Glossary

Angefangen bei A wie "Abmagerung" bis hin zu Z wie "Zytostatika" bieten wir Ihnen kurze Erklärungen für Fachbegriffe aus Medizin und Wissenschaft – in klaren und einfachen Worten.
- HämagglutinineBezeichnung für Substanzen, die eine Verklumpung von Blutzellen (Hämagglutination) herbeiführen, z. B. Oberflächenantigene bestimmter Virusarten wie Masern-, Mumps-, Röteln-, Influenza-Viren.
- HämatokritProzentsatz der roten Blutkörperchen im Blut
- hämatologischdas Blut und die blutbildenden Gewebe betreffend
- Hämatopoesedie Bildung von Blut oder der Blutbestandteile im Körper
- Hämodialyseder Prozess, der die Blutentnahme aus einer Arterie, Reinigung des Blutes mittels Dialyse, Zugabe von wichtigen Substanzen und Rückführung des Blutes in eine Vene umfasst
- Hämoglobinkonzentrationein Maß für die Menge an Hämoglobin im Blut
- Hämoglobinschwankungenein Phänomen, das bei Dialysepatienten auftritt, die eine ESA-Therapie erhalten und deren Hämoglobinspiegel in Zyklen ansteigen und fallen
- Hämolysedie Zerstörung von roten Blutkörperchen
- HämorrhoidenKnotenförmige Erweiterungen der Blutgefässe im Analbereich. Sie entstehen bei chronischer Verstopfung mit starkem Pressen bei der Stuhlentleerung durch ballaststoffarme Kost, auch nach langem Abführmittelmissbrauch. Auch in der Schwangerschaft, durch sitzende Tätigkeit und wenig Bewegung kann es zu Hämorrhoiden kommen. Bei Störungen des Blutflusses durch die Leber (z. B. bei Leberzirrhose) kann es ebenfalls zu Hämorrhoiden kommen.
Es werden 4 Stadien unterschieden:
Grad 1: leichte, äusserlich nicht sicht- oder tastbare Vorwölbung;
Grad 2: beim Pressen hervortretende Hämorrhoiden, die sich von allein zurückziehen;
Grad 3: beim Pressen hervortretende Hämorrhoiden, die mit dem Finger zurückgeschoben werden können;
Grad 4: nicht zurückschiebbare Hämorrhoidalknoten.
Symptome: Hämorrhoiden fallen vor allem durch Darmblutungen (helles Blut) und Juckreiz am After auf. Ab Grad 3 kann es zu einer Schleimsekretion kommen. Ferner besteht ein dumpfes Druckgefühl, sowie Brennen und Schmerzen im Enddarm. Unter Umständen kann es zu einem Vorfallen des Anus und Entzündung mit Ekzemen und Geschwürsbildung kommen.
Komplikationen: Probleme können durch starke Blutungen, evtl. mit nachfolgender Blutarmut kommen. Zudem können vorgefallene Hämorrhoiden eingeklemmt werden und es kann zu Störungen der Stuhlkontinenz kommen.
Diagnose: Die Erkrankung wird durch eine rektale Untersuchung nachgewiesen. Um andere Blutungsquellen auszuschliessen kann gelegentlich eine Darmspiegelung oder ein Röntgenkontrasteinlauf notwendig sein.
Hämorrhoiden müssen von Tumoren, Entzündungen, Thrombosen und Verletzungen in der Analregion abgegrenzt werden.
Therapie: Die konservative Therapie besteht in Stuhlregulierung (weicher Stuhlgang), Analhygiene, der Verwendung entzündungshemmender Salben oder Zäpfchen sowie ggf. in Gewichtsreduktion. Neben einer Verödungstherapie (können Hämorrhoiden auf verschiedene Weisen operativ entfernt werden. - Haarzell-LeukämieEine Form der Leukämie* (Blutkrebs). Der Name kommt von den im Blut auftretenden krankhaften Lymphzellen, die haarförmige Zellfortsätze aufweisen.
Im Verlauf der Krankheit kommt es zu einer Vergrösserung der Milz und einem allgemeinen Mangel an funktionstüchtigen weissen Blutkörperchen mit Verschlechterung der körpereigenen Abwehr. Die Diagnose erfolgt durch Nachweis bestimmter Enzyme in den Haarzellen. Die Therapie besteht in der Entfernung der Milz, evtl. können auch Interferone (vlg. Interferon alpha) gegeben werden. Der Krankheitsverlauf ist oft langfristig und symptomarm. Wegen der gestörten Abwehrlage kann es zu gehäuften Infektionen (v.a. Lungenentzündung) kommen. - Haemophilus influenzaeauch Influenza-Bakterien genannt
Bakterium, das früher für den Erreger der Grippe gehalten wurde. Heute gilt es als Verursacher von Folgeerkrankungen von viralen Atemweginfektionen, z. B. nachdem bereits eine durch Influenza-Viren verursachte Grippe vorhanden ist. Als Primärerreger verursacht Haemophilus influenzae Typ b bei Säuglingen und Kleinkindern vor allem Hirnhautentzündung (Meningitis) und Kehlkopfentzündung, seltener Lungenentzündung, Sepsis, Nasenebenhöhlen- oder Mittelohrentzündung.
Vorbeugung
Schutzimpfung gegen Haemophilus influenzae Typ b im Säuglings- bzw. Kleinkindesalter. - HalslymphknotenschwellungSchwellungen der Lymphknoten am Hals treten auf bei:
1. Entzündung der Lymphknoten im Rachenraum.
2. Absiedelung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) von Tumoren im Mund- und Rachenbereich.
3. Lymphomen
4. Infektionen mit Viren (z.B. HIV, Epstein-Barr-Virus), Bakterien, Parasiten (z.B. Toxoplasmose). - Harnsäuredas Endprodukt des Nukleinsäurestoffwechsels im Körper
- Harnstoffein beim Proteinstoffwechsel anfallendes stickstoffhaltiges Abfallprodukt
- Harnuntersuchung, klinischeBestimmung von Farbe, Reaktion (pH) und Dichte des frischen Mittelstrahlurins einschliesslich mikroskopischer Untersuchung des Harnsediments und Messung gebräuchlicher klinisch-chemischer Werte (z. B. Glukose, Proteine, Bilirubin, Hämoglobin, Ketonkörper). Meist geschieht dies im Schnelltest durch Teststreifen. Das Ergebnis der klinischen Harnuntersuchung ist der so genannte Urinstatus.
- HautkrebsVon der Haut ausgehende bösartige Neubildung. Man unterscheidet die Tumore entsprechend der Zellen, von denen sie ausgehen: z. B. Tumore der Hautzellen (malignes Melanom, Basaliom) Tumore der Muskeln (Leiomyosarkome), Tumore des Fettgewebes (Liposarkom).
- HauttumoreAllgemeine Bezeichnung für gut- und bösartige Tumore, die von allen Strukturen der Haut und den Hautanhangsgebilden ausgehen. Vgl. Hautkrebs, malignes Melanom.
- HDLAbkürzung für (englisch) high density lipoproteins
Lipoproteine hoher Dichte, die in Leber und Darmschleimhaut gebildet werden. HDL bestehen zu 50 % aus Proteinen und zu 50 % aus Cholesterol und Phospholipiden. HDL transportieren Cholesterol aus den Zellen zur Leber. Eine hohe HDL-Konzentration im Blut soll das Risiko für Arteriosklerose mindern.
- HeparLeber.
- HeparinHeparin ist ein blutgerinnungshemmender Stoff, der unter anderem in Lunge, Leber und Milz vorkommt. Es hemmt die Wirkung bestimmter Gerinnungsfaktoren, die Verklumpung der Blutplättchen und das Zusammenziehen von Blutgerinnseln.
Therapeutische Verwendung
Heparin wird zur Vorbeugung und Therapie von Thrombosen und Embolien, sowie vorbeugend gegen unerwünschte Blutgerinnung, (z. B. bei Hämodialyse, der so genannten Blutwäsche bei Nierenfunktionsausfall), eingesetzt.
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Durch Heparin ausgelöster Abfall der Zahl der Blutplättchen, Allergie, Blutung, Anstieg der vor allem in der Leber gebildeten Fermente (Transaminasen), medikamentenbedingter Haarverlust, Osteoporose. - Hepatic veinsEngl. für Lebervenen.
Die Lebervenen nehmen das in der Leber gereinigte Blut auf und münden in die untere Hohlvene. Dort gelangt das Blut wieder in den Körperkreislauf. - Hepatitis AAuch Hepatitis epidemica genannt.
Akute Leberentzündung durch Hepatitis A-Viren.
Häufigkeit: Bei der Hepatitis A handelt es sich um die weltweit häufigste ansteckende akute Hepatitis. Es ist eine typische Reisekrankheit (Mittelmeerraum, Afrika, Südamerika, Orient, GUS-Staaten).
Ansteckung: Die Übertragung der Viren erfolgt meist durch Aufnahme von mit Fäkalien verschmutztem Trinkwasser oder Nahrungsmitteln, Kontakt mit Ausscheidungsprodukten (Krankenpflege) oder Sexualkontakte. Der Zeitraum zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung beträgt 15-45 (meist 25-30) Tage.
Symptome: Die Erkrankung verläuft oft ohne Symptome. Bei symptomatischem Verlauf treten 2-8 Wochen nach der Ansteckung meist grippeähnliche Beschwerden mit leichtem Fieber, allgemeinem Unwohlsein, Abgeschlagenheit, Völlegefühl, Oberbauchschmerz und Durchfall auf. Gelbsucht tritt eher selten auf. Gelegentlich verläuft die Erkrankung verzögert oder zweigipfelig (nach bis zu 6 Monaten). Ein plötzlich einsetzender, massiver Verlauf ist selten, chronische Verläufe kommen nicht vor. Nach etwa 4 Wochen heilt die Erkrankung folgenlos aus. Ansteckungsgefahr besteht während der Virusausscheidung mit dem Stuhl (mit Beginn Krankheitszeichen rasch abnehmend), nach der Erkrankung besteht Immunität.
Diagnose: Laborchemische Untersuchungen: Nachweis akuter Antikörper im Blut für mindestens 3 Monate, Nachweis anderer spezifischer Antikörper im Blut lebenslang als Zeichen der Immunität.
Therapie: Es gibt keine spezifische medikamentöse Behandlung.
Prophylaxe: allgemeine Hygienemassnahmen, aktive Immunisierung durch Impfung (s. Hepatitis-A-Vakzine), passive Immunisierung (Gabe von Antikörpern) bietet Schutz für ca. 3 Monate). Bei Reisen in Länder mit schlechten hygienischen Verhältnissen sollte das Trinkwasser desinfiziert werden, kein ungeschältes Obst, Eis oder Meeresfrüchte verzehrt werden. Bei Sexualverkehr Benutzen von Kondomen. - Hepatitis BAkute Leberentzündung durch Hepatitis B-Viren.
Häufigkeit: Weltweit sind mehr als 2,5 Milliarden Menschen mit HBV infiziert.
Ansteckung: Der häufigste Übertragungsweg ist die Übertragung während der Geburt von der Mutter auf das Kind und die sexuelle Übertragung (ca. 50 %, der Infektionen mit hoher Ansteckungsgefahr), gemeinsamer Spritzengebrauch bei infizierten Drogenabhängigen sowie über Blut- und Blutprodukte (seit der Einführung der Standarduntersuchungen von Blutspendern selten). Risikogruppen und -faktoren sind v. a. Drogenabhängige, Empfänger von Blutprodukten, medizinisches Personal, enger Kontakt mit Infizierten und häufiger Wechsel der Sexualpartner.
Symptome: Der Zeitraum zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung beträgt 1-6 Monate. Bei 30 50 % der Erkrankten treten dann Krankheitszeichen wie Gelenkschmerzen, Hautausschlag, allgemeines Krankheitsgefühl, Völlegefühl, Oberbauchschmerz und selten Nierenbeschwerden auf. Gelbsucht kann auftreten. Ein plötzlich einsetzender Verlauf mit akutem Leberversagen ist selten. In ca. 5-10 % der Fälle kann sich eine chronische Hepatitis entwickeln, wobei das Risiko bei injizierenden Drogenabhängigen deutlich höher ist (ca. 20-25%).
Diagnose: Laborchemische Untersuchungen: Nachweis von Antikörpern und Virus-Genen im Blut.
Therapie: Eine spezifische medikamentöse Therapie gibt es nicht. Vermeidung leberschädigender Faktoren.
Prophylaxe: allgemeine Desinfektionsmassnahmen, Untersuchung des Blutes von Blutspendern, möglichst Vermeidung der Gabe von Blutprodukten, Verwendung von Präservativen, Impfung: aktive (s. Hepatitis-B-Vakzine) oder passive (spezifische Antikörper) Immunisierung (beides kombiniert bei Verdacht auf eine akute Infektion); vgl Schutzimpfung. - Hepatitis CAkute Leberentzündung durch Hepatitis C-Viren.
Häufigkeit: Weltweit leben nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation mehr als 170 Millionen Menschen mit einer chronischen Infektion mit HCV. Die Hepatitis C ist die häufigste Form (ca. 90 %) der Leberentzündung in Folge von Bluttransfusionen.
Infektion: Die Übertragung erfolgt v. a. durch (ungetestete) Blut- und Blutprodukte und gemeinsame Nadelbenutzung bei injizierendem Drogengebrauch, selten von der Mutter auf das Kind oder durch sexuelle Kontakte. Risikogruppen sind v. a. Drogenabhängige und Empfänger von Blutprodukten, Infektionen durch Organtransplantate sind möglich.
Symptome: Der Zeitraum zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung beträgt 2-26 Wochen. Lediglich in 30 % der Fälle treten Krankheitszeichen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, grippeähnliche Symptome und selten Gelbsucht (Ikterus) auf. Ein plötzlich einsetzender, massiver Verlauf ist selten. Die Erkrankung verläuft in 50-80 % der Fälle chronisch, in 5-10% der Fälle kommt es zur Schrumpfleber, in 1-5% der Fälle zum Leberkarzinom.
Diagnose: Laborchemische Untersuchungen: Nachweis von Antikörpern und Virus-RNA im Blut.
Therapie: Medikamentös
Prophylaxe: Allgemeine Desinfektionsmassnahmen, Screeninguntersuchung des Blutes von Blutspendern, möglichst Vermeidung der Gabe von Blutprodukten, Verwendung von Kondomen. Eine Impfung ist nicht möglich. - Hepatitis DAkute Leberentzündung durch Hepatitis D-Viren.
Vorkommen: Das Virus tritt weltweit auf v. a. im Mittelmeerraum, Balkan, vorderer Orient, Teile Afrikas und Nordamerikas. Ein vereinzeltes Auftreten in Mittel- und Nordeuropa gibt es nur in Hochrisikogruppen.
Infektion: Die Übertragung erfolgt durch direkten Blutkontakt, infizierte Blutprodukte, ungeschützten Geschlechtsverkehr sowie bei der Geburt von der Mutter auf das Kind. Risikogruppen bzw. -faktoren sind v. a. Drogenabhängige, Empfänger von Blutprodukten, medizinisches Personal, enger Kontakt mit Infizierten und häufiger Wechsel der Sexualpartner.
Symptome: Der Zeitraum zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung beträgt 40-160 Tage. Eine Erkrankung findet nur bei gleichzeitiger Infektion mit HBV (s. Hepatitis B) auf, entweder als gleichzeitige Infektion bei akuter Hepatitis B oder als zusätzliche Infektion zu einer bestehenden chronischen HBV-Infektion (selten, häufig plötzlicher, fast immer chronischer, meist schwerer Verlauf).
Diagnose: Laborchemische Untersuchungen: Nachweis von Antikörpern oder Virus-RNA im Blut.
Therapie: Eine Standardbehandlung gibt es nicht.
Prophylaxe: Schutzimpfung gegen Hepatits B (s. Hepatitis B-Vakzine), ansonsten allgemeine Desinfektionsmassnahmen, Untersuchung des Blutes von Blutspendern, möglichst Vermeidung der Gabe von Blutprodukten, Verwendung von Kondomen. - Hepatitis EAkute Leberentzündung durch Hepatitis E-Viren.
Vorkommen: Das Virus kommt ständig in Indien, Nordafrika, Mittel- und Südamerika, wahrscheinlich auch auf dem Balkan vor.
Infektion: Die Übertragung erfolgt durch die Aufnahme der Erreger durch mit Fäkalien verschmutztes Trinkwasser oder Nahrungsmittel, Kontakt mit Ausscheidungsprodukten (Krankenpflege), Sexualkontakte.
Symptome: Der Zeitraum zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung beträgt 2 Wochen bis 2 Monate. Häufig treten nur geringe grippeähnliche Beschwerden mit leichtem Fieber, allgemeinem Unwohlsein, Angeschlagenheit, Völlegefühl, Oberbauchschmerz und Durchfall auf. In der Schwangerschaft kann der Verlauf in bis zu 25% der Fälle, sonst in 5-10% der Fälle plötzlich und massiv sein und zum akuten Leberversagen meist tödlichem Ausgang führen. Ansteckungsgefahr besteht während der Virusausscheidung mit dem Stuhl.
Diagnose: Laborchemische Untersuchungen: Nachweis von Antikörpern und Virus-RNA im Blut.
Prophylaxe: Allgemeine Hygienemassnahmen, bei Reisen in Länder mit schlechten hygienischen Verhältnissen sollte das Trinkwasser desinfiziert werden, kein ungeschältes Obst, Eis oder Meeresfrüchte verzehrt werden. Bei Sexualverkehr Benutzen von Kondomen. Eine Schutzimpfung oder passive Immunisierung gibt es nicht. - Hepatitis GAkute Leberentzündung durch Hepatitis G-Viren. Es handelt sich um eine 1995 entdeckte Form der akuten Leberentzündung mit vermutlich weltweit hohem Vorkommen, vielen Ähnlichkeiten mit Hepatitis C und häufigen gleichzeitigen oder zusätzlichen Infektionen mit Hepatitis-B-Virus (vgl. Hepatitis B) und Hepatitis-C-Virus.
- Hepatitis, akuteAkute Entzündung der gesamten Leber als allgemeine Reaktion der Leber auf schädliche Faktoren unterschiedlichster Ursache, der Begriff wird häufig auch für die spezielle Leberentzündung durch Hepatitis-Viren benutzt.
Symptome: Krankheitszeichen treten nur selten auf, insbesondere bei Kindern (Ausnahme: Hepatitis A, Hepatitis E). Wenn Symptome auftreten, beginnt die Krankheit schleichend über 2-9 Tage, mit Allgemeinsymptomen wie schweres Krankheitsgefühl, Übelkeit, Appetitlosigkeit, häufig mässiges Fieber, evtl. Gelenkschmerzen, kurzfristiger Hautausschlag sowie eine Verlangsamung des Herzschlages. Hieran schliesst sich das Stadium des Leberbefalls (ca. 6-10 Wochen) in ca. ein Drittel aller Fälle mit Gelbsucht (Ikterus), Juckreiz, Stuhlentfärbung, Dunkelfärbung des Urins und evtl. Leber- und Milzvergrösserung an.
Komplikationen: Es kann zu einer Gallenstauung innerhalb der Leber (Cholestasesyndrom) kommen. Schwerste, massiv und plötzlich einsetzende Verlaufsformen, v. a. bei Hepatitis D und Hepatitis E können tödlich enden, wenn keine Möglichkeit für eine Lebertransplantation besteht. Bei einem Verbleiben der Viren in der Leber ist der Übergang in eine chronische Leberentzündung (chronische Hepatitis), die Entwicklung einer Schrumpfleber (Leberzirrhose) sowie evtl. eines Leberzellkrebes (Leberzellkarzinom) möglich.
Diagnose: Labordiagnostische Untersuchungen: Nachweis erhöhter Leberenzyme, bei Gelbsucht Anstieg von Bilirubin und Urobilirubin, erhöhtes Eisen im Blut, im Blutbild oft verminderte Anzahl weisser Blutkörperchen (vgl. Leberfunktionsproben). Nachweis der Krankheit im Blut durch spezifische Antikörper.
Therapie: neben allgemeinen Massnahmen wie Verzicht auf Alkohol, Vermeiden von (v. a. für die Leber giftigen) Medikamenten und Bettruhe (im Akutstadium) existiert keine gezielte Therapie der akuten Hepatitis
Formen:
1. akute Leberentzündung durch Hepatitis-Viren, auch Hepatitis infectiosa genannt:
a) Hepatitis A
b) Hepatitis B
c) Hepatitis C
d) Hepatitis D
e) Hepatitis E
f) Hepatitis G
g) sogenannte Hepatitis Agens unbekannt: Bezeichnung für eine akute Leberentzündung durch Infektion mit vermuteten, bislang aber unbekannten Viren, bei der der Nachweis der Hepatitis-Viren A-G bzw. von anderen lebertypischen Viren nicht gelingt.
2. akute Leberentzündung im Rahmen anderer, den gesamten Organismus betreffender Infektionskrankheiten:
a) durch Viren, v. a. durch Herpes-Viren, Coxsackie-Viren, Arboviren und Arenaviren (z. B. Lassafieber).
b) durch Bakterien, v. a. Brucellosen, Leptospirosen und Typhus abdominalis.
c) durch Parasiten: z. B. Malaria, Amöbeninfektion.
3. toxische akute Hepatitis durch Medikamente oder Alkohol.
4. akute Leberentzündung im Rahmen anderer Lebererkrankungen (z. B. Tumoren wie dem primären Leberzellkarzinom, Stoffwechselkrankheiten). - Hepatitis, autoimmuneS. chronische Hepatitis.
- Hepatitis, chronischeEntzündung der gesamten Leber, die länger als 6 Monate anhält. Es handelt sich um eine allgemeine Reaktion der Leber auf schädliche Faktoren unterschiedlichster Art. Es existieren zwei verschiedene Formen, die sich aber vermutlich in Bezug auf die Heilungsaussicht nicht unterscheiden:
1. chronisch-persistierende (andauernde) Hepatitis,
2. chronisch-aggressive (zerstörende) Hepatitis.
Symptome: Die chronische Hepatitis verläuft meist ohne Krankheitszeichen oder zeigt wenig für die Erkrankung typische Beschwerden (z. B. Müdigkeit, Leistungsminderung). Im entzündlichen Schub gleicht das Krankheitsbild der akuten Hepatitis. Im weiteren Verlauf treten zunehmend Zeichen einer Schrumpfleber (Leberzirrhose) auf.
Komplikationen: Die chronische Leberentzündung kann in eine Schrumpfleber übergehen. Ferner besteht die Gefahr der Entwicklung eines Leberzellkrebs (Leberkarzinom).
Diagnose: Laborchemische Untersuchungen: Erhöhung der Leberwerte (vgl Leberfunktionsproben), Bestimmung von Antikörpern. Ultraschalluntersuchung der Leber, Computertomographie (CT), Kernspintomographie, Entnahme einer Gewebeprobe aus der Leber (Leberbiopsie), evtl. Bauchspiegelung.
Ähnliche Erkrankungen: Bestimmte Formen der Schrumpfleber sowie einige lebertypische Stoffwechselkrankheiten ähneln in ihrem Verlauf der chronischen Leberentzündung.
Therapie: Allgemeine Massnahmen wie Verzicht auf Alkohol, Vermeiden von bestimmten (v. a. für die Leber giftigen) Medikamenten und Bettruhe, Medikamente (Interferon alpha, Glukokortikoide), Lebertransplantation.
Formen:
1. chronische Leberentzündung durch Infektion mit Hepatitis-Viren.
a) Hepatitis B:
häufigste Form der chronischen Leberentzündung (weltweite Häufigkeit ca. 5 %). Etwa 20 % der akut Infizierten entwickeln eine chronische Leberentzündung, die ohne Behandlung meist in eine Schrumpfleber (Leberzirrhose) übergeht.
b) Hepatitis B und Hepatitis D:
chronische Leberentzündung meist als Folge einer zusätzlichen Infektion mit Hepatitis-D-Virus. Die Heilungsaussicht ist auch bei Behandlung schlecht.
c) Hepatitis C:
häufige chronische Leberentzündung mit meist weniger heftigem Verlauf und gelegentlich gleichzeitigem Auftreten mit Autoimmunkrankheiten. Ein dauerhafter Behandlungserfolg wird nur bei ca. 25 % der Patienten erreicht. Weniger erfolgreich ist die Behandlung bei hohem Alter des Patienten, langem Verlauf der Erkrankung oder hoher Anzahl von Viren im Blut.
2. autoimmune chronische Leberentzündung
Diese Autoimmunkrankheit tritt insbesondere bei jungen Frauen auf. Es besteht eine familiäre Erkrankungsneigung, häufig mit Befall weiterer Organe (z. B. Schilddrüse, Gelenke). Die Behandlung erfolgt medikamentös.
3. toxische chronische Leberentzündung
Diese Form der Leberentzündung wird durch Medikamente, Gefahrstoffe oder Alkohol verursacht. Es gibt keine für die Erkrankung spezifische Behandlung, der Patient sollte den Kontakt mit den verursachenden Stoffen meiden. - Hepatitis, neonataleDiese Krankheitsbild ist durch eine länger andauernde Neugeborenengelbsucht (s. Icterus neonatorum, Ikterus) gekennzeichnet. Die Heilungsaussicht ist gut.
Ursache: Die Neugeborenengelbsucht kann durch Virusinfektionen, Ernährung über Infusionen, vermehrten Anfall gelbfärbender Stoffwechselprodukte (posthämolytische Cholestase) oder einen angeborenen Gendefekt entstehen.
Diagnose: röntgenologischer Nachweis gallengängiger Stoffe. Untersuchung von Gewebeproben aus der Leber.
Ähnliche Erkrankungen: Unter der Geburt übertragene Hepatitis B oder ein angeborener Gallengangverschluss ähneln der Neugeborenengelbsucht.
Therapie: Die Behandlung erfolgt den Beschwerden entsprechend. - Hepatitis-A-VakzineImpfstoff zur aktiven Immunisierung (Schutzimpfung) gegen das Hepatitis-A-Virus (vgl. Hepatitis A) aus abgetöteten Hepatitis-A-Viren, die auf menschlichen Zellen gezüchtet wurden und an Aluminiumhydroxid gebunden sind. Nach zweimaliger Impfung ist mit einem mindestens fünf Jahre anhaltenden Schutz zu rechnen (Kontrolle des Blutspiegels notwendig). Eine Impfung ist zu empfehlen bei gefährdeten Personen und für Reisende in Gebiete, in denen die Erkrankung häufig ist (auch in Kombination mit Hepatitis-B-Vakzine). Vgl. Hepatitis-Viren, akute Hepatitis.
- Hepatitis-B-VakzineGentechnisch gewonnener Impfstoff zu aktiver Immunisierung gefährdeter Personengruppen gegen Hepatitis-B-Virus (s. Hepatitis B), insbesondere zur Schutzimpfung von Dialysepatienten, Patienten, denen häufig Blut oder Blutprodukte übertragen werden sowie von Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern, Drogenabhängigen und medizinischem Personal.
Die Grundimmunisierung besteht aus zwei oder drei Impfungen und einer verstärkenden Impfung nach 6 bis 12 Monaten. Eine Auffrischung sollte nach ca. 5 Jahren erfolgen (Kontrolle des Blutspiegels notwendig). Da es relativ lange dauert, bis der Impfschutz vollständig wirksam ist, wird Personen, die plötzlich einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, zusätzlich die passive Immunisierung (Antikörper gegen Hepatitis-B-Virus) empfohlen. Nach einem Jahr besteht bei mehr als 95 % der Geimpften ein Impfschutz. Auch sind Kombinationsimpfstoffe gegen Hepatitis A und B zu erhalten. Vgl. Hepatitis-Viren, Hepatitis, akute. - Hepatitis-SchutzimpfungSchutzimpfung gegen durch Viren verursachte Leberentzündung (vgl. akute Hepatitis, Hepatits-A-Vakzine, Hepatits-B-Vakzine) Die Impfstoffe gegen Hepatitis werden inzwischen meist gentechnisch hergestellt. Sie enthalten entweder inaktivierte Eiweiss-Stoffe von Hepatitis-A-Viren, die den Körper zum Aufbau einer Immunabwehr anregen, ohne das er erkrankt oder sie bestehen aus dem Antigen von der Oberfläche der Hepatitis-B-Viren. Die Impfung für Hepatitis-A besteht aus zwei Impfungen, die innerhalb von 6-12 Monaten (je nach Präparat) gespritzt werden. Der Schutz hält rund 10 Jahre an. Gegen die Hepatitis B kann eine Impfung aus drei Spritzen gegeben werden (2. Impfung nach 1 Monat, 3. Impfung nach 6-12 Monaten). Die Hepatitis-B-Impfung schützt nur 3-5 Jahre vor einer Ansteckung. Heutzutage gibt es auch einen Kombinationsimpfstoff für Hepatitis A und B. Dieser muss dreimal verabreicht werden (2. Impfung nach 1 Monat, 2. Impfung nach 6-12 Monaten).
- Hepatitis-VirenErreger einer beim Menschen auftretenden, ansteckenden Allgemeininfektion, die sich unter anderem in der Leber abspielt (akute Hepatitis, chronische Hepatitis).
Einteilung:
1. Hepatitis-A-Virus (Abk. HAV):
Erreger der Hepatitis A. Es handelt sich um ein würfelförmiges Virus (Durchmesser 27 nm), das beim Menschen und einigen Menschenaffen nachgewiesen werden kann.
2. Hepatitis-B-Virus (Abk. HBV):
Erreger der Hepatitis B. Es handelt sich um ein würfelförmiges Virus (Durchmesser 42-45 nm).
3. Hepatitis-C-Virus (Abk. HCV):
Erreger der Hepatitis C. Es handelt sich um ein Virus (Durchmesser 50-60 nm) mit hohem Potential, genetische Veränderungen hervorzurufen. Es existieren mindestens 6 genetisch unterschiedliche Typen (1-6) und 3 Subtypen (a-c), deren geographische Verteilung äusserst wechselhaft ist .
4. Hepatitis-D-Virus (Abk. HDV):
Erreger der Hepatitis D. Es handelt sich um ein nacktes Mini-Virus (Viroid), das nur aus Geninformation besteht.
5. Hepatitis-E-Virus (Abk. HEV):
Erreger der Hepatitis E. Diese Virus ist als eigene Gattung klassifiziert . Es kommt nur beim Menschen vor.
6. Hepatitis-G-Virus (Abk. HGV):
Erreger der Hepatitis G. Es handelt sich um ein Virus mit Ähnlichkeit zu HCV. Es verursacht nur selten eine Leberentzündung. Verschiedene Untersuchungen weisen auf die Existenz weiterer Hepatitis-Viren hin. - HepatomaMedizinischer Ausdruck für Lebertumore*.
- HepatovirusDie Leber infizierendes Virengattung, zu der auch das Hepatitis A Virus gehört. Dieses Virus kommt bei Menschen und Affen vor. Es kann in Muscheln angereichert sein. Krankheitsauslösend beim Menschen ist das Hepatitis-A-Virus, das über Stuhl und Ausscheidungen durch Schmutz- und Schmierinfektion übertragen wird. Die Infektion verläuft entweder unbemerkt oder mit Krankheitszeichen wie Leberentzündung und Gelbsucht, nur selten verläuft die Krankheit plötzlich und massiv (vgl. Hepatitis-Viren).
- HepatozytenMedizinischer Ausdruck für Leberzellen. In den Leberzellen finden zahlreiche wichtige chemische Vorgänge statt (s. Leberfunktionen).
- HeroinabhängigkeitEs handelt sich um die körperliche (physische) und geistige (psychische) Abhängigkeit von Heroin, das geschnupft oder (überwiegend) in den Blutkreislauf gespritzt (injiziert) wird und zu Hochgefühlen, Schwindel und dämpfender Wirkung auf das Zentralnervensystem führt. Bei einer Heroinabhängigkeit führt Verzicht auf die Droge zu einem schweren Entzugssyndrom mit Schwindel, Durchfall, Erbrechen, Schweissausbrüchen, Blutdruckanstieg, Schlaflosigkeit und Schmerzen. Das Entzugssyndrom erreicht ca. 36-72 Std. nach der letzten Spritze seinen Höhepunkt und kann 5-8 Tage anhalten. Ausserdem besteht ein erhöhtes Risiko für durch Blut übertragbare Krankheiten wie HIV-Erkrankung (AIDS), Hepatitis B und Hepatitis C bei Nutzung gebrauchter Spritzen, das so genannte "needle-sharing".
Therapie: Prinzipiell wird als Ziel Drogenfreiheit angestrebt, d. h. es erfolgt (meist) eine stationäre Entziehung und langfristige intensive psychische und soziale Betreuung (Entwöhnung). Unter bestimmten Voraussetzungen wird als Behandlungsalternative eine Drogenersatzbehandlung mit Methadon durchgeführt. - Herzauch Cardia genannt
Muskuläres Hohlorgan mit der Aufgabe, durch wechselnde Kontraktion (Systole) und Erschlaffung (Diastole) von Vorhöfen und Kammern den Blutstrom in den Gefässen in Bewegung zu halten (vgl. Blutkreislauf). Das Herz liegt umgeben vom Herzbeutel auf dem Zwerchfell und zwischen den Lungen. Durch eine Scheidewand (Septum) wird das Herz in eine linke (linkes Herz) und eine rechte Hälfte (rechtes Herz) geteilt, jede Hälfte wieder in eine obere, muskelschwächere Abteilung, den Vorhof (Atrium), und eine untere, muskelstärkere Abteilung, die Kammer (Ventriculus; dabei ist die linke Kammer muskelstärker als die rechte).
Die Herzwand besteht aus drei Schichten: Herzinnenwand (Endokard), Mittelschicht (Myokard) und Aussenschicht (Perikard).
In die Vorhöfe münden rechts die aus dem Körper kommenden Hohlvenen (Vena cava superior und Vena cava inferior) mit sauerstoffarmem Blut. In den linken Vorhof münden die aus der Lunge kommenden Venen (Venae pulmonales), die sauerstoffreiches Blut führen. Aus der rechten Herzkammer tritt rechts der Stamm der Lungenarterien (Truncus pulmonalis) aus, durch den das sauerstoffarme Blut in die Lungen gelangt. Aus der linken Kammer tritt die grosse Körperschlagader (Aorta) aus. Über diesen Weg wird der Körper mit sauerstoffreichem Blut versorgt.
Das Herz besitzt vier Klappen, die am Herzskelett angeheftet sind. Die Segelklappen sind Verschlusseinrichtungen zwischen Vorhöfen und Kammern. Die Taschenklappen sitzen am Beginn des Truncus pulmonalis und der Aorta.Sie verhindern während der Diastole den Rückstrom des Bluts in die Kammern.
- Herz-Kreislauf-ErkrankungenDefinition
Allgemeine Sammelbezeichnung für krankhafte Störungen von Herz- und Blutkreislauffunktionen. Zu den Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören z. B. Bluthochdruck (Hypertonie), die so genannte Arterienverkalkung (Arteriosklerose), arterielle Verschlusskrankheiten, Krampfadern (vgl. Varikose) neben verschiedenen, das Herz betreffende Erkrankungen. Zu diesen gehören unter anderem Mangeldurchblutung der Herzkranzgefässe (Koronarinsuffizienz, koronare Herzkrankheiten) mit akuten Ausprägungen wie Angina pectoris und Herzinfarkt, unzureichende Leistungen des Herzmuskels (vgl. Linksherzinsuffizienz) und seltene Herzmuskelerkrankungen (vgl. Kardiomyopathie).
Ursachen
Herz-Kreislauf-Erkrankungen umfassen zahlreiche sehr unterschiedliche Störungen. Die Ursachen der Arteriosklerose, die selbst als begünstigender Faktor für z.B. Durchblutungsstörungen und Thrombose gilt, sind nicht endgültig geklärt. Zahlreiche Giftstoffe oder Krankheiten werden für die Auslösung und Förderung der Arteriosklerose verantwortlich gemacht, z.B. Bluthochdruck (Hypertonie), Blutfetterhöhung (insbesondere Hypercholesterolämie), Nicotin, psychischer Stress, und familiäre Belastung. Bluthochdruck kann auf eine falsche Ernährung, aber auch auf bestimmte Hormonstörungen, die Einnahme mancher Medikamente oder andere Ursachen zurückzuführen sein. Ein akuter arterieller Verschluss wird meist durch eine Thrombose oder eine Embolie ausgelöst. Eine Koronarinsuffizienz ist Folge einer Koronarsklerose; sie kann zu einer Angina pectoris bis hin zum Herzinfarkt führen. Er wird durch die kritische Mangeldurchblutung ausgelöst, die durch den Verschluss eines Herzkranzgefässes durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) zustande kommt. So genannte Krampfadern entstehen oft infolge einer angeborenen Bindegewebeschwäche oder einer Insuffizienz der Venenklappen.
Für viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten Übergewicht, Diabetes mellitus (Typ 2 Diabetes, Typ 1 Diabetes) eine unausgewogene, fettreiche Ernährung und mangelhafte Bewegung als begünstigende Faktoren.
Symptome
Ein zu hoher Blutdruck (Hypertonie) wird oft von unspezifischen und sehr variabel ausgeprägten Symptomen begleitet wie von Schwindel, Kopfschmerz, Sehstörungen und anderen. Der Verlauf ist häufig zunächst auch frei von Symptomen bis zum Auftreten von Symptomen als Folge von Organschäden (vor allem frühzeitige Entwicklung einer Arteriosklerose mit koronarer Herzkrankheit und anderen Erkrankungen). Eine Arteriosklerose äussert sich in der Regel durch eine Ischämie und verschiedenen Folgeerkrankungen. Symptome einer Angina pectoris sind plötzlich einsetzende Schmerzen im Brustkorb, die ausstrahlen und häufig mit einem Engegefühl einhergehen; diese Symptome sind länger anhaltend und intensiver bei einem Herzinfarkt.
Diagnose
Anhand spezifischer Symptome können Diagnosen gestellt werden, doch für viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen stehen zusätzliche diagnostische Verfahren zur Verfügung, z.B. Blutdruckmessung (direkte oder indirekte), Elektrokardiographie, röntgenologische Darstellung von Blutgefässen (Angiographie) und Ultraschalldiagnostik.
Therapie
Neben einer meist empfohlenen Änderung der Lebensweise werden je nach Form und Ausprägung sowohl medikamentöse als auch operative therapeutische Massnahmen im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt. Grundsätzlich steht die Behandlung einer Grunderkrankung im Vordergrund. Zu den Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die eine Gefährdung darstellen und bei denen längerfristig ein Risiko akuter Komplikationen besteht, gehören Bluthochdruck und Arteriosklerose. Ein zu hoher Blutdruck kann teilweise durch Kochsalzreduktion, Normalisierung des Körpergewichts und Verminderung so genannter Stressoren und durch das Ausüben von Ausdauersportarten wie Radfahren, Schwimmen und Jogging normalisiert werden. Diese Lebensweise wirkt auch der Ausbildung oder dem Fortschreiten einer Arteriosklerose entgegen.
Prävention
Risikofaktoren wie z.B. Nicotin, andauernder Bewegungsmangel, unausgewogene fettreiche Ernährung und Übergewicht sollten vermieden werden. Bei Übergewicht sollte das Gewicht reduziert werden. - HerzechoUmgangssprachliche Bezeichnung für Echokardiographie.
- Herzerkrankung, ischämisches. koronare Herzkrankheit
- HerzglykosideBezeichnung für in verschiedenen Pflanzen, z. B. Digitalisarten, Strophanthusarten, Scillaarten und Convallariaarten und auch in bestimmten Kröten vorkommende Stoffe mit ähnlicher chemischer Struktur und bestimmten Wirkungen am Herzen.
Wirkungen
Steigerung der Kraft des Herzmuskels und Erhöhung des Schlagvolumens, Senkung der Herzfrequenz mit der Folge einer Verbesserung der Pumpleistung am Herzen, sofern eine Herzinsuffizienz besteht. Zwischen einzelnen Herzglykosiden bestehen erhebliche Unterschiede hinsichtlich Wirkungseintritt, Wirkungsdauer und Wirkungsverlust. Allen Herzglykosiden gemeinsam ist der geringe Unterschied zwischen der Dosis der erwünschten Arzneimittelwirkung und der Dosis der Vergiftung (geringe therapeutische Breite). Die Einstellung mit Herzglykosiden muss daher vorsichtig und individuell erfolgen.
Verwendung
Bei Herzinsuffizienz und bestimmten Herzrhythmusstörungen.
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen, Sehstörungen, Pupillenweitstellung, Halluzinationen, (teils lebensgefährliche) Herzrhythmusstörungen. - HerzhypertrophieHerzvergrösserung infolge Dickenzunahme der Herzmuskelfasern eines oder aller Herzabschnitte.
Ursachen
Ohne bekannten Grund oder durch krankhafte Dauerbelastung besonders bei angeborenen Herzfehlern, erhöhtem Widerstand der peripheren Gefässe (z. B. bei Bluthochdruck oder Arteriosklerose), erhöhtem Druck im Lungenkreislauf, Dauererhöhung des Herzschlagvolumens (z. B. bei Schilddrüsenüberfunktion). - Herzinfarktauch Myokardinfarkt oder Herzmuskelinfarkt genannt
Absterben des Gewebes in einem Bereich des Herzmuskels. Ein Herzinfarkt tritt als akute Komplikation auf meist bei einer bestehenden unzureichende Durchblutung der Herzkranzgefässe.
Ursachen
Anhaltende kritische Mangeldurchblutung bei schon zuvor bestehender unzureichender Durchblutung der Herzkranzgefässe (Koronarinsuffizienz) oder länger andauernden Krämpfen der Koronargefässe. Der Herzinfarkt tritt häufig bei oder nach körperlicher oder psychischer Belastung auf. Er ist die Folge des gesteigerten Sauerstoffbedarfs des Herzmuskels oder der akuten Unterbrechung der Blutversorgung vor allem bei Verhärtung und Einengung der Blutgefässe (Arteriosklerose) mit Verschluss eines Herzkranzgefässes durch Blutgerinnsel.
Symptome
Schweres Druckgefühl hinter dem Brustbein mit Brustschmerzen und ausstrahlenden Schmerzen ähnlich der Angina pectoris, in der Regel aber intensiver. Die Schmerzen treten meist in Kombination mit Angst und einem Vernichtungsgefühl auf. Es kommt häufig zu niedrigem Blutdruck, schnellem kleinem Puls, Blässe und kaltem Schweiss, Übelkeit und manchmal Erbrechen.
Diagnose
1. Anhand der Symptome; 2. Elektrokardiographie (EKG); 3. Nachweis erhöhter Konzentration herzmuskelspezifischer Enzyme im Blut; 4. Erhöhung der Konzentrationen der Muskelproteine Troponin T und Troponin I im Blut; 5. Weitere Laboruntersuchungen des Bluts zeigen beschleunigte Blutsenkungsgeschwindigkeit, erhöhte Konzentration von weissen Blutkörperchen und Blutzuckererhöhung.
Therapie
1. Erstmassnahmen: Die Schmerzbekämpfung erfolgt mit gefässerweiternd wirkendem Nitroglycerol (s. Nitrate, organische) und Analgetika. Acetylsalicylsäure hemmt die Zusammenballung der Blutplättchen, Heparin hemmt die Blutgerinnung. Bei Vorliegen der Voraussetzungen (keine Gegenanzeigen, Infarktereignis weniger als sechs Stunden zurückliegend) sollten möglichst frühzeitig Blutgerinnsel aufgelöst (vgl. Thrombolyse) oder das verschlossene Herzkranzgefäss mit einem Ballonkatheter aufgedehnt werden. 2. Nach Abschluss der Akuttherapie (bei kompliziertem Verlauf auch früher) wird eine Herzkatheteruntersuchung (Koronarangiographie) durchgeführt zur Klärung der weiteren Therapie. - Herzinsuffizienzauch Myokardinsuffizienz oder Herzmuskelschwäche genannt
Unzureichende Funktion des Herzens, bei der das Herz nicht mehr imstande ist, eine den Anforderungen entsprechende Förderleistung zu erbringen.
Einteilung
Nach dem betroffenen Herzabschnitt in Rechtsherz-, Linksherz- und beidseitige Insuffizienz, nach der Stabilität eines durch körpereigene Mechanismen und therapeutische Massnahmen beeinflussten Gleichgewichts in kompensierte und dekompensierte Herzinsuffizienz, nach dem Verlauf in akute bzw. chronische Herzinsuffizienz, nach dem Schweregrad in Ruheinsuffizienz bzw. Belastungsinsuffizienz. Die Einteilung durch die New York Heart Association (Abk. NYHA) nach der Schwere der Symptomatik erfolgt in vier Grade: Grad I: Beschwerdefreiheit (in Ruhe und unter Belastung); Grad II: eingeschränkte Leistungsfähigkeit ab einer mittelschweren körperlichen Belastung; Grad III: deutliche Leistungseinschränkung schon bei geringer Belastung, jedoch Beschwerdefreiheit in Ruhe; Grad IV: Beschwerden bereits in Ruhe.
Ursachen
Herzinfarkt, Kardiomyopathie, angeborene oder erworbene Herzfehler, Bluthochdruck (Hypertonie), Herzrhythmusstörungen, koronare Herzkrankheit, Herzmuskelentzündung.
Symptome
Bei nicht mehr ausreichendem Ausgleich der verminderten Funktion Stauungszeichen im grossen und kleinen Kreislauf (Lungenödem, Wasseransammlungen im Gewebe besonders der Beine), Verminderung der Blutversorgung der Kreislaufperipherie, Herzvergrösserung, beschleunigter Herzschlag, Zyanose (blau-rote Verfärbung von Haut und Schleimhäuten bei Sauerstoffmangel im Blut).
Diagnose
Symptomatik und körperliche Untersuchung, Echokardiographie (Ultraschalluntersuchung des Herzens), Elektrokardiographie, Röntgenaufnahme der Brustorgane.
Therapie
ACE-Hemmer, Betarezeptorenblocker, Diuretika, Herzglykoside, herzkraftverstärkende Substanzen, organische Nitrate und andere. - HerzkatheterisierungMethode zur Untersuchung des Herz-Kreislauf-Systems mit Hilfe von vorgeformten, Röntgenkontrast gebenden Kathetern kleinen Durchmessers.
Durchführung
Nach Punktion (Anstechen) oder chirurgischer Eröffnung einer Arterie (Linksherzkatheter) oder Vene (Rechtsherzkatheter) ist eine Sondierung aller zentralen Herz- und Gefässabschnitte möglich.
Anwendung
Über eine Herzkatheterisierung können vielfältige Untersuchungen durchgeführt werden, z. B. Druckmessung: Sondierung der Herzhöhlen und herznahen Gefässabschnitte unter Röntgenkontrolle, Registrierung von Druckkurvenverläufen in Ruhe und unter verschiedenen Belastungsbedingungen zur Beurteilung der Herzfunktion. Berechnung verschiedener den Blutfluss betreffender Grössen, z. B. Kreislaufwiderstände, Klappenöffnungsflächen, Herzarbeit, Schlagarbeit, Schlagleistung. Therapeutische Anwendung z. B. zur Koronarangioplastie (s. PTCA), koronaren Thrombolyse (medikamentöse Auflösung eines Blutgerinnsels in den Herzkranzgefässen) bei akutem Herzinfarkt oder bei Anlage eines Herzschrittmachers. - Herzkrankheit, koronareauch stenosierende Koronarsklerose, koronare Herzerkrankung oder ischämische Herzerkrankung genannt
Erkrankung uneinheitlicher Ursache, die durch eine von Anfang an bestehende unzureichende Durchblutung der Herzkranzgefässe (primäre Koronarinsuffizienz) gekennzeichnet ist. Häufigste Ursache ist eine Arteriosklerose der grossen Herzkranzgefässe oder eine Erkrankung der kleinen Herzkranzgefässäste (s. Mikroangiopathie; Small vessel disease), seltener zusätzlich Krämpfe der Herzkranzgefässe (Prinzmetal-Angina).
Formen
1. Koronare Herzkrankheit ohne Krankheitszeichen (so genannte stumme Ischämie); 2. koronare Herzkrankheit als Angina pectoris, Herzinfarkt, Linksherzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen oder akuter Herztod.
Risikofaktoren
Nicotinkonsum, Bluthochdruck (Hypertonie), hohe Blutfettkonzentration (insbesondere erhöhtes LDL-Cholesterol), erniedrigtes HDL-Cholesterol, erhöhtes Lipoprotein A, Diabetes mellitus (Typ 2 Diabetes, Typ 1 Diabetes), Übergewicht, erhöhte Konzentration an Fibrinogen (Blutgerinnungsfaktor) im Blut, Bewegungsmangel, psychischer Stress.
Diagnose
Elektrokardiographie in Ruhe, Belastungs- und Langzeitelektrokardiographie, Stressechokardiographie (Ultraschalluntersuchung des Herzens unter Stressbedingungen; vgl. Echokardiographie), Myokardszintigraphie (Untersuchung des Herzmuskels mit einer radioaktiven Substanz), Koronarangiographie (Herzkatheteruntersuchung).
Therapie
1. Medikamentöse Therapie, z. B. organische Nitrate, Calciumantagonisten, Betarezeptorenblocker, Acetylsalicylsäure; 2. Wiedereröffnung verengter oder verschlossener Gefässe: Koronarangioplastie (Aufdehnung mit Ballonkatheter), evtl. kombiniert mit Stent-Implantation (Einsetzen einer röhrenförmigen Drahtkonstruktion zum Offenhalten des Gefässes); chirurgische Ausschälung eines verschlossenen Herzkranzgefässes, aortokoronarer Bypass (chirurgische Gefässverbindung zwischen Hauptschlagader und Herkranzgefässen unter Umgehung der verschlossenen Gefässstrecke); 3. Herztransplantation. - Herzleistungdie während einer Minute vom Herzen gepumpte Blutmenge, s. Herzminutenvolumen
- Herzminutenvolumenauch Herzzeitvolumen oder Minutenvolumen genannt
Die in einer Minute vom linken Ventrikel des Herzens ausgeworfene Blutmenge (Herzminutenvolumen = Schlagvolumen × Herzschläge/min). Beim gesunden, ruhenden Menschen beträgt das Herzminutenvolumen 4,5-5 l/min.
- Herzmuskelschwäches. Herzinsuffizienz
- Herzperiodes. Herzzyklus
- HerzrhythmusstörungenBezeichnung für alle Veränderungen der Herztätigkeit, die durch eine unregelmässige Abfolge der Erregungen (Arrhythmie), eine Abweichung von der normalen Herzfrequenz (60-100 Schläge/min) oder eine Störung des zeitlichen Ablaufs der einzelnen Herzaktionen gekennzeichnet sind. Die Einteilung erfolgt anhand der Herzfrequenz (bradykard für erniedrigte, tachykard für erhöhte Herzfrequenz), der Lokalisation oder des Entstehungsmechanismus.
Ursachen
Veränderungen des Erregungsleitungssystems des Herzens durch organische Herzerkrankungen, Elektrolytstörungen, vegetative und psychosomatische Störungen, Medikamente (insbesondere Herzglykoside, Psychopharmaka), Vergiftungen, hormonelle Störungen (vor allem der Schilddrüsenfunktion) sowie Elektrounfälle oder Herzverletzungen (selten). Herzrhythmusstörungen kommen häufig auch bei Gesunden vor (vor allem bei Kindern, Jugendlichen, Sportlern).
Symptome
Herzrhythmusstörungen haben oft keine Symptome. Häufig werden sie als Herzklopfen, Herzrasen oder Herzstolpern (vor allem Extrasystolen) wahrgenommen. Bei entsprechender Grunderkrankung können Symptome einer zerebralen Durchblutungsstörung, Koronarinsuffizienz (Angina pectoris, Herzinfarkt) sowie Herzinsuffizienz Schock und kardiale Thromboembolien auftreten. - Herzsonographies. Echokardiographie
- Herztod, akuterTod innerhalb weniger Minuten durch plötzlich eingetretenes Herzversagen. Häufigste Ursache ist die koronare Herzkrankheit mit Herzinfarkt und/oder hochgradigen Herzrhythmusstörungen.
- Herzzyklusauch Herzperiode genannt
Dauer einer vollständigen Herzaktion, bestehend aus Systole (Anspannung und Zusammenziehung des Herzmuskels) und Diastole (Entspannung und Erschlaffung des Herzmuskels nach einer Systole). - HexosenMonosaccharide mit sechs Kohlenstoffatomen. Es gibt acht Aldosen (z. B. Glukose, Mannose, Galaktose) und sechs Ketosen (z. B. Fruktose), die sich durch ihre namengebende chemische Struktur unterscheiden.
- High-Density-Lipoprotein (HDL)-Cholesterineine Form von Cholesterin, die im Blut zirkuliert; das HDL wird im Allgemeinen als das gute Cholesterin bezeichnet, da es das Risiko einer Herzerkrankung verringert, wenn es in höheren Konzentrationen im Blut vorkommt; die HDL-Cholesterin-Normalwerte für Erwachsene sind bei Männern >45 mg/dl und bei Frauen >55 mg/dl
- Hilfsstoffeine inaktive oder inerte Substanz, die einer Medikamentenrezeptur beigefügt wird, um dem Medikament Stabilität oder Masse zu verleihen
- HirntumoreTumore innerhalb des Hirnschädels. Man unterscheidet primäre Hirntumore, die von den einzelnen Gewebearten des Gehirns (z. B. Hirnhäute, Hirnanhangsdrüse, Nervenzellen) ausgehen und sekundäre Hirntumore, die entweder Metastasen* anderer Tumore sind oder von dem das Gehirn umgebenden Knochen ausgehen. Entsprechend der Gut- oder Bösartigkeit der Tumore gibt es vier Grade:
Grad I: gutartig
Grad II: weitgehend gutartig, Überlebenszeit nach Operation 3-5 Jahre
Grad III: weitgehend bösartig, Überlebenszeit nach Operation 2-3 Jahre
Grad IV: bösartig, Überlebenszeit nach Operation 6-15 Monate.
Häufigkeit: Hirntumore nehmen einen Anteil von 7-9% aller Tumorerkrankungen ein. Männer sind häufiger befallen als Frauen.
Klinik: Die Krankheitszeichen hängen vom Ort, an dem sich der Tumor befindet und dessen Wachstumsgeschwindigkeit ab. Anfänglich können oft Kopfschmerzen, epileptische Anfälle, Wesensveränderungen, Ausfälle einzelner Hirnfunktionen wie z. B. Sprach- oder Bewegungsstörungen sowie Vergesslichkeit auftreten. Später kommt es ggf. zu einer Wasserkopfbildung durch Abflussstauung des Hirnwassers, Schlaganfällen durch Druck auf Blutgefässe sowie Druck auf das gesamte Gehirn mit Einklemmung im Bereich des Übergangs zum Rückenmark.
Eine Abgrenzung zu Entzündungen, Durchblutungsstörungen des Gehirns, Hirnschwund (Hirnatrophie), Blutungen und parasitären Erkrankungen ist erforderlich.
Diagnose: Computertomographie oder Kernspintomographie des Schädels (mit und ohne Kontrastmittel), Darstellung der Blutgefässe (Angiographie) zur Diagnose der Lage und häufig auch der Art des Tumors, Entnahme und mikroskopische Untersuchung von Gehirngewebe und Hirnwasser, Untersuchung auf so genannte Tumormarker (Stoffe, die Hinweise auf Vorliegen, Verlauf und Prognose von Tumorerkrankungen geben können).
Therapie: Die Behandlung von Hirntumoren erfolgt operativ oder durch Strahlen- und/oder Chemotherapie. Bei Bedarf wird eine Behandlung zur Senkung des erhöhten Hirndrucks oder eine antiepileptische Therapie eingeleitet.
Prognose: Die Heilungsaussichten hängen ab von der Tumorart, dessen Wachstumsverhalten und dem Ort, an dem sich der Tumor befindet. - Histidineine der 20 Aminosäuren, welche die Bausteine für Proteine bilden; muss über die Nahrung zugeführt werden
- HistiozytomKleiner, oft bräunlicher oder gelblicher gutartiger Tumor an den unteren Extremitäten. Der Tumor kann gelegentlich in einen bösartigen Tumor (Dermatofibrom) übergehen.
- HIVAbkürzung für den englischen Begriff human immunodeficiency virus, humanes (menschliches) Immundefizienz-Virus. Virus aus der Gruppe der Retroviren. Man unterscheidet HIV-1 und HIV-2 (Vorkommen hauptsächlich in Ostafrika). Das Virus infiziert Zellen des Immunsystems wie T-Helferzellen u. a., die normalerweise Krankheitserreger abwehren und krankhaft veränderte Körperzellen vernichten und führt zur Zerstörung dieser Zellen. HIV verbleibt lebenslang in den Makrophagen.
- HIV-DemenzAuch HIV-Enzephalopathie.
- HIV-DiagnoseS. HIV-Erkrankung.
- HIV-EnzephalopathieAuch HIV-Demenz.
Im Rahmen einer fortgeschrittenen HIV-Erkrankung auftretende Erkrankung des Gehirns. Es kommt zu voranschreitenden geistigen und zunehmenden Bewegungsstörungen.
Vorkommen: Ausgeprägt bei ca. 15% aller AIDS-Kranken, in milderer Form wesentlich häufiger.
Symptome: Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Verminderung des Antriebs (weniger innere motivierende Energie), Verlangsamung von Bewegungen.
Diagnose: Bei einer nachgewiesenen HIV-Infektion kann man die beschriebenen Symptome auf eine HIV-Enzephalopathie zurückführen, wenn alle anderen Ursachen für eine Hirnfunktionsstörung ausgeschlossen wurden (z.B. Depression, Infektionen).
Therapie: Antivirale Kombinationstherapie, auch zur Vorbeugung.
Prognose: Die HIV-Enzephalopathie führt zu einer Verkürzung der Überlebenszeit bei HIV-Erkrankung. - HIV-ErkrankungInfektion des Immunsystems mit dem humanen Immundefizienz-Virus (HIV), die eine Schwächung des Immunsystems bewirkt, was zum Auftreten verschiedener opportunistischer Infektionen und Tumorerkrankungen führt.
Vorkommen: Weltweit mit regionaler Häufung in der afrikanischen Subsahara-Region, Lateinamerika und Teilen Asiens. Nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weltweit ca. 40 Millionen Menschen mit HIV infiziert. Die ersten Erkrankungsfälle wurden 1981 in den USA bei homosexuellen Männern, Abhängigen von injizierbaren Drogen und Patienten mit Blutgerinnungsstörungen beschrieben. Vermutlich tauchten schon Ende der 70er Jahre erste Erkrankungsfälle auf, diese wurden aber nicht einer einheitlichen Erkrankung zugeordnet. 1983 wurde das humane Immundefizienz-Virus als Erreger dieser Erkrankung identifiziert.
Während in Europa und Nordamerika bis heute überwiegend homosexuelle Männer und Abhängige von injizierbaren Drogen mit HIV infiziert sind, sind in Zentral- und Ostafrika, Asien und den GUS-Staaten bereits erhebliche Prozentsätze der Gesamtbevölkerung infiziert.
Übertragungswege: Der häufigste Übertragungsweg ist der ungeschützte Geschlechtsverkehr, gefolgt von Spritzen- und Nadelaustausch bei injizierendem Drogengebrauch. Die Übertragung von der Mutter auf das Kind während der Schwangerschaft und der Geburt ist möglich. Ebenso kann das Virus über Blut- und Blutprodukte (vgl. Blutersatz) übertragen werden, dies ist seit der Einführung von Routineuntersuchung der Blutprodukte jedoch selten geworden. Das Übertragungs- und Ansteckungsrisiko ist abhängig von der Art und Dauer des Kontaktes mit infektiösen Substanzen. Bei massiver Zufuhr des Virus (z.B. bei Transfusion von infiziertem Blut) ist die Ansteckungsgefahr höher als bei der Zufuhr geringer Blutmengen. Auch sind Infizierte mit einer hohen Virusmenge (vgl. Viruslast) infektiöser als Infizierte mit einer geringen Virusmenge. Auch zusätzliche Faktoren wie Mangelernährung, Vitamin-A-Mangel oder gleichzeitige Infektion von Harn- und Genitalorganen begünstigen eine Infektion.
Verlauf: unbehandelt verläuft die Erkrankung in folgenden Phasen:
Serokonversionkrankheit: 6-16 Wochen nach der Infektion kommt es zu einer vorübergehenden Symptomatik mit Fieber, Fieber, Abgeschlagenheit, Lymphknotenschwellungen, evtl. Hautausschlag und anderen unspezifischen Beschwerden.
symptomlose Phase: für durchschnittlich 8-12 Jahre kommt es in der Regel nicht zu HIV-bedingten Beschwerden. In dieser Phase kommt es zur Virusvermehrung mit Neuinfektion weiterer Immunzellen.
beginnende Immunschwäche: auch AIDS-related complex genannt. Es treten Krankheiten auf, die auf die Immunschwäche zurück zu führen sind, aber nicht zu den so genannten AIDS-definierenden Erkrankungen gehören. Beispiele sind Infektionen des Mund- und Rachenraums mit dem Pilz Candida albicans, Virusinfektion der Zunge (orale Haarleukoplakie), Gürtelrose ( Herpes zoster).
AIDS: ausgeprägte Immunschwäche mit Auftreten so genannter AIDS-definierender Erkrankungen: z.B. Pneumocystis-carinii-Pneumonie, Toxoplasmen-Infektion des Gehirns, ausgeprägte Zytomegalie-Infektion, Kaposi-Sarkom, Tumoren des lymphatischen Systems (Lymphome) u. a.
Diagnose: Vor einer Untersuchung sollte in einem ausführlichen Beratungsgespräch geklärt werden, ob ein Infektionsrisiko bestand, warum eine Untersuchung durchgeführt werden sollte und wie mit den möglichen Ergebnissen umgegangen werden kann. Dieses Gespräch kann in spezialisierten Beratungseinrichtungen durchgeführt werden.
In der Routinediagnostik werden Suchtests auf Antikörper gegen das HI-Virus durchgeführt. 12-16 Wochen nach einer Infektion können bei 99% der Infizierten diese Antikörper nachgewiesen werden. Da es bei diesen Untersuchungen auch zu einem fälschlichen Nachweis der Antikörper kommen kann, muss jedes positive (auf das Vorliegen einer Erkrankung hinweisende) Testergebnis durch einen zweiten Test mit einer anderen Methode bestätigt werden (Nachweis der Virus-RNA durch Western Blot oder Polymerasekettenreaktion). Im Verlauf der Infektion werden in grösseren Abständen die Virusmenge (s. Viruslast), die Zahl der T-Helferzellen und der CD4/CD8-Quotient bestimmt.
Therapie: Man unterscheidet die Behandlung der HIV-Erkrankung selbst durch antivirale Therapie und die Behandlung der opportunistischen Erkrankungen. Eine antivirale Kombinationstherapie aus verschiedenen Arzneimitteln mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen kann die Virusvermehrung für längere Zeit verringern oder unterdrücken. Unter der Therapie kann es zu (teils erheblichen) Nebenwirkungen und Resistenzentwicklungen des Virus kommen. Derzeit wird empfohlen, bei rasch abfallenden T-Helferzellen oder einer T-Helferzellanzahl unter 350 pro Mikroliter und bei rascher Virusvermehrung oder Viruslast über 10 000 Kopien/ml oder bei einer HIV-bedingten Erkrankung mit der antiviralen Therapie zu beginnen. Die antivirale Therapie hat seit 1996 zu einem Rückgang der Sterblichkeit geführt. Eine Heilung der HIV-Erkrankung ist jedoch bislang nicht möglich.
Prävention: Kontakt mit Blut, Blutprodukten, Sperma und Vaginalsekret vermeiden. Anwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr, Vermeidung von gemeinsamem Gebrauch von Spritzen und Nadeln, Vermeidung von Nadelstichverletzung bei medizinischem Personal, Untersuchung von Blut- und Organspendern, Verhinderung der Übertragung von der Mutter auf das Kind durch antivirale Therapie und Entbindung durch Kaiserschnitt vor Einsetzen der Wehen. Eine Schutzimpfung ist in der Entwicklung (s. HIV-Impfung). - HIV-ImpfungDie Entwicklung einer Impfung gegen die Infektion mit dem HI-Virus ist noch nicht abgeschlossen. Da das Virus sich sehr schnell verändert, ist es schwierig eine umfassende Impfung zu entwicklen. Erste Tests an HIV-infizierten Menschen wurden bereits erfolgreich durchgeführt.
- Hochdrucks. Hypertonie, s. Bluthochdruck
- Homöostasedie Aufrechterhaltung von relativ stabilen inneren physiologischen Bedingungen (Körpertemperatur oder pH-Wert des Blutes) bei schwankenden Umweltbedingungen
- Hongkong-GrippeDie Hongkong-Grippe war eine grosse Grippewelle in den Jahren 1968-1969 . Vgl. Pandemie.
- HormoneHormone sind organische Verbindungen, die als Signalstoffe zwischen Zellen wirken und oft in Organen produziert werden, welche ihre Sekrete direkt in das Blut abgeben. Hormone gelangen mit dem Blut in freier oder gebundener Form zu ihren Erfolgsorganen, sind in extrem geringer Konzentration wirksam und beeinflussen den Stoffwechsel in charakteristischer Weise. Die spezifischen Wirkungen von Hormonen vermitteln Hormonrezeptoren (s. Rezeptoren). Regelkreise kontrollieren die komplexen Wechselwirkungen zwischen Hormonen, hormonabhängigen Stoffwechselprodukten und Nervensystem. Die Inaktivierung der Hormone erfolgt z. B. über den Abbau durch Enzyme.
Biochemische Einteilung
1. Steroidhormone; 2. Peptid- oder Proteohormone des Hypothalamus und der Hypophyse sowie Insulin und Glucagon (Bauchspeicheldrüse), Parathormon (Nebenschilddrüsen), Calcitonin (C-Zellen der Schilddrüse) und an der Verdauung beteiligte Hormone entstehen aus Prohormonen (inaktiven Vorstufen); 3. von Aminosäuren abgeleitete Hormone, z. B. Schilddrüsenhormone, Adrenalin und Noradrenalin, Histamin, Acetylcholin; 4. von ungesättigten Fettsäuren abgeleitete Hormone, z. B. Prostaglandine.
- Hormonersatztherapieauch Hormonsubstitution, Östrogenersatztherapie oder Östrogensubstitution genannt
Therapeutische Behandlung der Frau mit Östrogenen bei Wechseljahrbeschwerden zum Ausgleich der nicht mehr bestehenden körpereigenen Funktion der Eierstöcke. Östrogene wirken vorbeugend gegen Osteoporose und werden bei Rückbildungserscheinungen im Genitalbereich und im harnableitenden System sowie bei Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems (umstritten) eingesetzt. Gestagene können zusätzlich zu Östrogenen zur Vermeidung einer von Östrogenen verursachten, nicht bösartigen Wucherung der Gebärmutterschleimhaut verabreicht werden. In bestimmten Fällen sollte keine Hormonersatztherapie erfolgen, z. B. bei bestehenden Blutgerinnseln (Thrombose) und bei bestimmten Formen von Gebärmutter- oder Brustkrebs.
Medikamentöse Therapie
Die Dosierung und die Art der Anwendung unterscheiden sich je nach Bedarf. Die Hormone werden z. B. entweder eingenommen, über die Haut oder über Scheidenzäpfen aufgenommen, seltener über eine Injektion in den Muskel oder über ein Implantat unter der Haut. Zur Vorbeugung gegen Osteoporose wird eine anfänglich geringe Östrogendosis langsam gesteigert.
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Östrogene: Brustspannung, Ödeme, Gewichtszunahme, Oberbauchbeschwerden (Völlegefühl) und andere; Gestagene: Unverträglichkeitsreaktionen wie Akne können vorkommen. In der Kombinationsbehandlung wird beim Auftreten unerwünschter Arzneimittelwirkungen (nach Überprüfung der Ausgangsdosen) ggf. die Östrogendosis reduziert bzw. auf ein anderes Gestagen umgestellt. - Hormonsubstitutions. Hormonersatztherapie
- HumaninsulinMenschliches Insulin; Hormon, das aus zwei Polypeptidketten mit insgesamt 51 Aminosäuren (A-Kette: 21, B-Kette: 30 Aminosäuren) besteht, die über chemische Bindungen (Disulfidbrücken) miteinander verbunden sind. Humaninsulin unterscheidet sich von Rinderinsulin in drei, von Schweineinsulin in einem Aminosäurerest. Rinderinsulin und Schweineinsulin sind zur Therapie des insulinpflichtigen Typ 2 Diabetes oder Typ 1 Diabetes einsetzbar, besonders Rinderinsulin ist aber wegen des abweichenden molekularen Aufbaus nicht so gut verträglich wie Humaninsulin. Durch Anwendung von Humaninsulin können unerwünschte Arzneimittelwirkungen (z. B. lokale Allergien) fast vollständig vermieden werden.
Herstellung
1. Rein chemisch; Nachteil: hohe Kosten. 2. Biosynthetisch (mittels Gentechnologie) durch das Einbringen der Erbsubstanz (DNA), die für die Produktion von Insulin beim Menschen verantwortlich ist, in Mikroorganismen (Escherichia coli, Bacillus subtilis oder Hefezellen). Die Mikroorganismen werden so zu Produzenten von Humaninsulin oder dessen Vorstufen. 3. Umwandlung von Schweineinsulin in halb synthetisches Humaninsulin (Abkürzung SHI) mit annähernd gleicher Wirkung wie Schweineinsulin. - HungerAllgemeingefühl, das zur Nahrungsaufnahme veranlasst. Als Auslöser wird vor allem die Abnahme der im Organismus verfügbaren Menge an Glukose (unabhängig von der Blutzuckerkonzentration) diskutiert, die wahrscheinlich mittels Glukorezeptoren (vgl. Rezeptoren) in Zwischenhirn, Dünndarm, Leber und Magen bestimmt wird. Vgl. Appetit.
- Hungerosteopathies. Osteopathie, alimentäre
- HustenErzwungene Ausatmung gegen die zunächst geschlossene, dann plötzlich geöffnete Stimmritze im Kehlkopf. Husten ist ein lebenswichtiger Schutzreflex, der durch die Reizung von Rezeptoren in der Schleimhaut von Luftröhre und Bronchien ausgelöst wird.
Formen
1. Produktiver Husten bei dem Sekret nach aussen befördert wird; 2. Unproduktiver, trockener Husten, so genannter Reizhusten.
Therapie
1. Grundsätzlich ist die Behandlung des Hustens die Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung (z. B. Grippe); 2. Bei unproduktivem und erschöpfendem Husten sind zusätzlich Husten hemmende Mittel einzusetzen; 3. Die Naturheilkunde bietet eine Vielzahl von Heilkräutern, ein altes Hausmittel sind kühle Wickel bei Kindern mit allgemein beruhigender und dämpfender Wirkung.
Hinweis
Bei anhaltendem Husten, insbesondere bei Auftreten von eitrigem und blutigem Auswurf oder zusätzlichen Symptomen müssen weiter gehende diagnostische Massnahmen eingeleitet werden. - HustenfrakturDurch starkes Husten verursachte Rippen(serien)fraktur, vor allem bei ausgeprägter Osteoporose und Osteolyse.
- HypercholesterolämieErhöhte Konzentration von Cholesterol im Blut. Eine Hypercholesterolämie ist ein Risikofaktor für die Entstehung einer Arteriosklerose.
Formen
Primäre, familiär gehäuft auftretende Hypercholesterolämie oder sekundäre Form infolge von z. B. Diabetes mellitus (Typ 2 Diabetes, Typ 1 Diabetes), Schilddrüsenunterfunktion, Lebererkrankung. - Hyperfiltrationeine glomeruläre Filtrationsrate, die über dem normalen Bereich liegt
- HyperglykämieErhöhter Gehalt von Glukose im Blut (über 120 mg/dl bzw. 6,7 mmol/l). Vorkommen z. B. bei Typ 2 Diabetes, Typ 1 Diabetes, frischem Herzinfarkt, Nebennierenrinden-Überfunktion, Schock, Kohlenmonoxidvergiftung, zentralnervösen Störungen.
- Hyperinsulinismus1. Erhöhte Konzentration des Hormons Insulin im Blut durch vermehrte Insulinproduktion mit der Folge einer Hypoglykämie (erniedrigte Blutzuckerkonzentration). Hyperinsulinismus kommt vor bei Zellvermehrung in den Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse (Ort der Produktion von Insulin) oder Insulinom (Insulin produzierender Tumor). 2. Insulinresistenz mit der Folge einer Hyperglykämie (erhöhte Blutzuckerkonzentration) bei Typ 2 Diabetes.
- HyperkaliämiesyndromKrankheitbild infolge einer erhöhten Konzentration von Kalium im Blut (Hyperkaliämie).
Ursachen
Übersäuerung des Körpers (Azidose, z. B. bei diabetischem Koma), Bluttransfusion, Niereninsuffizienz, schwere Mehrfachverletzung, Verbrennung (Kaliumfreisetzung aus dem zerstörten Gewebe) und anderes.
Symptome
1. Unlust, Schwäche, Verwirrtheit; 2. verlangsamter Herzschlag (Bradykardie), evtl. Herzstillstand, Herzrhythmusstörungen, Veränderungen im Elektrokardiogramm; 3. subjektive Missempfindungen, z. B. Kribbeln, brennendes Gefühl auf der Haut, metallischer Geschmack im Mund, Lähmungserscheinungen der Muskulatur.
Therapie
Ionenaustauscher (oral, langsamer Wirkungseintritt), Alkalisierung (Zufuhr ausgleichender Substanzen, z. B. isotone Natriumcarbonatlösung intravenös), Glukose-Insulin-Infusion, unter Umständen Dialyse-Behandlung (so genannte Blutwäsche).
- HyperkalzämieAnstieg der Konzentration von Calcium im Blut auf mehr als 2,7 mmol/l durch erhöhte Calciumaufnahme über den Darm, verminderte Calciumausscheidung über die Nieren oder gesteigerte Calcium-Freisetzung aus dem Knochengewebe.
- HyperkalzämiesyndromSymptomenkomplex, der sich durch eine erhöhte Calciumkonzentration (Hyperkalzämie) im Blut ergeben kann: erhöhtes Harnvolumen, gesteigertes Durstempfinden und vermehrte Flüssigkeitsaufnahme, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Muskelschwäche, Lähmungserscheinungen, Kraftlosigkeit, Herzrhythmusstörungen, psychische Veränderungen bis zur Psychose, Calciumablagerungen in Organen (Augen, Gelenkknorpel, Nieren).
Komplikationen
Hyperkalzämische Krise mit Niereninsuffizienz, Schläfrigkeit, Koma und Herzstillstand.
Therapie
Bei Calciumkonzentrationen über 3 mmol/l Flüssigkeitszufuhr, harntreibende Mittel, ggf. Bisphosphonate, Glukokortikoide.
- Hyperkoagulabilitätdas Blut neigt dazu, schneller als normal zu gerinnen oder Gerinnsel zu bilden
- HyperlipidämieErhöhung von Serumlipiden ("Blutfett"); Oberbegriff für Hypercholesterolämie und Hypertriglyceridämie; s. Hyperlipoproteinämien.
- HyperlipoproteinämienFettstoffwechselstörungen mit erhöhter Konzentration bestimmter Lipoproteine im Blut und evtl. Verschiebung der Lipoproteinanteile. Vgl. Fettstoffwechsel, Hypercholesterolämie, Hypertriglyceridämie.
Formen
1. Primäre Hyperlipoproteinämien: vererbte Erkrankungen, die je nach zugrunde liegendem Defekt bzw. nach der Konstellation der erhöhten Lipoproteine in fünf Typen eingeteilt werden. 2. Sekundäre Hyperlipoproteinämien: Vorkommen z. B. bei Diabetes mellitus (Typ 2 Diabetes, Typ 1 Diabetes), Übergewicht, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Schilddrüsenunterfunktion, nach Alkoholkonsum, fettreicher Mahlzeit oder medikamentös bedingt (z. B. durch hormonale Verhütungsmittel).
Therapie
Behandlung einer Grundkrankheit, Gewichtsreduktion, Diät, evtl. Lipidsenker oder Plasmapherese (technisches Vefahren zur Entfernung z. B. von Lipoproteinen aus dem Blutplasma). - Hyperparathyroidismus, primärerÜberfunktion der Nebenschilddrüsen mit vermehrter Bildung von Parathormon, im Allgemeinen verursacht durch einen gutartigen, von Drüsengewebe abstammenden Tumor (Adenom), evtl. auch durch ein Karzinom der Nebenschilddrüsen.
Symptome
Primärer Hyperparathyroidismus kann sich bemerkbar machen durch Nierensteinkrankheit, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Osteodystrophia fibrosa generalisata, Kalkablagerung in verschiedenen Organen (Lunge, Magen, Bindehaut, Hornhaut) und Gicht. Ausserdem zeigen sich Symptome der erhöhten Calciumkonzentration im Blut.
Diagnose
Erhöhte Calciumkonzentration im Blut bzw. im Urin, erhöhte Phosphatkonzentration im Blut, Erhöhung von alkalischer Phosphatase und Parathormon, Osteodensitometrie, evtl. Knochenbiopsie.
Therapie
Chirurgisch durch Entfernung des Adenoms oder Teilentfernung der Nebenschilddrüsen. Nach einer Operation können Calciumsalze oder Vitamin D zur Vorbeugung gegen (durch Calciummangel verursachte) Muskelkrämpfe zugeführt werden. - Hyperparathyroidismus, sekundärerGrössenzunahme aller vier Nebenschilddrüsen mit vermehrter Bildung von Parathormon. Ausgelöst wird sekundärer Hyperparathyroidismus durch Erniedrigung der Calciumkonzentration im Blut (Hypokalzämie; z. B. bei Störung der Kalziumaufnahme im Darm, Vitamin-D-Mangel, Schwangerschaft, Stillen, kalkarmer Ernährung), erhöhte Phosphatkonzentration im Blut (z. B. bei stark eingeschränkter Nierenfunktion) oder beim Neugeborenen durch mütterlichen Hyperparathyroidismus.
Symptome
Normale oder erhöhte Calciumkonzentration im Blut.
Therapie
Behandlung der Grunderkrankung. - HypertensionSpannungs- bzw. Druckerhöhung; z. B. Erhöhung des arteriellen Blutdrucks (vgl. Hypertonie).
- Hypertension, portaleAuch Pfortaderhochdruck.
Bei der portalen Hypertension handelt es sich um einen erhöhten Blutdruck im Leberkreislauf. Die Erkrankung entsteht in der Regel durch mechanische Strömungshindernisse im Pfortaderkreislauf (vgl. Pfortader) , d.h. den Blutgefässen, die das Blut aus der gesamten Bauchhöhle sammelt und bis in die Leber transportieren. In den meisten Fällen (70-80 %) handelt es sich um eine Strömungsbehinderung innerhalb der Leber, z.B. bei Leberzirrhose. Strömungshindernisse vor der Leber (z.B. bei Pfortaderthrombose) sind deutlich seltener (15-25 %), Hindernisse hinter der Leber treten nur in 1 % der Fälle auf.
Als Folge einer portalen Hypertension können Umgehungskreisläufe entstehen, die zur Ausbildung von Ösophagusvarizen, Caput medusae oder Hämorrhoiden führen können.
Die Erkrankung äussert sich durch Blutungen der Ösophagusvarizen, Aszites, in einigen Fällen auch durch eine leberbedingte Gehirnschädigung oder eine Milzbeteiligung (Hypersplenismus).
Therapie: Die Behandlung erfolgt in Abhängigkeit von der auslösenden Erkrankung. In manchen Fällen kann die medikamentöse Senkung des Blutdrucks im Pfortaderkreislauf oder auch eine direkte Verbindung zwischen Bauchraum und Gefässsystem (Shunt) hilfreich sein. - Hypertensive Enzephalopathieeine Gruppe von Symptomen, darunter Kopfschmerzen, Krämpfe und Koma, die durch ein diffuses Hirnödem oder eine diffuse Hirnschwellung nach einem plötzlichen Anstieg des Blutdrucks bei einem Patienten mit langfristigem Bluthochdruck verursacht werden
- HyperthyreoseÜberfunktion der Schilddrüse mit gesteigerter Produktion und Ausschüttung von Schilddrüsenhormonen. Hyperthyreose führt zu krankhaft gesteigertem Stoffwechsel im gesamten Organismus.
Symptome
Kropf (Struma), Augensymptome (insbesondere hervorquellende Augäpfel), beschleunigter Herzschlag, Bluthochdruck (Hypertonie), Unruhe mit feinschlägigem Zittern, häufiger Wechsel der Gemütslage, warm-feuchte Haut, Schweissausbrüche, Bevorzugung kalter Umgebungstemperaturen, Durchfälle, Gewichtsabnahme trotz Heisshungers, Haarausfall, Muskelschwäche, im Fall einer Herzschwäche Verschlimmerung derselben. Bei langer Dauer der Hyperthyreose kann es zu Herzmuskelschädigung und Osteoporose kommen, oft mit gleichzeitiger Funktionsstörung anderer Drüsen und des Stoffwechsels (erhöhter Insulinbedarf bei Personen mit Diabetes mellitus). Die typischen Symptome zeigen meist jugendliche Personen, bei alten Menschen sind Verläufe mit nur einem oder wenigen verschiedenen Symptomen häufig (Altershyperthyreose).
Diagnose
Erhöhung der Gesamtkonzentration der Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und/oder Triiodthyronin (T3) im Serum (bei ca. 5 % der Patienten findet sich bei gleicher Symptomatik eine isolierte Erhöhung von Triiodthyronin, so genannte T3-Hyperthyreose). Die Konzentration des Schilddrüsen stimulierenden Hormons (TSH) im Blut ist erniedrigt als Ausdruck der gehemmten TSH-Ausschüttung des Hypophysenvorderlappens. Abklärung der Grundkrankheit mittels Ultraschalldiagnostik und Szintigraphie, ggf. Zelldiagnostik (durch Nadelpunktion der Schilddrüse).
Therapie
Je nach Ursache medikamentös mit so genannten Thyreostatika, welche die Hormonproduktion und -ausschüttung der Schilddrüsen hemmen. Gegebenenfalls ist eine operative Therapie mit thyreostatischer Vormedikation oder eine Therapie mit radioaktivem Jod angezeigt. - Hypertonieauch Hypertonus, arterielle Hypertension oder Bluthochdruck genannt
Dauernde Erhöhung des Blutdrucks auf Werte von systolisch (oberer Messwert) über 140 mmHg und diastolisch (unterer Messwert) über 90 mmHg. Nach der Krankheitsentstehungsweise unterscheidet man den Minutenvolumenhochdruck vom Widerstandshochdruck. Der Minutenvolumenhochdruck ist durch ein erhöhtes Herzminutenvolumen gekennzeichnet, das zur Erhöhung vor allem des systolischen Blutdrucks führt, z. B. bei Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose). Der Widerstandshochdruck mit einer erhöhten Spannung der peripheren Widerstandsgefässe, führt vor allem zur Erhöhung des diastolischen Blutdrucks, z. B. bei der so genannten essentiellen Hypertonie. Durch die hypertoniebedingten Gefässveränderungen geht ein Minutenvolumenhochdruck nach einiger Zeit in einen Widerstandshochdruck über.
I. Einteilung nach der diastolischen Blutdruckhöhe; Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO)
Blutdruck (mmHg)
85-89 mmHg: so genannte Grenzwerthypertonie
90-104 mmHg: milde Hypertonie
105-114 mmHg: mittelschwere Hypertonie
ab 115 mmHg: schwere Hypertonie
II. Einteilung nach Endorganschäden
WHO-Grad I: klinisch keine nachweisbare Schädigung von Herz, Niere und Gehirn, normaler Augenhintergrund; WHO-Grad II: Schädigungen an Herz, Niere oder Gehirn, Augenhintergrundveränderungen; WHO-Grad III: Schädigung mehrerer Organe, schwere Augenhintergrundveränderungen.
Symptome
Unspezifisch und sehr variabel ausgeprägte Symptome mit Schwindel, Kopfschmerz, Sehstörungen und anderem. Der Verlauf ist häufig auch symptomarm bzw. ohne Symptome bis zu deren Auftreten als Folge von Organschäden, vor allem frühzeitige Entwicklung einer Arteriosklerose mit koronarer Herzkrankheit, zerebraler Durchblutungsstörung, arteriosklerotisch bedingten Schrumpfnieren mit dauerhaft unzureichender Nierenfunktion (chronische Niereninsuffizienz) und peripheren arteriellen Verschlusskrankheiten. Bei der so genannten malignen Hypertonie kommt es inolge einer ständigen diastolischen Blutdruckerhöhung auf Werte über 120 mmHg zur Entwicklung schwerster Augenhintergrundveränderungen und einer rasch fortschreitenden Niereninsuffizienz (verläuft unbehandelt häufig innerhalb von 1-2 Jahren tödlich).
Diagnose
Kriterien für die Diagnose einer Hypertonie sind erhöhte Blutdruckwerte bei dreimaliger Messung zu mindestens zwei verschiedenen Zeitpunkten. Bei der Erstmessung in der ärztlichen Praxis werden häufig zu hohe Blutdruckwerte gemessen. Ambulante Langzeitblutdruckmessungen (24 Stunden) unter Alltagsbedingungen erlauben zuverlässigere Aussagen.
Therapie
Bei primärer Hypertonie (Bluthochdruck mit unbekannter Ursache) werden die Symptome mit Antihypertensiva behandelt. Zusätzlich erfolgt die unspezifische Behandlung vor allem durch Kochsalzreduktion, Normalisierung des Körpergewichts, Verminderung von Stressfaktoren, Ausüben von Ausdauersportarten wie Radfahren, Schwimmen, Jogging. Ziel ist die weitgehende Normalisierung des Blutdrucks. Bei Hypertonie als Folgeerkrankung steht die Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung im Vordergrund. Vgl. Blutdruckmessung, indirekte, Blutdruckmessung, direkte. - Hypertonie, maligneKlinische Bezeichnung für einen Bluthochdruck (Hypertonie) mit konstanter Erhöhung des diastolischen Blutdrucks auf über 120 mmHg, unabhängig von der Ursache.
- Hypertonie, renaleAuf einer Erkrankung des Nierengewebes oder der Nierengefässe (vor allem Nierenarterienstenose) beruhender Bluthochdruck (Hypertonie).
- HypertriglyceridämieEine Hypertriglyceridämie bezeichnet die erhöhte Konzentration von Triglyceriden im Blutserum. 1. Primäre Hypertriglyceridämie (familiäre Hypertriglyceridämie) mit einem Mangel des Enzyms Lipoproteinlipase, das Triglyceride spaltet. 2. Sekundäre Hypertriglyceridämie, d. h. als Folge von z. B. Diabetes mellitus, Übergewicht, Alkoholmissbrauch, Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), chronischem Nierenversagen oder Glykogenspeicherkrankheit. Vgl. Hyperlipoproteinämien.
- Hypertrophieabnormale Vergrößerung eines Organs oder von Gewebe, wobei es sich eher um eine Vergrößerung der Zellen als um Zunahme der Zellanzahl handelt
- Hypervolämieabnormale Volumenzunahme der zirkulierenden Flüssigkeit (Plasma) im Körper
- Hypoalbuminäämieeine abnormal niedrige Konzentration des Proteins Albumin im Blut
- HypocholesterolämieErniedrigte Konzentration von Cholesterol im Blut. Vgl. Hypolipoproteinämien.
Formen
1. Primäre (familiäre) Hypocholesterolämie; 2. sekundäre Hypocholesterolämie als Folge von Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), Störung der Verdauung (Malabsorptionssyndrom), Typ 2 Diabetes, Typ 1 Diabetes, Einnahme bestimmter Medikamente oder als Folge der Ernährung. - hypochromzu geringer Hämoglobinanteil in den roten Blutkörperchen
- HypoglykämieVerminderung der Konzentration von Glukose im Blut unter einen dem jeweiligen Lebensalter entsprechenden Wert (30 mg/dl bei Neugeborenen, 50 mg/dl bei Kindern und Erwachsenen).
Ursachen
Eine Hypoglykämie kann bei Typ 2 Diabetes oder Typ 1 Diabetes einige Zeit nach einer Mahlzeit durch Überdosierung von Insulin auftreten. Ausserdem kann sie z. B. durch die medikamentöse Behandlung mit Sulfonylharnstoffen, durch die gesteigerte Glukoseverwertung (z. B. bei Insulin produzierendem Tumor), durch verminderte Glukoseproduktion (z. B. bei Leberfunktionsstörung), Alkoholvergiftung und Mangel an Hormonen, die Insulin entgegen wirken (z. B. Glucagon) ausgelöst werden.
Symptome
1. Ausdruck der hormonellen Gegenregulation sind kalter Schweiss, Zittern, Hungergefühl, Herzklopfen, Blässe der Haut und andere; 2. neurologische Ausfälle: z. B. Koordinationsstörungen, Doppelbilder, Gangunsicherheit, manchmal Teilnahmslosigkeit, Bewusstseinsstörungen bis zum hypoglykämischen Schock, evtl. auch psychotischer Zustand mit Erregtheit und Wutausbrüchen.
Diagnose und Therapie
Nachweis der niedrigen Blutzuckerkonzentration (z. B. Schnelltest mit Teststreifen). Sofortige intravenöse Glukosegabe führt in der Regel zum Verschwinden der hypoglykämischen Symptome. - Hypoglykämieein abnormales Absinken der Zuckerwerte im Blut
- HypogonadismusFehlende oder verminderte Hormonausschüttung der Geschlechtsdrüsen (Hoden bzw. Eierstock) verbunden mit der gestörten Ausbildung bzw. einer Rückbildung von Geschlechtsmerkmalen.
Formen
1. Primärer Hypogonadismus tritt infolge einer angeborenen Fehlanlage auf durch das Fehlen oder die fehlerhafte Ausprägung der Keimdrüsen. 2. Sekundärer Hypogonadismus ist die Folge einer Störung von Gehirnzentren, welche die Aktivität der Geschlechtsdrüsen steuern (Hypothalamus, Hypophyse).
Symptome
Die Symptome sind je nach Grad des Hormonmangels unterschiedlich. Bei Auftreten eines Hypogonadismus in der Kindheit bleibt typischerweise die Pubertät aus. Bei gleichzeitigem Mangel an Wachstumshormon kann es zu Kleinwuchs kommen. Tritt der Hypogonadismus erst im Erwachsenenalter auf, kann es zu einer Rückbildung von Geschlechtsmerkmalen (möglicherweise wieder umkehrbar), zu gestörter Fortpflanzungsfähigkeit, zum Nachlassen von sexuellem Verlangen und Potenz kommen und zu allgemeinen Zeichen des Sexualhormonmangels (z. B. Sterilität, Zyklusstörungen der Frau). Unter den Drüsenerkrankungen ist der Hypogonadismus eine der häufigsten Ursachen einer Osteoporose. - HypokalzämieErniedrigte Calciumkonzentration im Blutserum (kleiner als 2,0 mmol/l bzw. 8,0 mg/dl).
Ursachen
Verminderte Produktion von Parathormon, Vitamin-D-Mangel, Rachitis, gestörte Aufnahme von Nährstoffen über den Darm, dauerhafte Einschränkung der Nierenfunktion (chronische Niereninsuffizienz), Bauchspeicheldrüsenentzündung (akute Pankreatitis) und andere.
Symptome
Gesteigerte neuromuskuläre Erregbarkeit mit anfallartigen Muskelkrämpfen. - Hypolipoproteinämienauch Hypolipidämien genannt
Erkrankungen mit erniedrigter Konzentration der Lipoproteine im Blut. Hypolipoproteinämie kann als primäre, angeborene Erkrankung vorkommen oder als sekundäre Erkrankung, die zu einer erniedrigten Konzentration verschiedener Lipoproteine und zu Hypocholesterolämie oder Mangel an Triglyceriden im Blut führen kann. Sekundäre Hypolipoproteinämien treten z. B. infolge von Hunger, Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) oder Lebererkrankungen auf. Vgl. Fettstoffwechsel. - HypopharynxkarzinomEs handelt sich um einen bösartigen Tumor, der im Übergang vom Rachen zum Kehlkopf liegt und auch als äusseres Kehlkopfkarzinom bezeichnet wird. Der Tumor tritt vor allem zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr auf, wobei Männer deutlich häufiger befallen sind als Frauen (4:1). Als Ursache gelten unter anderem Alkohol- und Tabakkonsum.
Symptome: Der Tumor macht sich bemerkbar durch einseitige, zum Ohr ziehende Schmerzen, Schluckbeschwerden, Heiserkeit, blutig durchsetzten Auswurf und eine Schwellung der am Unterkiefer gelegenen Lymphknoten.
Diagnose: Zur Diagnosestellung werden die Rachenspiegelung (evtl. mit Mikroskop) und die Computertomographie eingesetzt.
Therapie: Liegen noch keine weiter entfernten Tochtergeschwülste (Fernmetastasen, s. Metastasen) vor, besteht die Therapie in der operativen Entfernung des Kehlkopfs und der unteren Rachenteile sowie einer Neck dissection. Bei ausgedehnten Tumoren wird zusätzlich eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie eingesetzt.
Prognose: Bei Diagnosestellung liegen in 10% der Fälle Fernmetastasen (Leber, Lunge, Skelett) vor. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt bei ca. 20%. Vgl. Kehlkopfkarzinom. - Hypophyseauch Glandula pituitaria oder Hirnanhangdrüse genannt
Die Hypophyse befindet sich in der Schädelbasis und ist ein kirschgrosses Hormon bildendes Organ. Über den Hypophysenstiel ist sie direkt mit dem Hypothalamus verbunden und stellt mit diesem eine funktionelle Einheit dar. Die Hypophyse setzt sich aus verschiedenen Anteilen zusammen: 1. Hypophysenvorderlappen (Abkürzung HVL): so genannte Adenohypophyse; Hormondrüse, die mit dem Zwischenhirn über ein spezielles Gefässsystem verbunden ist. Bisher wurden sechs im HVL gebildete Hormone nachgewiesen: FSH, LH, TSH, ACTH, Prolaktin sowie STH. Mit Ausnahme der beiden letzten direkt wirksamen Hormone handelt es sich um Hormone, welche die Funktion anderer (untergeordneter) hormonbildender Organe regulieren. Die Regulation der Hormonausschüttung der Hypophyse erfolgt durch die so genannten Releasing-Hormone (freisetzende Hormone). 2. Hypophysenzwischenlappen (Abkürzung HZL): beim Menschen nur verkümmert (rudimentär) angelegt. Hier wird das Hormon MSH gebildet. 3. Hypophysenhinterlappen (Abkürzung HHL): so genannte Neurohypophyse; sie steht über Nervenfasern mit dem Hypothalamus in Verbindung. Die beiden im Hypothalamus gebildeten Hormone Oxytocin und Vasopressin (ADH) werden im HHL gespeichert und freigesetzt. - Hypoplasieein Entwicklungsstillstand, bei dem ein Organ oder Körperteil nicht seine normale Größe erreicht oder in einem unreifen Stadium bleibt
- hypoproliferativbezieht sich auf eine Anämie, die durch eine unzureichende Produktion von Erythrozyten gekennzeichnet ist
- HypothalamusDer Hypothalamus liegt unterhalb des Thalamus, einer wichtigen Koordinationsstelle äusserer Reize und Reaktionen und ist wie der Thalamus Teil des Zwischenhirns. Zum Hypothalamus gehört unter anderem der Hinterlappen der Hypophyse. Im Hypothalamus befinden sich dem vegetativen Nervensystem übergeordnete Zentren, die Regulationsvorgänge im Organismus koordinieren wie Wärmeregulation, Wach- und Schlafrhythmus, Blutdruck- und Atmungsregulation, Nahrungsaufnahme (Hunger- und Sättigungszentrum), Fettstoffwechsel, Wasserhaushalt, Sexualfunktion und Schweisssekretion. Im Hypothalamus werden hormonell wirksame Substanzen wie z. B. das Hormon ADH und Releasing-Hormone, die wiederum Hypophysenvorderlappen-Hormone freisetzen, gebildet.
- Hypoxieeine mangelnde Sauerstoffversorgung der Körpergewebe
- HämoglobinAbkürzung Hb
Hämoglobin ist der so genannte rote Blutfarbstoff, ein eisenhaltiges, Sauerstoff transportierendes Protein der Wirbeltiere. Es kommt vor allem in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) vor und ist hauptsächlich für den Sauerstofftransport von den Lungen zu den Körperzellen zuständig
- HämoglobinwertHämoglobinwert gibt an, wie viel roter Blutfarbstoff in den roten Blutkörperchen ist.
Normwerte / Referenzwerte:
Der Messwert sollte bei gesunden Männern zwischen 14 und 18 g/dl liegen.
Der Messwert sollte bei gesunden Frauen zwischen 12 und 16 g/dl liegen.
Der Normalwert unterliegt erheblichen individuellen Schwankungen, da der Körper die Menge Hämoglobin wie auch die Anzahl Erythrozyten dem Bedarf des Körpers anpasst. Die Bestimmung des Hämoglobinwertes ist eine einfache und alltägliche Analyse, deren Ergebnis schnell verfügbar ist. Nicht geklärte niedrige Hämoglobinwerte gehören grundsätzlich ärztlich untersucht
Lexikon-Einträge: Roche und Walter de Gruyter, Berlin