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Glossary

Angefangen bei A wie "Abmagerung" bis hin zu Z wie "Zytostatika" bieten wir Ihnen kurze Erklärungen für Fachbegriffe aus Medizin und Wissenschaft – in klaren und einfachen Worten.




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Hypertonie
auch Hypertonus, arterielle Hypertension oder Bluthochdruck genannt

Dauernde Erhöhung des Blutdrucks auf Werte von systolisch (oberer Messwert) über 140 mmHg und diastolisch (unterer Messwert) über 90 mmHg. Nach der Krankheitsentstehungsweise unterscheidet man den Minutenvolumenhochdruck vom Widerstandshochdruck. Der Minutenvolumenhochdruck ist durch ein erhöhtes Herzminutenvolumen gekennzeichnet, das zur Erhöhung vor allem des systolischen Blutdrucks führt, z. B. bei Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose). Der Widerstandshochdruck mit einer erhöhten Spannung der peripheren Widerstandsgefässe, führt vor allem zur Erhöhung des diastolischen Blutdrucks, z. B. bei der so genannten essentiellen Hypertonie. Durch die hypertoniebedingten Gefässveränderungen geht ein Minutenvolumenhochdruck nach einiger Zeit in einen Widerstandshochdruck über.

I. Einteilung nach der diastolischen Blutdruckhöhe; Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO)
Blutdruck (mmHg)
85-89 mmHg: so genannte Grenzwerthypertonie
90-104 mmHg: milde Hypertonie
105-114 mmHg: mittelschwere Hypertonie
ab 115 mmHg: schwere Hypertonie

II. Einteilung nach Endorganschäden
WHO-Grad I: klinisch keine nachweisbare Schädigung von Herz, Niere und Gehirn, normaler Augenhintergrund; WHO-Grad II: Schädigungen an Herz, Niere oder Gehirn, Augenhintergrundveränderungen; WHO-Grad III: Schädigung mehrerer Organe, schwere Augenhintergrundveränderungen.

Symptome
Unspezifisch und sehr variabel ausgeprägte Symptome mit Schwindel, Kopfschmerz, Sehstörungen und anderem. Der Verlauf ist häufig auch symptomarm bzw. ohne Symptome bis zu deren Auftreten als Folge von Organschäden, vor allem frühzeitige Entwicklung einer Arteriosklerose mit koronarer Herzkrankheit, zerebraler Durchblutungsstörung, arteriosklerotisch bedingten Schrumpfnieren mit dauerhaft unzureichender Nierenfunktion (chronische Niereninsuffizienz) und peripheren arteriellen Verschlusskrankheiten. Bei der so genannten malignen Hypertonie kommt es inolge einer ständigen diastolischen Blutdruckerhöhung auf Werte über 120 mmHg zur Entwicklung schwerster Augenhintergrundveränderungen und einer rasch fortschreitenden Niereninsuffizienz (verläuft unbehandelt häufig innerhalb von 1-2 Jahren tödlich).

Diagnose
Kriterien für die Diagnose einer Hypertonie sind erhöhte Blutdruckwerte bei dreimaliger Messung zu mindestens zwei verschiedenen Zeitpunkten. Bei der Erstmessung in der ärztlichen Praxis werden häufig zu hohe Blutdruckwerte gemessen. Ambulante Langzeitblutdruckmessungen (24 Stunden) unter Alltagsbedingungen erlauben zuverlässigere Aussagen.

Therapie
Bei primärer Hypertonie (Bluthochdruck mit unbekannter Ursache) werden die Symptome mit Antihypertensiva behandelt. Zusätzlich erfolgt die unspezifische Behandlung vor allem durch Kochsalzreduktion, Normalisierung des Körpergewichts, Verminderung von Stressfaktoren, Ausüben von Ausdauersportarten wie Radfahren, Schwimmen, Jogging. Ziel ist die weitgehende Normalisierung des Blutdrucks. Bei Hypertonie als Folgeerkrankung steht die Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung im Vordergrund. Vgl. Blutdruckmessung, indirekte, Blutdruckmessung, direkte.

Lexikon-Einträge: Roche und Walter de Gruyter, Berlin