Glossary

Angefangen bei A wie "Abmagerung" bis hin zu Z wie "Zytostatika" bieten wir Ihnen kurze Erklärungen für Fachbegriffe aus Medizin und Wissenschaft – in klaren und einfachen Worten.
- KörpergewichtVon Körperlänge, Alter, Ernährung und hormonellen Faktoren abhängiges Gewicht. Das gemessene Körpergewicht (Istgewicht) kann in Normwerttabellen mit dem Soll- oder Normalgewicht unter Berücksichtigung des Lebensalters, des Geschlechts und der Körperlänge verglichen werden. Individuelle Abweichungen von den Durchschnittswerten sind häufig, unter Umständen reichen sie bis zu krankhaften Befunden wie starkem Übergewicht oder Magersucht. Vgl. Gewichtsalter, Body-mass-Index, Broca-Formel.
- KalorieEinheitenzeichen cal; nicht mehr zugelassene Einheit der Wärme. Die gültige Einheit ist das Joule (1 cal = 4,187 J).
- Kalzimimetikumein Kalzium nachahmendes Medikament, das eingesetzt wird, um die Hormonspiegel der Nebenschilddrüsen zu senken
- Kapillaredie kleinsten Blutgefäße im Kreislaufsystem
- Kaposi-SarkomGutartige oder bösartige bräunlich-bläuliche Veränderung der Haut und Schleimhäute sowie des darunter liegenden Bindegewebes, die flach oder knötchenartig ist. Es kann grossflächig wachsen oder mehrere kleine Herde bilden und sich auch auf die innere Organe (Leber, Milz, Knochen, Gehirn u. a.) ausbreiten.
Formen:
Kaposi-Sarkom bei Patienten mit HIV-Erkrankung im fortgeschrittenen Stadium (AIDS): Bösartige Form, die oft im Bereich der Mundhöhle und auf der Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes beginnt. Es kommt häufig zum Befall innerer Organe und der Lymphknoten.
Transplantation-assoziiertes Kaposi-Sarkom: Tritt bei Patienten auf, die nach einer Organtransplantation mit Medikamenten behandelt werden, die das Immunsystem schwächen und eine Abstossung des transplantierten Organs verhindern. Es kann sich nach Absetzen der Medikation zurückbilden.
Chronisches Kaposi-Sarkom: v. a. bei Männern aus Osteuropa und Italien auftretende, so genannte klassische Form. Es bleibt meist auf Arme und Beine beschränkt und breitet sich nur selten auf andere Hautbereiche oder innere Organe aus.
Lymphadenopathie-assoziiertes Kaposi-Sarkom: In Afrika, südlich der Sahara gehäuft vorkommende, gutartig oder aggressiv verlaufende Form.
Therapie: Behandlung einzelner betroffenen Stellen mit Chemotherapeutika, Immunstimulanzien, Interferon alpha oder Strahlentherapie, Entfernung durch Kälte- oder Laserchirurgie. Bei Befall zahlreiche Hautstellen oder der inneren Organe kombinierte Strahlen- und Chemotherapie. Bei HIV-Erkrankung in Kombination mit antiviraler Kombinationstherapie und Interferon alpha. - Kardiomyopathieauch Myokardiopathie genannt
Bezeichnung für alle Herzmuskelerkrankungen, die nicht durch Koronarsklerose, Erkrankungen des Herzbeutels, arterielle Hypertonie oder Bluthochdruck in den Lungengefässen oder angeborene bzw. erworbene Herzfehler bedingt sind.
Einteilung
Nach Veränderungen des Herzmuskelgewebes z. B. a) hypertrophische Kardiomyopathie: fortschreitende Dickenzunahme (Hypertrophie) einzelner oder aller Wandschichten des Herzmuskels insbesondere der linken Kammer, wodurch es zu einer verminderten Füllung der Hauptkammern in der Phase der Herzmuskelerschlaffung bei (zunächst) normaler Herzfunktion in der Phase der Herzmuskelanspannung kommt. Symptome: Atemnot, Angina pectoris, Herzklopfen, kurzzeitiger Bewusstseinsverlust, oft Herzgeräusche. Typisch ist ein stark hebender Herzspitzenstoss. Therapie: Betarezeptorenblocker, Calciumantagonisten. Prognose: eingeschränkte Lebenserwartung (akute Herzrhythmusstörungen). Neben sporadisch auftretenden Formen sind familiär gehäuft auftretende Formen beschrieben. b) Kongestive (dilatative) Kardiomyopathie: häufigste, vor allem bei Männern auftretende Form der Kardiomyopathie mit Vergrösserung der Herzkammern ohne Dickenzunahme der Herzmuskulatur und Verminderung der Auswurfleistung des Herzens. Symptome: Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, ggf. (aus einem Blutgerinnsel im Herzen entstandene) arterielle Embolie. Therapie: medikamentöse Behandlung der Herzinsuffizienz, blutgerinnungshemmende Medikamente.
Diagnose
Echokardiographie, Herzkatheterisierung (ggf. mit Gewebeprobeentnahme), Röntgenaufnahme der Brustorgane, Elektrokardiographie. - Kardiorenales Anämiesyndromeine Kombination aus Stauungsinsuffizienz, Nierenversagen und Anämie, die bei Patienten mit chronischem Nierenversagen vorkommt; jede dieser Erkrankungen tritt als Komplikation der jeweils anderen auf
- Kardiovaskuläre Erkrankungein allgemeiner Begriff für Erkrankungen des Herzens und der Blutgefäße, s. Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- karzinogenkrebserregend, s. Karzinom
- KarzinogeneseAuch Kanzerogenese, Krebsentstehung.
Die Karzinogenese beschreibt die Entstehung bösartiger (maligner) Tumore, an der verschiedene Faktoren wie z.B. krebserregende Stoffe, Hormone, Viren (s. Viren, onkogene, genetische Veranlagungen oder Immundefekte beteiligt sind. Die Entstehung eines bösartigen Tumors verläuft vermutlich in drei Phasen, der Auslösungsphase, der Latenzphase, die 15-20 Jahre dauern kann und während der die Tumorzellen wachsen und als dritte Phase die klinische Feststellung des Tumors. Im weiteren Verlauf erfolgt bei malignen Tumoren ein Wachstum in andere Körperregionen hinein und eine Metastasierung (s. Metastase).
Das bösartige Wachstum wird durch bestimmte Faktoren begünstigt, zu denen z.B. Art und Dauer der Einwirkung des krebserregenden Stoffes gehören, weitere krebserregende Stoffe und die besonderen individuellen Voraussetzungen. - KarzinoidBösartiger Tumor, der von bestimmten hormonproduzierenden Zellen ausgeht und meist sehr langsam wächst. Karzinoide befinden sich meist im Magen-Darm-Trakt (85% der Fälle, am häufigsten im Blinddarm), seltener in den Bronchien (10% der Fälle) oder in der Bauchspeicheldrüse oder den Eierstöcken (5% der Fälle).
Symptome: Der Tumor und seine Metastasen können bestimmte Substanzen (z. B. Serotonin) produzieren, die in ca. 6% der Fälle zu einem so genannten Karzinoidsyndrom führen kann. Dies sind anfallsartig auftretende Rötungen des Oberkörpers und der Gliedmassen, Hitzewallungen, Durchfall usw.
Diagnose: Nachweis von Serotonin im Blut oder dessen Abbauprodukten im Urin, Ultraschalluntersuchung, Darmspiegelung, Szintigraphie (Röntgenuntersuchung mithilfe radioaktiver Substanzen).
Therapie: Der Tumor wird chirurgisch entfernt. In fortgeschrittenen Stadien kann Chemotherapie (auch örtlich auf Lebermetastasen begrenzt) und Interferon-alpha eingesetzt werden.
Prognose: Auch bei Absiedelung von Metastasen in der Leber leben nach fünf Jahren noch 20-65% der Patienten. - KarzinomVon den die inneren und äusseren Oberflächen bedeckenden Zellen (Epithel) ausgehender bösartiger Tumor. Entsprechend der Herkunft und dem Differenzierungsgrad der Zellen werden folgende Formen unterschieden:
1. Plattenepithelkarzinom, ausgehend von der äusseren Haut und der Schleimhaut
2. Adenokarzinom, ausgehend von Drüsenzellen
3. Undifferenziertes Karzinom, bei dem keine Aussage über das Ursprungsgewebe getroffen werden kann
Eine weitere Einteilung erfolgt nach dem Bindegewebegehalt, d.h. nach dem Verhältnis von Tumorgewebe zu Bindegewebe.
Die Ausbreitung eines Karzinoms erfolgt durch Einwachsen in und Übergreifen auf benachbarte Gewebe, Organe und Organsysteme über die Lymphgefässe oder durch Metastasen. - Karzinom, kolorektalesBösartiger Tumor im Bereich des Dickdarms (Kolon) oder Mastdarms (Rektum), der von bestimmten, den Darm auskleidenden Zellen (Epithelzellen) ausgeht.
Vorkommen: Tritt bei Frauen häufiger auf als bei Männern, meist zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr, bei erblich bedingten kolorektalen Karzinomen auch früher. Das kolorektale Karzinom tritt in Industrieländern aufgrund fettreicher und ballaststoffarmer Ernährung häufiger auf. Eine Häufung findet sich weiterhin bei Patienten mit einer Colitis ulcerosa oder einer Darmentzündung aufgrund radioaktiver Strahlung. Vgl. Analkarzinom.
Lokalisation: 62% der Tumore befinden sich im Mastdarmbereich, 20% im unteren Dickdarmanteil, die restliche 18% befinden sich im übrigen Dickdarm.
Klassifikation:
1. Dukes-Klassifikation
2. TNM-Klassifikation.
Metastasierung (Absiedelung von Tochtergeschwülsten, s. Metastase): 1. über die Blutgefässe kommt es zu Metastasen zunächst in der Leber, später in der Lunge. 2. Relativ spät im Verlauf der Erkrankung kommt es zur Absiedelung von Metastasen in benachbarten Lymphknoten über die Lymphgefässe.
Symptome: Mit blossem Auge sichtbares oder verstecktes Blut (vgl. Blut im Stuhl, okkultes) im Stuhl, Blähungen, Darmkrämpfe, Blutarmut (Anämie), Gewichtsverlust, Änderung der Stuhlgewohnheiten, Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung, unter Umständen tastbare Schwellung im Bauchbereich.
Diagnose: Bei einer Untersuchung des Mastdarms mit dem Finger können tastbare Veränderungen festgestellt werden. Blut im Stuhl ist entweder sichtbar oder kann mithilfe eines Schnelltests (Gujakprobe) festgestellt werden (im Rahmen der Krebsfrüherkennungsuntersuchungen). Weitere Untersuchungsmethoden sind die Darmspiegelung, Ultraschalluntersuchungen, Röntgenuntersuchung des Darms nach Einlauf von Kontrastmittel, evtl. Computertomographie. Den Verlauf der Erkrankung kann man durch Messung des Tumorantigens CEA (Abk. für carcinoembryonales Antigen) beurteilen.
Therapie: Vorläufer des kolorektalen Karzinoms (Polypen) und sehr frühe Karzinome ohne Anhalt für Metastasen können mittels Endoskop entfernt werden. Bei fortgeschrittenen Tumoren besteht die Therapie in einer operativen Entfernung des betroffenen Darmabschnitts (vgl. Kolektomie). Bei erblich bedingten Karzinomen des Dickdarms entfernt man frühzeitig den gesamten Dickdarm. Bei fortgeschrittenen Karzinomen kann eine Strahlen- und/oder Chemotherapie vor der Operation den Tumor verkleinern und so die Erfolgsaussichten der Operation verbessern. Nach der Operation führt man eine Chemotherapie durch. Sollte eine operative Entfernung des Tumors nicht möglich sein, muss ein Umgehungsweg oder ein künstlicher Darmausgang geschaffen werden, um die Stuhlpassage zu ermöglichen.
Nachsorge: regelmässige Nachuntersuchungen, da 50-80% der Rezidive innerhalb von 2 Jahren auftreten.
Prognose: Die Überlebenszeit hängt von der Ausbreitung des Tumors ab: Dukes A: nach 5 Jahren leben noch 90-100% der Patienten; Dukes B: nach 5 Jahren leben noch 65-90% der Patienten; Dukes C: nach 5 Jahren leben noch 25-70% der Patienten; nach 5 Jahren leben nur weniger als 6% der Patienten. - Katheterbei der Dialyse ist dies ein Schlauch oder ein Röhrchen, der oder das in ein Gefäß eingeführt wird, um einen Zugang zum Blutstrom zu erhalten
- KehlkopfkarzinomAuch Larynxkarzinom.
Häufigster bösartiger Tumor im Halsbereich, der vor allem ab dem 50. Lebensjahr bei Männern (Verhältnis Männer zu Frauen 5:1) auftritt.
Ursachen: Es besteht ein enger Zusammenhang zur Inhalation von Tabakrauch und Alkoholkonsum (besonders in Kombination). Die Tumore können sich über Tumorvorformen entwickeln (sog. Kehlkopfpräkanzerosen).
Einteilung: 1. Tumore oberhalb der Stimmritze (supraglottisch, ca. 30% der Fälle); 2. Tumore im Bereich der Stimmritze (glottisch, ca. 60% der Fälle); 3. Tumore unterhalb der Stimmritze (subglottisch, selten). Die Ausbreitung über alle drei Etagen ist möglich (sog. transglottischer Tumor).
Symptome: Beim glottischen Kehlkopfkarzinom steht die Heiserkeit im Vordergrund, beim supraglottischen Fremdkörpergefühl und Schluckbeschwerden.
Diagnose: Spiegelung des Kehlkopfes (Laryngoskopie), Entnahme und mikroskopische Untersuchung von Gewebeproben, Untersuchung der Beweglichkeit der Stimmbänder mit Stroboskoplicht (Laryngostroboskopie), Computertomographie (CT), Kernspintomographie.
Therapie: Das Kehlkopfkarzinom wird operativ entfernt. Je nach Ausdehnung des Tumors entfernt man die Stimmbänder (Chordektiomie), Teile des Kehlkopfes oder den gesamten Kehlkopf (Neck dissection*). Evtl. wird nach der Operation eine Strahlentherapie durchgeführt.
Prognose: Beim Glottiskarzinom besteht eine günstige Prognose, da es aufgrund der früh eintretenden Heiserkeit meist frühzeitig diagnostiziert wird und selten Metastasen absiedelt. Die Prognose des supraglottischen Karzinoms ist schlechter, da es schneller Metastase in den benachbarten Lymphknoten absiedelt. - KehlkopfpapillomGutartiger, blumenkohlartiger blassroter Tumor im Bereich des Kehlkopfs. Das gleichzeitige Auftreten mehrerer Tumore (so genannten Kehlkopfpapillomatose) kommt besonders im Kindesalter vor. Vor allem im Erwachsenenalter kann es zu einer bösartigen Entartung kommen.
Symptome: Das Kehlkopfpapillom macht sich durch Heiserkeit und Behinderung der Atmung bemerkbar, wobei die einzelnen Symptome davon abhängen, wie gross und wo genau das Papillom lokalisiert ist.
Diagnose: Zur Diagnosestellung werden die (mikroskopische) Rachenspiegelung und die Untersuchung von Gewebeproben eingesetzt.
Therapie: Die Therapie besteht in der möglichst vollständigen mikrochirurgischen oder laserchirurgischen Abtragung der Papillome. Eine spontane Rückbildung in der Pubertät kommt vor. Vgl. Kehlkopfpräkanzerosen. - KehlkopfpräkanzerosenMit dem blossen Auge erkennbare Veränderungen der Kehlkopfschleimhaut, auf deren Grundlage sich ein Kehlkopfkarzinom entwickeln kann. Sie können mit Heiserkeit, Räusperzwang und Fremdkörpergefühl einhergehen. Als Ursache werden äussere Schädigungen z. B. durch Tabak- und Alkoholkonsum oder durch Strahlenschäden vermutet. Man unterscheidet entsprechend dem Ausmass der Zellveränderungen drei Grade der Kehlkopfpräkanzerosen: einfach, mittelgradig und hochgradig.
Diagnose: Zur Diagnosestellung werden die (mikroskopische) Rachenspiegelung und die Untersuchung von Gewebeproben eingesetzt.
Therapie: Die Therapie besteht in der Vermeidung der schädigenden Stoffe und der chirurgischen Abtragung des veränderten Gewebes. Wegen der Gefahr der bösartigen Entartung sind regelmässige Befundkontrollen angeraten. Vgl. Kehlkopfpapillom. - KeilwirbelKeilförmig deformierter Wirbelkörper. Keilwirbel treten insbesondere bei Osteoporose auf, aber auch verletzungsbedingt oder bei Skoliose (fixierte seitliche Verbiegung der Wirbelsäule mit Buckelbildung) und einigen anderen Wirbelsäulenerkrankungen.
- KernspinS. Kernspintomographie
- Kernspintomographieauch Magnetresonanztomographie (Abkürzung MRT) genannt
Die Kernspintomographie ist ein computergestütztes bildgebendes Verfahren, das auf dem Prinzip der Magnetresonanz beruht. Im Gegensatz zur konventionellen Röntgendiagnostik oder Computertomographie wird hierbei keine ionisierende Strahlung verwendet, sondern die Energie gemessen, die unter Einfluss eines von aussen angelegten starken Magnetfeldes bei Relaxation der durch einen kurzen Hochfrequenzimpuls angeregten Kernspins aus dem Körper in Form von elektromagnetischer Wellen austritt. Durch Überlagerung eines homogenen magnetischen Hauptfeldes mit einem Gradientenfeld werden Magnetresonanzmessungen ermöglicht, bei denen aus den von der Feldstärke abhängigen Resonanzsignalen zusätzlich auf deren Entstehungsort geschlossen werden kann. Die Signale aus verschiedenen beliebig wählbaren Körperschichten lassen sich mit Hilfe eines Rechners zu zwei- oder dreidimensionalen Schichtbildern zusammensetzen. Unter Verwendung von supraleitenden Magneten, die sich zur Erzeugung besonders stabiler Magnetfelder hoher Flussdichte eignen, ist eine der Computertomographie meist überlegene, sehr hohe Kontrastauflösung und Darstellung kleiner anatomischer Strukturen möglich. Die Kernspintomographie wird vor allem angewendet bei Erkrankungen des Nervengewebes (Hirn und Rückenmark, Multiple Sklerose), zur Bandscheibendiagnostik, Gelenk- und Muskeldarstellung. - KetonkörperSammelbezeichnung für Verbindungen, die bei der Spaltung von Fetten (Lipolyse) und bei dem Abbau mancher Aminosäuren entstehen. Zu vermehrter Bildung von Ketonkörpern kommt es z. B. bei Insulinmangel (Diabetes mellitus, meist Typ 1 Diabetes), erhöhter Konzentration von Glucagon und Hunger. Ketonkörper können im Harn nachgewiesen werden (s. Ketonurie).
- KetonurieAusscheidung von Ketonkörpern (Stoffwechselprodukte aus dem Abbau von Fettsäuren und Aminosäuren) im Harn.
Vorkommen
Besonders bei Diabetes mellitus (meist Typ 1 Diabetes); auch bei lang dauerndem Erbrechen, Hunger oder überwiegender Fetternährung, bei Fieber, nach Operation und als Ausgleich bei erhöhterm pH-Wert im Blut (Alkalose).
Ursache
Mangel an Glykogen (Speicherkohlenhydrat) in der Leber infolge Versagens des Kohlenhydratstoffwechsels: statt Glykogen werden Fettsäuren und Aminosäuren abgebaut. - Kilodaltondie Einheit für das Gewicht eines Moleküls, die vor allem bei Proteinen verwendet wird; ein Kilodalton entspricht 1'000 Dalton
- Knochenerweichungs. Osteomalazie, Rachitis
- KnochengewebeNeben den Zähnen festester Baubestandteil des Körpers (Zugfestigkeit 10 kg/mm2, Druckfestigkeit 15 kg/mm2). Die Knochenbildung erfolgt durch die so genannte Ossifikation.
Funktionen
Das Skelett mit langen Röhrenknochen sowie kurzen und platten Knochen fungiert als Gerüst des Körpers. Die Gelenke dienen als Hebel für den Muskelansatz. Knochen, Bänder und Skelettmuskulatur bilden den so genannten Bewegungsapparat. Die Knochen bieten darüber hinaus mechanischen Schutz für Gehirn, Rückenmark, Sinnesorgane und Knochenmark.
Aufbau
1. Aussen liegt dem Knochen die Knochenhaut (Periost) auf; 2. Die Knochensubstanz besteht aus einer festen Aussenzone (Substantia corticalis, Substantia compacta, auch Os compactum) und dem inneren schwammartigen Gerüstwerk feiner Knochenbälkchen (Substantia spongiosa, auch Os spongiosum); 3. Das Knochenmark (Medulla ossium) liegt innen in der Markhöhle zwischen den Bälkchen der Spongiosa. Bei der Geburt ist nur rotes Blut bildendes Knochenmark vorhanden, das im Laufe des Lebens allmählich durch gelbes Fettmark verdrängt wird und nur in wenigen Knochen erhalten bleibt, z. B. Rippen, Brustbein, Wirbelkörper, Hand- und Fusswurzelknochen, platte Schädelknochen, Darmbeinkamm.
Feingewebliche Struktur
Zwischen Knochenzellen (Osteozyten) liegt die Zwischenzellsubstanz, bestehend aus kollagenen Fasern und verkalkter Grundsubstanz (vorwiegend Kalk). Die Anordnung der Zwischensubstanz ist lamellenförmig (Lamellenknochengewebe) oder regellos (Geflechtknochengewebe). - KnochengeweberemodellierungBezeichnung für den Vorgang des ständigen Knochenumbaus, bei dem die Knochensubstanz abbauenden Osteoklasten an der inneren Knochenoberfläche Mulden aushöhlen, die von Knochen bildenden Osteoblasten wieder aufgefüllt werden. Eine Störung der Abstimmung zwischen Knochenabbau und -aufbau wird als ursächlicher Faktor für die Entstehung der Osteoporose angenommen (Coupling-Hypothese). Vgl. Ossifikation.
- KnochenmarkIm Knochenmark erfolgt die Produktion der Blutzellen. Hier entstehen neben den roten und weissen Blutkörperchen (vgl. Fresszellen, T-Lymphozyten, B-Zellen) auch die Blutplättchen, die an der Blutgerinnung beteiligt sind.
- KnochentumoreKnochentumore sind Neubildungen im Bereich des Knochengewebes. Man unterscheidet primäre Knochentumore, die vom Knochen selbst ausgehen, und sekundäre Knochentumore, bei denen es sich um Metastasen anderer Tumore im Knochen handelt sowie tumorähnliche Knochendefekte.
Primäre Knochentumore können nach ihrer Gutartigkeit oder Bösartigkeit unterschieden werden
1. gutartig und langsam wachsende Tumore (z. B. Enchondrom, Osteoidosteom, Osteochondrom)
2. halbbösartige (semimaligne) Tumore, die das umliegende Gewebe zerstören, aber nicht zu Metastasierung neigen
3. bösartige, langsam wachsende Tumore mit später Metastasierung
4. sehr bösartige Tumore mit früher Metastasierung (z. B. Ewing-Sarkom, Osteosarkom).
Bei den sekundären Knochentumore unterscheidet man so genannte osteoplastische Metastasen, bei denen Knochenmasse neu gebildet wird (z. B. bei Brustkrebs und Prostatakarzinom) und so genannte osteoklastische oder osteolytische Metastasen, bei denen ein Knochenabbau stattfindet (z. B. bei Lungenkarzinom, Nierenkarzinom, Schilddrüsenkarzinom).
Symptome: Die Krankheitszeichen von Knochentumore sind meist unspezifisch. Schmerzen, Fieber, Erhöhung der weissen Blutkörperchen und andere Blutwerte (Phosphatasen) können auftreten. Ferner kann es zu spontanen Knochenbrüchen kommen.
Diagnose: Die Diagnose erfolgt mithilfe von Röntgenverfahren. Auf dem Röntgenbild zeigen sich typische Veränderungen (z. B. unscharf begrenzte Knochendefekte, Veränderungen an der Knochenhaut). Ergänzend werden Schichtbildverfahren wie Tomographie, Computertomographie, Kernspintomographie sowie Szintigraphie (Darstellung des gesamten Skeletts) und Angiographie (Darstellung der Blutgefässe) eingesetzt. Auch die mikroskopische Untersuchung von Tumorgewebeproben findet Verwendung. - KohlenhydrateAbkürzung KH; auch Saccharide genannt
Kohlenhydrate umfassen Zucker die chemisch aus einem oder einigen Zuckerbausteinen (z. B. Glukose, Saccharose) aufgebaut sind so wie auch Stärke und Zellulose, die aus vielen Einzelbausteinen bestehen. Vgl. Monosaccharide, Disaccharide, Oligosaccharide, Polysaccharide, Ballaststoffe.
Funktionen
1. Grundnahrungsstoffe, die im pflanzlichen Organismus als Stärke und Inulin, im tierischen Organismus als Glykogen gespeichert werden; 2. Gerüstsubstanz bei Pflanzen (z. B. Zellulose) und Tieren (z. B. Chitin); auch in der extrazellulären Matrix (Glykosaminoglykane) vorhanden; 3. Bestandteil der Glykoproteine (Proteine mit Kohlenhydratanteil) und Glykolipide.
Biosynthese
In Pflanzen erfolgt die Kohlenhydratbildung durch Photosynthese (Kohlenhydratbildung aus Kohlendioxid und Wasser unter Lichteinstrahlung) in den Blättern, im tierischen Organismus wird Glukose durch Glukoneogenese gebildet. Vgl. Kohlenhydratstoffwechsel. - KohlenhydratstoffwechselIm tierischen Organismus der Um- und Abbau der aufgenommenen und vorhandenen Kohlenhydrate. Bei grünen Pflanzen erfolgt die Herstellung von Kohlenhydraten ausserdem unter dem Einwirken von Sonnenlicht aus Kohlendioxid und Wasser bei der Photosynthese. Verdauliche Kohlenhydrate in der Nahrung werden bei der Verdauung in den Schleimhautzellen des Dünndarms durch Enzyme (Amylasen, Disaccharidasen) in Monosaccharide gespalten. Diese werden in die Blutbahn abgegeben und gelangen von dort in die Zellen. Hier wird Energie für die Stoffwechselvorgänge gewonnen. Die gleichbleibende Glukosekonzentration im Blut (70-115 mg/dl) ist besonders für Zellen mit hohem Energieverbrauch oder schlechter Sauerstoffversorgung lebensnotwendig. Glukose, das mengenmässig wichtigste Monosaccharid im Kohlenhydratstoffwechsel, wird in die Zellen des Muskel- und Fettgewebes aufgenommen.
Stoffwechselwege
Die Glukose bildet einerseits die Grundlage für die Glykolyse, dem Abbau der Glukose zur Energiegewinnung. Andererseits wird sie für die Glykogenese, dem Aufbau des Speicherkohlenhydrats Glykogen bei einem Überschuss an Glukose, verwertet. Das Hormon Insulin senkt die Konzentration von Glukose im Blut durch Einschleusen von Glukose in die Zellen. Die Hormone Glucagon und Adrenalin wirken im Sinne einer Glukosebereitstellung und somit einer Blutzuckererhöhung.
Zu Entgleisungen des Kohlenhydratstoffwechsels kommt es z. B. bei Diabetes mellitus. - KolektomieOperative Entfernung des gesamten Dickdarms (subtotale Kolektomie) oder des Dickdarms samt Mastdarms (totale Kolektomie). Anschliessend werden die freien Darmenden wieder zusammengefügt (Anastomose) oder es wird ein künstlicher Darmausgang (Anus praeternaturalis) geschaffen.
Formen:
1. Segmentresektion: Entfernung eines kleinen Dickdarmabschnittes.
2. Hemikolektomie rechts: Entfernung des ersten, aufsteigenden Dickdarmteils einschliesslich eines kleines Bereiches des Dünndarms.
3. Transversumresektion: Entfernung des mittleren, geraden Dickdarmanteils (Querkolon).
4. Hemikolektomie links: Entfernung des hinteren, absteigenden Dickdarmanteils.
5. Erweiterte Hemikolektomie rechts oder links.
6. Sigmaresektion: Entfernung des letzten Teils des Dickdarms.
Indikation: Bei Karzinomen des Dickdarms (s. kolorektales Karzinom), Colitis ulcerosa, erblich bedingte Erkrankung des Dickdarms mit Auftreten zahlreicher gut- und bösartiger Dickdarmtumore (familiäre adenomatöse Polyposis). - KolonkarzinomS. kolorektales Karzinom.
- Koma, diabetischesauch Coma diabeticum genannt
Hyperglykämisches Koma, d. h. Koma aufgrund von erhöhter Blutzuckerkonzentration bei Typ 2 Diabetes oder Typ 1 Diabetes, ausgelöst durch Mangel an Insulin, Insulinresistenz, Hunger oder Infektion.
Formen
1. Ketoazidotisches Koma mit ausgeprägter "Übersäuerung" des Stoffwechsels (Ketoazidose, durch Ketonkörper verursachte Azidose) und erhöhter Blutzuckerkonzentration. Diese liegt meist unter 1000 mg/dl bzw. 55,5 mmol/l Blut. Typisch ist dieses Koma für Typ 1 Diabetes. 2. Hyperosmolares Koma durch starken Wasserverlust mit Austrocknung und Vergiftung des Blutes mit harnpflichtigen Substanzen. Es kommt zu extrem hohen Blutzuckerkonzentrationen von meist über 1000 mg/dl. Dieses Koma tritt oft ohne Azidose auf und ist typisch für Typ 2 Diabetes. 3. Laktatazidotisches Koma; s. Laktatazidose.
Therapie
Je nach Ursache Gabe von Insulin, Natriumbicarbonat oder Tris-Puffer, Flüssigkeitszufuhr; bei Kaliummangel Ersatz von Kalium. - Koma, hyperosmolaresKoma infolge einer Funktionsstörung von Hirnzellen wegen hoher Konzentration der ausserhalb der Körperzellen befindlichen Flüssigkeit. Das hyperosmolare Koma entsteht durch sehr starke Abnahme des Körperwassers (Dehydratation, Austrocknung), Vergiftung des Blutes mit harnpflichtigen Substanzen und extrem erhöhter Blutzuckerkonzentration. Typisch ist dieses Koma für Typ 2 Diabetes. Vgl. Koma, diabetisches.
- Koma, hypoglykämischess. hypoglykämischer Schock
- Kombinationsimpfstoffauch Mehrfachimpfstoff genannt
Impfstoff (s. Vakzine) zur gleichzeitigen Immunisierung gegen mehrere Infektionskrankheiten zur Erleichterung einer empfohlenen Schutzimpfung, z. B. Masern-, Mumps-, Röteln-Impfstoff. Vgl. Impfstoff, polyvalenter. - KombinationstherapieBei einer Kombinationstherapie werden entweder verschiedene Medikamente gleichzeitig eingesetzt oder es werden Präparate verordnet, die bereits aus zwei oder mehreren Arzneistoffen bestehen.
Ziel ist es, die Wirkung zu verbessern oder die unerwünschten Wirkungen zu senken. Kombinationstherapie wird meist bei besonders schweren Infektionen mit teilweise resistenten Erregern notwendig, z.B. bei Tuberkulose und bei HIV-Infektionen. - KomplementsystemEs handelt sich um ein System von Eiweisskörpern, die im Falle einer Infektion nacheinander aktiviert werden, um den eingedrungenen Fremdstoff zu inaktivieren, indem sie die fremde Zelle auflösen oder andere Abwehrzellen aktivieren.
- kongenitalererbt, angeboren, im Mutterleib oder bei der Geburt erworben
- Konstipations. Obstipation
- Kontrazeption, hormonaleSeit 1960 eingeführte Form der Empfängnisverhütung mit regelmässiger Einnahme von Östrogen und/oder Gestagen nach einem bestimmten Schema. Die Wirkungsweise beruht nicht nur auf der Verhinderung des Eisprungs, sondern je nach Art der Hormone und Dosierung auch auf Veränderungen des Schleims am Gebärmutterhals, wodurch Spermien die Durchwanderung erschwert oder unmöglich gemacht wird. Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut erschwert oder verhindert die Einnistung der befruchteten Eizelle. Bei Unterbrechung der Hormongaben alle 21 Tage treten zyklische, menstruationsähnliche Blutungen auf.
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Blutgerinnselbildung (Thrombose) wird begünstigt, besonders bei Raucherinnen. Ferner kann es zu Gewichtszunahme (s. Übergewicht), Ödemen, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerz, psychischen Störungen, selten zu stärkerem Anstieg des Blutdrucks kommen. - Koronarangiographieauch Koronarographie genannt
Röntgenkontrastdarstellung (s. Angiographie) der Herzkranzarterien (Koronarien).
Verwendung
Zur Unterscheidung der verschiedenen Typen der Koronarsklerose, zur örtlichen Bestimmung von Herzkranzgefässverengungen und Darstellung von Umgehungskreisläufen bei koronarer Herzkrankheit, insbesondere vor herzchirurgischen Eingriffen. Gleichzeitig ist eine PTCA und Thrombolyse möglich. - Koronarangioplasties. PTCA
- KoronarinsuffizienzUnzureichende Durchblutung in den Herzkranzgefässen (Koronargefässe, Koronarien). Es besteht ein Missverhältnis zwischen dem Bedarf des Herzmuskels an energieliefernden Substanzen bzw. Sauerstoff und dem tatsächlichen Angebot.
Formen
1. Eine primäre Koronarinsuffizienz besteht meist infolge einengender Prozesse an den Herzkranzgefässen, insbesondere durch Arteriosklerose oder auch durch Krämpfe oder Entzündungen. Ein latent-chronischer (über lange Zeit verborgener) Verlauf geht einher mit verminderter Steigerungsfähigkeit der Koronardurchblutung bei Belastung und Herzmuskelrückgang mangels sauerstoffreichen Bluts sowie mit zunehmender Herzinsuffizienz. Akutes Auftreten der Koronarinsuffizienz führt zu einem Mangel an sauerstoffreichem Blut im Herzmuskel (Herzmuskelischämie, Angina pectoris), unter Umständen, z. B. durch gefässverstopfende arteriosklerotische Prozesse, zum Untergang von Herzmuskelgewebe (Herzinfarkt). Das klinische Bild der primären Koronarinsuffizienz ist die koronare Herzkrankheit. 2. Von einer sekundären (funktionellen) Koronarinsuffizienz spricht man bei verminderter Durchblutung der Herzkranzgefässe und zu geringem Sauerstoffgehalt des Bluts, infolge unzureichenden Blutdrucks in den Herzkranzarterien (bei bestimmten Herzfehlern oder Schock) bzw. infolge Störungen der Blutfliesseigenschaften oder durch erhöhten Blutbedarf, z. B. bei Zunahme an Herzmuskelgewebe. Gefässveränderungen am Herzen liegen hierbei nicht vor. - KoronarskleroseArteriosklerose der Herzkranzarterien (Koronararterien) mit Verengung oder Verschluss der Gefässe. Eine Koronarsklerose ist die häufigste Ursache der primären Koronarinsuffizienz und damit der koronaren Herzkrankheit.
- Korotkow-TonGleichzeitig mit dem Puls auftretendes Strömungsgeräusch, das bei der indirekten Blutdruckmessung bei sinkendem Manschettendruck jenseits der Manschette auftritt. Er zeigt die obere Grenze des systolischen Blutdrucks an und wird bei Erreichen des diastolischen Blutdrucks deutlich leiser.
- Koxarthroseauch Arthrosis deformans coxae genannt
Arthrose eines oder beider Hüftgelenke. Die Vollausprägung erfolgt häufig erst im Alter (Malum coxae senile).
Ursachen
1. Lange andauerndes Missverhältnis zwischen Belastung und Belastungsfähigkeit (z. B. bei Übergewicht); 2. angeborene Hüftgelenkfehlstellungen; 3. Verletzung (z. B. Schenkelhalsfraktur); 4. Durchblutungs- oder Stoffwechselstörungen, Gicht, Diabetes mellitus, Alkoholmissbrauch); 5. Entzündungen.
Symptome
Die Koxarthrose kann sehr schmerzhaft sein. Es kommt zu Funktionseinschränkungen, die bis zur völligen Versteifung des Gelenks führen können.
Diagnose und Therapie
s. Arthrose - Krampfaderleidens. Varikose
- Krampfaderns. Varizen
- Krankenkostauch Diät genannt
Ernährungsform, die auf die Bedürfnisse des Patienten und die Therapie seiner Erkrankung abgestimmt ist. Sie kann in der Einschränkung der gesamten Ernährung (Diät zur Gewichtsabnahme bei Übergewicht), in der Verminderung bestimmter Anteile (z. B. kohlenhydratreduzierte Kost bei Diabetes mellitus, kochsalzarme Kost bei Nierenerkrankung, fettarme Kost bei Erkrankung der Bauchspeicheldrüse) oder in der Vermehrung aller (Aufbaukost) oder spezieller Nahrungsbestandteile (z. B. proteinreiche Kost bei extremer Abmagerung) bestehen. - Krankheiten, genetischeauch Erbkrankheiten oder Erbleiden genannt
Erbliche Krankheiten, die familiär gehäuft oder als Folge spontaner Erbgutveränderung (Mutation) in einer durch genetische Krankheit bisher unbelasteten Familie neu auftreten. Genetische Krankheiten äussern sich als körperliche, geistige oder kombinierte Abweichungen, die in der Ausprägung nicht immer von erworbenen Defekten unterschieden werden können. Genetische Veränderungen, die nicht unbedingt zu Krankheiten führen, sind wahrscheinlich sehr viel häufiger, sie können unter Umständen erst durch hinzutretende äussere Einflüsse (z. B. Medikamente, Infektionen oder Faktoren, die durch die Ernährung verursacht sind) eine Krankheit auslösen. Oft beruhen genetische Krankheiten auf dem Ausfall oder der Veränderung eines bestimmten Enzyms im Stoffwechsel. Das Erkennbarwerden der Erkrankung kann sehr früh oder auch erst in fortgeschrittenem Lebensalter erfolgen. Neben Enzymdefekten können auch Veränderungen anderer wichtiger Proteine zu genetischen Krankheiten führen, z. B. von Hämoglobin, Transport- und Rezeptorproteinen in Zellmembranen (z. B. Hypercholesterolämie) oder Faktoren der Blutgerinnung. - KrankheitsanlageErbfaktor (Gen) als Ursache bestimmter Erkrankungen. Genetisch verursachtes Fehlen eines Enzyms kann charakteristische Stoffwechselabweichungen bedingen.
- Kreatininein Abfallprodukt, das in erster Linie beim Stoffwechsel im Muskel anfällt
- Kreatininclearancedie Menge an Plasma, die innerhalb einer Minute von Kreatinin gereinigt wird
- KrebsMedizinische die allgemeine Bezeichnung für eine bösartige Neubildung (Tumor). Man unterscheidet hauptsächlich das Karzinom: bösartige Geschwulst aus Haut- und Schleimhautzellen (Epithelzellen) und das Sarkom: bösartige Geschwulst aus Zellen von Stütz- und Bindegewebe, Muskeln, Gefässzellen und Blutzellen.
- KrebsfrüherkennungsuntersuchungenFrüherkennungsuntersuchungen bei Frauen u. Männern zur Erkennung bestimmter Krebserkrankungen (v.a. Gebärmutterhalskrebs, Brustkrebs, kolorektales Karzinom, Prostatakrebs, Hautkrebs). Krebsfrüherkennungsuntersuchungen werden für Frauen ab dem 20. Lebensjahr und für Männer ab dem 40.Lebensjahr empfohlen. Die Untersuchungen sollten jährlich durchgeführt werden.
- KrebshäufigkeitNeuauftreten bösartiger Neubildungen. Für Schätzungen werden u. a. Daten der gesetzlichen Krankenversicherung sowie Daten der Krebsregister einzelne Länder und Fachgesellschaften ausgewertet.
- KrebsregisterEin spezielles Krankheitsregister in dem die Zahl von Krebserkrankungen in der Bevölkerung anonym erfasst wird. Das Register dient zur wissenschaftlichen Erfassung und Untersuchung von Krebshäufigkeit, Gefährlichkeit und Verlauf. Ausserdem kann die Sammlung von Informationen über bestimmte Tumorformen, zur Diagnosehilfe und als Grundlage zur Standardisierung von Benennung und Einteilung von Tumoren für die Mediziner dienen. Eine dritte Aufgabe eines Krebsregisters ist das sogenannte klinische Nachsorgeregister, das die im Bereich eines Krankenhauses oder Tumorzentrums untersuchten und behandelten Patienten verzeichnet und eine zuverlässige Nachsorge sicherstellt. Normalerweise wird das Krebsregister als Mischform für alle drei Aufgaben geführt.
- Krebssyndrome, familiäreGenetisch bedingte Häufung von Tumorerkrankungen in einer Familie. Hierzu zählt z. B. die Neurofibromatose.
- KrebsvorstufenS. Präkanzerose.
- KreuzresistenzResistenz von Krankheitserregern (z.B. HI-Viren) gegen ein bestimmtes Medikament, die zu einer Resistenz gegen ein anderes Medikament führt.
- Krise, hypertensiveauch hypertone Krise, Blutdruckkrise oder Hochdruckkrise genannt
Starker, plötzlich auftretender Anstieg des (systolischen und meist auch diastolischen) Blutdrucks bei normalen oder erhöhten Ausgangswerten mit oder ohne Hinweise auf eine Endorganschädigung (Herz, Gehirn, Nieren). Die hypertensive Krise muss bei der Diagnose von der malignen Hypertonie unterschieden werden.
Ursachen
Bluthochdruck, plötzliches Absetzen von Antihypertensiva (blutdrucksenkende Mittel), Erkrankungen des Nervensystems (z. B. Querschnittlähmung, Gehirnblutung, Infektion).
Symptome
Kopfschmerz, Verwirrtheit, Sehstörungen, Schläfrigkeit, Koma, Krampfanfälle, Angina pectoris, Atemnot, Herzrhythmusstörungen, stark verminderte oder aufgehobene Harnproduktion.
Therapie
1. Bei hypertensiver Krise mit Endorganschädigung muss eine sofortige medikamentöse Blutdrucksenkung erfolgen. 2. Bei hypertensiver Krise ohne Endorganschädigung zunächst Beobachtung unter Ausschaltung von Umweltreizen und evtl. medikamentös.
Komplikationen
Akute Linksherzinsuffizienz mit Lungenödem, Herzinfarkt bei vorbestehender koronarer Herzkrankheit, Hirnödem, Hirnblutung, Blutung nach einer Operation.
- Kussmaul-Atmungauch Azidoseatmung genannt
Nach dem Internisten Adolf Kussmaul (1822-1902) benannte Art der Atmung mit normaler oder erniedrigter Frequenz. Typisch sind rhythmische, abnorm tiefe Atemzüge. Dadurch wird eine bestehende "Übersäuerung" des arteriellen Blutes (Azidose), z. B. bei diabetischem Koma, über die verstärkte Kohlendioxid-Abatmung ausgeglichen.
Lexikon-Einträge: Roche und Walter de Gruyter, Berlin