Glossary

Angefangen bei A wie "Abmagerung" bis hin zu Z wie "Zytostatika" bieten wir Ihnen kurze Erklärungen für Fachbegriffe aus Medizin und Wissenschaft – in klaren und einfachen Worten.
- GalleAuch Gallenflüssigkeit.
Die Galle ist eine grün-braune Flüssigkeit, die von der Leber produziert und in der Gallenblase gespeichert und eingedickt wird. Sie besteht aus Gallensäuren und speziellen Fetten (Phospholipiden), die die Fettverdauung unterstützen. Bei starker Eindickung der Galle oder bei Entzündungen können sich Gallensteine bilden. - GallenblaseDie Gallenblase ist ein dünnwandiger, birnenförmiger Schleimhautsack, in dem die Galle gespeichert wird. Sie liegt unter der Leber und ist etwa 10 cm lang und 4 cm breit. Wenn die Gallenblase gefüllt ist, enthält sie ca. 40-80 ml Flüssigkeit, das entspricht etwa ¼-1/3 vollem Saftglas.
- GallenblasenkarzinomVon den die Gallenblase auskleidenden Zellen ausgehender, am häufigsten im Gallenblasenhals gelegener bösartiger Tumor, der meist ab dem 60. Lebensjahr und besonders häufig bei Frauen auftritt. Metastasen entstehen häufig in Leber und Bauchfell. Als mögliche Ursachen werden eine Gallensteinkrankheit mit chronischer Gallenblasenentzündung diskutiert.
Symptome: Krankheitszeichen treten meist erst bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf auf, gelegentlich wird der Krebs zufällig bei Vorliegen einer Gallenblasenentzündung entdeckt. Häufig findet man einen schmerzlosen Tastbefund im Oberbauch, weiterhin können Gelbsucht (s. Ikterus) und Gewichtsabnahme auftreten. Bei Lebermetastasen kann es zu einer Vergrösserung der Leber kommen.
Diagnose: Die Krankheit wird durch Ultraschalluntersuchung, röntgenologische Verfahren (Computertomographie, spezielle Röntgendarstellung der Gallengänge, ERC) oder eine Bauchspiegelung nachgewiesen.
Therapie: Im Frühstadium erfolgt die komplette Entfernung der Gallenblase, ggf. einschliesslich Teile der Leber.
Prognose: Die Krankheitsaussicht ist insgesamt schlecht, da die operativen Eingriffe meist nur die Lebensqualität verbessern können, nicht aber die Krankheit heilen. - GallengängeBei den Gallengängen handelt es sich um ein Netzwerk kleiner Gefässe, in denen die Galle innerhalb der Leber transportiert wird. Die Gallengänge vereinigen sich ausserhalb der Leber zum rechten und linken Lebergang, die wiederum zum gemeinsamen Lebergang werden.
- GallengangadenomGutartiger, in der Leber vorkommender, höchstens kirschgrosser Tumor, der von den Gallengängen ausgeht und selbst ebenfalls aus verzweigten Gängen aufgebaut ist.
- GallengangkarzinomSeltener, bösartiger, von den Gallengängen ausgehender Tumor, der am häufigsten nach dem 60. Lebensjahr vor allem bei Männern auftritt. Der Tumor kann innerhalb und ausserhalb der Leber liegen, aber auch in den Gallengängen lokalisiert sein. Tochtergeschwülste (Metastasen) entstehen relativ spät, dadurch dass sich die Krebszellen durch Blut oder Lymphe verbreiten.
Symptome: zunehmende Gelbsucht, häufig mit einer schmerzlosen Schwellung im rechten Oberbauch. Eventuell treten Schmerzen in der Magengrube sowie Gewichtsverlust auf.
Therapie: Die Behandlung erfolgt chirurgisch. Eine komplette Entfernung des Tumors (Radikaloperation) ist nur in 10% der Fälle möglich. Bei einzelnen Tumoren kann eine Lebertransplantation erwogen werden.
Prognose: Die durchschnittliche Lebenserwartung nach einer Radikaloperation beträgt 12 Monate, bei einer operativen palliativen Behandlung ca. 2-6 Monate. - GallensäurenVon den Leberzellen aus Cholesterol gebildete Stoffe der Galle. Die Gallensäuren werden mehrmals im Körper wieder verwendet, nur ein kleiner Teil wird täglich mit dem Stuhl ausgeschieden. Gallensäuren sind bei der Verdauung an der Emulgierung der Fette beteiligt, sie sorgen durch Verschiebung des pH-Wertes für eine bessere Aktivierung von Verdauungsenzymen im Darm, sie regen die Verdauungsbewegungen des Dickdarms an und hemmen die des Dünndarms. Vgl. Fettstoffwechsel, Verdauung von Neutralfetten.
- Gangrän, diabetischeAbsterben von Gewebe als Folge von Durchblutungsmangel. Erst trockene Gangrän der Zehen mit Eintrocknung und Schrumpfung des Gewebes infolge Wasserverlustes, dann feuchte Gangrän (so genannter Faulbrand) mit Untergang des Gewebes mit bläulicher Verfärbung und anschliessender Verflüssigung durch Bakterien. Eine Gangrän kann (Spät-) Folge der bei Typ 2 Diabetes oder Typ 1 Diabetes häufigen und schweren arteriosklerotischen Veränderungen der Fussarterien bzw. einer diabetischen Mikroangiopathie sein. Vgl. Arteriosklerose.
- Gastroplastiks. Magenplastik
- GebärmutterhalskrebsAuch Zervixkarzinom.
Bösartiger Tumor der Gebärmutter, der von der obersten Zellschicht der Gebärmutterschleimhaut ausgeht. Man unterscheidet nach Lage das Portiokarzinom (am Muttermund gelegen) und das Zervixhöhlenkarzinom (Gebärmutterhals).
Vorkommen: Der Gebärmutterhalskrebs ist nach dem Uteruskarzinom das zweithäufigstes Genitalkarzinom der Frau. Bei der Entstehung sind verschiedene Typen des Papillomavirus (vgl. Viren, onkogene) von Bedeutung.
Symptome und Verlauf: Symptome treten erst ab einer gewissen Grösse u. v. a. bei Auflösung des Tumors auf: unregelmässige Blutabgänge, fleischwasserfarben-blutiger Scheidenausfluss, Kontaktblutung (nach Geschlechtsverkehr oder gynäkologischer Untersuchung); Schmerzen treten in der Regel erst bei Überschreiten der Organgrenzen und Einbruch in Nachbarorgane (Blase, Darm, Harnleiter, Beckengefässe und -nerven) auf. Relativ frühzeitig kommt es zur Absiedelung von Metastasen über die Lymphgefässe (in den Bindegewebsraum neben der Gebärmutter, Beckenlymphknoten) oft mit Ummauerung und Einengung der Harngefässe, Harnstauung, Nierenversagen und Harnvergiftung (häufig die Todesursache); Metastasen über die Blutgefässe treten hingegen relativ spät und selten auf (Leber, Lungen, Becken, Wirbelsäule).
Diagnose: Früherkennung durch regelmässige Krebsfrüherkennungsuntersuchungen, bei Verdacht auf Gebärmutterhöhlenkarzinom Untersuchung von Gewebeproben.
Jede Frau über 20 Jahre sollte einmal jährlich gynäkologisch untersucht werden, wobei ein Abstrich zur zytologischen Untersuchung gemacht werden muss.
Therapie: Chirurgisch, wobei in einem frühen Stadium und bei Kinderwunsch nur Bereiche der Gebärmutter entfernt werden. Besteht kein Kinderwunsch mehr oder bei schwereren Erkrankungen wird die gesamte Gebärmutter (sog. Hysterektomie) entfernt, evtl. inklusive des Bindegewebsraums um die Gebärmutter (Parametrium) und mehr, je nach Erkrankungsgrad und Rezidiven. Als zusätzliche Therapie kann vor der Operation eine Chemotherapie oder eine Strahlentherapie zur Verkleinerung des Tumors notwendig sein.
Prognose: Bei einer frühen Behandlung des Zervixkarzinoms liegt die Fünf-Jahres-Überlebensraten bei fast 100 % (Stadium I) und sinkt auf 8 % (Stadium IV) bei zu später Diagnose. - Gefässzugangeine Stelle am Körper, an der Blut entnommen und wieder zugeführt wird - beispielsweise während der Hämodialyse
- Gegenregulation, diabetischeAls diabetische Gegenregulation wird die Erhöhung der Blutzuckerkonzentration (Hyperglykämie) durch Hormone (Glucagon, Adrenalin, Cortisol, STH) bezeichnet. Sie erfolgt reaktiv auf eine verminderte Blutzuckerkonzentration (Hypoglykämie), die durch Insulin ausgelöst wurde, und wirkt dem entgegen. Vgl. Typ 2 Diabetes, Typ 1 Diabetes, Somogyi-Effekt.
- GehtestFunktionsprüfung zur orientierenden Beurteilung einer Durchblutungsstörungen der Beine bei arteriellen Verschlusskrankheiten. Bei vorgegebener Geschwindigkeit (z. B. 80 Schritte/Minute) wird die bis zum Auftreten von Belastungsschmerzen zurückgelegte Wegstrecke (ggf. auf einem Laufband) ermittelt.
- GelbsuchtUmgangssprachliche Bezeichnung für Ikterus und akute Hepatitis.
- Genauch Erbfaktor, Erbeinheit oder Erbanlage genannt
Ein Gen ist eine funktionelle Einheit, welche die genetische Information für ein Genprodukt (z. B. ein Enzym) enthält. Gene sind in den Chromosomen linear aneinandergereiht. Mehrere Gene können gemeinsam an der Ausbildung eines Merkmals beteiligt sein oder ein Gen kann die Ausprägung verschiedener Merkmale beeinflussen. Vgl. DNA.
- GenomGesamtheit des genetischen Materials (vgl. Gen) einer Zelle oder eines Organismus.
- GenomikBesch䦴igt sich mit der Struktur und der Funktion des Genoms und aller Gene.
- GestageneStoffklasse von Hormonen mit z. T. ähnlicher Wirkung wie Progesteron. Nahezu alle biologischen Effekte der Gestagene werden im Zusammenwirken mit Östrogenen ausgelöst und hängen dabei von dem Östrogen/Gestagen-Verhältnis sowie von der zeitlichen Abfolge des Zusammenwirkens ab.
Biologische Wirkungen
Bedeutung der Gestagene für die Regulation des Menstruationszyklus der Frau (Regel) und Schwangerschaft: Auf- und Abbau der Gebärmutterschleimhaut, schwangerschaftserhaltende Wirkung, Beeinflussung der Eindringfähigkeit der Spermien in die Eizelle und des Eitransports, Einwirkung auf das Schleimhautmilieu in Eileiter und Gebärmutter. Jedes Gestagen besitzt zusätzliche Wirkungen (z. B. antiöstrogene oder östrogene).
Therapeutische Verwendung
Vor allem zur Empfängnisverhütung (so genannte hormonale Kontrazeption, allein oder in Kombination mit Östrogenen) sowie in Kombination mit Östrogenen zur Hormonersatztherapie nach Eintritt der Menopause (insbesondere vorbeugend gegen Osteoporose), ferner bei Zyklusstörungen. - GestationsdiabetesDiabetes mellitus, der erstmals während einer Schwangerschaft auftritt. Vorkommen bei ca. 1-2 % aller Schwangerschaften. Ein erhöhtes Risiko besteht bei Frauen mit Übergewicht und bei familiär gehäuft auftretendem Diabetes mellitus. Der Gestationsdiabetes ist insulinpflichtig (keine oralen Antidiabetika). Vgl. Embryofetopathia diabetica.
- GewichtsalterAls Gewichtsalter wird das Lebensalter bezeichnet, bei dem das aktuelle Körpergewicht dem Durchschnittsgewicht der Normalpopulation entspricht.
- GichtIn akuten Schüben oder chronisch verlaufende Störung im Abbau der Purine (Bausteine der DNA). Dadurch kommt es zu einer erhöhten Konzentration von Harnsäure (dem Endprodukt im Purinabbau) im Blut und zu einer Ablagerung von Harnsäurekristallen an verschiedenen Körperstellen, besonders in Gelenken.
Formen
1. Primäre Gicht: angeborene Stoffwechselstörung; zu 95 % sind Männer betroffen. Auslösende Faktoren sind purin- und aminosäurereiche Nahrung wie Fleisch, Alkoholgenuss, körperliche Anstrengung und Unterkühlung. 2. Sekundäre Gicht: Sie kann bei Erkrankungen des blutbildenden Systems (gesteigerter Zelluntergang) oder Nierenfunktionsstörungen (verminderte Ausscheidung der Harnsäure) auftreten.
Symptome
Der akute Gichtanfall beginnt oft nachts mit heftigen Schmerzen, meist im Grosszehengrundgelenk. Das betroffene Gelenk ist hochrot, oft teigig geschwollen, heiss und sehr druckschmerzhaft. Der Anfall dauert meist bis zum Morgen, evtl. auch einige Tage. Begleitet ist er von Frösteln und mässigem Fieber (38,5-39 °C). In den folgenden Nächten kommt es häufig zu erneuten Anfällen, wobei mehrere Gelenke nacheinander befallen werden können. Es kann eine symptomlose Phase folgen, während die erhöhte Harnsäurekonzentration bestehen bleibt. In mehr als der Hälfte der Fälle kommt es jedoch innerhalb der nächsten zehn Jahre zu erneuten Anfällen.
Komplikationen
Bildung von Nierensteinen, Bluthochdruck, schmerzhafte Entzündung der Iris. Zudem können weitere Begleiterkrankungen auftreten, z. B. Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus, Übergewicht und Leberschädigung.
Diagnostik
Die Beschwerden sind typisch. Der laborchemische Nachweis erfolgt durch Harnsäurebestimmung im Blut, besonders im Anfall. Die Punktierung des Gelenks und röntgenologische Aufnahmen schliessen sich an.
Therapie
Im Anfall werden spezielle entzündungshemmende Mittel eingesetzt. Weitere Massnahmen sind Ruhigstellung, feucht-kalte Umschläge und Fussbäder. Zur Dauertherapie der erhöhten Harnsäurekonzentration stehen Harnsäure senkende Medikamente zur Verfügung. Ausserdem gibt es eine Reihe pflanzlicher Mittel. - Glandula thyroideas. Schilddrüse
- Glasknochenkrankheits. Osteogenesis imperfecta
- Glaukomauch grüner Star genannt
Sammelbezeichnung für verschiedene Erkankungen des Auges, die mit einer vergrösserten Eintrittsstelle des Sehnervs in die Netzhaut und meist einer Erhöhung des Augeninnendrucks einhergehen. Das Glaukom ist eine der häufigsten Erblindungsursachen in den Industrieländern.
Formen
1. Primäres Glaukom mit offenem Kammerwinkel: diese chronische Erkrankung tritt meist in höherem Lebensalter in Erscheinung und führt unbehandelt zum allmählichen Funktionsverlust des Auges. 2. Primäres Glaukom mit verschlossenem Kammerwinkel: es tritt meist akut auf mit anfallartiger starker Erhöhung des Augeninnendrucks. Symptome: im Frühstadium Sehen von Nebeln und Regenbogenfarben, sehr starke Kopfschmerzen mit Übelkeit bis zum Erbrechen. Der Augapfel ist steinhart tastbar. Oft kommt es zu Bindehautrötung, Hornhautschwellung und lichtstarrer Pupille. 3. Sekundäres Glaukom: Augeninnendruckerhöhung infolge einer anderen Erkrankung. Ursache: Neubildung krankhafter Blutgefässe durch Minderdurchblutung z. B. bei Typ 2 Diabetes oder Typ 1 Diabetes, Zentralarterien- bzw. Zentralvenenverschluss, Verletzung des Kammerwinkelgewebes nach Gewalteinwirkung, Verstopfung der Abflusswege durch Stoffwechselprodukte (z. B. bei längerdauernder Cortisoneinnahme) oder Pigment (Pigmentglaukom), Entzündungen und Tumoren im Auge. 4. Angeborenes Glaukom. - GlinideAntidiabetika zum Einnehmen, die nach Aufnahme von Glukose die Abgabe des Hormons Insulin im Körper erhöhen und damit die Blutzuckerkonzentration senken. Glinide binden an den B-Zellen der Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse und bewirken die Entleerung Insulin speichernder Bläschen. Glinide werden bei Typ 2 Diabetes eingesetzt.
- Glitazones. Thiazolidindione
- Globulineeine Gruppe verschiedener Plasmaproteine; Alpha- und Betaglobuline dienen als Träger bestimmter Substanzen im Blut; Gammaglobuline stellen die Antikörper des Immunsystems dar
- Glomeruläre Filtrationsrate (GFR)die von den glomerulären Kapillaren in den Nephronen beider Nieren produzierte Filtratmenge pro Minute; die GFR ist ein wichtiger Index für die Nierenfunktion; die Normalwerte für die GFR bei Erwachsenen betragen 100 ml/min bei Frauen und 120 ml/min bei Männern
- Glomerulosklerose, diabetischeauch Glomerusklerose Kimmelstiel-Wilson oder diabetische Nephropathie genannt
Schädigung der glomerulären Haargefässe (feinste Blutgefässe) der Niere bei langjährigem, meist länger als zehn Jahre bestehendem Typ 2 Diabetes oder Typ 1 Diabetes, vor allem bei falscher Blutzuckereinstellung. Die diabetische Glomerulosklerose kommt in unterschiedlich starker Ausprägung bei ca. einem Drittel der Diabetiker, meist zusammen mit Retinopathia diabetica vor.
Symptome
Zunächst kommt es zu einem verstärkten Flüssigkeitsdurchtritt durch die glomerulären Haargefässe mit erhöhter Vorharnbildung und etwas erhöhter Ausscheidung des Proteins Albumin im Harn (Albuminurie), später folgt eine ausgeprägte Erhöhung der Proteinausscheidung im Harn, eine verminderte Proteinkonzentration im Blut und erhöhte Blutfettwerte. Es kommt zu zunehmender Nierenfehlfunktion. Die diabetische Glomerulosklerose ist die häufigste Ursache für eine Dialyse-Behandlung (so genannte Blutwäsche).
Vorbeugung
Die exakte Einstellung der Blutzuckerwerte des Typ 2 Diabetes oder Typ 1 Diabetes durch den Arzt beugt einer diabetischen Glomerulosklerose vor. S. Stoffwechseleinstellung. - GlucagonIn den A-Zellen der Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse gebildetes Hormon und Gegenspieler des Insulins. Die Ausschüttung von Glucagon wird vor allem bei Blutzuckermangel (Hypoglykämie), erhöhter Konzentration bestimmter Aminosäuren im Blut, durch die Hormone Gastrin (regt die Salzsäureproduktion im Magen an), Adrenalin und TRH (steuert die Schilddrüsenhormone) gefördert. Gehemmt wird die Ausschüttung durch das Hormon Somatostatin und bei Anstieg der Blutzuckerkonzentration.
Wirkung
Glucagon erhöht die Blutzuckerkonzentration durch Abbau von Stärke (Glykogenolyse) in der Leber, Förderung der Neubildung von Glukose (Glukoneogenese) und Verminderung der Glukoseoxidation. Es fördert die Spaltung von Fett (Lipolyse) durch Aktivierung von Enzymen und steigert den Abbau von Proteinen. Glucagon führt ausserdem zu einer Erhöhung der Herzfrequenz. - Glucosurieabnormal hohe Menge an Zucker im Urin
- Glukokortikoideauch Glukosteroide genannt
Sie werden in der Nebennierenrinde gebildet bzw. künstlich als Arzneimittel hergestellt. Die Anregung der Bildung und Ausschüttung erfolgt durch ein Hormon (ACTH) aus der Hirnanhangdrüse (Hypophyse). Glukokortikoide werden auch als Stresshormone bezeichnet, weil das Auftreten von Stressfaktoren einen raschen Anstieg des ACTH und damit der Glukokortikoide zur Folge hat. Die wichtigsten Glukokortikoide sind Cortisol (Hydrocortison), Cortison und Corticosteron.
Wirkungsmechanismus
Über Rezeptoren in den Zellen und vermutlich auch über rezeptorunabhängige Mechanismen regen Glukokortikoide die Zuckerneubildung (Glukoneogenese) an, fördern den Fettabbau (Lipolyse) und erhöhen die Konzentration von Glukose, Aminosäuren, freien Fettsäuren und Harnstoff im Blut. - GlukoneogeneseNeubildung von Glukose in der Leber (90 %) und in der Niere aus Nicht-Kohlenhydratvorstufen. Nicht-Kohlenhydratvorstufen sind z. B. Aminosäuren, die Bausteine der Proteine, die vor allem bei Hunger aus abgebauten Muskelproteinen stammen. Laktat, aus den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und dem Muskelstoffwechsel hervorgehend, und Glycerol, ein Produkt aus der Spaltung von Fetten (Lipolyse) können ebenfalls Nicht-Kohlenhydratvorstufen für die Bildung von Glukose sein. Formal ist die Glukoneogenese die Umkehrung der Glykolyse
- Glukoseauch Traubenzucker, Dextrose, D-Glucopyranose genannt
Glukose ist der wichtigste Zucker (Monosaccharid) im tierischen und pflanzlichen Kohlenhydratstoffwechsel und kann zur Gewinnung von Energie im Stoffwechsel direkt verwertet werden (s. Glykolyse). Sie kommt in süssen Früchten, Pflanzensaft, Honig, tierischem Gewebe und Blut (Blutzucker) vor. Glukose ist Bestandteil von Oligo- und Polysacchariden (z. B. Stärke, Glykogen, Zellulose) sowie von Disacchariden (z. B. Saccharose, Maltose) und in vielen anderen Biomolekülen enthalten. Therapeutisch wird Glukose z. B. durch Infusion zur Ernährung unter Umgehung des Verdauungskanals, zur Therapie und Vorbeugung von Austrocknung durch Wasserverlust und zur Therapie des hypoglykämischen Schocks eingesetzt.
- Glukose-Fettsäure-Zykluss. Randle-Zyklus
- Glukose-Insulin-Toleranztests. Insulin-Glukose-Toleranztest
- Glukose-ToleranzfaktorAbkürzung GTF
Biologisch aktiver organischer Komplex, der stimulierend auf die Insulinrezeptoren der Körperzellen wirkt und damit die Aufnahme von Glukose in die Zellen fördert. GTF-Mangel soll zu verminderter Glukosetoleranz führen. Je geringer die Glukosetoleranz ist, desto wahrscheinlicher sind krankhafte Blut- und Harnzuckerwerte. Besonders reich an GTF ist Hefe. - Glukose-ToleranztestAbkürzung GTT
Verfahren zur Früherkennung von Übergangsstadien zwischen normalem Kohlenhydratstoffwechsel und Typ 2 Diabetes bzw. Typ 1 Diabetes. Die Glukosetoleranz ist das Vermögen des Körpers, Glukose aufzunehmen, ohne dass es zu krankhaft erhöhter Blutzuckerkonzentration (Hyperglykämie) oder Zuckerausscheidung durch die Nieren (Glukosurie) kommt. Eine gestörte Glukosetoleranz lässt sich mit dem Glukose-Toleranztest nachweisen.
Prinzip
Die Blutzuckerkonzentration im Blut und Urin wird nach drei Tagen kohlenhydratreicher Ernährung (ca. 200 g Kohlenhydrate/Tag) nüchtern und 1, 2 (evtl. 3) Stunden nach Glukosebelastung (Trinken einer Glukoselösung mit 75 oder 100 g Glukose) bestimmt. Die Messwerte lassen Normalbefund, gestörte Glukosetoleranz und Typ 2 Diabetes bzw. Typ 1 Diabetes unterscheiden. Nüchtern liegt die Blutzuckerkonzentration bei Normalbefund unter 110 mg/dl, zwei Stunden nach Glukoseaufnahme unter 140 mg/dl. Bei Typ 2 Diabetes oder Typ 1 Diabetes liegt die Blutzuckerkonzentration nüchtern bei ca. 126 mg/dl und zwei Stunden nach der Glukoseaufnahme bei ca. 200 mg/dl. Vgl. Insulin-Glukose-Toleranztest. - Glukosebestimmungs. Blutzucker-Bestimmungsmethoden
- GlukoseschwelleDie Glukoseschwelle ist die Blutzuckerkonzentration, ab der es zu einer erhöhten Ausscheidung von Glukose im Harn kommt (Glukosurie). Die Glukoseschwelle ist altersabhängig und liegt bei dem Durchschnitt der gesunden Bevölkerung bei 180 mg/dl (10mmol/l) Blut. Vgl. Nierenschwelle.
- GlukosetoleranzDie Glukosetoleranz ist das Vermögen des Körpers Glukose aufzunehmen, ohne dass es zu krankhaft erhöhter Blutzuckerkonzentration (Hyperglykämie) oder Zuckerausscheidung durch die Nieren (Glukosurie) kommt.
- GlukosurieErhöhte Ausscheidung von Glukose im Harn. Glukosurie lässt sich durch Blutzucker-Bestimmungsmethoden nachweisen. Normal ist ein Wert von ca. 70 mg in 24 Stunden.
Vorkommen
Bei Typ 2 Diabetes, Typ 1 Diabetes und nach kohlehydratreicher Mahlzeit (bei Überschreiten der Glukoseschwelle), bei renaler Glukosurie (Funktionsstörung der Nieren) oder durch Arzneimittel bedingt. - Glycerolauch Glycerin genannt
Glycerol ist ein dreiwertiger Alkohol, der mit Fettsäuren Triglyceride bildet. Es ist eine dicke, farblose, süss schmeckende Flüssigkeit und Nebenprodukt der alkoholischen Gärung. Glycerol regt das Bewegungsvermögen des Mastdarms (Rektum) an und fördert so die Stuhlentleerung, weswegen es therapeutisch als Abführmittel bei Verstopfung eingesetzt wird. - GlykogenGlykogen ist ein Kohlenhydrat. Die so genannte tierische Stärke (vgl. pflanzliche Stärke) ist ein stark verzweigtes wasserlösliches grosses Molekül (Makromolekül) aus Glukosebausteinen und die Kurzzeitspeicherform von Glukose bei einem Überangebot von Glukose im Körper. In der Leber werden ca. 150 g, in den Muskeln ca. 300 g Glykogen gespeichert. Leberglykogen dient vor allem der Regulation der Blutzuckerkonzentration, Muskelglykogen ist Energiereserve. Der Abbau von Glykogen erfolgt durch die Glykogenolyse.
- GlykogenolyseAbbau von Glykogen (Kurzzeitspeicherform von Glukose) in der Zelle. Er wird angeregt durch die Hormone Adrenalin (in Leber und Muskel) und Glucagon (in der Leber). Über eine Reihe von biochemischen Prozessen entsteht freie Glukose, die ins Blut abgegeben wird und dem Stoffwechsel direkt zur Verfügung steht.
- GlykohämoglobineBestimmte Abkömmlinge des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin-HbA1-Derivate), an die Glukose gebunden ist. Die Bildung findet in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) statt. Die diagnostische Bestimmung des Glykohämoglobins HbA1c gibt Aufschluss über die Blutzuckerkonzentration. Der Anteil des HbA1c am Gesamthämoglobin bei Gesunden liegt bei 4-6 %, bei Personen mit Typ 2 Diabetes oder Typ 1 Diabetes kann HbA1c proportional zur Konzentration des Blutzuckers in 6-8 Wochen bis auf 12 % steigen. Die Bestimmung von HbA1c dient als Qualitätskontrolle der Blutzuckereinstellung (so genanntes Blutzuckergedächtnis). Ziel der antidiabetischen Therapie ist ein HbA1c-Wert unter 6,5 %. Vgl. Hämoglobin.
- GlykolyseAbbau von Glukose zu Pyruvat (Salz der Brenztraubensäure) im Zellplasma. Die Funktion der Glykolyse besteht darin, aus Glukose Energie in Form der energiereichen Verbindung ATP (Abkürzung für Adenosintriphosphat) zu gewinnen. Bei ausreichend zur Verfügung stehendem Sauerstoff während der Glykolyse entsteht Pyruvat. Dieses wird über weitere Zwischenschritte in den Citratzyklus eingeschleust, dessen Produkte z. T. zur weiteren Energiegewinnung in die Atmungskette eingehen. Unter Verhältnissen mit Sauerstoffmangel findet die Milchsäuregärung statt, damit bestimmte Coenzyme der Glykolyse regeneriert werden und die Glykolyse nicht zum Stillstand kommt. Das so gebildete Laktat (Salz der Milchsäure) wird über die Blutbahn zur Leber transportiert, dem Cori-Zyklus oder über Glukoneogenese der Glykogenese (Aufbau von Glykogen aus Glukose) zugeführt. Die Milchsäuregärung kommt in Zellen und Geweben vor, die trotz vorübergehend mangelnder Sauerstoffversorgung Energie benötigen (z. B. Skelettmuskulatur, Knorpel, Dünndarmschleimhaut). Da mit ausreichender Sauerstoffversorgung in Citratzyklus und Atmungskette letztlich wesentlich mehr Energie aus Pyruvat entsteht als bei der Vergärung zu Laktat, findet bei Sauerstoffzufuhr im Allgemeinen keine Gärung statt.
- GlykosilierungAddition von Zuckermolekülen zu einem Polypeptid oder Protein, zur Formgebung und verbesserter Stabilität
- GradingEine aus dem englischen stammende Bezeichnung (to grade einteilen) für die Einteilung bösartiger Tumore nach dem Grad ihrer Bösartigkeit (Malignitätsgrad). Dabei werden vier Stufen (G1-G4) unterschieden, je höher die Gradzahl, desto höher ist der Malignitätsgrad. Wenn man den Grad nicht feststellen kann, wird die Einteilung GX angegeben.
- Granulom, eosinophilesEine im Knochen lokalisierte Verlaufsform einer Blutkrebserkrankung, bei der es durch bestimmte weisse Blutkörperchen (Histiozyten und eosinophile Granulozyten) zur Zerstörung des Knochens kommt. Die Knochenherde liegen meist im Schädel, im beckennahen Oberschenkelknochen, im Becken oder in der Wirbelsäule. Die Krankheit tritt vor allem bei Kindern auf und ist häufig von Nachtschmerz, evtl. mit Schwellung und Überwärmung begleitet. Unter Umständen kann es an den befallenen Knochen zu einem Bruch kommen.
Diagnose: Die Diagnose erfolgt durch die typischen Veränderungen auf dem Röntgenbild.
Therapie: Die Behandlung besteht in der operativen Ausräumung des Tumorherdes, evtl. mit Chemo- oder Strahlentherapie.
Prognose: Die Heilungsaussichten liegen bei über 90%. Rückfälle, Streuung des Tumors oder weiterer Organbefall sind selten. - Grenzwerthypertonieauch Borderline-Hypertonie genannt
Bezeichnung für einen leicht erhöhten Blutdruck (systolisch 140-159 mmHg, diastolisch 90-94 mmHg). Vgl. Hypertonie. - GrippeDefinition
auch Virusgrippe oder Influenza genannt
Die Grippe ist eine akute, endemisch, epidemisch oder pandemisch auftretende Infektion der Atemwege. (Vgl. Endemie, Epidemie, Pandemie).
Ursachen
Erreger
Die Grippe wird durch das so genannte Influenza-Virus hervorgerufen.Es gibt Influenza- oder Grippe-Viren der Typen A, B und C. Das Influenza-Virus des Typs A ist für die grossen Grippewellen verantwortlich, da es über eine hohe Veränderlichkeit verfügt (s. Antigendrift, Antigenshift). Die Viren werden durch Tröpfcheninfektion, d. h. durch Niesen, Husten, aber auch durch Sprechen und direkten Kontakt übertragen. Nach einer Infektion zerstören sie die oberste Schleimhautschicht von der Nase bis zu den Bronchien. Dadurch können bakterielle Folgeinfektionen vor allem mit Haemophilus influenzae, Staphylokokken und Streptokokken entstehen. Vgl. Viren.
Symptome
Eine Grippe beginnt plötzlich mit hohem Fieber, Frösteln, Rachenbeschwerden, Kopf-, Glieder-, Muskel- und Kreuzschmerzen. Hinzu kommen Heiserkeit und trockener Husten, evtl. Erbrechen und Leibschmerzen. Jedes Organ oder Organsystem kann toxisch geschädigt werden, was zum Auftreten unterschiedlicher Symptome führen kann: zu niedriger Blutdruck, verlangsamter Herzschlag, Leberschwellung, Nasenbluten, Bluthusten und Grippeexanthem. Bei unkompliziertem Verlauf bilden sich die Erscheinungen nach 4-8 Tagen zurück. Die völlige Genesung kann deutlich länger dauern.
Komplikationen
Vor allem bei älteren Menschen und durch bakterielle Folgeinfektionen (Sekundärinfektionen) kann es zu Komplikationen kommen. 1. Zu diesen gehören akute Bronchitis und Lungenentzündung, die in 80-100 % der Grippetodesfälle als Ursache gelten. Sekundärinfektion mit Staphylokokken führt unter Umständen zu Eiteransammlungen im Bereich des Brustfells. 2. Nasennebenhöhlen- und Mittelohrentzündung. 3. Kreislaufinsuffizienz durch infektiös-toxische Herzmuskelentzündung oder Schädigung der kleinsten Blutgefässe (Kapillaren). 4. Beteiligung des Nervensystems (Nervenentzündung, Hirnhautentzündung).
Diagnose
Die Diagnose erfolgt anhand der Symptomatik. Labordiagnostisch hinzugezogen werden Blutbild, Virusnachweis in Rachensekret und Stuhl, sowie Antikörpernachweis. Abzugrenzen sind andere Virusinfektionen, vor allem durch Adeno- oder Coxsackie-Viren, ausserdem Ornithose (eine durch Vögel übertragene bakterielle Infektionskrankheit), Sepsis, Typhus abdominalis, Miliartuberkulose.
Therapie
Zunächst werden die Symptome mit Fieber senkenden und entzündungshemmenden Mitteln bekämpft. Bei gefährlichem Verlauf erfolgt eine Behandlung mit Serum, das Antikörper enthält und mit Virostatika. Bei bakteriellen Folgeinfektionen werden Antibiotika eingesetzt. Die Prognose ist bei unkompliziertem Verlauf günstig.
Prävention
Zur vorbeugenden Massnahme gegen eine Grippe kann eine Grippeschutzimpfung durchgeführt werden. Besonders wichtig sind Grippeschutzimpfungen für Personen über 60 Jahre oder mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens, darüber hinaus auch für Personen mit erhöhter beruflicher Gefährdung, z. B. Personal in medizinischen Einrichtungen bzw. mit hohem Publikumsverkehr. Zu einer Impfung mit einem Impfstoff mit aktueller von der WHO empfohlener Antigenkombination wird geraten. Sie sollte möglichst im Herbst vor Beginn der Influenzasaison durchgeführt werden, wobei der Impfstoff vorzugsweise am Oberarm injiziert wird. Die Wiederimpfung sollte jährlich stattfinden, da der Impfschutz für maximal ein Jahr besteht. Während einer Pandemie durch Erregerwechsel (vgl. Antigenshift) der Influenza-Viren ist eine Impfung mit breiter Anwendung erforderlich. Sie kann erheblichen Wert für die Gesundheit der Bevölkerung haben. Die Anwendung der Schutzimpfung ist abhängig von der epidemischen Situation. - Grippe, asiatischeDie asiatische Grippe war eine grosse Grippewelle in den Jahren 1957-1958. Vgl. Pandemie.
- Grippe, spanischeGrippewelle 1918-1920, an der 500 Millionen Menschen erkrankten und 22 Millionen Menschen starben.
- Grippe-Viruss. Influenza-Virus
- GrippeenanthemIn Zusammenhang mit einer Grippe auftretende entzündliche Schleimhautveränderung; kleine Bläschen am vorderen Gaumenbogen und am weichen Gaumen, kleinste punktförmige Blutungen der kleinen Blutgefässe, besonders an der Wangenschleimhaut oder kleine gelblich-weisse Flecken (Grippepünktchen) an der Wangenschleimhaut, am Übergang von Lippenrot zur Lippenschleimhaut. Vgl. Grippeexanthem.
- GrippeexanthemBei Kindern häufiger als bei Erwachsenen in Zusammenhang mit einer Grippe auftretende entzündliche Hautveränderung (masernähnlich). Das Grippeexanthem entsteht am ersten Krankheitstag und bleibt ein bis zwei Tage bestehen. Vgl. Grippeenanthem.
- GrippeschutzimpfungBei der Grippeschutzimpfung handelt es sich um eine Schutzimpfung mit aktiver Immunisierung, d. h. der Körper muss die Antikörper gegen das Influenza-Virus selbst produzieren. Der Impfstoff besteht aus inaktivierten Influenza-Viren, meist A und B kombiniert oder Impfstoff aus Virusbestandteilen (Neuraminidasen, Hämagglutinine). Die Impfstämme sollen mit den aktuellen Erregern möglichst identisch oder nahe verwandt sein, damit eine entsprechende Bildung von Antikörpern erfolgt. Der Antigendrift des Influenza-Virus macht eine ständige Anpassung des Impfstoffs notwendig. Die Impfung sollte vor Beginn der Grippesaison erfolgen. Da der Impfschutz für maximal ein Jahr besteht, ist eine jährliche Wiederimpfung angezeigt. Vgl. Impfkalender.
- GrippewelleGehäuftes Auftreten von Grippeerkrankungen. Kennzeichnend für die Grippe ist, dass sie zu bestimmten Zeiten in bestimmten Gegenden verstärkt auftritt, so dass jedes Jahr mit einer Häufung von Grippeerkrankungen in den Wintermonaten zu rechnen ist. Eine Länder oder Kontinente übergreifende Ausbreitung (Pandemie) ist in Abständen von Jahrzehnten zu beobachten. Pandemische Grippewellen waren der 'russische Schnupfen', die 'spanische Grippe', die 'asiatische Grippe' und die 'Hongkong-Grippe'. Die Erkrankungswahrscheinlichkeit liegt in Epidemiezentren bei ca. 30 %, in Pandemiegebieten höher.
- Grosses Blutbildeine Laboruntersuchung, mit der die Anzahl weißer und roter Blutkörperchen, die Anzahl Blutplättchen, die Hämoglobin- und Hämatokritwerte sowie andere Werte, die den Gesamtzustand des Blutes widerspiegeln, ermittelt werden
- Guillain-Barré-SyndromEntzündung der Nerven, die zu schlaffen Lähmungen führt und sich in der Regel wieder zurückbildet.
Ursachen: Die Ursachen sind nicht sicher geklärt, vermutlich handelt es sich um eine Infektion mit Viren (Zytomegalie-, Varizella-Zoster-, Masern-, Mumps-, HIV-, Hepatitis-Virus) oder Bakterien (Campylobacter, Salmonellen, Brucellen, Shigellen, Spirochäten) oder um eine Störung des Immunsystems.
Es werden zwei Formen unterschieden:
akutes Guillain-Barré-Syndrom: Plötzlich einsetzende schlaffe Lähmung und Gefühlsstörung der Beine, kann sich auf die Arme ausbreiten. Höhepunkt nach 2-4 Wochen.
chronisches Guillain-Barré-Syndrom: Langsamerer Verlauf der Lähmung, evtl. mit schubweisem Verlauf und Zu- und Abnahme der Lähmung.
Diagnose: Untersuchung der Rückenmarksflüssigkeit (Liquor), Messung der Nervenleitgeschwindigkeit, Untersuchung von entnommenen Nervenstücken.
Komplikationen: Bei Befall bestimmter Nerven kann es zur Atemlähmung oder Herzrhythmusstörungen kommen, in den gelähmten Beinen können sich Blutgerinnsel (Thrombosen) bilden, die sich lösen und zu Verstopfung von Blutgefässen in der Lunge (Lungenembolie) führen können. Bei langem Verlauf kann es zu Muskelrückbildungen kommen.
Prognose: Die Erkrankung endet meist von selbst und hinterlässt bei Behandlung eventueller Komplikationen keine Folgeschäden.
Lexikon-Einträge: Roche und Walter de Gruyter, Berlin