Glossary

Angefangen bei A wie "Abmagerung" bis hin zu Z wie "Zytostatika" bieten wir Ihnen kurze Erklärungen für Fachbegriffe aus Medizin und Wissenschaft – in klaren und einfachen Worten.
- LaktatSalz der Milchsäure. Es entsteht bei der Milchsäuregärung z. B. bei Muskelarbeit unter Sauerstoffmangel. Vgl. Laktatazidose, Glykolyse.
- Laktatazidoseauch Laktazidose, Milchsäureazidose oder metabolische Azidose genannt
Eine Laktatazidose geht auf eine Vermehrung von Laktat (Salz der Milchsäure) im Blut zurück.
Ursache
Sauerstoffmangel: Glykolyse, die verstärkt unter Sauerstoffmangel stattfindet, führt zur Milchsäuregärung, meist in Zusammenhang mit lebensbedrohlichen Zuständen, z. B. Lungenembolie, Schock, Operation; ausserdem bei Typ 2 Diabetes oder Typ 1 Diabetes, neurologischen Erkrankungen oder starker Muskelarbeit. Früher trat die Laktatazidose besonders häufig unter Therapie mit Biguaniden (Medikamente zur Behandlung von Typ 2 Diabetes), vor allem bei gleichzeitigem Leber- oder Nierenschaden, Herzschwäche, Alkoholkrankheit und Leberzirrhose auf.
Symptome
Übelkeit, Bauchschmerzen, Hyperventilation, gelegentlich plötzliche Blindheit, schliesslich Benommenheit, laktatazidotisches Koma. - Langerhans-Inselnauch Inselorgan genannt
Der Hormone produzierende Teil der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Jede der ca. 1 Million Langerhans-Inseln enthält bis zu 5000 grosse, Hormon bildende Zellen, ist stark durchblutet und reich mit Nerven versorgt. Die Langerhans-Inseln bestehen aus vier Zelltypen: A-Zellen produzieren das Hormon Glucagon, B-Zellen das Hormon Insulin und D-Zellen stellen das Hormon Somatostatin her. PP-Zellen produzieren pankreatisches Polypeptid, das die Ausschüttung von Bauchspeicheldrüsenenzymen und den Gallefluss hemmt. Die B-Zellen machen dabei 60-80 % am Inselzellvolumen aus, gefolgt von den A-Zellen mit 15-20 % und den D-Zellen, deren Anteil bei 5-15 % liegt. PP-Zellen machen bis zu 2 % des Inselzellvolumens aus. - LatenzzeitZeitraum, der zwischen dem Einwirken der krankheitserregenden Ursache oder eines Schadstoffes (Gift, krebserregender Stoff oder Strahlung) auf den Körper und dem Auftreten erkennbarer Symptome oder Folgeerscheinungen (Vergiftung, maligne Tumore, Strahlenschäden) liegt.
- Laxanzienauch Laxativa oder Abführmittel genannt
Mittel zur Förderung und Erleichterung der Darmentleerung, vor allem durch Steigerung der Peristaltik (einschnürende Abwärtsbewegung der Darmwände in Transportrichtung des Darminhalts).
Anwendung
Einmalig oder kurzfristig zur Darmentleerung vor diagnostischen Untersuchungen, bei schmerzhaften Analleiden, nach operativen Eingriffen, bei Verstopfung (Obstipation), ggf. zur Entfernung aufgenommener Gifte.
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Blähungen durch Quellstoffe oder Bauchschmerzen. Längere oder hochdosierte Anwendung kann zu Elektrolytverlust (vor allem Kaliumverlust, dadurch Verstärkung der Verstopfung), blutenden Darmentzündungen und lebensbedrohlichen Überempfindlichkeitsreaktionen führen. - LDLAbkürzung für (englisch) low density lipoproteins
Lipoproteine niedriger Dichte, die aus VLDL (Lipoproteinen sehr niedriger Dichte) entstehen. LDL bestehen zu 75 % aus Fetten (Lipide) und zu 25 % aus Proteinen. Mit LDL wird Cholesterol zu peripheren Zellen transportiert.
Das LDL wird im Allgemeinen als das schlechte Cholesterin bezeichnet, da es das Risiko einer Herzerkrankung erhöht, wenn es in höheren Konzentrationen im Blut vorkommt; die LDL-Cholesterin-Normalwerte bei Erwachsenen betragen 60 bis 180 mg/dl. - LDL-Rezeptor-GenGen, das die Bindungsfähigkeit der Rezeptoren für LDL (Lipoproteine geringer Dichte) beeinflusst. Veränderungen des LDL-Rezeptor-Gens können dazu führen, dass so genannte Membranrezeptordefekte vorliegen und die LDL-Rezeptoren nicht genügend LDL binden können. Das Cholesterol im Blut ist in der Folge erhöht (primäre oder familiäre Hypercholesterolämie).
- LDL/HDL-VerhältnisVerhältnis der Konzentrationen der Lipoproteine LDL (Lipoproteine geringer Dichte) und HDL (Lipoproteine hoher Dichte) im Blut, die den Transport von Cholesterol vermitteln. Das LDL/HDL-Verhältnis wird zur Abschätzung des Risikos für Arteriosklerose bestimmt, das bei Werten über 5 deutlich erhöht ist.
- LeberDie Leber ist das grösste Organ des menschlichen Körpers. Sie liegt im rechten Oberbauch unter den Rippen, ist teilweise mit dem Zwerchfell verwachsen und beim Gesunden nicht tastbar. Erst durch eine krankhafte Vergrösserung kann man die Leber unter dem rechten Rippenbogen spüren.
Funktion: Die Leber produziert die Gallenflüssigkeit und scheidet diese aus. Gleichzeitig ist die Leber das zentrale Stoffwechselorgan des menschlichen Körpers, in dem Stoffwechselprodukte aufgebaut, verwertet, abgebaut und gespeichert werden. - LeberbiopsieProbeentnahme aus der Leber zur mikroskopischen Untersuchung, genauen Bestimmung der Erkrankung und Verlaufskontrolle von Lebererkrankungen (z. B. Leberentzündung, Fettleber) und Leberkarzinom.
- LeberfunktionenSammelbezeichnung für Stoffwechselleistungen der Leber. Dies sind hauptsächlich:
1. Bildung von Galle
2. Umbauvorgänge im Zuckerstoffwechsel
3. Umbau von aus dem Darm aufgenommenen Nährstoffen
4. Bildung von bestimmten Stoffen des Immunsystems und Gerinnungssystems
5. Abbau bestimmter Fette
6. Abbau bestimmter Giftstoffe
Die Funktionen der Leber werden mit Hilfe von Leberfunktionsproben geprüft. - LeberfunktionsprobenUntersuchungen zur Beurteilung der Stoffwechselleistungen der Leber und zur Feststellung des Schweregrades von Lebererkrankungen. Durch die unterschiedlichen Untersuchungen werden verschiedene Störungen der Leber erfasst:
1. Zellschädigung durch Bestimmung von bestimmten Enzymen.
2. Störungen des Aufbaus von Stoffwechselprodukten (Synthesestörungen) durch Bestimmung von z. B. Eiweissstoffen oder Gerinnungsfaktoren.
3. Störungen der Gallenausscheidung z. B. durch Bestimmung von Bilirubin.
4. Störungen der Speicherfunktion und der Verwertung durch Bestimmung von z.B. Eisen und Kupfer im Serum. - LeberkarzinomBezeichnung für primäres Leberzellkarzinom oder Gallengangskarzinom (cholangiozelluläres Leberzellkarzinom ).
- Lebernekrose, akuteDie akute Lebernekrose bezeichnet einen massiven Leberzellzerfall bei der fulminanten Verlaufsform der akuten Hepatitis oder bei schweren Lebererkrankungen, z. B. durch Pilzvergiftungen.
Symptome: Leberkoma; bei Überleben des Komas verbleibt eine Narbenleber.
Therapie: Lebertransplantation. - Leberperfusion, extrakorporaleauch extrakorporale Leberdialyse.
Bei der extrakorporalen Leberperfusion wird als zeitlich befristeter Leberersatz eine Tierleber (Pavian) oder eine technischen Membransystem mit dem Blut des Erkrankten durchströmt und hierdurch das Blut entgiftet. Das Verfahren wird beim akutem Leberzerfallskoma, z. B. bei fulminanter Hepatitis oder Knollenblätterpilzvergiftung eingesetzt. - LebertherapeutikaAuch Hepatika, Leberschutzmittel.
Arzneimittel, die zur Therapie oder Prophylaxe von toxischen und infektiösen Leberschäden dienen, z. B. Hepatitis, Leberzirrhose. Zu den Lebertherapeutika gehören sehr unterschiedliche Arzneimittel, z. B. Vitamine, Lezithin und Zucker, das Lebergewebe bevorzugende (hepatotrope) Pflanzenstoffe, einige Hormone, Immunsuppressiva (Mercaptopurin, Azathioprin), Gallensäuren u. v. a . - LebertransplantationÜbertragung der Leber eines Verstorbenen oder eines lebenden Spenders bei Patienten mit Leberversagen, Lebertumoren und anderen schweren Lebererkrankungen wie z. B. schwere Verläufe akuter und chronische Hepatitiden. Nach der Übertragung der Leber muss das Immunsystem des Empfängers ein Leben lang durch Medikamente geschwächt werden, damit die Leber nicht wieder abgestossen wird.
Prognose: Erfolgsaussichten sind von der Grunderkrankung abhängig,
durchschnittlich leben nach 5 Jahren noch 60-70% der Patienten. Am günstigsten ist die
Prognose, wenn die Transplantation aufgrund einer Leberzirrhose erfolgt. - Lebertumore1. gutartige Lebertumore: Gutartige Tumore der Leber sind meist Tumore der Blutgefässe (Hämangiome), seltener der Lymphgefässe (Lymphangiom), embryonaler Zellen (Teratom, Hamartom), Adenome (Leberzelladenom) sowie bestimmte Leberveränderungen durch die Einnahme hormoneller Kontrazeptiva (fokale noduläre Hyperplasie).
2. bösartige Lebertumore: Bösartige Tumore in der Leber können von den Leberzellen selbst ausgehen und sind meist Karzinome der Leber- oder Gallengangszellen (s. primäres Leberzellkarzinom und Gallengangskarzinom). Häufiger allerdings sind es Tumore, die ihren primären Sitz in anderen Organen oder Organsystemen haben. Dazu gehören Metastasen von Tumoren aus weiter entfernten Organen (z. B. von kolorektalen Karzinomen), Tumore, die sich aus Nachbarorganen ausgebreitet haben (z. B. Gallenblasenkarzinom) oder Tumore des lymphatischen Systems (Lymphome). - LeberzelladenomKleiner, scharf abgegrenzter gutartiger Tumor der Leber aus Leberzellen und speziellen Lebergefässen. Leberzelladenome können durch Ultraschall, Szintigraphie (bildgebende Untersuchung mit radioaktiven Substanzen) und evtl. Kernspintomographie diagnostiziert werden. Eine operative Entfernung ist nur notwendig, wenn der Tumor auf andere Organe drückt.
- Leberzellkarzinom, primäresAuch hepatozelluläres Karzinom oder malignes Hepatom.
Bösartiger Tumor der Leberzellen. Meist kommt es frühzeitig zu zahlreichen Absiedelungen innerhalb der Leber oder in anderen Organen (Metastasen in Lymphknoten, Lunge, Knochen).
Ursache: in 60-80% der Fälle begünstigen eine Leberzirrhose, Hepatitis B oder Hepatitis C die Entstehung eines Leberzellkarzinoms. Weiterhin begünstigend sind bestimmte Pilzgifte (Aflatoxine) und chemische Substanzen (Vinylchlorid, Arsen).
Vorkommen: selten in Europa, häufiger in Asien und Afrika; insbesondere bei Männern.
Symptome: diffuses Druck- und Völlegefühl, Oberbauchschmerzen, die in die rechte Schulter ausstrahlen können, Leistungsknick, Gewichtsverlust.
Diagnose: Laboruntersuchungen: Bestimmung von Alphafetoprotein. Bildgebende Untersuchungen: Ultraschalluntersuchung, Kernsintomographie, Bauchspiegelung (Laparoskopie) mit Entnahme von Gewebeproben, Untersuchung der Blutgefässe in der Leber (Angiographie).
Therapie: in ca. 25% der Fälle ist eine operative Entfernung des betroffenen Leberanteils möglich. Bei einzelnen Tumoren, die kleiner als 3,5cm sind und keine Metastasen abgesiedelt haben, kann eine Lebertransplantation möglich sein. Ist eine Operation nicht möglich, kann eine Chemotherapie oder eine Strahlentherapie das Forschreiten der Erkrankung verlangsamen.
Prognose: Ohne Operation beträgt die durchschnittliche Überlebensdauer 6 Monate. Nach Operation leben nach 5 Jahren noch ca. 20% der Patienten. - LeberzirrhoseDie Schrumpfleber ist eine chronische Erkrankung der gesamten Leber, bei der das Lebergewebe zunehmend zerstört und durch Narbengewebe ersetzt wird. Eine Wiederherstellung des normalen Leberaufbaus ist nicht möglich, so dass es durch den Mangel an gesundem Lebergewebe zu einer zunehmenden Einschränkung der Leberfunktion kommt.
Ursachen: Eine Schrumpfleber kann in Folge von Alkoholmissbrauch, Leberentzündungen, Erkrankungen des Stoffwechsels, der Gallenwege oder des Herz-Kreislaufsystems entstehen. Weiterhin tritt die Schrumpfleber ohne bekannte Ursache auf (so genannte kryptogene Zirrhose).
Symptome: Eine Schrumpfleber kann längere Zeit bestehen, ohne schwere körperliche Symptome zu zeigen (so genannte kompensierte Schrumpfleber). In diesem Stadium treten subjektive Symptome wie bei der chronischen Hepatitis, u. a. Müdigkeit, Übelkeit, Verstopfung, Blähungen, Fettunverträglichkeit oder Druck unter dem rechten Rippenbogen auf. In der Folge kommt es zu Hautveränderungen (z.B. besenreiserartige spinnenförmige kleine Blutgefässe unter der Haut, Palmarerythem). Die vergrösserte und verhärtete Leber und Milz sind tastbar. Durch die fortschreitende Umwandlung der Leber wird die Leberdurchblutung verschlechtert, was zu Bauchwassersucht (Ascites) führen kann. Weiterhin kommt es zur Krampfaderbildung in der Speiseröhre (Ösophagusvarizen) und an der Bauchdecke sowie zu Hämorrhoiden.
Diagnose: Labordiagnostische Untersuchungen: Mangel an Blutplättchen, roten und weissen Blutkörperchen, erhöhte Blutsenkung, veränderte Leberwerte (vgl.Leberfunktionsproben), Veränderung der Bluteiweisse, Gerinnungsstörungen, häufig Kaliummangel. Die Diagnose wird durch eine Bauchspiegelung mit Probenentnahme aus der Leber (Leberbiopsie) gesichert.
Komplikationen: Blutung aus Speiseröhrenkrampfadern (häufigste Todesursache), Leberkoma, Leberkrebs (primäres Leberzellkarzinom). - LeiomyosarkomEin Leiomyosarkom ist ein bösartiger Tumor aus glatten Muskelfasern (vgl. Myom, Sarkom ). Ein Leiomyom ist ein gutartiger Tumor aus glatten Muskelfasern.
- LeistungsknickInnerhalb von Tagen bis Wochen stattfindendes Nachlassen der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit. Meist fällt der Leistungsknick den Betroffenen selber unangenehm auf, evtl. aber auch nur Angehörigen oder Bekannten. Ein Leistungsknick kann Zeichen verschiedener Erkrankungen sein wie schwere Infektionskrankheiten (z. B. Tuberkulose), Tumorerkrankungen, Depression.
- LeptinHormon, das ausschliesslich im Fettgewebe entsteht und Signalfunktion bezüglich der im Körper gespeicherten Fettmasse besitzt. Menschen mit hohem Anteil an Körperfett bilden normalerweise mehr Leptin als solche mit kleinen Fettdepots. Da Leptin die Nahrungsaufnahme durch Appetitminderung drosselt und den Energieverbrauch steigert, wirkt es gewichtsregulierend. Bei krankhaftem Übergewicht wird vermutlich entweder Leptin in zu geringer Menge produziert oder die Zielzellen im Hypothalamus sind unempfindlich gegenüber der Leptinwirkung.
- LeukämieBösartige Erkrankung der weissen Blutkörperchen durch ungeregelte Teilung von unreifen Vorläuferzellen.
Ursachen: Die genauen Ursachen sind nicht geklärt. Vermutet wird ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, die das Erkrankungsrisiko möglicherweise erhöhen, v. a. Chemikalien (z. B. Benzol), radioaktive Strahlung, Zytostatika, krebserregende Viren (z. B. das humane T-Zell-Leukämie Virus, Abk. HTLV 1; vgl. Viren, onkogene), evtl. gibt es eine familiäre Neigung zur Entwicklung von Leukämien.
Häufigkeit: Jährlich erkranken ca. 50 Menschen pro eine Million Einwohner, mehr Männer als Frauen. Bei Kindern ist die Leukämie mit ca. 45% die häufigste bösartige Erkrankung.
Einteilung: Man unterscheidet
1. anhand des Verlaufs der Erkrankung akute und chronische Leukämien
2. anhand des Reifegrads der Krebszellen unreifzellige und reifzellige Leukämien
3. anhand der Abstammung der Ursprungszellen lymphatische (Vorläuferzellen von Lymphozyten) und myeloische (Vorläuferzellen von Granulozyten) Leukämien
4. nach der Anzahl von Leukämiezellen im Blut aleukämische (keine Leukämiezellen im Blut), subleukämische (wenige Leukämiezellen im Blut) und leukämische (viele Leukämiezellen) Leukämien. - Leukämie, akuteBösartige Erkrankung der weissen Blutkörperchen (s. Leukämie) mit schnell fortschreitendem Verlauf. Sie verläuft unbehandelt in Wochen bis wenigen Monaten tödlich.
Diagnose: Blutuntersuchung mit Blutausstrich und Untersuchung der Krebszellen, Knochenmarksuntersuchung (Knochenmarkbiopsie: Probenentnahme aus dem Knochenmark).
Symptome: Infektanfälligkeit, Blutungsneigung, Zeichen der Blutarmut (Anämie) wie Schwäche und Herzrasen, evtl. Symptome bei Befall einzelner Organe.
Folgende Formen werden unterschieden:
1.akute lymphatische Leukämie (Abk. ALL): Die Krebszellen entstehen aus Vorläuferzellen von Lymphozyten (bestimmte weisse Blutkörperchen, die z. B. Antikörper produzieren). Sie ist die überwiegende Leukämieform des Kindesalters (80%). Therapie: Chemotherapie mit sehr starken Chemotherapeutika (sog. aggressive Chemotherapie. Prognose: Von den erkrankten Kinder leben bei aggressiver Chemotherapie nach fünf Jahren noch 80% der Patienten, nach zehn Jahren noch 50%. Bei erkrankten Erwachsenen kann eine Chemotherapie das Leben verlängern, eine Heilung wird nur selten erreicht.
2.akute myeloische Leukämie (Abk. AML): Die Krebszellen entstehen aus Vorläufern von Granulozyten (bestimmte weisse Blutkörperchen, die z. B. Fremdkörper vernichten können). Sie kommt hauptsächlich bei Erwachsenen vor. Therapie: Chemotherapie. Prognose: In 25-50% der Fälle können Chemotherapie und weitere Massnahmen die Erkrankung für wenige Monate zum Verschwinden bringen, danach tritt sie in der Regel aber wieder auf und führt zum Tod. - Leukämie, chronischeBösartige Erkrankung der weissen Blutkörperchen (s. Leukämie) mit langsam fortschreitendem Verlauf.
Folgende Formen werden unterschieden:
1.Chronisch-myeloische Leukämie (Abk. CML): Die Krebszellen entstehen aus Vorläufern von Granulozyten (bestimmte weisse Blutkörperchen, die z. B. Fremdkörper vernichten können). Die Krebszellen wachsen im Knochenmark, dem Blut (deswegen Neigung zu Blutverklumpungen, sog. Thrombosen) und mehreren Organen (Leber, Milz).
Therapie: Chemotherapie mit Zytostatika und Interferonen, zusätzlich Allopurinol.
Prognose: Bei Behandlung beträgt die Krankheitsdauer im Durchschnitt zwei bis drei Jahre. Zum Tod kommt es meist durch eine plötzliche Vermehrung der Krebszellen oder durch Nebenwirkungen der Chemotherapie.
Chronisch-lymphatische Leukämie (Abk. CLL): Die Krebszellen entstehen aus Vorläuferzellen von Lymphozyten (bestimmte weisse Blutkörperchen, die z. B. Antikörper produzieren). Meist erkranken ältere Menschen.
Symptome: häufig Lymphknotenschwellungen, Vergrösserung von Leber und Milz, selten Befall der Haut.
Therapie: Chemotherapie kann helfen, sollte aber nur in bestimmten Fällen eingesetzt werden, da sie mitunter den Verlauf nicht verbessert und zahlreiche Nebenwirkungen in Kauf genommen werden müssen.
Prognose: Der Verlauf kann sehr unterschiedlich sein. - Leukozytenweiße Blutkörperchen
- LibidoGeschlechtstrieb oder sexuelles Verlangen
- LichttherapieTherapeutische Anwendung von ultraviolettem Licht. Therapieziel ist die Vorbeugung gegen Osteomalazie, Osteopenie und Osteoporose, die Stärkung der Infektabwehr und eine Verbesserung von Regelprozessen des vegetativen Nervensystems, insbesondere des Herz-Kreislauf-Systems.
Formen:
Anwendung von 1. natürlicher Sonnenstrahlung (Heliotherapie); 2. künstlichen Strahlungsquellen, vor allem mit Wellenlängen aus dem UV-B-Bereich (280-315 nm).
Therapeutisches Prinzip
1. Anregung der natürlichen Produktion von Vitamin-D: a) positive Wirkungen auf den Calciumstoffwechsel und das Knochenwachstum (vgl. Calcium); b) Steigerung der Infektabwehr; 2. Anregung der Bildung von Mittlersubstanzen des Immunsystems in der Haut mit Wirkung im gesamten Körper; 3. günstiger Einfluss auf die Regulation von Organsystemen; 4. UV-B-Strahlung führt zu einer Anregung des Wachstums Pigment bildender Zellen der Haut (Melanozyten) sowie zu einer vermehrten Hornschicht (Lichtschwiele).
Anwendung
1. Bei Erkrankungen der Haut wie z. B. bei Schuppenflechte; 2. bei Osteoporose, Osteomalazie, zur Vorbeugung von Osteopenie bei Gesunden mit erhöhtem Erkrankungsrisiko; 3. bei chronischen bzw. mehrfach wiederkehrenden Infekten; 4. bei Störungen der durch das vegetative Nervensystem regulierten Kreislauffunktionen.
Gegenanzeigen
Allergie- und Vergiftungsreaktionen auf Sonnenlicht, akute fiebrige Infektionskrankheiten, bösartige Erkrankungen, stark geschwächter Allgemeinzustand und andere. - LinksherzhypertrophieVergrösserung des linken Herzens mit Zunahme der Muskelmasse bei unveränderter Zellzahl, z. B. bei Bluthochdruck (Hypertonie). Vgl. Herzhypertrophie.
- LinksherzinsuffizienzForm der Herzinsuffizienz mit unzureichender Leistung der linken Herzkammer infolge Funktionsschwäche des Herzmuskelgewebes, die zu einer Volumenüberlastung des kleinen Kreislaufs (Lungenkreislauf) führt.
Ursachen
Erkrankung des Herzmuskels, koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Bluthochdruck (Hypertonie), angeborener oder erworbener Herzfehler.
Symptome
Atemnot, blau-rote Verfärbung von Haut und Schleimhäuten infolge Sauerstoffmangels im Blut und Stauungsbronchitis mit Reizhusten, nächtliches so genanntes Asthma cardiale (Herzasthma, Atemnot), Lungenödem (Wasseransammlung im Lungengewebe), beschleunigter Herzschlag mit Auftreten eines dritten Herztons (Dritter-Ton-Galopp).
- linksventrikuläre HypertrophieVerdickung der Wand der linken Herzkammer; Ursachen hierfür sind hoher Blutdruck, Herzklappenfehler und Anämie
- LipasehemmerSubstanzen, welche die Aktivität des Enzyms Lipase im Magen-Darm-Trakt teilweise hemmen. Da Lipase im Darmbereich für die Spaltung der Triglyzeride (Fette) verantwortlich ist, können diese nicht in den Körper aufgenommen werden. Lipasehemmer werden zur Unterstützung der Gewichtsabnahme bei ernährungsbedingtem Übergewicht eingesetzt.
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Verminderte Aufnahme fettlöslicher Vitamine, Aufblähung des Magens bzw. des Darms (Blähungen) mit reichlich Abgang von Darmgasen, Stuhlinkontinenz (Unvermögen, den Stuhl zurückzuhalten), Bauch- und Kopfschmerzen. - LipasenLipasen sind Enzyme, die Triglyceride (Fette) spalten. Sie werden z. B. in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildet. Bei der Verdauung ist die Lipasewirkung Voraussetzung für die Aufnahme von Fett aus der Nahrung in den Körper. Lipasen können nur feinst verteiltes (d. h. durch Gallensäuren emulgiertes) Fett spalten. Vgl. Verdauung von Neutralfetten, Lipolyse.
- LipideChemisch sehr verschiedene Biomoleküle mit guter Löslichkeit in Fett. Unter dem Begriff Lipide werden verseifbare und nicht-verseifbare Lipide zusammengefasst. Verseifbare Lipide sind chemisch und durch Enzyme in einer bestimmten Weise spaltbar (z. B. Triglyceride, Wachse). Nicht-verseifbare Lipide sind so nicht spaltbar. Zu ihnen gehören z. B. langkettige Alkohole, Sterole (z. B. Cholesterol), Fettsäuren und andere Naturstoffe.
Vorkommen
Lipide kommen in allen Organismen vor; im menschlichen Körper als so genannte Serumlipide (freie Fettsäuren, Lipoproteine) im Blut, als Baustein der Zellmembranen, als Cholesterol und Depotfett. Im weiteren Sinne gehören auch fettlösliche Hormone zu den Lipiden. Vgl. Fettstoffwechsel. - Lipidsenkerauch Antilipidämika genannt
Arzneimittel zur Senkung der Blutfettwerte in der Behandlung von Hyperlipoproteinämien (vor allem Hypercholesterolämie).
Einteilung
1. Anionenaustauscher: sie binden Gallensäuren, so dass diese ausgeschieden werden. Als Folge der verstärkten Ausscheidung wird die Neubildung von Gallensäuren angeregt. Die Konzentration von Cholesterol in den Leberzellen sinkt. Dies bewirkt die Zunahme der LDL-Rezeptoren und aus dem Blut wird mehr LDL aufgenommen, d. h. die Blutfettwerte sinken. Unerwünschte Arzneimittelwirkungen: neben Verdauungsstörungen die abgeschwächte Wirkung einiger Medikamente. 2. HMG-CoA-Reduktasehemmer (auch CSE-Hemmer oder Statine genannt): sie hemmen die Aktivität eines Schlüsselenzyms der körpereigenen Cholesterolbildung. Dadurch sinkt die Cholesterolkonzentration in den Zellen. Regulierungsmechanismen bewirken dann die Bildung von mehr LDL-Rezeptoren an den Zellen. Dies führt dazu, dass die Konzentrationen von LDL und Gesamtcholesterol sinken, weil mehr Cholesterol aus dem Blut aufgenommen wird. Unerwünschte Arzneimittelwirkungen: Magen-Darm-Probleme, Kopfschmerz, Hautausschläge, Leberfunktionsstörung, Muskelerkrankung. 3. Fibrate: sie hemmen die Bildung der Lipoproteine (vor allem die der VLDL) und aktivieren z. T. deren Abbau. Unerwünschte Arzneimittelwirkungen: Magen-Darm-Probleme, Kopfschmerz, Tendenz zur Gallensteinbildung, selten Allergie und Muskelerkrankung. 4. Nicotinsäure und von ihr abgeleitete Substanzen: sie hemmen fettspaltende Enzyme und damit die Lipolyse (Spaltung von Fetten). In der Leber werden weniger VLDL und somit LDL gebildet. Ausserdem wird das Enzym Lipoproteinlipase aktiviert. Unerwünschte Arzneimittelwirkungen: anfallsweise Hautrötung mit Hitzegefühl (Flush), Magen-Darm-Störungen, bei hoher Dosis Leberfunktionsstörung, verminderte Glukosetoleranz, Anstieg der Harnsäurekonzentration im Blut. 5. Sitosterol behindert im Darm die Aufnahme von Cholesterol aus der Nahrung. Unerwünschte Arzneimittelwirkungen: Magen-Darm-Probleme. 6. Probucol beeinflusst den LDL-Stoffwechsel und fördert den Abtransport von LDL. Die Konzentrationen von LDL und HDL sinken. Unerwünschte Arzneimittelwirkungen: Magen-Darm-Störungen, Kopfschmerz, vereinzelt Störung der Herzaktion. 7. Omegafettsäuren senken vor allem die Konzentration an Triglyceriden (vermutlich über eine Verminderung der VLDL-Bildung). - LipidstoffwechselGesamter Aufbau, Abbau und Umbau der Lipide im Organismus; s. Fettstoffwechsel.
- LipolyseSpaltung von Triglyceriden aus Fettgewebe durch Enzyme und Abgabe der Spaltprodukte (Glycerol und Fettsäuren) ins Blut. Durch die Lipolyse wird Fett abgebaut (s. Fettstoffwechsel). Die Aktivierung der Lipolyse erfolgt durch die Hormone Adrenalin, Noradrenalin, Glucagon, TSH und ACTH. Gehemmt wird die Lipolyse durch Insulin, Prostaglandin E1 und Nicotinsäure.
- LipoproteineHochmolekulare wasserlösliche Komplexe aus Proteinen und damit verbundener Fettkomponente (Lipide) in unterschiedlicher Zusammensetzung. Lipoproteine werden in Leber und Darm gebildet und dienen vor allem dem Transport von Cholesterol und Cholesterolestern, Phospholipiden, Triglyceriden und fettlöslichen Vitaminen im Blut.
Einteilung
Entsprechend der Dichte werden Lipoproteine in Chylomikronen, VLDL, IDL, LDL und HDL eingeteilt. - LiposarkomSeltener bösartiger Tumor des Fettgewebes (vgl. Sarkom. Er befindet sich meist in den tiefen Weichteilen der Gliedmassen (Bein häufiger als Arm) und in der Bauchhöhle. Therapie: chirurgische Entfernung, nach der Operation Strahlentherapie.
- LiposuktionAbsaugung von Depotfettansammlungen meist aus kosmetischen Gründen. Nach Injektion von Natriumchlorid-Lösung unter Zusatz von Mitteln zur örtlichen Betäubung und Adrenalin wird ggf. mit Ultraschall zur besseren Fettverflüssigung zerstörtes Fettgewebe abgesaugt.
- LippenkarzinomBösartiger Tumor der Lippe, der sich meist auf der Unterlippe entwickelt. Die Entwicklung wird durch Ultraviolettstrahlung und Tabakrauch (besonders bei Pfeifenrauchern) begünstigt. Nach einer operativen Entfernung von kleinen Tumoren unter 2cm Durchmesser leben nach 5 Jahren noch ca. 90% der Patienten.
- Looser-UmbauzonenBei Röntgenaufnahmen des Knochens sichtbare Aufhellungsstreifen, die durch eine Minderung des Knochenkalks (Entmineralisierung) und die kompensatorische Bildung von (unverkalkter) Knochengrundsubstanz zustande kommen. Sie können zu Knochenbrüchen (Ermüdungsbruch) führen. Looser-Umbauzonen kommen z. B. bei alimentärer Osteopathie, Rachitis und Osteomalazie vor.
- LumpektomieForm der brusterhaltenden Operation bei Brustkrebs. Sie ist möglich, wenn nur ein Tumor in der Brust vorhanden ist, dieser klein ist, weit genug von der Brustwarze entfernt ist (mehr als 2 cm) und von einer mindestens 1 cm breiten gesunden Gewebeschicht umgeben ist. Es dürfen keine Tochtergeschwülste (Metastasen) vorhanden sein. Bei der Operation wird der Tumor und über einen zweiten Schnitt die Lymphknoten der Achselhöhle entfernt. Nach der Operation wird eine Strahlentherapie der Brust durchgeführt.
- LungenembolieVerschluss der arteriellen Lungenstrombahn durch Einschwemmung eines Thrombus (selten von Luft, Gewebeteilen, Fett) meist aus (Unter-)Schenkel- bzw. Beckenvenen. Das Krankheitsbild wird weitgehend von der Grösse des verschleppten Blutgerinnsels bestimmt. Die Lungenembolie ist eine gefährliche Komplikation nach Operation oder Entbindung.
Symptome
Massive Lungenembolien (bei Verlegung von mehr als der Hälfte der Lungenstrombahn, ca. 5-10 % aller Lungenembolien) zeigen in der Regel das Vollbild mit Bedrohungsgefühl, plötzlicher Atemnot, beschleunigtem Atmen, erniedrigtem Sauerstoffgehalt im Blut, Rechtsherzinsuffizienz und -dilatation, Herzrhythmusstörungen, Erniedrigung des arteriellen Blutdrucks, unter Umständen Schock. Der weitere Verlauf ist davon abhängig, ob sich der Thrombus wieder auflöst oder das Gefäss verschlossen bleibt. - Lungenerkrankung, chronisch obstruktiveAllgemeinbegriff für Lungenerkrankungen wie ein Emphysem oder eine chronische Bronchitis; ist gekennzeichnet durch eine chronische, irreversible Verstopfung der Atemwege, die zu einer verlangsamten Atmung und übermäßiger Schleimbildung führt und häufiges Husten zur Folge hat; üblicherweise durch Rauchen verursacht
- LungentumoreNeubildungen des Lungengewebes. Man unterscheidet gutartige und bösartige Lungentumore.
1. Gutartige Lungentumore: Gutartige Lungentumore bilden keine Tochtergeschwülste (Metastasen), wachsen langsam und dringen nicht in das Nachbargewebe vor. Es handelt sich meist um Wucherungen des Bindegewebes, des Fettgewebes, des Knorpelgewebes, des Knochengewebes oder von embryonalen Zellen. Sie sind meist symptomlos und werden zufällig bei Röntgenuntersuchungen der Lunge entdeckt.
2. Bösartige Lungentumore: Bösartige Lungentumore können von den Zellen der Bronchien oder der Lungenbläschen ausgehen. Es können aber auch Tumore sein, die ursprünglich in anderen Organen gewachsen sind und über die Blutgefässe in die Lunge gewandert sind (Metastasen) oder sich von benachbarten Organen in die Lunge ausgebreitet haben. Häufig sind z. B. Lungenmetastasen von Nieren-, Brust- (s. Mammatumoren), Prostata- oder Magenkarzinomen. Tumore des Lungenfells (s. Pleuramesothliom), der Speiseröhre (Ösophaguskarzinom) oder der Brust können auch direkt in die Lunge einwachsen. - Lupus erythematosuseine chronische, entzündliche Autoimmunerkrankung, die Haut, Gelenke, Nieren und andere Organe befallen kann; wird auch systemischer Lupus erythematosus oder SLE genannt; Frauen sind davon neunmal häufiger betroffen als Männer
- Lupus nephritisEntzündung der Nieren, welche mit einem systemischen Lupus erythematosus zusammenhängt und oftmals zu Nierenversagen führt
- LympheLymphozytenhaltige Flüssigkeit in den Lymphgefäßen, die durch Austritt von Blut aus den kleinsten Blutgefäßen in das Gewebe entsteht. Die Lymphe fliesst zunächst in den Gewebespalten und wird dann in den Lymphgefäßen* gesammelt, von wo sie dem Blutkreislauf wieder zugeführt wird.
- LymphgefässIn den Lymphgefässen wird die Lymphflüssigkeit, über die Lymphknoten dem Blutkreislauf wieder zugeführt. Die Lymphflüssigkeit entsteht dadurch, dass Flüssigkeit aus den kleinsten Blutgefässen (Kapillaren) in das umgebende Gewebe austritt. In ihr befinden sich die Lymphzellen.
- LymphknotenIn das System der Lymphgefässe eingeschaltete linsen- bis bohnengrosse Organe. In den Lymphkoten wird die Lymphflüssigkeit gefiltert und schädliche Stoffe, wie z.B. Mikroorganismen oder Antigene durch spezialisierte Zellen (vgl. Fresszellen) abgebaut.
- LymphknotenschwellungS. Lymphom
- LymphokineLymphokine sind so genannte Kommunikationseiweisse, die vor allem von T-Lymphozyten produziert und ausgeschieden werden und andere Zellen zur Bildung verschiedener Eiweisskörper oder zur Vermehrung anregen (vgl. Zytokine).
- LymphomAuch Lymphknotenschwellung.
Sammelbezeichnung für Lymphknotenvergrösserungen unterschiedlicher Ursache.
1. gutartige Lymphknotenvergrösserung bei infektiösen Erkrankungen (z. B. Mononukleose, Toxoplasmose, HIV-Infektion, Lymphknotentuberkulose)
2. bösartige Lymphknotenvergrösserung bei Lymphdrüsentumoren (z. B. Leukämie, malignes Lymphom, Lymphknotenmetastasen). - LymphopenieVerminderung der weissen Blutkörperchen (Lymphozyten) im Blut. Kommt in der akuten Phase vieler Infektionskrankheiten, bei einer bestimmten Form der Tuberkulose (Miliartuberkulose) und fortgeschrittener HIV-Erkrankung vor.
- LymphosarkomBösartige Neubildung, die vom lymphatischen Gewebe der Lymphknoten, Mandeln, Milz oder anderen Organen ausgeht. 5-10 von 100000 Menschen erkranken an einem Lymphosarkom, insbesondere zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr, in neuerer Zeit auch gehäuft in Zusammenhang mit einer HIV-Infektion. Es werden der so genannte Morbus Hodgkin (Hodgkinsche Krankheit, auch Lymphogranulomatose) und Non-Hodgkin-Lymphome (Abk. NHL) unterschieden. Die Tumore entstehen aus Lymphozyten (Immunzellen) und unterscheiden sich durch Art und Reife. Die Einteilung des M. Hodgkin orientiert sich an der Zellzusammensetzung des Tumors:
1. lymphozytenreich
2. nodulär-sklerosierend, d.h. knötchenbildend
3. gemischtzellig
4. lymphozytenarm
Symptome: Als Krankheitszeichen treten Lymphknotenschwellungen und evtl. eine Milzvergrösserung auf. In Abhängigkeit vom Ort des Tumors kann Druck auf andere Organe ausgeübt werden.
Diagnose: Gewebeuntersuchung von Lymphknoten und Knochenmark.
Therapie: In Abhängigkeit von Typ und Stadium erfolgt eine Chemotherapie mit unterschiedlichen Medikamenten, evtl. auch Strahlentherapie.
Prognose: Auch ohne Behandlung kann es zu einem langfristigen Verlauf ohne wesentliche Verschlechterung der Erkrankung kommen. Als Komplikationen treten vor allem gleichzeitig auftretende Infekte und wegen zunehmendem Knochenmarksbefall auch Blutarmut (Anämie) und Blutungen auf. Vgl. Lymphom, Hirntumoren. - LymphozytenWichtige Zellen des Immunsystems, die im Knochenmark, den Lymphknoten, dem Thymus und der Milz gebildet werden. Die Lymphozyten gehören zu den weissen Blutkörperchen (Leukozyten). Man unterscheidet B-Lymphozyten (für die Bildung von Antikörpern verantwortlich), T-Lymphozyten* (verantwortlich für die Vernichtung fremder und kranker Zellen und für die Regulation des Immunsystems) und Natürliche Killerzellen (NK-Zellen, verantwortlich für die Vernichtung von infizierten und Krebszellen).
Ca. 4% der Lymphozyten befinden sich im Blut, die restlichen befinden sich dort, wo sie gebildet werden und in anderen Organen.
Lexikon-Einträge: Roche und Walter de Gruyter, Berlin