalten. Im Blutserum liegt Calcium zu ca. 55 % in ionisierter Form als Ca++ (funktionell wichtig) und zu ca. 40 % an Proteine sowie zu ca. 5 % an organische Säuren gebunden vor. Säuernis des Bluts durch eine Störung des Säure-Basen-Haushalts des Körpers mit einem Überschuss an Säuren (Azidose) führt zur Zunahme des ionisierten Calciums im Blut, die Störung des Säure-Basen-Haushalts mit einem Überschuss an Basen (Alkalose) führt zur Abnahme des ionisierten Calciums.
Funktionen
Calcium ist unter anderem für die Blutgerinnung und normale Erregbarkeit von Nerven- und Muskelgewebe sowie für die Anspannung von Muskeln von Bedeutung. Weiterhin übernimmt Calcium als Bestandteil von Knochen und Zähnen Stützfunktion. Teilweise als Gegenspieler zu Calcium verhalten sich Kalium-, Magnesium- und Phosphationen.
Vorkommen in Nahrungsmitteln
Besonders calciumreiche Lebensmittel sind Milch und Milchprodukte, aber auch einige Gemüsearten wie Broccoli, Spinat und Grünkohl. Der Bedarf für Erwachsene liegt bei ca. 800-1000 mg/Tag.
Mangelerscheinungen
Muskelkrämpfe, Entkalkung der Knochen, Osteoporose durch einseitige Ernährung, Resorptionsstörungen bei Vitamin-D-Mangel oder hormonelle Störungen.
Therapeutische Verwendung
Calciumsalze in Kombination mit anderen Substanzen bei Osteoporose
Calcium-Kanalblocker
s. Calciumantagonisten
Calciumantagonisten
auch Calcium-Kanalblocker genannt
Substanzen, die den Einstrom von Calcium in die Zellen und damit die so genannte elektromechanische Koppelung der Muskelarbeit hemmen.
Wirkung
Calciumantagonisten vermindern die Spannung der Gefässmuskulatur und führen so zu Gefässerweiterung. Ausserdem verringern sie das Zusammenziehen des Herzmuskels und den Sauerstoffverbrauch.
Verwendung
Allein oder in Kombination mit organischen Nitraten und Betarezeptorenblockern zur Vorbeugung und Therapie von Angina pectoris, bei Bluthochdruck (Hypertonie) und koronarer Herzkrankheit. Bestimmte Calciumantagonisten werden zusätzlich bei Herzrhythmusstörungen eingesetzt.
Gegenanzeigen
Bestimmte Form von Herzrhythmusstörungen, schwerer Bluthochdruck, frischer Herzinfarkt.
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Anfallsweise Hautrötung mit Hitzegefühl, Kopfschmerz, Wassereinlagerungen vor allem im Hautgewebe, Magen-Darm-Störungen, Schwindel, starker Blutdruckabfall, Beschwerden ähnlich der Angina pectoris, Verlangsamung des Herzschlags und andere.
Candidose
auch Candida-Mykose oder Soormykose genannt
Candidose ist eine Sammelbezeichnung für die Infektion durch Sprosspilze der Gattung Candida.
Formen
1. Besiedlung der Haut und Schleimhäute (äussere Genitalien, Mund, Nasen-Rachen-Raum, Magen-Darm-Trakt); 2. Infektion der Haut und Schleimhäute, begünstigt z. B. durch Faktoren wie Typ 2 Diabetes oder Typ 1 Diabetes, feuchtes Milieu, Schwangerschaft, Immundefekt, schwere Erkrankung, Antibiotikatherapie, Alkoholkrankheit; 3. Candidose tief liegender Organe (besonders im Bereich der Atemwege, Herz, Gehirn, Nieren) bei Personen mit geschwächtem Immunsystem.
Diagnose
Typischer Hautbefund mit erbsgrossen Knötchen und Pusteln im Randbereich des Infektionsherdes; mikroskopischer und kultureller Nachweis.
Candidosen
Auch Candida-Mykosen, frühere Soormykosen.
Infektionen durch einen Pilz der Gattung Candida. Dabei werden häufig Haut und/oder Schleimhaut befallen. Bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem kommt es auch zu Pilzinfektionen der inneren Organe, besonders im Bereich der Atemwege.
Diagnose: Typisches Aussehen der befallenen Haut und Schleimhaut mit meist weisslichen Belägen der Schleimhaut oder Rötung und Schuppung der äusseren Haut. Es können Haut- und Schleimhautproben entnommen und mikroskopisch untersucht werden. Bei dem Verdacht auf Organbefall können die Pilze aus entsprechendem Material, z.B. Bronchialschleim, Blut u.a. angezüchtet werden.
Therapie: mit Medikamenten, so genannten Antimykotika.
Caput medusae
Auch Medusenhaupt.
Venenerweiterung im Bereich des Bauchnabels mit deutlicher Venenzeichnung. Ein Caput medusae tritt auf bei einer Störung des Blutabflusses innerhalb der Bauchhöhle, z.B. bei Bluthochdruck im Leberkreislauf oder bei Leberzirrhose, da sich ein Umgehungskreislauf des Blutes bildet.
CD4+-Zellen
S. T-Helferzellen.
CD4/CD8-Quotient
Verhältnis der Helferzellen (CD4+-T-Lymphozyten oder T4-Helferzellen) zu den Suppressorzellen (CD8+-T-Lymphozyten oder T8-Suppressorzellen) im Blut. Der Normalwert liegt zwischen 1,21 und 3,05. Der CD4/CD8-Quotient wird v. a. bestimmt, um den Verlauf und die Prognose einer HIV-Erkrankung zu beurteilen.
CD8+-Zellen
S. T-Suppressorzellen*.
Chemotherapie
Einsatz von Medikamenten, die Krankheitserreger und Tumorzellen durch eine Hemmung des Stoffwechsels möglichst selektiv schädigen. Im Rahmen der Krebsbehandlung unterscheidet man die so genannte adjuvante Chemotherapie im Anschluss an eine Operation oder eine Strahlentherapie von der neoadjuvanten Chemotherapie, die vor einer geplanten Operation oder Strahlentherapie zur Schädigung des Tumors oder der Metastasen oder zur Verminderung der Tumormasse eingesetzt wird.
Chitin
Chitin ist ein stickstoffhaltiges lineares Kohlenhydrat (Polysaccharid), ähnlich der Zellulose. Es ist aus D-N-Acetylglucosaminmolekülen aufgebaut und bildet das feste Aussenskelett der Insekten und Krebstiere und ist in Pilzzellwänden zu finden.
Cholesterin
s. Cholesterol
Cholesterol
auch Cholesterin genannt
Cholesterol kommt im tierischen Gewebe als Bestandteil von Zellmembranen und Lipoproteinen vor. Es ist ein fettartiger Naturstoff (Sterol), den der Körper mit der Nahrung aufnimmt und auch selbst herstellt (bei Mischkost zu etwa 50 Prozent). Cholesterol ist Ausgangsstoff für die Biosynthese von einigen Hormonen (z. B. Sexualhormonen), Gallensäuren und Calciferolen. In tierischer Nahrung (besonders in Fett und Eidotter) enthaltenes Cholesterol wird zum Transport im Körper in Lipoproteinen gebunden und mit Fettsäuren verestert oder mit der Galle ausgeschieden. Direkt im Darm entstehen Chylomikronenkleine Lipoproteinpartikel mit hohem Fettanteil), ansonsten wird Cholesterol im Blut in verschiedenen Formen von Lipoproteinen (LDL, VLDL, IDL und HDL) transportiert.
Biosynthese
In der Leber und den Schleimhautzellen des Darms entsteht Cholesterol aus Acetyl-CoA, das z. B. im Fettstoffwechsel beim Abbau von Fett anfällt.
Bedeutung als Risikofaktor
1. Besonders durch Ablagerung von Cholesterol in bestimmter Form (LDL) an den Wänden der Blutgefässe (früher fälschlich Verkalkung genannt) steigt das Risiko der Erkrankung an Arteriosklerose. Cholesterol anderer Form (HDL) soll dagegen das Arterioskleroserisiko senken. 2. Cholesterol ist in kristalliner Form häufig in Gallensteinen zu finden. 3. Bei der so genannten Lipogranulomatose wird Cholesterol in grosser Menge in Zellen und Organen gespeichert. Vgl. Hypercholesterolämie, Hypocholesterolämie, Hyperlipoproteinämien.
Chorionkarzinom
Auch malignes Chorionepitheliom.
Es handelt sich um eine bösartige Form von Tumoren, die aus dem Mutterkuchen (Plazenta) oder im weiteren Sinne aus den Keimzellen hervorgehen. Der Tumor dringt zerstörend in das umliegende Gewebe ein. Da hierbei Blutgefässe eröffnet werden und der Tumor in diese hineinwächst, besteht eine ausgeprägte Blutungsneigung. Chorionkarzinome metastasieren (s. Metastase) häufig und frühzeitig in die Lungen und die Scheide.
Lokalisation: Insbesondere in der Gebärmutter nach Geburten und Fehlgeburten sowie nach Veränderungen des Mutterkuchens (Plazenta) (Blasenmole), aber auch in Eileitern, Eierstöcken, sowie auch ausserhalb der weiblichen Geschlechtsorgane (Brustraum,), bei Männern in den Hoden und im Brustraum.
Symptome: Bei Lokalisation in der Gebärmutter Vergrösserung des Organs, evtl. Blutungen. Beschwerden durch die Fernmetastasen können auftreten.
Diagnose: Die Erkrankung wird durch die Bestimmung von Hormonspiegeln im Blut (HCG-Konzentration) und durch mikroskopische Untersuchung von durch Ausschabung gewonnenem Gewebe (bei Lokalisation in der Gebärmutter) diagnostiziert.
Therapie: Die Behandlung erfolgt durch operative Entfernung kombiniert mit Chemotherapie.
Die Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt bei über 50%.
Chrom
Chemisches Element (Symbol Cr), unedles Schwermetall, Spurenelement. Chrom ist Bestandteil des Glukose-Toleranzfaktors und eine wichtige Substanz (Cofaktor) für die Reaktion des Hormons Insulin mit den Insulinrezeptoren auf den Zellmembranen. Chrom ist besonders in Fleisch, Bierhefe, Käse, Vollkornprodukten und Honig enthalten. bei Chrommangel kann es zu verminderter Glukosetoleranz, erhöhter Insulinkonzentration und erhöhtem Blutzucker (Hyperglykämie) kommen.
Chromosomen
So genannte Erbkörperchen; sichtbare Träger der genetischen Information, faden- oder schleifenförmige Bestandteile des Zellkerns. Auf den Chromosomen sind die Gene (Erbanlagen) hintereinander angeordnet. Jedes Chromosom ist in der befruchteten Eizelle und in allen Körperzellen doppelt vorhanden (diploider Chromosomensatz), mit Ausnahme der Geschlechtschromosomen. Beim Menschen sind hier im männlichen Geschlecht ein X- und ein Y-Chromosom, bei Frauen zwei X-Chromosomen vorhanden. In den Keimzellen (Eizellen, Spermienzellen) liegt nur ein einfacher (haploider) Chromosomensatz vor. Die Chromosomen bestehen hauptsächlich aus Desoxyribonukleinsäure (DNA) und Zellkernproteinen (Histonen). Sie haben die Fähigkeit, sich identisch zu verdoppeln, so dass nach Zellteilungen beide Tochterzellen wieder mit einem identischen Chromosomensatz ausgestattet sind (Mitose). Nur bei der Bildung der Keimzellen wird durch die so genannte Reduktionsteilung (Meiose) der diploide Chromosomensatz zum haploiden Satz reduziert. Die Anzahl der Chromosomen ist ein artspezifisches Merkmal. Der Mensch besitzt 23 Chromosomenpaare, im diploiden Satz also 46 Chromosomen.
Chylomikronen
Lipoproteinpartikel geringer Dichte (weniger als 0,95 g/ml, Durchmesser 180-500 nm) mit hohem Fettanteil (98-99,5 %). In der Darmschleimhaut gebildete Chylomikronen gelangen über das Lymphsystem in das Blut, transportieren aus fetthaltiger Nahrung aufgenommene Triglyceride und werden durch das Enzym Lipoproteinlipase zu Chylomikronresten abgebaut, die in der Leber Vorstufen von Lipoproteinen (VLDL und HDL) sind. Vgl. Hyperlipoproteinämien.
Citratzyklus
auch Zitronensäurezyklus, Tricarbonsäurezyklus oder Krebs-Zyklus genannt
Zyklische Abfolge chemischer Reaktionen des Stoffwechsels in einer Zelle, die sich unter anderem der Glykolyse anschliessen kann. Funktionen sind Abbau von Kohlenhydraten, Aminosäuren und Fettsäuren zur Energiegewinnung und Bereitstellung von Zwischenprodukten für Biosynthesen. Der Citratcyklus liefert Moleküle, die in die so genannte Atmungskette zur weiteren Energiegewinnung eingehen.
Co-Rezeptor
Eiweissmoleküle auf der Oberfläche von Zellen, die dem HI-Virus das Eindringen in die Zelle ermöglichen. Der Hauptrezeptor, über den das Virus in die Zelle eindringt ist der sog. CD4-Rezeptor, die meisten Co-Rezeptoren sind normalerweise Andockstellen für Stoffe, die bei Entzündungsreaktionen wichtig sind.
Cockcroft-Gault-Formel
eine von mehreren Gleichungen, die zur Beurteilung der Nierenfunktion bei Erwachsenen verwendet wird und auf der Serum-Kreatininkonzentration, dem Alter, dem Geschlecht sowie dem Gewicht des Patienten beruht; mit dieser Gleichung wird die Kreatininclearance berechnet, welche die glomeruläre Filtrationsrate widerspiegelt
Computertomographie
Abkürzung CT
Röntgendiagnostisches, computergestütztes bildgebendes Verfahren. Mittels einer Röntgenröhre und eines speziellen Blendensystems wird ein schmaler Fächerstrahl erzeugt, der innerhalb der durchstrahlten Körperschicht der Person in Abhängigkeit von den vorhandenen Strukturen verschieden stark geschwächt wird. Mit Hilfe eines mit einer Vielzahl von Detektoren bestückten Detektorkranzes wird diese abgeschwächte Röntgenstrahlung als Signal empfangen, elektronisch aufbereitet und einem Rechner zugeführt. Während der Computertomographie dreht sich das System aus Röhre und Detektoren gemeinsam um die Mitte des kreisförmigen Messfeldes. Auf diese Weise werden viele verschiedene Projektionen derselben Schicht erzeugt und im Rechner zu einem Bild verarbeitet, das die Verteilung der Schwächungswerte in der durchstrahlten Körperschicht darstellt. Beim Vergleich mit den üblichen Röntgenbildern weisen CT-Bilder eine wesentlich höhere Kontrast-, jedoch geringere Struktur- und Formauflösung auf. Die CT dient insbesondere zum Nachweis umschriebener und diffuser morphologischer Veränderungen (z. B. Tumoren, Metastasen, Abszesse) in Ergänzung zur Ultraschalldiagnostik, konventionellen Röntgendiagnostik und Kernspintomographie.
Cori-Zyklus
auch Glukose-Laktat-Zyklus genannt
Bei starker Muskelarbeit wird die aus Muskelglykogen (Stärke) frei werdende Glukose durch Glykolyse bis zu Pyruvat (Salz der Brenztraubensäure) abgebaut, das unter Sauerstoffmangel über die Milchsäuregärung zu Laktat umgesetzt wird. Über die Blutbahn erreicht Laktat die Leber, wird hier entweder vollständig oxidiert oder zur Glukoneogenese genutzt. Durch den Cori-Zyklus wird ein Teil der Stoffwechsellast des Muskels von der Leber übernommen.
Corticosteroide
Gruppe von Steroidhormonen, die in der Nebennierenrinde (NNR) gebildet werden. Nach dem genauen Ort der Produktion in der NNR werden drei Gruppen von Corticosteroiden unterschieden: 1. Mineralokortikoide mit den wichtigsten natürlichen Hormonen Aldosteron und Desoxycorticosteron. Sie wirken auf die Niere und damit auf den Wasserhaushalt ein. 2. Glukokortikoide mit den drei wichtigsten natürlichen Hormonen Cortisol, Cortison und Corticosteron. Sie erfüllen wichtige Funktionen im Kohlenhydratstoffwechsel, indem sie die Produktion von Glukose (Glukoneogenese) und Stärke (Glykogen) stimulieren. 3. Sexualhormone: Androgene und Östrogene, die jedoch nicht ausschliesslich in der NNR gebildet werden.
Cortisol
auch Kortisol oder Hydrocortison genannt
Cortisol ist ein zu den Glukokortikoiden gehörendes, in der Nebennierenrinde gebildetes Hormon und Gegenspieler des Hormons Insulin. Es fördert die Produktion von Glukose im Körper (Glukoneogenese) mit Erhöhung der Blutzuckerkonzentration (Hyperglykämie) und Abbau von Proteinen.
Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
eine seltene, tödlich verlaufende neurologische Erkrankung, die durch falsch gefaltete und sich ansammelnde Proteine (Prionen) verursacht wird und zu Schädigungen des Gehirngewebes führt. Diese Krankheit ist dem Rinderwahn ähnlich
CSE-Hemmer
s. Lipidsenker
CT
Abkürzung für Computertomographie
Cyclamate
Cyclamate sind Natrium- und Calciumsalze der N-Cyclohexylsulfaminsäure und werden als kalorienfreie Süssstoffe verwendet zum Ersatz für Kohlenhydrate bei Diabetes mellitus (z. T. in Kombination mit Saccharin im Verhältnis 10 : 1).
Cystein
eine schwefelhaltige Aminosäure (C3H7NO2S), die in vielen Proteinen im Körper vorkommt und durch seine Disulfidbrücken zur Stabilität des Proteins beiträgt; kann im Körper synthetisiert werden
Lexikon-Einträge: Roche und Walter de Gruyter, Berlin