Glossary
Angefangen bei A wie "Abmagerung"
bis hin zu Z wie "Zytostatika" bieten wir Ihnen kurze Erklärungen für Fachbegriffe aus Medizin
und Wissenschaft
– in klaren und einfachen Worten.
Zellkern
bezeichnet ein im Zellplasma gelegenes, meist rundlich geformtes Organell der eukaryotischen Zelle. Der Zellkern enthält den größten Teil des genetischen Materials der eukaryontischen Zellen in Form von mehreren Chromosomen. Wichtige Vorgänge, die innerhalb des Zellkerns ablaufen, sind DNA-Replikation (die Duplizierung des in Form von DNA vorliegenden genetischen Materials) und Transkription (das Erstellen einer mRNA-Kopie eines gegebenen DNA-Abschnitts, der oft, aber nicht immer, einem Gen entspricht). Der Zellkern kann als Steuerzentrum der Zelle verstanden werden.
Zellmembran
Die Zellmembran ist die in sich geschlossene, teilweise durchlässige äussere Begrenzung aller Zellen. Sie gewährleistet den Kontakt zu anderen Zellen z.B. im Rahmen des Stoffwechsels oder der Zellkontakte sowie die Erkennung gleichartiger Zellen untereinander. Ferner sind die Antigeneigenschaften (s.a. Antigen) und die Rezeptoren der Zellen auf der Zellmembran lokalisiert.
Zellobiose
Disaccharid aus zwei verknüpften Glukosemolekülen. Zellobiose ist Baustein des pflanzlichen Kohlenhydrats Zellulose.
Zellplasma
Auch Protoplasma, Zytoplasma.
Beim Zellplasma handelt es sich um die von einer Zellmembran umschlossene Substanz aller lebenden Zellen. Es enthält in Wasser gelöst Eiweisse (Proteine), Fette (Lipide), Zucker (Kohlenhydrate), Mineralsalze und Spurenelemente sowie eine Vielzahl von Einschlusskörperchen unterschiedlicher Grösse (z.B. Vesikel, Zellorganellen).
Zellulitis
auch Cellulite genannt
Umgangssprachliche Bezeichnung für eine nichtentzündliche Veränderung der kollagenen und elastischen Fasern im Bindegewebe der Unterhaut, die besonders bei Frauen mit Übergewicht an der Oberschenkel- und Hüftregion erkennbar ist.
Symptome
Matratzenphänomen (netzartig eingezogene Oberfläche) und Orangenschalenhaut (trichterförmige Einziehungen).
Vorbeugung und Therapie
Gewichtsreduktion und körperliches Training.
Zellulose
Polysaccharid aus Zellobiose, welches aus zwei Glukosemolekülen besteht (s. Glukose). Vorkommen als Gerüstpolysaccharid mit hoher mechanischer Stabilität in Pflanzen. Der Abbau erfolgt mit Hilfe von Darmbakterien, beim Menschen jedoch erst im Dickdarm. Dadurch ist Zellulose nur eingeschränkt verwertbar. Vgl. Ballaststoffe.
Zerebrovaskulärer Zwischenfall
Unterbrechung der Blutversorgung für einen Gehirnbereich, die zu einer Verletzung oder zum Absterben des Gehirngewebes und den damit verbundenen neurologischen Symptomen führt; auch bekannt als Schlaganfall
Zivilisationskrankheiten
Sammelbegriff für Erkrankungen, deren Zunahme in Industrieländern beobachtet wird und die durch körperliche Inaktivität oder Fehlernährung entstehen. Beispiele für ernährungsabhängige Zivilisationskrankheiten sind Stoffwechselkrankheiten (z. B. Übergewicht, Typ 2 Diabetes, Fettleber, Gallen- und Nierensteine, Gicht), Karies, Parodontose, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Erkrankungen der Verdauungsorgane (z. B. Verstopfung, Leber-, Gallenblasen-, Bauchspeicheldrüsen- sowie Darmerkrankungen), Gefässerkrankungen (z. B. Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall und Thrombose), geschwächtes Immunsystem und z. T. auch Krebs.
Zulassungsstudie
eine Studie, mit der die behördliche Zulassung eines Medikamentes erreicht werden soll
Zwillingsmethode
Arbeitsmethode zur Klärung der Frage, ob und in welchem Grad ein Merkmal durch die Erbanlagen festgelegt bzw. durch Umweltfaktoren verändert ist. Die Methode beruht auf dem Vergleich der Ähnlichkeit oder der Übereinstimmung eines Merkmals bei (erbgleichen) eineiigen Zwillingen, gegenüber (z. T. erbverschiedenen) zweieiigen Zwillingen. Hohe Übereinstimmung und grosse Ähnlichkeit eines Merkmals bei eineiigen Zwillingen gegenüber grosser Variationsbreite bei zweieiigen Zwillingen und in der Gesamtbevölkerung spricht für die genetische Festlegung dieses Merkmals.
Zwillingsstudie
Eine Zwillingsstudie ist eine Untersuchung, die mit der so genannten Zwillingsmethode arbeitet.
Zytokine
Bei den Zytokinen handelt es sich um Eiweisse, die von vielen Zellarten gebildet und ausgeschieden werden und die das Verhalten oder die Eigenschaften anderer Zellen ändern (vgl. Lymphokine)
Zytomegalie
Auch CMV-Infektion.
Das Krankheitsbild der Zytomegalie entsteht durch Infektion des Organismus mit dem Zytomegalie-Virus. Bei Menschen mit einem gesunden Immunsystem treten in der Regel keine Krankheitszeichen auf, dagegen kann bei Säuglingen und Abwehrgeschwächten (beispielsweise bei HIV-Infektion oder bösartigen Tumoren) die Infektion schwer (z.B. mit Beteiligung von Leber, Lunge und zentralem Nervensystem) und teilweise mit tödlichem Ausgang verlaufen. Die Erkrankung kann häufig durch eine Augenhintergrundsspiegelung erkannt werden (überwiegend bei HIV-Infizierten). Das Virus selbst kann in Körpersekreten oder Gewebe nachgewiesen werden. Auch kann zur Diagnosestellung der Nachweis von Virusantigenen oder Erbgut des Virus erfolgen (vgl. Polymerasekettenreaktion).
Um der Krankheit vorzubeugen, sollten Menschen, die nicht durch das Zytomegalie-Virus infiziert sind, niemals Blut oder Organe von Infizierten erhalten. Der Verlauf der Krankheit sowie die Sterblichkeitsrate können ggf. durch spezifische Antikörper abgeschwächt werden. Die Behandlung der Krankheit kann so erforderlich durch Antibiotika (Virostatika) erfolgen.
Zytoplasma
S. Zellplasma.
Zytostatika
Arzneimittel, die das Zellwachstum, insbesondere die Zellteilung verhindern oder verzögern; Zytostatika wirken nur auf Zellen, die sich im Wachstum befinden, nicht auf solche in der Ruhephase. Zytostatika werden in der Tumortherapie (s. Chemotherapie) eingesetzt, da Tumorzellen nicht der normalen körperlichen Wachstumsregulation unterliegen und eine höhere Zellteilungsrate aufweisen als normale Körperzellen. Damit sind sie empfindlicher für die Arzneimittel als die gesunden, normalen Zellen.
Lexikon-Einträge: Roche und Walter de Gruyter, Berlin